{"id":4914,"date":"2001-05-11T00:00:00","date_gmt":"2001-05-10T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20010511-03n"},"modified":"2016-05-10T13:17:57","modified_gmt":"2016-05-10T11:17:57","slug":"hefepilze-produzieren-aus-molke-biodiesel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/hefepilze-produzieren-aus-molke-biodiesel\/","title":{"rendered":"Hefepilze produzieren aus Molke Biodiesel"},"content":{"rendered":"<p>Jedem Projekt, das derzeit Kraftstoffe aus nicht fossilen Energien in Aussicht stellt, winken angesichts der drastisch anwachsenden Erd\u00f6l- und Spritpreise reelle Erfolgssaussichten. Dies wahrscheinlich auch jenem Projekt der sechs Molke-Experten des Instituts f\u00fcr Bioverfahrenstechnik der Universit\u00e4t Stuttgart (IBVT), die an einem Verfahren t\u00fcfteln, die in bisher kaum verwertbar gro\u00dfen Mengen industriell abfallende Molke (10 Mio. t\/a) mit Hilfe von Hefest\u00e4mmen im Bioreaktor zu wertvollem Energie-Rohstoff verstoffwechseln zu lassen.<\/p>\n<p>Die nach Entzug der industriell verwertbaren Inhaltsstoffe eiwei\u00dffreie und ansonsten nicht problemlos zu entsorgende Abfallmolke wird hierbei von den Forschern als Ausgangsprodukt zun\u00e4chst f\u00fcr die Produktion von Biotensiden genutzt, \u00fcblicherweise ein kostentr\u00e4chtiger Prozess durch zus\u00e4tzlich ben\u00f6tigte Fetts\u00e4uren. &#8220;Molke ist ein billiger Rohstoff, der Milchzucker und Mineralien enth\u00e4lt, also eine hervorragende Basis f\u00fcr Mikroorganismen, die sich von Lactose ern\u00e4hren&#8221;, erl\u00e4utert Achim Hauck, ein Mitarbeiter des IBVT. Diese Mikroorganismen l\u00e4sst man f\u00fcr sich arbeiten.<\/p>\n<p>Die gek\u00fchlte, gereinigte, gefilterte und sterilisierte Molke wird hierzu in einem Bioreaktor mittels nat\u00fcrlich vorkommender Hefepilzst\u00e4mme fermentiert. Nach Aufzehrung der molkeeigenen Ammoniumgehalte ver\u00e4ndern die Pilze ihren Stoffwechsel und produzieren Triglyzeride als Energiereservoir. Dieses so genannte &#8220;Single-Cell-Oil&#8221; ist in seiner Zusammensetzung dem sonst aufwendig und saisonabh\u00e4ngig produzierten Raps\u00f6l sehr \u00e4hnlich, und dient anschlie\u00dfend einem weiteren Hefepilz zur Verstoffwechselung in &#8220;Sophorose-Lipid&#8221;, das Bio-Tensiden nahe steht.<\/p>\n<p>Diesem Vorgang l\u00e4sst sich mittels chemischer Methylierung die Veredelung in Glyzerin und Fetts\u00e4uremethylester anschlie\u00dfen. &#8220;So kann auf umweltfreundliche Weise Biotreibstoff hergestellt werden&#8221;, erkl\u00e4rt Hauck, &#8220;unser langfristiges Ziel ist die Verdopplung des jetzigen Biodieselanteils durch Molkediesel&#8221;.<\/p>\n<p>Bevor der Biosprit aus Molke jedoch in Autos eingesetzt werden kann, muss sich das Verfahren, das bislang nur in einem 300 l-Volumen getestet wurde, noch in einem praxisangepassten Grossversuch beweisen. Ob ein Bioreaktor mit einem real anfallenden Volumen von 1 bis 4 Mio. Liter in Gro\u00dfmolkereien anfallender Molke ebenso fertig wird, ist bisher fraglich.<\/p>\n<p>Einige weitere Problematiken, z.B. die Aufbrechung der Hefezellmembranen zur Isolierung des &#8220;Single-Cell-Oil&#8221; sowie dessen Trennung von N\u00e4hrl\u00f6sung und Zellbruchst\u00fccken oder der Kostenfaktor durch die Sterilfiltration, beeinflussen noch das Procedere. Dennoch sind die Stuttgarter bzgl. der Kosten optimistisch: &#8220;Die h\u00e4ngen einerseits von der Technik, andererseits aber auch von politischen Rahmenbedingungen ab&#8221;, erkl\u00e4rt Hauck. Als &#8220;MObiotec&#8221; ist eine Firma geplant, die Molke verarbeitende Betriebe zur Zusammenwirkung bewegen soll.<\/p>\n<p>Autorin: Marion Kupfer (nova)<br \/>\nEndredaktion: Michael Karus (nova)<br \/>\nQuelle: VDI nachrichten vom 11.05.2001.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jedem Projekt, das derzeit Kraftstoffe aus nicht fossilen Energien in Aussicht stellt, winken angesichts der drastisch anwachsenden Erd&ouml;l- und Spritpreise reelle Erfolgssaussichten. 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