{"id":4903,"date":"2000-07-02T00:00:00","date_gmt":"2000-07-01T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20000702-01n"},"modified":"2000-07-02T00:00:00","modified_gmt":"2000-07-01T22:00:00","slug":"kanada-marketing-von-hanf-nahrungsmitteln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kanada-marketing-von-hanf-nahrungsmitteln\/","title":{"rendered":"Kanada: Marketing von Hanf-Nahrungsmitteln"},"content":{"rendered":"<p>Mangelnde Wahrnehmung von Hanflebensmitteln und geringe Kenntnisse \u00fcber Hanflebensmittel kombiniert mit dem hohen Preis sind die H\u00fcrden eines erfolgreichen Marketings derselben. Zu diesem Ergebnis kommt Martine Carlina in einem Beitrag f\u00fcr den Hemp Commerce and Farming Report. Carlina ist Direktorin der Hemp Management Group (HMG), einer Beratungsfirma, die sich schwerpunkm\u00e4\u00dfig mit der Vermarktung von Hanfprodukten besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Der Markt f\u00fcr gesundheitsbewu\u00dfte Ern\u00e4hrung (funktional food, nutraceuticals, dermaceuticals) in Kanada hat ein Volumen von 561,2 Mio. Can $ (ca. 398,45 Euro). In den USA betr\u00e4gt das Marktwachstum 11% p.a. Auf diesem Markt spielen Lebensmittel aus Hanf bisher eine relativ kleine Rolle.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr das Marketing von Hanf-Lebensmitteln in Kanada ist nach Einsch\u00e4tzung von Carlina, dass diese vom Konsumenten als unsicher wahrgenommen werden. Bevor der Hanfanbau in Kanada 1998 wieder zugelassen wurde, kam der meiste Hanf entweder in Form von \u00d6l oder sterilisierten Samen aus China. Die Kontrolle der Frische war kaum m\u00f6glich. Lange Transportwege und die Sterilisation beeintr\u00e4chtigten die Qualit\u00e4t. Dies verhinderte, dass Hanfprodukte in nennenswertem Umfang durch den Einzelhandel vertrieben werden konnten. Unsicherheiten bzgl. der THC-Konzentrationen hielten viele Lebensmittel verarbeitende Firmen davon ab, Hanflebensmittel auf den Markt zu bringen.<\/p>\n<p>Eine zweite Herausforderung f\u00fcr das Marketing ist, dass die gesunden Inhaltsstoffe der Hanfsamen vom Konsumenten kaum wahrgenommen werden. Die meisten Konsumenten bringen Hanf nicht einmal mit Lebensmitteln in Verbindung. Obwohl die wenigen Anbieter von Hanflebensmitteln sich sehr aktiv im Bereich Werbung und Merchandising zeigen, sind die Ergebnisse nicht mit der Arbeit etablierter Firmen auf dem Markt f\u00fcr gesundheitsf\u00f6rdernde Lebensmittel vergleichbar. Die Gr\u00fcnde liegen zum Gro\u00dfteil darin, dass die Anbieter in der Regel Innovatoren sind und zum ersten Mal ein Produkt auf den Markt gebracht haben. Die Unternehmen sind meist unterkapitalisiert und arbeiten daher wenig effizient.<\/p>\n<p>Die kanadischen Standards zur Auszeichnung von Produkten machen es zus\u00e4tzlich sehr schwer Omega-3-, 6- und 9-Fetts\u00e4uren zu vermarkten. Wer diese wertvollen Inhaltsstoffe nicht offensiv bewerben kann, ist gezwungen, potenzielle K\u00e4ufer m\u00fchsam zu informieren. Um Erfolge zu erzielen, ist der direkte Kundenkontakt notwendig.<\/p>\n<p>Ein nat\u00fcrliches Hindernis f\u00fcr die Vermarktung von Hanflebensmitteln bleibt der Preis der Endprodukte, der trotz signifikanten einheimischen Anbaus auf hohem Niveau verharrt. Und dass, obwohl die Preise f\u00fcr Hanfsamen j\u00e4hrlich sinken. Soll ein neues Lebensmittel allerdings einen hohen Anteil an Hanf aufweisen, sind sofort gro\u00dfe Summen an Geld n\u00f6tig, um den Kunden \u00fcber den Gesundheitsvorteil aufzukl\u00e4ren. Viele Firmen reduzieren den Hanfanteil daher soweit, dass der Endpreis ein akzeptables Niveau beh\u00e4lt. Allerdings kann dann kaum noch mit einem Gesundheitsvorteil geworben werden. <\/p>\n<p>Trotz der Hindernisse stellt Martine Carlina fest, dass durchaus Erfolgsaussichten f\u00fcr Hanf als Lebensmittel bestehen. Viele Konsumenten haben bereits eine treue Beziehung zu den neuen Produkten aufgebaut. Hanffirmen und Einzelhandel sind sehr ehrgeizig dabei, Konsumenten aufzukl\u00e4ren, Produkte zu promoten und neue Lebensmittel zu entwickeln. <\/p>\n<p>Autor: Klaus-Martin Meyer (nova)<br \/>\nEndredaktion: Michael Karus (nova)<br \/>\nQuelle: Hemp Commerce an Farming Report Part 3, Vol. 2, Issue 12 vom 02.07.00.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mangelnde Wahrnehmung von Hanflebensmitteln und geringe Kenntnisse &uuml;ber Hanflebensmittel kombiniert mit dem hohen Preis sind die H&uuml;rden eines erfolgreichen Marketings derselben. 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