{"id":48990,"date":"2018-01-11T07:26:07","date_gmt":"2018-01-11T06:26:07","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=48990"},"modified":"2018-01-09T13:43:38","modified_gmt":"2018-01-09T12:43:38","slug":"becher-aus-bambus-oekoluege-to-go","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/becher-aus-bambus-oekoluege-to-go\/","title":{"rendered":"Becher aus Bambus: \u00d6kol\u00fcge to go"},"content":{"rendered":"<p>Einen Guten-Morgen-Kaffee in der U-Bahn, einen Kaffee-Kick mittags im Gehen. In Deutschland greifen 70 Prozent aller Verbraucher gelegentlich zu einem Coffee-to-go. Doch Papp- oder Plastikbecher, die schnell wieder im M\u00fcll landen, sind Verschwendung. Was nun? Stylisch bunte Bambus-Mehrwegbecher, die derzeit im Internet und in Caf\u00e9s, in Bio- und Weltl\u00e4den auftauchen.<\/p>\n<p>Vor ihnen warnt Uwe Lauber vom Chemischen und Veterin\u00e4runtersuchungsamt Stuttgart. Lauber und seine Kollegen haben Coffe-to-go-Becher und anderes Geschirr aus Bambus gepr\u00fcft. F\u00fcr ihn steht fest: \u201eKeines der 35 getesteten Produkte h\u00e4tte verkauft werden d\u00fcrfen.\u201c Sie entspr\u00e4chen nicht den gesetzlichen Anforderungen. Die Werber verspr\u00e4chen zwar viel, wie \u201e100 Prozent nat\u00fcrlich\u201c, \u201ebiologisch abbaubar\u201c, \u201edie Alternative zum Kunststoff\u201c \u2013 doch das sei \u201ezumeist gelogen\u201c.<\/p>\n<p>Die Becher enthalten \u201ein der Regel synthetische Kunststoffe wie Melaminharz, Harnstoff-Formaldehyd-Harz oder Polylactate\u201c, sagt der Experte. \u201eOhne einen Kunststoffanteil geht es nicht.\u201c Einfache Sch\u00fcsseln, auch Salatbesteck w\u00fcrden zwar vollst\u00e4ndig aus dem schnell nachwachsenden Rohstoff Bambusholz gemacht. Die getesteten Coffee-to-go-Becher aber nicht. Sie seien aus Bambuspulver und Maisst\u00e4rke. Das sei billiger und leichter zu verarbeiten. Und da gebe erst der Kunststoff Stabilit\u00e4t und Form und mache das Geschirr sp\u00fclmaschinenfest.<\/p>\n<p>Den Kunststoff \u201elassen die H\u00e4ndler gerne unter den Tisch fallen, manchmal t\u00e4uschen sie den Verbraucher auch, indem sie von Resin oder nat\u00fcrlichem Harz sprechen\u201c, so Lauber. Die Tester haben extra bei den Herstellern die Rezepturen angefragt. Demnach kann der Kunststoffanteil im Extremfall bei 30 Prozent liegen.<\/p>\n<p>Dabei ist Mehrweg eigentlich gut. Im Schnitt trinkt jeder Deutsche im Jahr 162 Liter Kaffee, etwa f\u00fcnf Prozent davon aus Einwegbechern. So w\u00fcrden, rechnet die Deutsche Umwelthilfe (DUH) vor, allein in Deutschland jede Stunde 320.000 Coffee-to-go-Becher verbraucht, mehr als zwei Milliarden Becher pro Jahr. Ihre Herstellung verschlinge Zehntausende Tonnen Holz und Kunststoff sowie Milliarden Liter Wasser. Zudem sei j\u00e4hrlich eine Energiemenge n\u00f6tig, mit der man eine Kleinstadt versorgen k\u00f6nne \u2013 vom M\u00fcll zu schweigen.<\/p>\n<p>Ersatz gibt&#8217;s<br \/>\nMittlerweile bieten viele St\u00e4dte Alternativen. M\u00fcnchen, Berlin, K\u00f6ln oder Ludwigsburg etwa bieten in Caf\u00e9s Kunststoff-Mehrwegbecher an, die wie Flaschen zur\u00fcckgegeben werden k\u00f6nnen. In Hamburg gibt es die Aktion \u201eKehrwiederbecher\u201c; wer eigene Becher mitbringt, bekommt einen Rabatt. Auch Lauber bef\u00fcrwortet Mehrweg. Ihn st\u00f6rt bei den Bambusbechern allein \u201edie h\u00e4ufige Irref\u00fchrung der Verbraucher: Die Becher werden als Super-\u00d6koprodukt verkauft, sind das aber nicht.\u201c<\/p>\n<p>Die Namen der Hersteller der getesteten Produkte nennt Lauber nicht. Die geben Beh\u00f6rden meist nur bekannt, wenn sie eine akute Gesundheitsgefahr sehen. \u201eDie gibt es real nicht\u201c, so Lauber \u2013 auch wenn etwa ein Drittel des Bambusgeschirrs im Test Melamin oder Formaldehyd an das eingef\u00fcllte Lebensmittel abgab und teils sogar die gesetzlichen H\u00f6chstmengen \u00fcberschritten wurden.<\/p>\n<p>Die bessere Alternative sind To-go-Becher aus Edelstahl, Polypropylen oder Porzellan<br \/>\nDie Substanz Melamin steht im Verdacht, das Blasen- und Nierensystem zu sch\u00e4digen. Formaldehyd kann Allergien hervorrufen, Haut, Atemwege oder Augen reizen und beim Einatmen Krebs im Nase-Rachen-Raum verursachen. \u201eDiese Stoffe werden aber nur in h\u00f6herem Ma\u00dfe frei, wenn das Geschirr l\u00e4nger \u00fcber 70 Grad Celsius erhitzt wird\u201c, sagt Lauber. Darum d\u00fcrfe es etwa nicht in die Mikrowelle. Hei\u00dfen Kaffee oder Tee k\u00f6nne man daraus aber trinken, sie k\u00fchlten bei normalen Raumtemperaturen rasch ab. Lauber bezieht sich auf Analysen des Bundesinstituts f\u00fcr Risikobewertung, BfR.<\/p>\n<p>Thomas Fischer von der DUH meint indes: \u201eEine geringe Belastung ist nie auszuschlie\u00dfen.\u201c Die bessere Alternative zum Einwegbecher seien To-go-Becher aus Edelstahl, Polypropylen oder auch Porzellan.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen Guten-Morgen-Kaffee in der U-Bahn, einen Kaffee-Kick mittags im Gehen. In Deutschland greifen 70 Prozent aller Verbraucher gelegentlich zu einem Coffee-to-go. Doch Papp- oder Plastikbecher, die schnell wieder im M\u00fcll landen, sind Verschwendung. Was nun? Stylisch bunte Bambus-Mehrwegbecher, die derzeit im Internet und in Caf\u00e9s, in Bio- und Weltl\u00e4den auftauchen. 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