{"id":48797,"date":"2017-12-22T07:20:08","date_gmt":"2017-12-22T06:20:08","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=48797"},"modified":"2017-12-20T11:10:42","modified_gmt":"2017-12-20T10:10:42","slug":"heizen-mit-pyrolyseoel-aus-restbiomasse-hat-potenzial","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/heizen-mit-pyrolyseoel-aus-restbiomasse-hat-potenzial\/","title":{"rendered":"Heizen mit Pyrolyse\u00f6l aus Restbiomasse hat Potenzial"},"content":{"rendered":"<p><strong>Erste Zwischenergebnisse des EU-Forschungsprojekts \u201c<a href=\"https:\/\/www.residue2heat.eu\/\" target=\"_blank\">Residue2Heat<\/a>\u201c zeigen, dass bei der Verwendung von Schnell-Pyrolyse-Bio-\u00d6l im Raumw\u00e4rmemarkt hohe CO<sub>2<\/sub>-Einsparungen sowie das Recycling und nachhaltige Nutzung der bei der Herstellung entstehenden Asche zu erreichen sind.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_48799\" aria-describedby=\"caption-attachment-48799\" style=\"width: 246px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-48799\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/straw-bales-726976_bogitw-pixabay.com-web-300x196.jpg\" alt=\"straw-bales-726976_bogitw-pixabay.com-web-300x196\" width=\"246\" height=\"161\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-48799\" class=\"wp-caption-text\">Schnell-Pyrolyse-Bio-\u00d6l wird im Forschungsprojekt Residue2Heat aus land- und forstwirtschaftlichen Reststoffen hergestellt. Foto: bogitw \u2013 pixabay.com<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das europ\u00e4ische Forschungsprojekt hat zum Ziel, unterschiedliche Str\u00f6me von Biomasseresten f\u00fcr die h\u00e4usliche W\u00e4rmeproduktion zu nutzen. Mit Hilfe des Schnell-Pyrolyse-Verfahrens werden Biomassereste in Schnell-Pyrolyse-Bio-\u00d6l gewandelt, das als biogener Brennstoff der 2. Generation f\u00fcr die Verbrennung in einer Raumheizung geeignet ist.<\/p>\n<p>Beim Einsatz von Schnell-Pyrolyse-Bio-\u00d6l (fast pyrolysis bio-oil FPBO) sind abh\u00e4ngig von der Rohstoffbasis zwischen 77% und 95% geringere Treibhausgasemissionen zu erwarten. Das ist das Ergebnis einer Bewertung, die im Rahmen des Projektes durchgef\u00fchrt wurde. Diese Zahlen zeigen, dass die Verwendung von FPBO die Anforderungen zur Reduzierung der Treibhausgase erreichen kann, gem\u00e4\u00df der Renewable Energy Directive (RED) der Europ\u00e4ischen Union und des aktualisierten Entwurfes der Direktive (RED2).<\/p>\n<p>Die R\u00fcckgewinnung und das Recycling der w\u00e4hrend der Produktion von Pyrolyse\u00f6l anfallenden Asche k\u00f6nnen positive Auswirkungen f\u00fcr die Umwelt haben. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass die im FPBO-Produktionsprozess gewonnene Asche in kleinr\u00e4umig begrenzten Experimenten eine positive Wirkung auf das Pflanzenwachstum hat. Dar\u00fcber hinaus scheinen die physikalisch-chemischen Eigenschaften der FPBO-Asche denen anderer Aschearten \u00e4hnlich zu sein. Ein m\u00f6glicher Nutzen k\u00f6nnte ihr Einsatz zur Bodenverbesserung in der Landwirtschaft sein.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus wurde f\u00fcr die Pyrolyse\u00f6l-Produktion auf Basis von Holzresten und seiner Verbrennung in einem Heizkessel kleiner Leistung eine Nachhaltigkeitsrisikoanalyse erstellt. Unterschiedliche Rohstoffe wie Weizenstroh, Rinde und Miscanthus wurden bei der Analyse ber\u00fccksichtigt, mit dem Ergebnis dass alle untersuchten Rohstoffe zum nachhaltigen Heizen mit FPBO eingesetzt werden k\u00f6nnen. Einige m\u00f6gliche Risiken wurden identifiziert, die bei der Anwendung der Rohstoffe beobachtet und ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen, beispielsweise bei der Nachhaltigkeitszertifizierung:<\/p>\n<ul>\n<li>Kohlenstoffbestand: Erhalt der Kohlenstoffbilanz des Bodens bei der Ernte<\/li>\n<li>Indirekte Landnutzungs\u00e4nderungen: Die Kultivierung darf nicht die Nahrungsmittelproduktion verdr\u00e4ngen;<\/li>\n<li>Biodiversit\u00e4t: Erhalt der N\u00e4hrstoffe und der Bodenqualit\u00e4t beim Einsatz von Biomasseresten.<\/li>\n<li>Kaskadennutzung von Biomasse: Verwendung von Biomasse (-reststoffen) zuerst f\u00fcr Produkte (zum Beispiel Biowerkstoffe) und anschlie\u00dfend zur Energiegewinnung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das gesamte Potenzial von Pyrolyse\u00f6l aus Biomassereststoffen f\u00fcr den Raumw\u00e4rmemarkt wird im Residue2Heat-Projekt weiter untersucht. Es werden Marktuntersuchungen zu diesem neuen Brennstoff und einem modifizierten Heizsystem durchgef\u00fchrt, die weiterf\u00fchrendes Wissen f\u00fcr eine erfolgreiche Markteinf\u00fchrung generieren sollen. Das langfristige Ziel von Residue2Heat ist die Produktion von FPBO auf Basis von land- und forstwirtschaftlichen Biomassereststoffen, die weder f\u00fcr die Nahrungs- und Futtermittelproduktion genutzt werden k\u00f6nnen noch zu einer indirekten Landnutzungs\u00e4nderung f\u00fchren. Der konzeptionelle Ansatz sieht die Nutzung von lokal anfallender Biomasse vor, die in relativ kleinen Produktionseinheiten von 20.000 bis 40.000 Tonnen Biomasse pro Jahr zu FPBO verarbeitet werden und dieses lokal an Endverbraucher zu vertreiben.<\/p>\n<p>Das EU-Forschungsprojekt \u201eResidue2Heat\u201c wird von der Europ\u00e4ischen Union im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 unter dem F\u00f6rderkennzeichen Nr. 654650 gef\u00f6rdert.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>\u00dcber das Residue2Heat-Konsortium<\/h3>\n<p>Das EU-Forschungsprojekt Residue2Heat verbindet die Entwicklung von Produktionstechnologien zur Herstellung erneuerbarer Brennstoffe mit der Entwicklung von Heizsystemen f\u00fcr den Raumw\u00e4rmemarkt. Das Konsortium setzt sich aus drei Universit\u00e4ten, drei Forschungsinstituten und drei kleinen und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen aus f\u00fcnf verschiedenen EU L\u00e4ndern zusammen.<\/p>\n<ul>\n<li>RWTH Aachen University (project coordinator, DE)<\/li>\n<li>OWI Oel-Waerme-Institut GmbH (technical coordinator, DE)<\/li>\n<li>BTG Biomass Technology Group B.V. (NL)<\/li>\n<li>VTT Technical Research Centre of Finland Ltd. (FI)<\/li>\n<li>MEKU Energie Systeme GmbH &amp; Co. KG (DE)<\/li>\n<li>IM-CNR Istituto Motori, Consiglio Nazionale delle Ricerche (IT)<\/li>\n<li>PTM Politecnico di Milano (IT)<\/li>\n<li>BTG BioLiquids B.V. (NL)<\/li>\n<li>UIBK University of Innsbruck, Institute of Microbiology (AT)<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erste Zwischenergebnisse des EU-Forschungsprojekts \u201cResidue2Heat\u201c zeigen, dass bei der Verwendung von Schnell-Pyrolyse-Bio-\u00d6l im Raumw\u00e4rmemarkt hohe CO2-Einsparungen sowie das Recycling und nachhaltige Nutzung der bei der Herstellung entstehenden Asche zu erreichen sind. Das europ\u00e4ische Forschungsprojekt hat zum Ziel, unterschiedliche Str\u00f6me von Biomasseresten f\u00fcr die h\u00e4usliche W\u00e4rmeproduktion zu nutzen. 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