{"id":48745,"date":"2017-12-20T07:29:34","date_gmt":"2017-12-20T06:29:34","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=48745"},"modified":"2017-12-18T13:24:30","modified_gmt":"2017-12-18T12:24:30","slug":"ausgruendung-aus-tu-dresden-dresdner-planen-autos-aus-holz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ausgruendung-aus-tu-dresden-dresdner-planen-autos-aus-holz\/","title":{"rendered":"Ausgr\u00fcndung aus TU Dresden: Dresdner planen Autos aus Holz"},"content":{"rendered":"<p>Drei Studenten wollen in Dresden einen Leichtbau-Konzern f\u00fcr Autos, Fahrr\u00e4der, Rollst\u00fchle und Kinderwagen aus Holz etablieren: Yves Mattern, Philipp Strobel und Lukas Denzner haben am Institut f\u00fcr Leichtbau (ILK) der TU Dresden ein innovatives Verfahren entwickelt, um Holzbauteile so leicht wie Karbon und stabiler als Aluminium zu fertigen.<\/p>\n<p>Diese Hightech-H\u00f6lzer halten auch hohen mechanischen Belastungen stand \u2013 und k\u00f6nnen nahezu jede Form annehmen. Die Drei wollen das Konzept ab dem Sommer 2018 unter den Marken \u201eJungholz\u201c und \u201eLignoa\u201c kommerzialisieren. Erste Auftr\u00e4ge haben sie bereits in Aussicht. \u201eIn 15 Jahren will ich mit einem von uns gebauten Elektroflitzer aus Holz zur Autoausstellung IAA zu fahren\u201c, verr\u00e4t der 28-j\u00e4hrige Yves Mattern.<\/p>\n<p>Das mag k\u00fchn klingen, hat aber einen soliden Kern \u2013 einen sehr stabilen sogar. \u201eWas aus unseren Holzbauteilen hergestellt wird, sieht nicht nur sch\u00f6ner aus als ein Rahmen aus Metall\u201c, erkl\u00e4rt Philipp Strobel. \u201eUnsere Komponenten sind \u00f6kologischer, komfortabler, halten doppelt so lange und sind 50 Prozent belastbarer als zum Beispiel ein gleich schwerer Alu-Rahmen.\u201c Allerdings werden sie auch etwa doppelt so teuer sein wie eine Standardl\u00f6sung.<\/p>\n<p>Um zu verstehen, warum das Trio sich so auf den Werkstoff Holz eingeschossen hat, muss man sechs Jahre zur\u00fcck in die Vergangenheit gehen. Damals baute Mattern einen Unfall und der fesselte ihn f\u00fcr ein paar Wochen an einen Rollstuhl. W\u00e4hrend der \u201eReha\u201c gr\u00fcbelte er dar\u00fcber nach, warum viele Rollst\u00fchle so h\u00e4sslich aussehen wie ein 30 Jahre altes Fahrrad \u2013 und ob man das nicht besser machen kann. Ein Prothetik-Studium in Erlangen sp\u00e4ter war Mattern klar, dass er auch profunde Maschinen- und Leichtbau-Kenntnisse brauchen w\u00fcrde, um seine Vision von einem sch\u00f6nen und doch stabilen Rollstuhl zu verwirklichen. \u201eDas beste Studium in der Richtung habe ich am ILK in Dresden gefunden.\u201c<\/p>\n<p class=\"pda-abody-p\">W\u00e4hrend er dort bei Professor Niels Modler studierte und forschte, stie\u00df er auf seinen sp\u00e4teren Kompagnon Philipp Strobel. Der Fahrzeugbauer aus Freiberg war in Dresden gerade dabei, eine eigene Leichtbau-Gesch\u00e4ftsidee unter der Marke \u201eJungholz\u201c zu realisieren: kleine, aber stabile Aufsatztische aus Holz, die man sich aufs Bett oder Sofa stellt, um gem\u00fctlicher mit dem Notebook arbeiten zu k\u00f6nnen. \u201eWir sa\u00dfen im selben B\u00fcro\u201c, erinnert sich Strobel. \u201eEr hat von seinen Rollst\u00fchlen erz\u00e4hlt, ich von meinen Holz-Tischen.\u201c<\/p>\n<div class=\"fb-quote fb_iframe_widget\"><div class=\"BorlabsCookie _brlbs-cb-facebook\"><div class=\"_brlbs-content-blocker\"> <div class=\"_brlbs-embed _brlbs-facebook\"> <img class=\"_brlbs-thumbnail\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/plugins\/borlabs-cookie\/assets\/images\/cb-facebook.png\" alt=\"Facebook\"> <div class=\"_brlbs-caption\"> <p>By loading the post, you agree to Facebook's privacy policy.<br><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/privacy\/explanation\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Learn more<\/a><\/p> <p><a class=\"_brlbs-btn\" href=\"#\" data-borlabs-cookie-unblock role=\"button\">Load post<\/a><\/p> <p><label><input type=\"checkbox\" name=\"unblockAll\" value=\"1\" checked> <small>Always unblock Facebook posts<\/small><\/label><\/p> <\/div> <\/div> <\/div><div class=\"borlabs-hide\" data-borlabs-cookie-type=\"content-blocker\" data-borlabs-cookie-id=\"facebook\"><script type=\"text\/template\">PGlmcmFtZSBsb2FkaW5nPSJsYXp5IiBjbGFzcz0iIiB0aXRsZT0iZmI6cXVvdGUgRmFjZWJvb2sgU29jaWFsIFBsdWdpbiIgc3JjPSJodHRwczovL3dlYi5mYWNlYm9vay5jb20vdjIuNS9wbHVnaW5zL3F1b3RlLnBocD9hcHBfaWQ9JmFtcDtjaGFubmVsPWh0dHAlM0ElMkYlMkZzdGF0aWN4eC5mYWNlYm9vay5jb20lMkZjb25uZWN0JTJGeGRfYXJiaXRlciUyRnIlMkZsWTRlWlhtX1lXdS5qcyUzRnZlcnNpb24lM0Q0MiUyM2NiJTNEZjNjNzYyYWU3YWI1NzBlJTI2ZG9tYWluJTNEd3d3LmRubi5kZSUyNm9yaWdpbiUzRGh0dHAlMjUzQSUyNTJGJTI1MkZ3d3cuZG5uLmRlJTI1MkZmMjkxY2M2YzUwNGEyOWElMjZyZWxhdGlvbiUzRHBhcmVudC5wYXJlbnQmYW1wO2NvbnRhaW5lcl93aWR0aD01MTUmYW1wO2hyZWY9aHR0cCUzQSUyRiUyRnd3dy5kbm4uZGUlMkZEcmVzZGVuJTJGTG9rYWxlcyUyRkRyZXNkbmVyLXBsYW5lbi1BdXRvcy1hdXMtSG9seiZhbXA7bG9jYWxlPWRlX0RFJmFtcDtzZGs9am9leSIgbmFtZT0iZjhjOTRmZDg5ZjU2MDYiIHdpZHRoPSIxMDAwcHgiIGhlaWdodD0iMTAwMHB4IiBmcmFtZWJvcmRlcj0iMCIgc2Nyb2xsaW5nPSJubyIgYWxsb3dmdWxsc2NyZWVuPSJhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW4iPjwvaWZyYW1lPg==<\/script><\/div><\/div><\/div>\n<p class=\"pda-abody-p\">Ein Gedanke gesellte sich zum anderen und bald war beiden klar: Holz ist das richtige Material. Aber normales Holz ist zu instabil und zu schwer. Andere Dresdner Jungunternehmer haben sich bereits mit Holzrohren versucht und sind gescheitert. Also mussten die jungen Ingenieure ein paar Technologien adaptieren und weiterentwickeln, die das ILK bis dahin mit ganz anderen Materialien eher im Highend-Automobilbau und in der Flugzeugindustrie erprobt hatte. Ihr Dreh: Die jungen Leichtbauer legen Furniere \u2013 also d\u00fcnne Holzstreifen \u2013 \u00fcber eine Vorgabeform, biegen und verkleben sie. Dadurch entsteht ein geschwungenes Bauteil, das durch die nat\u00fcrliche Orientierung der Holzfasern in L\u00e4ngsrichtung besonders zug- und bruchfest ist. Dann schneiden die Experten dieses Bauteil wieder in Streifen, diesmal aber quer. Diese bereits gekr\u00fcmmten Furniere legen sie dann auf eine neue Musterform und kleben sie schichtweise zusammen. So entstehen dreidimensional geformte Holzbauteile, die in L\u00e4ngs- wie Querrichtung starke Kr\u00e4fte aushalten. Diese Formteile werden dann halbiert, innen ausgefr\u00e4st, bis die richtige Balance zwischen Festigkeit, Steife und niedrigem Gewicht erreicht ist, und wieder zusammengef\u00fcgt. In der Fachsprache hei\u00dft dies \u201eTopologie-Optimierung\u201c \u2013 und wird bisher meist nur f\u00fcr aufwendig produzierte Auto- oder Flugzeugteilen aus Karbon oder Faser-Verbundwerkstoffen eingesetzt. Die daraus entwickelte Holztechnologie nennen die Dresdner \u201eWooden 3D Tubing\u201c (W3T), weil dabei frei geformte Rohre entstehen.<\/p>\n<p class=\"pda-abody-p\">\u201eUnser Verfahren erm\u00f6glicht ganz besondere Designs\u201c, betont der 27-J\u00e4hrige Fahrzeugbau-Ingenieur Strobel. \u201eWir k\u00f6nnen zum Beispiel in einem h\u00f6lzernen Fahrradrahmen gleich die Aussparungen f\u00fcr integrierte LEDs, f\u00fcr Schl\u00f6sser und Gelenke mit einfr\u00e4sen. Dann kann Ihnen keiner mehr die Leuchte klauen.\u201c Hinzu komme der Komfortgewinn: Anders als Stahl, Alu oder Karbon federe ein Holzgef\u00e4hrt die Fahrst\u00f6\u00dfe auf Dresdner Pflasterw\u00fcsten im Nu ab.<\/p>\n<p class=\"pda-abody-p\">Die Technologien des Trios bergen offensichtlich so viel Innovations-Strahlkraft, dass schon die ersten Kunden vor der T\u00fcr stehen \u2013 noch bevor die \u201eLignoa Holztechnik\u201c richtig gegr\u00fcndet ist: Ein \u00f6kologisch ambitionierter Kinderwagenhersteller will von den Dresdnern einen h\u00f6lzernen Designer-Kinderwagen haben. Ein namhafter Stativ-Produzent m\u00f6chte ein besonders leichtes und ungew\u00f6hnlich geformtes Kamera-Dreibein von Lignoa entwickeln lassen.<\/p>\n<p class=\"pda-abody-p\">Einen konkreten Fahrplan f\u00fcr ihren k\u00fcnftigen Konzern haben die Drei auch schon ausgeheckt: Derzeit bem\u00fchen sie sich um ein Gr\u00fcnder-Stipendium. Das erste Geld soll durch Kredite sowie die erw\u00e4hnten Laptop-Tische, laserbearbeitete Holzb\u00fccher und andere \u201eJungholz\u201c-Produkte ins Haus kommen. Im Sommer 2018 soll dann die zweite Firma \u201eLignoa Holzechnik\u201c starten und zun\u00e4chst f\u00fcr Kunden innovative Holzprodukte als Auftrags-Entwicklungen \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p class=\"pda-abody-p\">Etwa 2020 wollen die Gr\u00fcnder eine eigene automatisierte Fabrik in Dresden einrichten und wom\u00f6glich die Fertigungssparte in eine separate Konzernsparte ausgliedern. Sp\u00e4testens in zehn Jahren \u2013 also 2027 \u2013 m\u00f6chten Strobel, Mattern und Denzner dann eine eigene Produktlinie von hochwertigen Holzfahrzeugen auf dem Markt haben: hochtechnologisch produzierte und doch naturnahe Fahrr\u00e4der, E-Autos \u2013 und nat\u00fcrlich einen schicken h\u00f6lzernen Rollstuhl, weil mit der Idee ja alles mal angefangen hat\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drei Studenten wollen in Dresden einen Leichtbau-Konzern f\u00fcr Autos, Fahrr\u00e4der, Rollst\u00fchle und Kinderwagen aus Holz etablieren: Yves Mattern, Philipp Strobel und Lukas Denzner haben am Institut f\u00fcr Leichtbau (ILK) der TU Dresden ein innovatives Verfahren entwickelt, um Holzbauteile so leicht wie Karbon und stabiler als Aluminium zu fertigen. 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