{"id":48723,"date":"2017-12-19T07:23:21","date_gmt":"2017-12-19T06:23:21","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=48723"},"modified":"2017-12-15T12:44:11","modified_gmt":"2017-12-15T11:44:11","slug":"gruene-chemie-biobasierte-pet-flaschen-weichmacher-und-andere-produkte-kuenftig-aus-zucker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/gruene-chemie-biobasierte-pet-flaschen-weichmacher-und-andere-produkte-kuenftig-aus-zucker\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcne Chemie: Biobasierte PET-Flaschen, Weichmacher und andere Produkte k\u00fcnftig aus Zucker?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_48724\" aria-describedby=\"caption-attachment-48724\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/uploads\/pics\/PM_2017-69_PET-Flaschen_klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-48724\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/csm_PM_2017-69_PET-Flaschen_klein_45c0ffaff9-300x283.jpg\" alt=\"csm_PM_2017-69_PET-Flaschen_klein_45c0ffaff9\" width=\"235\" height=\"222\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/12\/csm_PM_2017-69_PET-Flaschen_klein_45c0ffaff9-300x283.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/12\/csm_PM_2017-69_PET-Flaschen_klein_45c0ffaff9.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 235px) 100vw, 235px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-48724\" class=\"wp-caption-text\">PET-Flaschen aus fossilem Kunststoff \u2013 k\u00fcnftig aus biobasiertem HMF ? Foto: fotolia\/akf<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Forscher des Th\u00fcnen-Instituts f\u00fcr L\u00e4ndliche R\u00e4ume, Wald und Fischerei (TI) haben ein neues Verfahren entwickelt, mit dem sich die Basischemikalie 5-Hydroxymethylfurfural (HMF) aus Kohlenhydraten wie zum Beispiel Fructose effizient und kosteng\u00fcnstig gewinnen l\u00e4sst. HMF kann man zu verschiedenen Kunststoffen weiter verarbeiten.<\/strong><\/p>\n<p>Dass man die industriell wichtige Basischemikalie 5-Hydroxymethylfurfural (HMF) prinzipiell aus verschiedenen Kohlenhydraten herstellen kann, ist schon seit \u00fcber 100 Jahren bekannt. Bislang waren solche Verfahren aber nicht wirtschaftlich, obwohl der Rohstoff weltweit in gro\u00dfen Mengen verf\u00fcgbar ist. Forscher des TI haben nun einen Ansatz entwickelt, der auf einem neuartigen Extraktionsmittel namens Hexafluorisopropanol (HFIP) basiert. Mit HFIP l\u00e4sst sich im Gegensatz zu den bisher verwendeten Stoffen deutlich mehr HMF extrahieren \u2013 um die 90-prozentige Ausbeuten realisierten die Forscher. Die Reaktion kann im L\u00f6semittel Wasser ablaufen. Der Siedepunkt von HFIP liegt bei nur 58 Grad, es kann so nach der Reaktion sehr energiesparend durch Destillation zur\u00fcckgewonnen werden. Auch die w\u00e4ssrige Reaktionsphase l\u00e4sst sich wiederverwenden. Das neue Verfahren ist damit effizient, kosteng\u00fcnstig und nachhaltig.<\/p>\n<p>Den Forschern gelang die \u00dcbertragung des Verfahrens in den 1-Liter-Ma\u00dfstab und in einen kontinuierlichen Festbettreaktor. Im n\u00e4chsten Schritt wollen sie es in den Pilotma\u00dfstab skalieren, daf\u00fcr wird aktuell ein Industriepartner gesucht. In ersten Versuchen zeigte sich au\u00dferdem, dass das HFIP-Reaktionssystem auch f\u00fcr die Synthesen anderer Chemikalien grunds\u00e4tzlich geeignet ist. Aufgrund der positiven Ergebnisse und der gro\u00dfen Marktpotenziale meldete das TI HFIP deshalb als Extraktionsmittel zum Patent an. Noch ist es ein relativ teures Nischenprodukt der chemischen Industrie. Seine ausreichende Verf\u00fcgbarkeit ist Voraussetzung f\u00fcr ein Scale-Up des neuen HMF-Syntheseweges.<\/p>\n<p>HMF bzw. Produkte daraus k\u00f6nnen petrochemische Bausteine in Polyamiden, Polyestern, Polyurethanen und Weichmachern ersetzen. Damit w\u00e4re zum Beispiel ein biobasierter Ersatz der PET-Flasche aus\u00a0 Kohlenhydraten m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Das Vorhaben wurde vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) \u00fcber den Projekttr\u00e4ger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gef\u00f6rdert. Der Abschlussbericht steht auf fnr.de unter dem F\u00f6rderkennzeichen <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22003813\" target=\"_blank\">22003813<\/a> zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Eine Version der PM mit mehr fachlichen Informationen <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/fileadmin\/allgemein\/pdf\/Pressemitteilungen\/PM_2017-69_HMF_aus_Zuckern.pdf\" target=\"_blank\">finden Sie hier.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forscher des Th\u00fcnen-Instituts f\u00fcr L\u00e4ndliche R\u00e4ume, Wald und Fischerei (TI) haben ein neues Verfahren entwickelt, mit dem sich die Basischemikalie 5-Hydroxymethylfurfural (HMF) aus Kohlenhydraten wie zum Beispiel Fructose effizient und kosteng\u00fcnstig gewinnen l\u00e4sst. HMF kann man zu verschiedenen Kunststoffen weiter verarbeiten. 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