{"id":48648,"date":"2017-12-18T07:26:42","date_gmt":"2017-12-18T06:26:42","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=48648"},"modified":"2017-12-14T13:27:23","modified_gmt":"2017-12-14T12:27:23","slug":"preise-unsicherheiten-und-mangelnde-kommunikation-behindern-biobasierte-produkte-im-oeffentlichen-einkauf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/preise-unsicherheiten-und-mangelnde-kommunikation-behindern-biobasierte-produkte-im-oeffentlichen-einkauf\/","title":{"rendered":"Preise, Unsicherheiten und mangelnde Kommunikation behindern biobasierte Produkte im \u00f6ffentlichen Einkauf"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-medium wp-image-48649 alignleft\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/csm_PM_2017-66_Studie_Wu--rzburg_83b76c3f27-210x300.jpg\" alt=\"csm_PM_2017-66_Studie_Wu\u0308rzburg_83b76c3f27\" width=\"210\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/12\/csm_PM_2017-66_Studie_Wu--rzburg_83b76c3f27-210x300.jpg 210w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/12\/csm_PM_2017-66_Studie_Wu--rzburg_83b76c3f27.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/>\u201eDie umweltfreundliche Beschaffung im Allgemeinen und insbesondere die mit biobasierten Produkten ist noch lange nicht \u00fcberall in der Praxis angekommen. Das liegt nicht zuletzt an der nach wie vor bestehenden Unsicherheit der Eink\u00e4ufer, wie denn ein rechtskonformer, nachhaltiger Einkauf im Detail auszusehen hat. Das best\u00e4tigt unsere Online-Umfrage. Grunds\u00e4tzlich genie\u00dfen biobasierte Produkte dabei ein positives Image bei vielen Beschaffern\u201c, erkl\u00e4rt Professor Ronald Bogaschewsky von der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg.\u00a0 Das Team um den Wirtschaftswissenschaftler befragte im Rahmen eines Projektes zur biobasierten \u00f6ffentlichen Beschaffung Eink\u00e4ufer der \u00f6ffentlichen Hand sowie Anbieter biobasierter Produkte. In diesem Rahmen wurde auch die Onlineplattform \u201eExpertengruppe Biobasierte Produkte\u201c innerhalb des Verwaltungs- und Beschaffernetzwerks <a href=\"http:\/\/www.VuBN.de\" target=\"_blank\">www.VuBN.de<\/a> realisiert, auf der sich <a href=\"https:\/\/www.vubn.de\/anmeldung\/experten-bio-produkte\" target=\"_blank\">Beschaffer<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.vubn.de\/anbieter\/anmeldung\/experten-bio-produkte\" target=\"_blank\">Anbieter<\/a> biobasierter Produkte vernetzen und informieren k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Das 2016 gestartete Vorhaben wird noch bis 2019 vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) \u00fcber den Projekttr\u00e4ger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gef\u00f6rdert. Informationen stehen auf fnr.de unter dem F\u00f6rderkennzeichen <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22027215\" target=\"_blank\">22027215<\/a> zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Die Beschaffung biobasierter Produkte ist ein Teilgebiet der nachhaltigen \u00f6ffentlichen Beschaffung. Bislang fragen \u00f6ffentliche Auftraggeber biobasierte Produkte allerdings nur vereinzelt nach. An der Identifikation der Ursachen und deren Behebung arbeiten Forscher der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg um Professor Bogaschewsky. Zur fundierten Ursachenanalyse hat das Forscherteam deutschlandweite Online-Befragungen u.a. zu organisatorischen Abl\u00e4ufen und potenziellen Problemen sowohl auf der Beschaffungs- als auch auf der Anbieterseite durchgef\u00fchrt. Damit beide Seiten gemeinsam unter wissenschaftlicher Begleitung am Abbau der bestehenden Probleme arbeiten k\u00f6nnen, hat das Team zudem eine kostenfreie, einfache und komfortable Kommunikationsplattform entwickelt: \u00d6ffentliche Eink\u00e4ufer und Anbieter biobasierter Produkte k\u00f6nnen sich innerhalb des bereits etablierten Verwaltungs- und Beschaffernetzwerks www.VuBN.de an der \u201eExpertengruppe Biobasierte Produkte\u201c beteiligen, dort austauschen und informieren. Unter anderem sind dort Materialien zu \u201eBest Practices\u201c und \u201eLessons Learned\u201c vorgesehen. Interessenten k\u00f6nnen sich auf <a href=\"https:\/\/www.vubn.de\/anmeldung\/experten-bio-produkte\" target=\"_blank\">https:\/\/www.vubn.de\/anmeldung\/experten-bio-produkte<\/a> (Beschaffer) bzw. <a href=\"https:\/\/www.vubn.de\/anbieter\/anmeldung\/experten-bio-produkte\" target=\"_blank\">https:\/\/www.vubn.de\/anbieter\/anmeldung\/experten-bio-produkte<\/a> (Anbieter) registrieren.<\/p>\n<p>Inzwischen liegen die Ergebnisse aus den Befragungen vor. An der Eink\u00e4ufer-Befragung haben sich \u00fcber 1.000 \u00f6ffentliche Auftraggeber beteiligt. Deutlich wird dabei eine gro\u00dfe Diskrepanz zwischen der grunds\u00e4tzlich positiven Einstellung zu den biobasierten Produkten einerseits und der in der Praxis kaum stattfindenden Beschaffung solcher Produkte andererseits. Als wichtigste H\u00fcrden stellten sich heraus:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Beschaffungspreis wird als zu hoch empfunden.<\/li>\n<li>Budgetbedingt fokussieren sich Verwaltungen oftmals nur auf den Einstandspreis, ohne produktspezifische Vorteile bei der Kaufentscheidung und die Kosten in der Nutzungs- und Entsorgungsphase eingehend zu ber\u00fccksichtigen.<\/li>\n<li>Es besteht hohe Unsicherheit bez\u00fcglich rechtlicher Fragen und \u00fcber das vorhandene Produkt-Angebot. In vielen \u00f6ffentlichen Verwaltungen fehlt es an Ressourcen, um Beschaffungsm\u00e4rkte intensiv zu sondieren und sich mit dem rechtskonformen Einkauf biobasierter Produkte zu befassen.<\/li>\n<li>Teilweise genie\u00dft die \u00f6kologisch nachhaltige Beschaffung generell keine hohe Priorit\u00e4t.<\/li>\n<li>Anreize f\u00fcr diese (noch) besondere Art der Beschaffung fehlen. Gleichzeitig empfinden viele Eink\u00e4ufer Qualit\u00e4t, Leistung und Technik von Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen als mindestens gleichwertig, bewerten die \u00f6kologische und soziale Nachhaltigkeit deutlich h\u00f6her und gehen von gro\u00dfen Wachstumspotenzialen f\u00fcr diese Produkte aus.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auf der Anbieterseite beantworteten 185 Unternehmen den Online-Fragebogen der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg. Das biobasierte Produktportfolio dieser Unternehmen ist nach eigener Einsch\u00e4tzung zu gro\u00dfen Teilen f\u00fcr die \u00f6ffentlichen Verwaltungen relevant. Im Vergleich dazu haben sich jedoch wenige dieser Unternehmen in den vergangenen Jahren um \u00f6ffentliche Auftr\u00e4ge beworben. Zu den wichtigsten Ursachen, die die Unternehmen selbst daf\u00fcr sehen, geh\u00f6ren:<\/p>\n<ul>\n<li>Sie sch\u00e4tzen ihre eigenen Produkte mehrheitlich als preislich h\u00f6her, gleichwohl als qualitativ besser im Vergleich zu konventionellen Produkten ein. Gleichzeitig bemerken sie bei den \u00f6ffentlichen Verwaltungen eine einseitige Fokussierung auf Einstandspreise.<\/li>\n<li>Daneben empfinden die Anbieter das Fehlen geeigneter Kontakt- und Kommunikationsm\u00f6glichkeiten zu bzw. mit den \u00f6ffentlichen Auftraggebern als problematisch. So w\u00fcrden anstehende Bedarfe seitens der Auftraggeber nicht ausreichend kommuniziert. Gleichzeitig fehlen den Anbietern Kenntnisse \u00fcber Marketingaktivit\u00e4ten, die sich f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Sektor eignen.<\/li>\n<li>Schlie\u00dflich beklagen sie hohe b\u00fcrokratische H\u00fcrden, z. B. bei der Angebotserstellung, und eine fehlende Kenntnis der relevanten Gesetze und Richtlinien.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Trotz dieser Einschr\u00e4nkungen sehen die befragten Unternehmen die \u00f6ffentliche Hand als relevante Zielgruppe an. So gehen sie k\u00fcnftig von einer Steigerung gezielt biobasierter Ausschreibungen sowie der eigenen Bereitschaft, sich auf diese zu bewerben, aus.<\/p>\n<p>Beide Seiten, Eink\u00e4ufer und Anbieter, stehen einer biobasierten Beschaffung also grunds\u00e4tzlich positiv gegen\u00fcber und sehen in diesem Bereich Wachstumspotenziale. Das Forscherteam der Uni W\u00fcrzburg folgert, dass zur Realisierung dieser Potenziale ein Abbau der genannten H\u00fcrden essenziell ist. \u00d6ffentliche Auftraggeber, Anbieter und auch alle Politikebenen seien hier gleicherma\u00dfen gefordert.<\/p>\n<p>Die komplette Auswertung der Studien k\u00f6nnen Sie hier herunterladen:<br \/>\n<a href=\"Studie%20\u00f6ffentliche Auftraggeber\" target=\"_blank\">Studie \u00f6ffentliche Auftraggeber<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.vubn.de\/userfiles\/docs\/Studie_bbP_AU.pdf\" target=\"_blank\">Studie Anbieterunternehmen.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Hintergrund:<\/h3>\n<p>Mit einem finanziellen Volumen von \u2013 je nach Sch\u00e4tzung \u2013 zwischen 250 und 400 Mrd. Euro kommt der \u00f6ffentlichen Beschaffung in Deutschland eine erhebliche volkswirtschaftliche Bedeutung zu. Nicht zuletzt aus diesem Grund werden \u00f6ffentliche Auftraggeber vielfach in der Pflicht gesehen, eine Vorbildfunktion bei der nachhaltigen Beschaffung auszu\u00fcben.<\/p>\n<p>Biobasierte Produkte sind Produkte, die anteilig oder vollst\u00e4ndig aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Sie tragen zur Versorgungssicherheit bei, da sie Produkte aus endlichen Ressourcen wie Erd\u00f6l ersetzen. Au\u00dferdem weisen sie h\u00e4ufig Umweltvorteile auf, etwa bei der Entsorgung: Ihre Verbrennung oder Verg\u00e4rung ist klimafreundlicher als die erd\u00f6lbasierter Produkte, da aus dem Produkt selbst nur die Menge CO2 frei wird, die die Pflanzen zuvor im Wachstum gebunden haben. Hinzurechnen muss man den Herstellungsaufwand.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie umweltfreundliche Beschaffung im Allgemeinen und insbesondere die mit biobasierten Produkten ist noch lange nicht \u00fcberall in der Praxis angekommen. 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