{"id":48100,"date":"2017-12-01T07:23:08","date_gmt":"2017-12-01T06:23:08","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=48100"},"modified":"2017-11-29T15:58:23","modified_gmt":"2017-11-29T14:58:23","slug":"fraunhofer-institut-entwickelt-neues-bio-plastik-aus-molke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fraunhofer-institut-entwickelt-neues-bio-plastik-aus-molke\/","title":{"rendered":"Fraunhofer-Institut entwickelt neues Bio-Plastik aus Molke"},"content":{"rendered":"<p>Die Walzen, die die Kunststofffolie transportieren, laufen langsam. Wir sind im Technikum des Freisinger Faunhofer Institutes f\u00fcr Verfahrenstechnik und Verpackung. Seit 2009 t\u00fcfteln die Mitarbeiter des nach Joseph von Fraunhofer benannten Instituts in diesem Entwicklungszentrum an einem Biokunststoff auf Molkebasis.<\/p>\n<p>Forschungsergebnis von Jahrzehnten<\/p>\n<p>Verpackungsfachmann Sven S\u00e4ngerlaub erkl\u00e4rt, warum das solange dauert:<br \/>\n&#8220;Was man wissen muss, die Verpackungsindustrie ist eine Hochleistungsindustrie mit schnelllaufenden Maschinen, und wir arbeiten dort mit Materialien, die \u00fcber viele, viele Jahrzehnte optimiert worden sind, und dort Materialien zu entwickeln, die die gleichen Eigenschaften haben, dauert nat\u00fcrlich auch ein bi\u00dfchen l\u00e4nger und kann mehrere jahre in Anspruch nehmen.&#8221; (Sven S\u00e4ngerlaub, Fraunhofer-Institut)<\/p>\n<p>Vor der Molke zur Folie<\/p>\n<p>Mittlerweile l\u00e4uft die Produktion unter Laborbedingungen problemlos. Als z\u00e4he, aber homogene Masse flie\u00dft der Kunstsstoff aus der Maschine, die Walzen k\u00fchlen und verwandeln ihn schlie\u00dflich in eine durchsichtige Folie. Noch besteht sie aus konventionellem Kunststoff. Die Biokomponente kommt aus dem hauseigenen Labor. Dort mischt Verpackungsfachmann S\u00e4ngerlaub Molkepulver mit destiliertem Wasser.<br \/>\nDie Molke ersetzt dabei den Ethylen-Vinylalkohol, der aus Erd\u00f6l oder Erdgas hergestellt wird.<\/p>\n<p>&#8220;Molke ist ein Nebenprodukt der K\u00e4seproduktion und ein Teil der Molke wird sogar weggeworfen. Und wir m\u00f6chten diese Molke nutzen, um daraus umweltfreundlichere Verpackungsmaterialien zu machen.&#8221; (Sven S\u00e4ngerlaub, Fraunhofer-Institut)<\/p>\n<p>In der kleinen Anlage im Fraunhofer-Institut klappt das schon ganz gut. Eine gr\u00f6\u00dfere Anwendung w\u00fcrde auch bei der M\u00fcllreduzierung helfen.<\/p>\n<p>Beschichtung &#8211; d\u00fcnner als ein Haar<\/p>\n<p>Eine Lackiermaschine tr\u00e4gt die Molkel\u00f6sung auf die Folie, macht sie dadurch sauerstoffundurchl\u00e4ssig. Eine Eigenschaft, die die Folie erst zur Verpackung macht. Leichtverderbliche Lebensmittel bleiben so l\u00e4nger frisch. Durch eine Beschichtung auf biologischer Basis, die achtmal d\u00fcnner ist als ein menschliches Haar.<\/p>\n<p>Bis zur industriellen Anwendung ist es nicht mehr weit, sagt Fraunhofer-Forscher S\u00e4ngerlaub:<br \/>\n&#8220;Wir sind mittlerweile soweit, dass wir eigentlich kurz vor einen breiteren Markteinf\u00fchrung stehen, wir haben schon einzelne Nischenanwendungen, das ist ist meistens der Start f\u00fcr solche Produkte, und wir wollen in den n\u00e4chsten Projekten verst\u00e4rkt in die industrielle Umsetzung dieser L\u00f6sung gehen.&#8221;<\/p>\n<p>In drei bis f\u00fcnf Jahren k\u00f6nnte es soweit sein, sch\u00e4tzen die Freisinger Verpackungsexperten. Langfristig halten sie es f\u00fcr m\u00f6glich, dass biobasierte Kunstoffe die Plastikprodukte auf Erd\u00f6l- oder Erdgasbasis sogar ganz ersetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Walzen, die die Kunststofffolie transportieren, laufen langsam. 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