{"id":48062,"date":"2017-12-01T06:41:21","date_gmt":"2017-12-01T05:41:21","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.chemie.de%2Fnews%2F165879%2Fwie-aus-nachwachsenden-rohstoffen-chemische-produkte-werden.html%3FWT.mc_id%3Dca0065"},"modified":"2017-11-29T13:33:05","modified_gmt":"2017-11-29T12:33:05","slug":"wie-aus-nachwachsenden-rohstoffen-chemische-produkte-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wie-aus-nachwachsenden-rohstoffen-chemische-produkte-werden\/","title":{"rendered":"Wie aus nachwachsenden Rohstoffen chemische Produkte werden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zum dritten Mal hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) eine F\u00f6rderung des Sonderforschungsbereichs\/Transregio 63 \u201eIntegrierte chemische Prozesse in fl\u00fcssigen Mehrphasensystemen\u201c (InPROMPT) bewilligt. An dem hochschul\u00fcbergreifenden Gro\u00dfprojekt sind mehr als 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler deutschlandweit beteiligt. Die TU Berlin ist die Sprecherhochschule. Die DFG f\u00f6rdert den Sfb\/Transregio 63 \u00fcber weitere vier Jahre mit circa 9 Millionen Euro.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_48084\" aria-describedby=\"caption-attachment-48084\" style=\"width: 251px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-48084\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/MG_5668.jpg\" alt=\"Prof. Dr. Matthias Kraume ist es gelungen, zum dritten Mal eine F\u00f6rderung f\u00fcr seinen Sonderforschungsbereich \u201eInPROMPT\u201c einzuwerben. \u00a9 TU Berlin\/PR\/Felix Noak\" width=\"251\" height=\"167\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/11\/MG_5668.jpg 2480w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/11\/MG_5668-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/11\/MG_5668-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/11\/MG_5668-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 251px) 100vw, 251px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-48084\" class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Matthias Kraume ist es gelungen, zum dritten Mal eine F\u00f6rderung f\u00fcr seinen Sonderforschungsbereich \u201eInPROMPT\u201c einzuwerben. \u00a9 TU Berlin\/PR\/Felix Noak<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bereits in den ersten beiden F\u00f6rderperioden des Gro\u00dfprojekts ist es den Forscherinnen und Forschern gelungen, neue Verfahren zur Verarbeitung von biobasierten Rohstoffen (z.B. pflanzliche Fette) f\u00fcr die chemische Industrie zu entwickeln. \u201eDank der erneuten F\u00f6rderung k\u00f6nnen wir nun in der dritten und letzten F\u00f6rderperiode vom 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2021 auf diesen Erfolgen aufbauen und die entwickelten Prozesse vertiefen und in Modell-Anlagen \u00fcberpr\u00fcfen\u201c, sagt Prof. Dr.-Ing. Matthias Kraume, Sprecher des Sfb\/Transregio 63.<\/p>\n<h3>Ziel der Forschungen<\/h3>\n<p>Seit 2010 wird der Sfb\/Transregio 63 von der DFG gef\u00f6rdert. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler suchen in derzeit 14 Teilprojekten mit Methoden der Chemie und der Verfahrenstechnik Ersatz f\u00fcr das knapper werdende Roh\u00f6l. Im Zentrum stehen die Nutzung erneuerbarer Rohstoffe und der Einsatz von hocheffizienten Katalysatoren um neuartige, effiziente Produktionsprozesse zu realisieren. So k\u00f6nnen ausgehend von einer nachwachsenden Rohstoffbasis wertvolle Produkte und Zwischenprodukte f\u00fcr die chemische Industrie hergestellt werden wie zum Beispiel Biopolymere. Eine Besonderheit des Forschungsprojektes ist es, dass hierbei alle Ebenen der Prozesse betrachtet werden, das hei\u00dft von den molekularen Elementarschritten bis hin zur Auslegung und dem Betrieb der industriellen Gesamtanlagen.<\/p>\n<h3>Wichtige Erkenntnisse<\/h3>\n<p>In den vergangenen acht Jahren ist es gelungen, innovative Phasen-systeme im Sinne der gr\u00fcnen Chemie f\u00fcr die Realisierung chemischer Prozesse zu entwickeln. Phasensysteme stellen die Umgebung dar, in der eine Reaktion abl\u00e4uft. Die vom Sfb erforschten Phasensysteme erm\u00f6glichen Reaktionen mit gro\u00dfen Ums\u00e4tzen und hohen Selektivit\u00e4ten. Komplette industrielle Verfahren, die auf den vom Sfb untersuchten Phasensystemen basieren, wurden bislang in der Praxis nur selten realisiert, da es noch an notwendigen physikalisch-chemischen als auch an verfahrens- und systemtechnischen Grundlagen fehlt.<\/p>\n<p>Daher verfolgt der Sfb\/Transregio 63 im Unterschied zu anderen Forschungsgruppen einen umfassenden interdisziplin\u00e4ren Ansatz. Neben Grundlagenuntersuchungen erfolgen auch entsprechende Modellierungen einzelner Prozesse bis hin zum Gesamtprozess und schlie\u00dflich die Realisierung und Validierung der Prozesse in Modell-Anlagen, den sogenannten Miniplants.<\/p>\n<p>In den ersten beiden F\u00f6rderperioden wurde bereits die Eignung dreier innovativer Phasensysteme f\u00fcr verschiedene biobasierte Rohstoffe wie Fetts\u00e4urederivaten erfolgreich nachgewiesen. Das nationale und internationale Interesse an solchen innovativen Phasensystemen teilweise auch bekannt unter \u201eadvanced fluids\u201c oder \u201eswitchable solvents\u201c hat stark zugenommen.<\/p>\n<h3>Industrielle Anwendung<\/h3>\n<p>F\u00fcr die Validierung der Prozesse in den Miniplants ist an der TU Berlin Prof. Dr.-Ing. Jens-Uwe Repke verantwortlich. F\u00fcr den Sfb\/Transregio 63 sind die Forschungen mit Miniplants eine der wesentlichen Grundvoraussetzungen, um zu belastbaren Ergebnissen zu kommen. Miniplants sind kleine Modellanlagen, die die in der Realit\u00e4t eingesetzten Gro\u00dfanlagen im Kleinen nachbilden, um Vorg\u00e4nge realistisch nachzuvollziehen und technische Ver\u00e4nderungen in der Arbeitsweise zu simulieren. Die f\u00fcr den Sfb\/Transregio 63 genutzte Miniplant-Anlage wird f\u00fcr eine Umsetzung von unges\u00e4ttigten Kohlenwasserstoffen, sogenannten Alkenen, mit Wasserstoff und hochreaktivem Kohlenmonoxid eingesetzt. Dabei werden unerw\u00fcnschte Nebenprodukte, die zwangsweise bei der Reaktion entstehen k\u00f6nnen, von den gew\u00fcnschten Produkten getrennt und zur Wieder- und Mehrfachverwendung aufbereitet. Die im Endeffekt entstehenden Produkte sind wertvolle Chemikalien, die f\u00fcr Produkte in vielen Bereichen wie etwa zur Herstellung unterschiedlicher Kunststoffartikel, von Kleb- oder Lederhilfsstoffen oder auch Kosmetika benutzt werden. In der kommenden F\u00f6rderperiode wird Jens-Uwe Repke in seinem Teilprojekt, das Teil des neu eingerichteten Projektbereichs \u201eIntegrierte Prozessentwicklung\u201c ist, Prozesskonzepte sowie Prozessf\u00fchrungsstrategien f\u00fcr neue Reaktionen erproben und validieren.<\/p>\n<h3>Ausblick<\/h3>\n<p>\u201eAls zentrale Ziele f\u00fcr die kommenden vier Jahre verfolgt der Sfb\/Transregio 63, neben dem Ausbau der chemisch-physikalischen und verfahrenstechnischen Grundlagen der untersuchten Prozesse, die Weiterentwicklung, Integration und exemplarische Anwendung sowie Validierung der Methoden zur schnellen systematischen modellgest\u00fctzten Prozessentwicklung anhand zweier Reaktionen. Die untersuchten Reaktionen sind so gew\u00e4hlt, dass sie Modellcharakter besitzen\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Dr.-Ing. Matthias Kraume.<br \/>\nIm Sfb werden die Methoden entwickelt, mit denen f\u00fcr zahlreiche nachwachsende Rohstoffe optimale Herstellungsverfahren unterschiedlicher chemischer Produkte schnell und zuverl\u00e4ssig ausgearbeitet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Kooperationspartner<\/h3>\n<p>Neben der TU Berlin, der TU Dortmund und der Otto-von-Guericke-Universit\u00e4t Magdeburg sind sowohl Forscherinnen und Forscher von der HTW Berlin, der TU Darmstadt, dem Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) und dem Max-Planck-Institut f\u00fcr Dynamik komplexer technischer Systeme in Magdeburg beteiligt. Doktorandinnen und Doktoranden der beteiligten Institutionen haben die M\u00f6glichkeit von Doppelpromotionen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum dritten Mal hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) eine F\u00f6rderung des Sonderforschungsbereichs\/Transregio 63 \u201eIntegrierte chemische Prozesse in fl\u00fcssigen Mehrphasensystemen\u201c (InPROMPT) bewilligt. 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