{"id":48036,"date":"2017-11-30T07:29:15","date_gmt":"2017-11-30T06:29:15","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=48036"},"modified":"2017-11-28T14:09:41","modified_gmt":"2017-11-28T13:09:41","slug":"nachhaltige-textilinnovationen-handtaschen-aus-aepfeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nachhaltige-textilinnovationen-handtaschen-aus-aepfeln\/","title":{"rendered":"Nachhaltige Textilinnovationen: Handtaschen aus \u00c4pfeln"},"content":{"rendered":"<p>Angesichts schwindender Ressourcen, die besonders durch Naturfasern wie Baumwolle ersch\u00f6pft werden, und der Umweltbelastung erd\u00f6lbasierter Fasern wie Acryl, Polyester, Nylon und Spandex, ist es h\u00f6chste Zeit, nach nachhaltigen Alternativen Ausschau zu halten. In dieser neuen Serie untersucht FashionUnited oft \u00fcberraschende nachhaltige Alternativen und Textilinnovationen aus der ganzen Welt. In diesem Artikel geht es um Luxus-Handtaschen, die das Schweizer Label <a href=\"https:\/\/www.indiegogo.com\/projects\/happy-genie-first-luxury-handbag-made-from-apples-fashion-vegan#\/\" target=\"_blank\">happy genie<\/a> aus Apfelabf\u00e4llen herstellt.<\/p>\n<p>Kann man aus \u00c4pfeln wirklich ein Material herstellen, das Leder nicht nur verbl\u00fcffend \u00e4hnlich sieht, sondern sich auch so anf\u00fchlt? \u201eJa, man kann\u201c, best\u00e4tigt Tanja Schenker, die Gr\u00fcnderin des nachhaltigen, veganen Taschenlabels happy genie im Gespr\u00e4ch mit FashionUnited. Sie f\u00fcgt jedoch hinzu, dass der Weg zum fertigen Material nicht einfach war. \u201eIch habe fast ein Jahr nach dem passenden Material gesucht\u201c, erinnert sich die findige Unternehmerin. \u201eAm Anfang auf Messen, war dann aber erst entt\u00e4uscht, dass das Angebot noch nicht da war.\u201c<\/p>\n<p>Bis ein befreundeter Designer einen Fernsehbeitrag erw\u00e4hnte, in dem der Erfinder eines neuartigen, nachhaltigen Materials aus \u00c4pfeln erw\u00e4hnt wurde, der in Bozen in S\u00fcdtirol wohnte. Dies h\u00f6rte sich f\u00fcr Frau Schenker gut an und sie telefonierte eine Woche lang herum, bis sie die Handy-Nummer des Erfinders herausbekam. Dieser befand sich auch zuf\u00e4llig noch in Z\u00fcrich, dem Sitz von happy genie, so dass sich die beiden schon am n\u00e4chsten Tag treffen konnten.<\/p>\n<p>Zwischen Leder und Kunstleder<\/p>\n<p>Der Rest ist aber nicht Geschichte, sondern hier ging die Arbeit erst los: \u201eEs brauchte wirklich viel \u00dcberzeugungsarbeit, um die italienischen Produzenten zu \u00fcberzeugen, dass sich der Aufwand lohnt\u201c, erkl\u00e4rt Schenker. Auch wenn ihnen das nachhaltige Material generell zusagte, ist das Rohmaterial ganz anders als das, was sie gew\u00f6hnt waren &#8211; Leder und Kunstleder. \u201eEs steckt sehr viel Arbeit dahinter und der Anfang war sehr holprig. Die ersten Prototypen sahen nicht sehr sch\u00f6n aus\u201c, erinnert sie sich lachend.<\/p>\n<p>Aber da sie die treibende Kraft war und durch das in Bozen gesehene Apfelmaterial eine Vision hatte, wie das fertige Produkt aussehen k\u00f6nnte, wurden aus den nicht sehr ansprechenden Prototypen bald wundersch\u00f6ne Luxushandtaschen aus einem Material, das selbst Kenner verbl\u00fcfft, da es zwischen Leder und Kunstleder liegt. \u201eDie meisten Lederproduktionen k\u00f6nnen mit Kunstleder arbeiten\u201c, erkl\u00e4rt Schenker. \u201eKunstleder kann jedoch schmelzen und Leder kann man bemalen &#8211; etwas, das bei dem neuen Material nicht gegeben war.\u201c Es war eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr die Produktionsst\u00e4tten, die Schenker durch ihre erste Handtaschenmarke \u201eGenie in a Bag\u201c kannte. \u201eAber jetzt sind alles stolz auf die happy genie-Handtaschen.&#8221;<\/p>\n<p>\u201eZudem ist das Sch\u00f6ne, dass es so viele Aepfel in Bozen gibt; man hat also immer genug Rohstoff\u201c, f\u00fcgt Schenker hinzu. Wichtig waren ihr auch kleine Wege bei der Herstellung, so dass die ganze Wertsch\u00f6pfungskette der happy genie-Taschen in Italien liegt: Die \u00c4pfel werden in Bozen zu Saft gepresst und die \u00dcberreste getrocknet und pulverisiert. Dann werden sie in der N\u00e4he von Florenz unter Beigabe von Farbe und einem Bindemittel Schicht f\u00fcr Schicht auf eine Leinwand aufgetragen. Das entstehende innovative Material wird anschliessend gepr\u00e4gt, damit der Lederlook entsteht. Ein Familienbetrieb im Raum Varese, f\u00fcnf Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt, stellt dann in Handarbeit die Taschen her. Selbst alle Metallkomponenten, die mit Palladium galvanisiert und komplett nickel- und allergiefrei sind, werden vor Ort in Italien gefertigt.<\/p>\n<p>happy genie f\u00f6rdert veganen Lebensstil<\/p>\n<p>Zur Motivation, mit happy genie eine neue Marke zu gr\u00fcnden und ein nachhaltiges, innovatives Material einzuf\u00fchren, sagt Schenker: \u201eIch wollte einen klaren Schnitt, da ich selbst vegan wurde und mich pers\u00f6nlich vom Leder abgrenzen wollte. Ich wollte einfach noch einmal von vorne beginnen, da mich der vegane Lebensstil selbst sehr ver\u00e4ndert hat. Und das wollte ich in einem Produkt ausdr\u00fccken. Zudem waren \u00c4pfel das Lieblingsessen von meinem Hund happy, der im April verstorben ist. Durch happy genie will ich ihn weiterleben lassen.\u201c<\/p>\n<p>Wer an einer Handtasche interessiert ist, kann diese derzeit \u00fcber das Kickstarter-Projekt der Marke erstehen, das fr\u00fche Fans des Konzepts mit Einstiegspreisen unterst\u00fctzen und eine eigene Fangemeinde aufbauen will. Die ersten Taschen gibt es dann im M\u00e4rz 2018. Zuk\u00fcnftig sind neue Drucke geplant, sowie Kollaborationen mit K\u00fcnstlern und unter happy-genie.com ein eingener Onlineshop.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angesichts schwindender Ressourcen, die besonders durch Naturfasern wie Baumwolle ersch\u00f6pft werden, und der Umweltbelastung erd\u00f6lbasierter Fasern wie Acryl, Polyester, Nylon und Spandex, ist es h\u00f6chste Zeit, nach nachhaltigen Alternativen Ausschau zu halten. In dieser neuen Serie untersucht FashionUnited oft \u00fcberraschende nachhaltige Alternativen und Textilinnovationen aus der ganzen Welt. 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