{"id":47789,"date":"2017-11-21T07:26:14","date_gmt":"2017-11-21T06:26:14","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=47789"},"modified":"2017-11-20T11:54:21","modified_gmt":"2017-11-20T10:54:21","slug":"superklebstoff-aus-darmbakterien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/superklebstoff-aus-darmbakterien\/","title":{"rendered":"Superklebstoff aus Darmbakterien"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_47791\" aria-describedby=\"caption-attachment-47791\" style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-47791 size-full\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/csm_2017_11_10_Muscheln_3d9cbf477b.jpg\" alt=\"csm_2017_11_10_Muscheln_3d9cbf477b\" width=\"490\" height=\"348\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/11\/csm_2017_11_10_Muscheln_3d9cbf477b.jpg 490w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/11\/csm_2017_11_10_Muscheln_3d9cbf477b-300x213.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 490px) 100vw, 490px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-47791\" class=\"wp-caption-text\">Mehr auf dem YouTube-Kanal @TUBerlinTV \u00a9 TU Berlin\/PR\/Tobias Rosenberg<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Exzellenzclusters UniCat haben St\u00e4mme des Darmbakteriums <em>Escherichia coli<\/em> so umprogrammiert, dass mithilfe der Bakterien der biologische Unterwasserklebstoff von Miesmuscheln produziert werden kann. Das Besondere an dem neuen biogenen Superklebstoff: Die Klebeeigenschaften k\u00f6nnen durch Bestrahlen mit Licht angeschaltet werden. Dadurch ergeben sich lang ersehnte M\u00f6glichkeiten zum Kleben von gebrochenen Knochen oder Z\u00e4hnen, die mit diesem Bioklebstoff wieder zusammenwachsen k\u00f6nnten. Die Erkenntnisse sollen nun in eine Aus\u00adgr\u00fcndung \u00fcberf\u00fchrt werden.<\/strong><\/p>\n<p>Die regenerative Medizin ben\u00f6tigt dringend leistungsf\u00e4hige Klebstoffe, die biokompatibel sind \u2013 also gut vertr\u00e4glich f\u00fcr den Organismus, in den sie eingesetzt werden. Damit k\u00f6nnten oberfl\u00e4chliche Hautwunden behandelt oder auch der Einsatz von Platten und Schrauben bei Knochenbr\u00fcchen \u00fcberfl\u00fcssig gemacht werden. Biologische Haft-Proteine k\u00f6nnten zuk\u00fcnftig nicht nur Knochenfragmente kleben, sondern auch das Zusammenwachsen des Knochens erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Die UniCat-Mitglieder Prof. Dr. Nediljko Budisa von der TU Berlin, Prof. Dr. Holger Dobbek von der HU Berlin und Prof. Dr. Andreas M\u00f6glich, -mittlerweile an der Universit\u00e4t Bayreuth, haben das innovative Verfahren entdeckt, mit dem der biologische Klebstoff hergestellt werden kann.<\/p>\n<p>Miesmuscheln leben haupts\u00e4chlich in den Gezeiten- und Schelfbereichen der Meere. Dort m\u00fcssen sie den starken Str\u00f6mungen und dem Salzwasser standhalten. Sie benutzen einen Superkleber, um sich am Meeresboden festhalten zu k\u00f6nnen. Dieser muss auch noch bei Niedrig-wasser funktionieren, wenn -Muschelb\u00e4nke nicht mehr von Wasser bedeckt sind.<\/p>\n<p>Mithilfe dieses Klebers kann sich die lebende Muschel beinahe an allen Oberfl\u00e4chen festhalten. An ihrem Fu\u00df scheidet sie F\u00e4den aus, die aus einem Proteinkleber bestehen. Der wichtigste Bestandteil dieses Proteinklebers ist die Aminos\u00e4ure 3,4-Dihydroxyphenylalanin, kurz \u201eDOPA\u201c genannt.<\/p>\n<p>\u201eUm diese Muschelproteine herzustellen, benutzen wir Darmbakterien, die wir umprogrammiert haben, die Bakterien Escherichia coli und Methanocaldococcus jannaschii spielen dabei eine entscheidende Rolle, ebenso wie bestimmte Aminos\u00e4uren\u201c, erl\u00e4utert Nediljko Budisa. \u201eSie sind unsere Chemiefabrik, mit der wir den Superleim produzieren.\u201c Ein so umgebautes Protein kann zielgerichtet als Klebstoff verwendet werden.<\/p>\n<p>Zwei Wissenschaftler der Arbeitsgruppe Budisa wollen sich mit dieser umweltfreundlichen und f\u00fcr die Menschheit n\u00fctzlichen Idee ausgr\u00fcnden. \u201eDiese Strategie bietet neue Wege zur Herstellung von DOPA-basierten Nassklebstoffen f\u00fcr die Anwendung in Industrie und Biomedizin mit dem Potenzial, Knochenchirurgie und Wundheilung zu revolutionieren\u201c, davon sind Christian Schipp und Dr. Matthias Hauf \u00fcberzeugt. Zur Verwirklichung ihrer Gesch\u00e4ftsidee wollen sie Labore des Inkulab nutzen, des Ausgr\u00fcndungslabors des Exzellenzclusters UniCat an der TU Berlin, und an seinem Inkubationsprogramm teilnehmen.<\/p>\n<p>Der Initiator des Ausgr\u00fcndungslabors Inkulab, Prof. Dr. Reinhard Schom\u00e4cker, freut sich: \u201eGenau f\u00fcr solche innovativen Ideen haben wir gemeinsam mit der Berliner Wirtschaft das Inkulab gegr\u00fcndet. Der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Berlin wird durch Firmengr\u00fcndungen wie diese extrem bereichert. Ganz Deutschland profitiert von diesem Gr\u00fcndergeist.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Publikation<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1002\/cbic.201700327\/full\" target=\"_blank\">http:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1002\/cbic.201700327\/full<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Exzellenzclusters UniCat haben St\u00e4mme des Darmbakteriums Escherichia coli so umprogrammiert, dass mithilfe der Bakterien der biologische Unterwasserklebstoff von Miesmuscheln produziert werden kann. Das Besondere an dem neuen biogenen Superklebstoff: Die Klebeeigenschaften k\u00f6nnen durch Bestrahlen mit Licht angeschaltet werden. 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