{"id":4775,"date":"2000-01-26T00:00:00","date_gmt":"2000-01-25T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20000126-01n"},"modified":"2000-01-26T00:00:00","modified_gmt":"2000-01-25T22:00:00","slug":"us-landwirtschaftsministerium-sieht-nur-kleinen-markt-fuer-hanfprodukte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/us-landwirtschaftsministerium-sieht-nur-kleinen-markt-fuer-hanfprodukte\/","title":{"rendered":"US-Landwirtschaftsministerium sieht nur kleinen Markt f\u00fcr Hanfprodukte"},"content":{"rendered":"<p>Der &#8220;Economic Research Service&#8221; des Landwirtschaftsministeriums in Washington vertritt die Auffassung, dass Faserhanf niemals mehr als einen &#8220;kleinen, d\u00fcnnen&#8221; Markt erobern wird. F\u00fcr die bis dato in den USA verkauften Hanffasern und -produkte w\u00fcrde der Studie zufolge eine Anbaufl\u00e4che von weniger als 2.000 acre (1 acre = ca. 0,4 Hektar) ausreichen. Damit stellt die Studie die Forderungen amerikanischer Farmer in Frage, den Anbau von Nutzhanf freizugeben.\n<\/p>\n<p>Der Economic Research Service sieht f\u00fcr den Hanf insgesamt drei Einsatzm\u00f6glichkeiten:<\/p>\n<ul>\n<li>Textilien<\/li>\n<li>Nahrungsmittel<\/li>\n<li>Hanf\u00f6l<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Aussichten f\u00fcr Textilien sind nach Ansicht des Landwirtschaftsministerium nur sehr begrenzt. Als Beleg wird die geringe Bedeutung von Flachsfasern in der Textilindustrie genannt. Flachs habe trotz des Fehlens von Anbauverboten keine nennenswerte Marktanteile erobert.<\/p>\n<p>Hanfsamen und Hanfmehl wird lediglich die Besetzung einer kleinen Nische im Lebensmittelsektor zugetraut.<\/p>\n<p>F\u00fcr Hanf\u00f6l sehen die Regierungsbeamten keinerlei Zukunftschancen, da die &#8220;Food an Drug Administration&#8221; Hanf\u00f6l als Lebensmittel noch nicht offiziell zugelassen habe. Dar\u00fcber hinaus sei Hanf\u00f6l weder zum Braten geeignet noch lange genug haltbar.<\/p>\n<p>Die M\u00f6glichkeit der Verwendung von Hanffasern in technischen Textilien z.B. f\u00fcr die Automobilindustrie, f\u00fcr Spezialzellstoff, D\u00e4mmstoffe oder Geotextilien wurde offenbar nicht untersucht. Dies ist um so erstaunlicher, als dass gerade die Automobil- und Zellstoffindustrie in Europa die wichtigsten Absatzm\u00e4rkte f\u00fcr Hanffasern sind. Auch die US-Automobilindustrie entdeckt zunehmend Naturfasern (siehe auch Meldung vom <a HREF=\"http:\/\/www.bio-based.eu\/cgi-bin\/mih\/artikel.pl?id=-ID-&#038;artikel=20000121-01.news\">13.-21.01.00<\/a>). Die kanadischen Hanffarmer sehen die US-amerikanische Automobilindustrie als wichtigen Abnehmer.<\/p>\n<p>Das Infragestellen der Sinnhaftigkeit der Freigabe des Nutzhanfanbau seitens einer Regierungsbeh\u00f6rde \u00fcberrascht vor dem Hintergrund, dass die USA sich r\u00fchmen, die freieste Marktwirtschaft der Welt zu sein. Bei der Entscheidung, ob der Anbau von Nutzhanf freigegeben wird oder nicht, sollte eine evtl. mangelnde kommerzielle Verwertbarkeit keine Rolle spielen. Die Frage, ob der Anbau lukrativ ist oder nicht, wird der Markt beantworten.<\/p>\n<p>Da offizielle Stellen den amerikanischen Farmern regelm\u00e4\u00dfig vorwerfen, sie wollten Faserhanf anbauen, um die Legalisierung von Marihuna quasi durch die Hintert\u00fcr zu betreiben, ist das Ergebnis der Studie des Landwirtschaftsministeriums m\u00f6glicherweise politischer Natur, weil man grunds\u00e4tzlich gegen die Freigabe des Faserhanfanbaus ist.<\/p>\n<p>Autor: Klaus-Martin Meyer (nova)<br \/>\nEndredaktion: Michael Karus (nova)<br \/>\nQuelle: The Associated Press, Washington vom 26.01.00.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der &#8220;Economic Research Service&#8221; des Landwirtschaftsministeriums in Washington vertritt die Auffassung, dass Faserhanf niemals mehr als einen &#8220;kleinen, d&uuml;nnen&#8221; Markt erobern wird. 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