{"id":4774,"date":"2000-01-27T00:00:00","date_gmt":"2000-01-26T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20000127-01n"},"modified":"2000-01-27T00:00:00","modified_gmt":"2000-01-26T22:00:00","slug":"naturfaserprojekte-in-der-lausitz-veranstaltungsbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/naturfaserprojekte-in-der-lausitz-veranstaltungsbericht\/","title":{"rendered":"Naturfaserprojekte in der Lausitz (Veranstaltungsbericht)"},"content":{"rendered":"<p>Informationsveranstaltung der Wirtschaftsf\u00f6rderungsgesellschaft mbH Hoyerswerda-Spremberg in Vorbereitung des Hanfanbaus in der Lausitz am 27.01.2000 in Schwarze Pumpe (Klubhaus der LAUBAG).<\/p>\n<p>Der Einladung der Wirtschaftsf\u00f6rderungsgesellschaft mbH Hoyerswerda-Spremberg  zur Teilnahme an der Informationsveranstaltung zur Vorbereitung des Hanfanbaus in der Lausitz waren zahlreiche Vertreter von Agrargenossenschaften und landwirtschaftlichen Unternehmen, Lausitzer Bauernverb\u00e4nde und \u00c4mter f\u00fcr Landwirtschaft sowie Landwirte aus den Kreisen Spree-Nei\u00dfe, Niederschlesien-Oberlausitz, Oberspreewald-Lausitz, Kamenz, Elbe-Elster, Bautzen und Dahme-Spreewald gefolgt. <\/p>\n<p>Naturfasern sind aufgrund ihrer Einbindung in den nat\u00fcrlichen Kreislauf besonders umweltvertr\u00e4glich und liefern der Industrie Rohstoffe mit einem hohen innovativen Potential. Nach einer Zeit der Verdr\u00e4ngung der Fasern aus der heimischen Landwirtschaft durch Baumwolle und Kunstfasern wurden in den letzten Jahren gro\u00dfe Anstrengungen unternommen, den Flachs- und Hanfanbau in Deutschland wieder heimisch zu machen. Neue Ernte- und Aufbereitungstechnologien wurden und werden entwickelt und in Verarbeitungsanlagen wird investiert.<br \/>\nDas auf die &#8220;Lausitzinitiative f\u00fcr Unternehmensentwicklung, Transfer, Kommunikation und Innovation (LUTKI)&#8221; pr\u00e4zisierte Branchenkonzept des Naturfaserverbundes Brandenburg e.V. sieht vor, dieses Innovationspotential durch die stoffliche und energetische Verwertung von Hanf und erneuerbaren Rohstoffen in der Lausitz umfassend zu erschlie\u00dfen. Grundlage dieses zu entwickelnden Netzwerkes bildet die Zusammenf\u00fchrung aller regionalen Akteure aus S\u00fcdbrandenburg und Nordostsachsen sowie interessierten Partnern aus anderen (angrenzenden) Regionen Deutschlands und Polens, die Anbau, Ernte, Verarbeitung und Vermarktung von Produkten aus und mit heimischen Faserpflanzen betreiben unter aktiver Einbeziehung der regionalen Bildungs- und Forschungseinrichtungen und Technologiezentren.<br \/>\nDie konzeptionelle Grundlinie des Branchenkonzeptes sieht vor den Aufbau von Faseraufschlusszentren und Verwertungsketten in der Lausitz  mit der Notwendigkeit, \u00fcber die industrielle Verwertung eine Sogwirkung f\u00fcr den landwirtschaftlichen Anbau von Faserpflanzen auszul\u00f6sen. Die bereits im Vorfeld durchgef\u00fchrten Untersuchungen, Studien, Gutachten und Analysen best\u00e4tigen, dass in der Lausitz gro\u00dfe Chancen f\u00fcr den Anbau und die Verarbeitung nachwachsender Faserpflanzen bestehen. <\/p>\n<p>Die Aufnahme der Zellstoffproduktion durch die Naturfaser Technologie Ortrand AG (siehe auch Meldung vom<br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.bio-based.eu\/cgi-bin\/mih\/artikel.pl?id=-ID-&#038;artikel=19991118-02.news\">18.11.99<\/a>) im Sommer diesen Jahres, der Bau einer Pilotanlage zur industriellen Sch\u00e4bennutzung in Gro\u00df-D\u00fcben sowie die vorgesehene Realisierung einer ersten Faseraufschlussanlage in Spremberg machen es erforderlich, den landwirtschaftlichen Anbau von nachwachsenden Rohstoffen (speziell den Anbau von Faserpflanzen) in der Lausitz, beginnend mit einem diesj\u00e4hrigen Versuchsanbau, bis zum Jahr 2001 zu organisieren.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Veranstaltung wurden die Vertreter aus der Landwirtschaft umfassend und anschaulich informiert \u00fcber:<\/p>\n<ul>\n<li>das Branchenkonzept zur stofflichen und energetischen Verwertung von Hanf und erneuerbaren Rohstoffen in der Lausitz durch Herrn Dr. Henschke (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Naturfaserverbundes Brandenburg e.V.)<br \/>\n<a HREF=\"mailto:CIT-Guben@t-online.de\">CIT-Guben@t-online.de<\/a> * <a HREF=\"http:\/\/www.cit-guben.de\/\">www.cit-guben.de<\/a>,<\/li>\n<li>das Konzept zur Realisierung einer Aufschlussanlage f\u00fcr nachwachsende Rohstoffe in Spremberg durch ein Investorenteam,<\/li>\n<li>die Entwicklungstendenzen zum Anbau von Faserpflanzen in der EU und in Deutschland sowie zu den k\u00fcnftigen EU-Regularien durch Herrn Karus (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des nova-Instituts H\u00fcrth)<br \/>\n<a HREF=\"mailto:nova-H@t-online.de\">nova-H@t-online.de<\/a> * <a HREF=\"http:\/\/www.nova-institut.de\/mih\">www.nova-institut.de\/MIH<\/a>,<\/li>\n<li>die praktischen Erfahrungen beim Anbau von Hanf sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung durch Frau Lohmeyer (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Erzeugergemeinschaft Faser- und \u00d6lpflanzen im Landwirtschaftszentrum Haus D\u00fcsse &#8211; NRW, und Mitarbeiterin im nova-Institut H\u00fcrth),<\/li>\n<li>die M\u00f6glichkeiten zum Anbau von Faserpflanzen aus Sicht des Landkreises Spree-Nei\u00dfe durch Frau Pfennig (Amt f\u00fcr Landwirtschaft des Spree-Nei\u00dfe-Kreises),<\/li>\n<li>die Versuchsergebnisse und Empfehlungen zum Hanfanbau in der Lausitz durch Frau Dr. Kr\u00fcger (Dezernatsleiterin in der Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft des Landes Brandenburg)<br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.brandenburg.de\/land\/melf\/lfl\">www.brandenburg.de\/land\/melf\/lfl<\/a>,<\/li>\n<li>die praktischen Erfahrungen beim Anbau von Hanf in Baden sowie in der Zusammenarbeit mit der BAFA durch Herrn Sauter (Landwirt und Lohnunternehmer) und Herrn Frank (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Badischen Naturfaserverarbeitung GmbH &#8211; BAFA &#8211; Malsch),<\/li>\n<li>die Hanferntetechnik:<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Hemp Cut 3000 der Firma Wittrock durch Herrn Frank (BAFA)<\/li>\n<li>Bl\u00fccher 02 der Firma Kranemann Gartenbaumaschinen GmbH durch Frau Stezenko.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die anschlie\u00dfende Diskussion zeigte, dass mit den Landwirten noch viele Fragen zu kl\u00e4ren und Probleme zu er\u00f6rtern sind. Noch immer zeigen sich die meisten Landwirte gegen\u00fcber dem Hanfanbau eher zur\u00fcckhaltend und abwartend. Einige verf\u00fcgen \u00fcber gute Erfahrungen mit \u00d6llein, jedoch stellt Hanf f\u00fcr die meisten absolutes Neuland dar. <br \/>\nGerade unter dem Druck, den die Diskussionen um die EU-Beihilfenregelung, die Agenda 2000, die WTO-Problematik, die Entwicklung der Roh\u00f6lpreise und der EU-Beitritt osteurop\u00e4ischer L\u00e4nder wie bspw. Polen in den n\u00e4chsten Jahren auf die Landwirtschaft aus\u00fcben werden, sollten sich die Landwirte dem Anbau von Hanf und anderen erneuerbaren Rohstoffen mit einer vertraglich gesicherten industriellen Verarbeitung nicht von vornherein verschlie\u00dfen. Unter der Voraussicht, dass in allen landwirtschaftlichen Bereichen die Deckungsbeitr\u00e4ge k\u00fcnftig zur\u00fcckgehen werden, sollten die augenblicklichen Unw\u00e4gbarkeiten betreffend den Hanfanbau nicht \u00fcberbewertet werden. In die Betrachtung m\u00fcssen noch mehr die Vorteile des Hanfanbaus (wie f\u00fcr die Fruchtfolge, keine erforderlichen Unkrautbek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen, Pflegeleichtigkeit, Verbesserung der Bodenqualit\u00e4ten, gesicherte Abnahme des gesamten Erntegutes durch Anbauvertrag mit industriellem Verarbeiter, Risikominimierung auf max. 1 Jahr, etc.) einbezogen werden. Dazu geh\u00f6rt nat\u00fcrlich auch, dass der Landwirt als Rohstoffpartner der Industrie selbst den Mut aufbringt, sich einer neuen Herausforderung zu stellen und das unternehmerische Risiko (f\u00fcr den Verarbeiter besteht es immer, f\u00fcr den Landwirt jeweils nur f\u00fcr 1 Jahr) richtig bewertet.<br \/>\nAls ein erstes Ergebnis kann die Bereitschaft des Biosph\u00e4renreservats Spreewald in L\u00fcbbenau gewertet werden, noch in diesem Jahr einen Versuchsanbau von Hanf auf ca. 50 ha zu organisieren (dazu soll im Februar mit den Landwirten des Biosph\u00e4renreservats und mit weiteren Interessenten in L\u00fcbbenau beraten werden). Auch auf das zahlreich vorhandene und ausgelegte Informationsmaterial wurde rege zugegriffen.<\/p>\n<p>Neben der ebenfalls durch die WFG Hoyerswerda-Spremberg eingeleiteten Initiative zur Investorengewinnung f\u00fcr den Faseraufschlus im Raum Spremberg (erstes Ergebnis ist die Pr\u00e4sentation des Konzeptes zur Realisierung einer Aufschlussanlage f\u00fcr nachwachsende Rohstoffe in Spremberg) bildete diese Informationsveranstaltung den Auftakt f\u00fcr zahlreiche weitere Veranstaltungen, Diskussionsrunden und Gespr\u00e4che mit den Landwirten der Lausitz zur zielgerichteten Vorbereitung eines organisierten Hanfanbaus ab dem Jahre 2001. <\/p>\n<p>Helmut Damisch<br \/>\nWirtschaftsf\u00f6rderungsgesellschaft mbH<br \/>\nHoyerswerda &#8211; Spremberg<br \/>\nWestbahnstra\u00dfe 1<br \/>\n03130 Spremberg<br \/>\nTel.: 03563-95431<br \/>\nFax: 03563-95443<br \/>\nE-Mail: <a HREF=\"mailto:wfg.hoyspb@t-online.de\">wfg.hoyspb@t-online.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Informationsveranstaltung der Wirtschaftsf&ouml;rderungsgesellschaft mbH Hoyerswerda-Spremberg in Vorbereitung des Hanfanbaus in der Lausitz am 27.01.2000 in Schwarze Pumpe (Klubhaus der LAUBAG).<\/p>\n<p>Der Einladung der Wirtschaftsf&ouml;rderungsgesellschaft mbH Hoyerswerda-Spremberg<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-4774","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4774","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4774"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4774\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4774"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4774"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4774"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=4774"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}