{"id":47707,"date":"2017-11-20T06:42:41","date_gmt":"2017-11-20T05:42:41","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=47707"},"modified":"2017-11-16T10:18:13","modified_gmt":"2017-11-16T09:18:13","slug":"biowerkstoff-auf-zellulose-basis-fuer-mehrere-produktleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biowerkstoff-auf-zellulose-basis-fuer-mehrere-produktleben\/","title":{"rendered":"Biowerkstoff auf Zellulose \u2013 Basis f\u00fcr mehrere \u201eProduktleben\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Erfreut auch Meeresbiologen: Mikropartikel werden zu Fischfutter. Einen wiederverwendbaren Faserverbundwerkstoff auf komplett regenerativer Basis als Ersatz glasfaserverst\u00e4rkter Polymere pr\u00e4sentiert das Deutschen Institut f\u00fcr Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF). Hier wurde das mit dem Techtextil-Innovationspreis ausgezeichnete Material \u201ePurell\u201c entwickelt.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_47708\" aria-describedby=\"caption-attachment-47708\" style=\"width: 209px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-47708\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/9660960_big_1435324-300x254.jpg\" alt=\"Frank Hermanutz bei der Purcell-Herstellung an der Hei\u00dfpresse. (Bild: DITF)\" width=\"209\" height=\"177\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/11\/9660960_big_1435324-300x254.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/11\/9660960_big_1435324.jpg 580w\" sizes=\"auto, (max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-47708\" class=\"wp-caption-text\">Frank Hermanutz bei der Purcell-Herstellung an der Hei\u00dfpresse. (Bild: DITF)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zielanwendungen sieht das Institut zun\u00e4chst unter anderem in der Automobilindustrie, im Bootsbau und der Logistik. Das Material besteht vollst\u00e4ndig aus pflanzlicher Zellulose und wird als umweltfreundliche Alternative zum glasfaserverst\u00e4rkten Kunststoff (GfK) angeboten. Dieser Verbund sei ohnehin schwer zu recyceln und belaste zudem die Nahrungskette \u2013 Stichwort Mikroplastik.<\/p>\n<p>Zellulose als weltweit h\u00e4ufigstes Biopolymer ist nahezu unersch\u00f6pflich verf\u00fcgbar, hierzulande etwa in Form heimischer H\u00f6lzer oder Nutzpflanzen wie Flachs und Hanf. Zelluloseregeneratfasern werden als hochfestes Mulitfilamentgarn traditionell bereits zu Verst\u00e4rkungszwecken genutzt, etwa in der Reifenproduktion. \u201eBei unserer Neuentwicklung wurde erstmals auch die Werkstoffmatrix komplett aus diesem nachwachsenden Material gestaltet\u201c, erkl\u00e4rt Frank Hermanutz, DITF-Bereichsleiter Biopolymere,und Nassspinnverfahren. Aus dem auch gegen Umwelteinfl\u00fcsse extrem widerstandsf\u00e4higen Material mit leicht bearbeitbarer Oberfl\u00e4che k\u00f6nnten seinen Angaben zufolge bislang aus Kunststoff gefertigte Produkte wie Transportboxen, Handschuhf\u00e4cher, Hutablagen und andere Innenraumkomponenten von Pkw oder Yachten auf technisch recht einfache Weise hergestellt werden. Dazu w\u00fcrden Tr\u00e4gertextilien in eine konzentrierte L\u00f6sung aus Zellulose und ungiftigen Salzen, sogenannten Ionischen Fl\u00fcssigkeiten (IL), eingebettet, die IL ausgewaschen, der Verbundk\u00f6rper gepresst und anschlie\u00dfend die fl\u00fcssigen Salze durch Destillation zur\u00fcckgewonnen. Die Nutzer sind in der technischen Auslegung der Verbundk\u00f6rper v\u00f6llig frei.<\/p>\n<h3>Wiederverwenden oder kompostieren<\/h3>\n<p>Haben die Produkte sp\u00e4ter ihren Lebenszyklus durchlaufen, lasse sich das sortenreine Material zerkleinern, erneut aufl\u00f6sen und ohne jede Eigenschaftsver\u00e4nderung mehrfach als Matrix wiederverwenden. Alternativ k\u00f6nnen Altteile nach Erhitzung mit Wasserdampf und erneutem Verpressen einfach zu einem anderen Produkt umgeformt werden. Purcell sei geh\u00e4ckselt auch komplett kompostierbar. Sollten Partikel des Kunststoff-Substituts in den Wasserkreislauf gelangen, verschmutzen sie im Gegensatz zu GfK nicht mehr die Weltmeere, sondern bl\u00e4hen sich geringf\u00fcgig auf \u2013 und werden zu r\u00fcckstandslos verdaulichem Fischfutter.<\/p>\n<p>Die Weiterentwicklung des neuen Werkstoffs wurde mit F\u00f6rdermitteln des Wirtschaftsministeriums des Landes Baden-W\u00fcrttemberg unterst\u00fctzt. Am Projekt beteiligt sind Autozulieferer, Faserhersteller und ein Chemieunternehmen. Z-Profile aus Purcell, die wichtige technische Eigenschaften von Bauteilen erf\u00fcllen, werden bereits von potenziellen Anwendern gepr\u00fcft. Bis zum Jahresende soll laut DITF-Projektleiter Hermanutz ein Muster-Katalog vorliegen. Mittelfristig h\u00e4lt er beispielsweise bei Pkw-Handschuhk\u00e4sten einen Marktanteil von f\u00fcnf Prozent f\u00fcr realistisch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erfreut auch Meeresbiologen: Mikropartikel werden zu Fischfutter. 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