{"id":47589,"date":"2017-11-20T07:00:10","date_gmt":"2017-11-20T06:00:10","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.chemie.de%2Fnews%2F165622%2Faus-holz-wird-hightech.html%3FWT.mc_id%3Dca0065"},"modified":"2017-11-16T13:19:28","modified_gmt":"2017-11-16T12:19:28","slug":"aus-holz-wird-hightech","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/aus-holz-wird-hightech\/","title":{"rendered":"Aus Holz wird Hightech"},"content":{"rendered":"<p><strong>Holz ist gem\u00e4ss Erkenntnissen des Nationalen Forschungsprogramms &#8220;Ressource Holz&#8221; geeignet, Erd\u00f6l in der Chemie und Beton in der Bauindustrie zu ersetzen. Die Forschungsarbeiten zeigen auf, wie man aus Holz wertvolle chemische Verbindungen gewinnen, seine Eignung als Baumaterial verbessern und wie die Bewirtschaftung von W\u00e4ldern optimiert werden kann.<\/strong><\/p>\n<p>Holz ist mehr als ein traditionelles Material: Als High-Tech-Komponente sowie als Rohstoff f\u00fcr die Chemie weist es ein grosses Innovationspotenzial auf. Zu diesem Schluss kommt das Nationale Forschungsprogramm &#8220;Ressource Holz&#8221; (NFP 66) nach f\u00fcnfj\u00e4hriger Laufzeit.<\/p>\n<p>In Forschungsarbeiten wurden auch neue Bautechniken entwickelt und die Bewirtschaftung der Schweizer W\u00e4lder analysiert. &#8220;Wer sich mit einem Rohstoff wie Holz befasst, braucht eine ganzheitliche und integrierende Herangehensweise&#8221;, erkl\u00e4rt Martin Riediker, Pr\u00e4sident der Leitungsgruppe des NFP 66. &#8220;So ist es uns gelungen, eine Gesamtsicht zu erlangen und zahlreiche vielversprechende Ans\u00e4tze zur besseren Nutzung des Potenzials von Holz zu identifizieren. Der Innovation kommt hierbei eine entscheidende Rolle zu.&#8221;<\/p>\n<h3>Holz als Erd\u00f6lersatz<\/h3>\n<p>Die organische Chemie st\u00fctzt sich in erster Linie auf Erd\u00f6l und Kohle und muss sich auf die Endlichkeit der fossilen Ressourcen einstellen. Pflanzliche Biomasse stellt eine realistische Alternative dar, wie eine Reihe von Projekten des NFP 66 belegt. Verschiedene Teams an der EPFL, der ETH Z\u00fcrich und der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) haben neue Verfahren entwickelt, um die Hauptbestandteile des Holzes \u2013 Zellulose und Lignin \u2013 in aromatische Verbindungen und andere wichtige Zwischenprodukte f\u00fcr die chemische Industrie umzuwandeln. Sviatlana Siankevich von der EPFL hat das Start-up-Unternehmen Embion mitgegr\u00fcndet, um die neuen Erkenntnisse zu kommerzialisieren.<\/p>\n<p>Die Projekte des NFP 66 spannen einen Bogen von der Grundlagen-forschung bis zur Anwendung. Michael Studer von der Berner Fachhochschule gelang es, den Fermentationsprozess von Buchenholz zu verbessern und so den handels\u00fcblichen Treibstoff Ethanol herzustellen. In Zusammenarbeit mit einem Industriepartner und einem Holzlieferanten ist der Bau einer ersten Pilotanlage im Kanton Jura im Gespr\u00e4ch. Fran\u00e7ois Mar\u00e9chal von der EPFL hat ein IT-Tool entwickelt, um die Auslegung von Bioraffinerien optimal zu planen. Tilman Schildhauer hat am PSI mit einem numerischen Modell die Produktion von Biomethan optimiert.<\/p>\n<h3>Holz \u2013 traditionell und innovativ<\/h3>\n<p>&#8220;Holz hat eine Zukunft, wenn es sich neu erfindet&#8221;, so Martin Riediker. &#8220;Es wird als nobles Material gesch\u00e4tzt, wir m\u00fcssen jedoch sein Innovationspotenzial als Hightech-Komponente besser nutzen&#8221; Ingo Burgert von der ETH Z\u00fcrich hat es geschafft, in die Zellw\u00e4nde des Holzes ein Polymer einzubringen, das den Werkstoff wasserabweisender und stabiler macht; seine Mitarbeitenden haben das Start-up-Unternehmen Swiss Wood Solution gegr\u00fcndet, um neue holzbasierte Materialien zu vermarkten. Ein von Christoph Weder am Adolphe Merkle Institut der Universit\u00e4t Freiburg geleitetes Projekt befasste sich mit dem umgekehrten Vorgang und brachte aus B\u00e4umen extrahierte Zellulose in Polymere ein, um ihre mechanischen Eigenschaften zu verbessern.<\/p>\n<p>Heiko Thoemen von der Berner Fachhochschule verbesserte die Herstellungsprozesse von Holzplatten mit einem Schaumkern, wie sie h\u00e4ufig in vorgefertigten M\u00f6belteilen zum Selbstaufbau Anwendung finden. Daia Zwicky von der Hochschule f\u00fcr Technik und Architektur Freiburg hat mit dem teilweisen Ersatz von Sand durch S\u00e4gemehl einen \u00e4usserst leichten Beton entwickelt.<\/p>\n<p>Das Programm legte grossen Wert auf den Wissens- und Technologie-transfer zwischen Forschung, Industrie und Beh\u00f6rden, unter anderem mit der Durchf\u00fchrung von 17 themenspezifischen Workshops. Das Resultat l\u00e4sst sich sehen: intensiver Wissenstransfer mit \u00fcber 200 externen Berufsfachleuten, Gr\u00fcndung von drei Start-ups und zahlreiche Absichtserkl\u00e4rungen zur weiteren Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung.<\/p>\n<p>Zu den zentralen Empfehlungen des NFP 66 geh\u00f6rt die Schaffung eines &#8220;Kompetenzzentrums Bioraffinerie&#8221; sowie eines &#8220;Technikum Holzinnovationen Schweiz&#8221;. Gefordert wird auch eine Schweizer Bio\u00f6konomiestrategie, in welcher die Ressource Holz ihren geb\u00fchrenden Platz einnehmen soll.<\/p>\n<p>&#8220;Die Nutzung der W\u00e4lder ist aus Umweltschutzgr\u00fcnden und Gr\u00fcnden der Biodiversit\u00e4t sinnvoll: So l\u00e4sst sich CO2 auf Jahrzehnte binden, was den Treibhauseffekt verringert&#8221;, so Martin Riediker. &#8220;Wir haben eine sehr emotionale, um nicht zu sagen intime Beziehung zu Holz. Antike M\u00f6bel sind aus Holz; die Chalets, in denen wir unsere Kindheit verbracht haben, ebenfalls. Aber Holz ist weit mehr. Die Schweiz verf\u00fcgt \u00fcber umfangreiches Know-how in den Bereichen Bau und Innovation. Um diesen nat\u00fcrlichen und erneuerbaren Rohstoff m\u00f6glichst optimal zu nutzen, m\u00fcssen sich die Akteure aber zusammenraufen.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Holz ist gem&auml;ss Erkenntnissen des Nationalen Forschungsprogramms &#8220;Ressource Holz&#8221; geeignet, Erd&ouml;l i&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[11828,12682,11567],"supplier":[2944,8182,335,12378,3498,959,13900,409],"class_list":["post-47589","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-lignin","tag-rohstoffe","tag-umwelt","supplier-berner-fachhochschule-bfh","supplier-cepe","supplier-ecole-polytechnique-fdrale-de-lausanne","supplier-fachhochschule-nordwestschweiz-fhnw","supplier-nationales-forschungsprogramm-nfp-66","supplier-paul-scherrer-institut-psi","supplier-swiss-wood-solutions-ag","supplier-universitaet-freiburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47589","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=47589"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47589\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=47589"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=47589"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=47589"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=47589"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}