{"id":47430,"date":"2017-11-13T07:29:12","date_gmt":"2017-11-13T06:29:12","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?guid=0ee65afb29ca5fd4f45392006dfae7c7"},"modified":"2017-11-09T11:51:15","modified_gmt":"2017-11-09T10:51:15","slug":"treibhausgase-beim-mais-und-rapsanbau-realistisch-bewerten-und-einsparen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/treibhausgase-beim-mais-und-rapsanbau-realistisch-bewerten-und-einsparen\/","title":{"rendered":"Treibhausgase beim Mais- und Rapsanbau realistisch bewerten und einsparen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_47458\" aria-describedby=\"caption-attachment-47458\" style=\"width: 297px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/uploads\/pics\/PM_2017-48_THG-Minderung_Grafik_01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-47458 size-full\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Bildschirmfoto-2017-11-09-um-11.44.27.png\" alt=\"Bildschirmfoto 2017-11-09 um 11.44.27\" width=\"297\" height=\"200\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-47458\" class=\"wp-caption-text\">Treibhausgasbilanz f\u00fcr die Prozesse der Produktion von Biodiesel (Raps\u00f6lmethylester (RME)), berechnet nach der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU (EU-RED, linke S\u00e4ule) sowie nach der EU-RED unter der Annahme optimierter, emissionsarmer D\u00fcngerproduktion und nach den Ergebnissen des TI-Verbundes zur d\u00fcngungsinduzierten N2O-Feldemission (Optimiert, rechte S\u00e4ule). Bild: Th\u00fcnen Institut<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>In zwei Projekten untersuchten Forscherteams die Treibhausgas(THG)-Emissionen beim Mais- und Rapsanbau. Sie wollten herausfinden, ob die in Deutschland \u00fcblichen Anbauverfahren im Rahmen von Klimaschutzvereinbarungen und \u00d6kobilanzen realistisch bewertet werden. Das Zentrum f\u00fcr Agrarlandschaftsforschung (ZALF) widmete sich mit sieben Partnern dem Mais und dabei insbesondere der D\u00fcngung mit G\u00e4rresten. Mit dem Anbau von Raps besch\u00e4ftigte sich ein Verbund von acht Partnern unter Koordination des Th\u00fcnen-Instituts (TI) f\u00fcr Agrarklimaschutz.<\/strong><\/p>\n<p>Deutschland muss im Rahmen der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU regelm\u00e4\u00dfig Emissionsberichte erstellen. Dazu und auch f\u00fcr \u00d6kobilanzen werden statistische Durchschnittswerte herangezogen, die u.\u00a0a. nach der Methodik des Weltklimarats IPCC berechnet werden. W\u00e4hrend diese Werte f\u00fcr die Lachgasemissionen (Lachgas ist rd. 300mal klimasch\u00e4dlicher als CO<sub>2<\/sub>) des Maisanbaus ziemlich genau mit den Daten aus dem ZALF-Projekt \u00fcbereinstimmten, \u00fcbersch\u00e4tzt der IPCC offenbar &#8211; zumindest auf deutsche Verh\u00e4ltnisse bezogen &#8211; die Eutrophierung und Versauerung durch Nitratauswaschung und Ammoniakemissionen. Hier empfehlen die Wissenschaftler eine st\u00e4rkere Ber\u00fccksichtigung regionalisierter und anhand von Messwerten verifizierter Daten.<\/p>\n<p>F\u00fcr Biokraftstoffe ist die EU-Kraftstoffqualit\u00e4ts-Richtlinie (98\/70\/EG) relevant: Danach d\u00fcrfen Biodiesel &amp; Co. ab dem 1.1.2018 nur noch 40% der THG-Emissionen von fossilen Kraftstoffen verursachen. Auch hier k\u00f6nnen Biokraftstoffhersteller vorgegebene Standardwerte f\u00fcr die THG-Bilanz verwenden. Die Arbeiten im TI-Projekt haben nun ergeben, dass diese Werte f\u00fcr den Rapsanbau in Deutschland unrealistisch sind. Die veranschlagte D\u00fcngermenge sei zu niedrig, der Lachgasemissionsfaktor insgesamt jedoch trotzdem zu hoch: Statt der angenommenen 34 kg Stickstoff\/t Raps seien 50 bis 56 kg praxis\u00fcblich, der Faktor f\u00fcr Lachgas liege aber nicht bei einem, sondern nur bei 0,6 Prozent.<\/p>\n<p>Zu diesem Schluss kommen die Wissenschaftler durch Anwendung einer neuen, differenzierteren Methodik nach <em>Stehfest\/Bouwman (2006)<\/em>. Sie appellieren, k\u00fcnftig diese Methode mit realistischen Werten anzuwenden, damit Raps-Biodiesel nicht schlechter abschneidet als n\u00f6tig und auch k\u00fcnftig eine Chance auf dem Biokraftstoffmarkt hat. Dieses vom BMEL gef\u00f6rderte Verbundvorhaben wurde zus\u00e4tzlich durch die Union zur F\u00f6rderung von \u00d6l- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>In einem dritten, im August neu gestarteten Projekt untersucht die Landesforschungsanstalt f\u00fcr Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA), ob und in welchem Ma\u00dfe sich mit den gro\u00dfk\u00f6rnigen Leguminosen Ackerbohnen und Blaue Lupinen als Beisaat im Winterrapsanbau der Minerald\u00fcngeraufwand und die damit verbundenen THG-Emissionen reduzieren lassen. Die Forscher wollen analysieren, wie gut der Raps den von den Leguminosen fixierten Stickstoff verwerten kann. Sie betrachten auch Effekte wie eine bessere Phosphorverf\u00fcgbarkeit und die Unkrautunterdr\u00fcckung durch Lupine und Ackerbohne. Erste Versuchsergebnisse aus Frankreich und Brandenburg deuten auf eine m\u00f6gliche Einsparung von ca. 15 bis 30 kg Stickstoff\/ha hin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>ZALF-Verbund zu Mais: <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22021008\" target=\"_blank\">FKZ 22021008<\/a> und weitere<\/li>\n<li>TI-Verbund zu Raps: FKZ <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22403212\" target=\"_blank\">22403212<\/a> und weitere<\/li>\n<li>LFA-Projekt zu Winterraps und Leguminosen: FKZ <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22401015\" target=\"_blank\">22401015<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In zwei Projekten untersuchten Forscherteams die Treibhausgas(THG)-Emissionen beim Mais- und Rapsanbau. Sie wollten herausfinden, ob die in Deutschland \u00fcblichen Anbauverfahren im Rahmen von Klimaschutzvereinbarungen und \u00d6kobilanzen realistisch bewertet werden. Das Zentrum f\u00fcr Agrarlandschaftsforschung (ZALF) widmete sich mit sieben Partnern dem Mais und dabei insbesondere der D\u00fcngung mit G\u00e4rresten. Mit dem Anbau von Raps besch\u00e4ftigte sich [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[10608],"supplier":[19232,64,9336,7],"class_list":["post-47430","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biooekonomie","supplier-fachagentur-nachwachsende-rohstoffe-e-v-fnr","supplier-johann-heinrich-von-thuenen-institut-vti","supplier-lfa-mv","supplier-union-zur-foerderung-von-oel-und-proteinpflanzen-ev-ufop"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47430","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=47430"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47430\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=47430"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=47430"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=47430"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=47430"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}