{"id":4706,"date":"1998-12-15T00:00:00","date_gmt":"1998-12-14T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=19981215-01n"},"modified":"1998-12-15T00:00:00","modified_gmt":"1998-12-14T22:00:00","slug":"flachs-und-hanf-fuer-glasfasern-mit-der-natur-im-bund-zu-leichterem-kunststoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/flachs-und-hanf-fuer-glasfasern-mit-der-natur-im-bund-zu-leichterem-kunststoff\/","title":{"rendered":"Flachs und Hanf f\u00fcr Glasfasern: Mit der Natur im Bund zu leichterem Kunststoff?"},"content":{"rendered":"<p>x<\/p>\n<p>\n<b><br \/>\nSchlungwitz \/ Osnabr\u00fcck. Geh\u00e4use von<br \/>\nElektrowerkzeugen oder Kolbenteile f\u00fcr Gurtstraffer, die im Falle<br \/>\neines Autounfalls explosionsartig menschliches Leben retten, werden m\u00f6glicherweise<br \/>\nin Zukunft aus Kunststoffen gegossen, die zur Stabilisierung nicht mehr<br \/>\nl\u00e4nger mit umweltsch\u00e4dlichen Glasfasern, sondern mit Naturfasern<br \/>\naus Flachs und Hanf durchwebt sind &shy; und dennoch genauso stabil sind.<br \/>\nMit einer F\u00f6rderung von knapp 800.000 Mark will die Deutsche<br \/>\nBundesstiftung Umwelt (Osnabr\u00fcck) das Sprengstoffwerk<br \/>\nGnaschwitz im s\u00e4chsischen Schlungwitz in Kooperation<br \/>\nmit der Carl Pohl Textil- und Thermoplastherstellung<br \/>\nin Forst (Brandenburg) und der Landwirtschaftlichen Fakult\u00e4t<br \/>\nder Martin-Luther-Universit\u00e4t<br \/>\nin Halle-Wittenberg (Sachsen-Anhalt) in die Lage versetzen,<br \/>\ndieses neuartige Kunststoff-Naturfaser-Gemisch als Basis f\u00fcr Spritzgie\u00dfteile<br \/>\nzu entwickeln und zur Produktionsreife zu f\u00fchren.<br \/>\n<\/b><\/p>\n<p>\nDer Generalsekret\u00e4r der Stiftung, Fritz Brickwedde,<br \/>\nerl\u00e4uterte heute vor Journalisten in Dresden den besonderen Modellcharakter<br \/>\ndieses Projektes. Der Einsatz von Glasfasern habe viele Aspekte, die unter<br \/>\nUmweltgesichtspunkten kritisch zu sehen seien. Ihre Verarbeitung k\u00f6nne<br \/>\nbei Arbeitern im Produktionsproze\u00df zu gesundheitlichen Beeintr\u00e4chtigungen<br \/>\ndurch Einatmen f\u00fchren, Glasfaserprodukte m\u00fc\u00dften als Sonderm\u00fcll<br \/>\nentsorgt werden und die Glasfaser verschlei\u00dfe durch ihre aggressive<br \/>\nH\u00e4rte Maschinen schneller, die f\u00fcr ihre Verarbeitung benutzt<br \/>\nw\u00fcrden. Wenn es dagegen gel\u00e4nge, die Glasfasern durch Naturfasern<br \/>\nzu ersetzen, w\u00fcrde hier in einem ressourcenschonenden Produktionsproze\u00df<br \/>\nein nachwachsender Rohstoff zu einem hochwertigen, langlebigen Produkt<br \/>\nverarbeitet &shy; und die Produkte w\u00fcrden am Ende noch 30 Prozent<br \/>\nleichter.\n<\/p>\n<p>Um dieses Ziel zu erreichen, seien eine Reihe von<br \/>\nSchritten zu verwirklichen. Zun\u00e4chst einmal m\u00fc\u00dften die<br \/>\nFasern, die in der Mischung mit dem Kunststoff zum Einsatz kommen sollen,<br \/>\ngenau bestimmt werden. Hier gehe es etwa um die Frage der Dicke der Faser<br \/>\nund ihrer Wasseraufnahmef\u00e4higkeit. Es m\u00fcsse aber auch getestet<br \/>\nwerden, wann Hanf und Flachs geerntet werden m\u00fc\u00dften, um die<br \/>\ngeforderte Qualit\u00e4t zu sichern. Schlie\u00dflich gehe es auch um<br \/>\nFragen der Rei\u00dffestigkeit und Dehnbarkeit. Im Sinne einer umweltgerechten<br \/>\nNutzung von Hanf und Flachs solle auch untersucht werden, ob neben der<br \/>\nNutzung der Pflanzenstengel f\u00fcr die Fasern auch die Samen f\u00fcr<br \/>\ndie Herstellung von Speise\u00f6l oder technischem \u00d6l genutzt werden<br \/>\nk\u00f6nnten.\n<\/p>\n<p>Im zweiten Schritt gehe es dann um das quantitative<br \/>\nMischungsverh\u00e4ltnis zwischen Kunststoff und zugesetzter Naturfaser.<br \/>\nDie Fasern m\u00fc\u00dften aber auch gleichm\u00e4\u00dfig verteilt<br \/>\nsein, die Mixtur m\u00fcsse einen gewissen mechanischen Druck aushalten,<br \/>\naber auch gewisse Temperaturen. Flammwidrigkeit, Entz\u00fcndbarkeit, Dehnbarkeit,<br \/>\nSchlagz\u00e4higkeit &shy; das alles seien Faktoren, die in unterschiedlichen<br \/>\nVersuchsvarianten getestet werden m\u00fc\u00dften. Schlie\u00dflich<br \/>\ngehe es im dritten Schritt um eine m\u00f6glichst breite Einsetzbarkeit<br \/>\nder entwickelten Masse in der herk\u00f6mmlichen Maschinentechnik und ihre<br \/>\nAuswirkungen auf die Maschinen. Dabei hoffe die Stiftung, da\u00df durch<br \/>\nVerzicht auf die aggressiven Glasfasern die heute noch \u00fcblichen Schutz\u00fcberz\u00fcge<br \/>\nf\u00fcr die Maschinen er\u00fcbrigt werden k\u00f6nnten, die Technik damit<br \/>\nauch l\u00e4nger halte.\n<\/p>\n<p>All das werde durch st\u00e4ndige Tests und Vergleiche<br \/>\nmit glasfaserverst\u00e4rkten Kunststoffen kontrolliert, Aussagen zur Leistungsf\u00e4higkeit<br \/>\nund \u00d6kobilanzen der neuen Stoffe erstellt. Brickwedde: &#8220;Da der Projektschwerpunkt<br \/>\nauf der technologischen Umsetzung unter Verwendung herk\u00f6mmlicher Maschinen<br \/>\nberuht, ist zu erwarten, da\u00df die Ergebnisse verallgemeinert und in<br \/>\nder Kunststoffindustrie generell verwendet werden k\u00f6nnen.&#8221;\n<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/dbu.umweltschutz.de\/presse\/\">http:\/\/dbu.umweltschutz.de\/presse\/<\/a>\n<\/p>\n<p>Anmerkung: Im Original hei\u00dft es irrt\u00fcmlicherweise<br \/>\nim ersten Absatz &#8220;in fort&#8221; anstatt &#8220;in Forst&#8221;. Der obige Text wurde entsprechend<br \/>\nge\u00e4ndert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>x<\/p>\n<p>\n<b><br \/>\nSchlungwitz \/ Osnabr&uuml;ck. 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