{"id":46938,"date":"2017-10-24T07:26:04","date_gmt":"2017-10-24T05:26:04","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=46938"},"modified":"2018-02-16T15:07:54","modified_gmt":"2018-02-16T14:07:54","slug":"biokunststoffe-koennten-auch-in-traktoren-die-richtung-angeben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biokunststoffe-koennten-auch-in-traktoren-die-richtung-angeben\/","title":{"rendered":"Biokunststoffe k\u00f6nnten auch in Traktoren die Richtung angeben"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das IfBB unterst\u00fctzte die elobau GmbH &amp; Co. KG dabei, ihren Multifunktionsgriff aus einem glasfaserverst\u00e4rkten biobasierten Kunststoff herzustellen. Die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Forschung erfolgte im Rahmen des durch das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) gef\u00f6rderten Verbundprojektes \u201eVerarbeitung von Biokunststoffen\u201c.<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-46939 alignright\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Bildschirmfoto-2017-10-19-um-12.17.34.png\" alt=\"Bildschirmfoto 2017-10-19 um 12.17.34\" width=\"263\" height=\"575\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/10\/Bildschirmfoto-2017-10-19-um-12.17.34.png 263w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/10\/Bildschirmfoto-2017-10-19-um-12.17.34-137x300.png 137w\" sizes=\"auto, (max-width: 263px) 100vw, 263px\" \/>Mit dem \u201eJoystick\u201c in der Hand k\u00f6nnen sich einige Schlepperfahrer an eine Spielkonsole erinnert f\u00fchlen und f\u00fcr einen Moment die viele PS starke Maschine vergessen. Der Griff liegt ergonomisch in der Hand und dient der Fahrtrichtungssteuerung, dem Heben und Senken der Gabeln von Flurf\u00f6rderfahrzeugen sowie dem Bedienen verschiedener Anbauger\u00e4te.<\/p>\n<p>Die Firma elobau hat diesen Griff bereits vor zehn Jahren konzipiert und stellt ihn seitdem aus einem herk\u00f6mmlichen, erd\u00f6lbasierten PA (Polyamid) her. Gemeinsam mit dem IfBB konnte f\u00fcr diese Musteranwendung nun auch ein biobasiertes Material gefunden werden, das allen Anforderungen an die Verarbeitung gerecht wird. Zuk\u00fcnftig sollen auch weitere Bauteile wie Armlehnen aus diesem Material produziert werden.<\/p>\n<p>Mit seiner auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Firmenphilosophie steht der Einsatz von Biokunststoffen schon sehr lange auf der Agenda von elobau. Allerdings waren die ersten Erfahrungen des Prozessverantwortlichen mit Biokunststoffen, damals noch in einem anderen Unternehmen, keine guten. \u201eWir bekamen ein mit Holzsp\u00e4nen versetztes PP (Polypropylen) und die Information: Bei der Verarbeitung bleibt alles beim Alten \u2013 stimmte leider nicht. Darum war ich auch etwas skeptisch, als meine Kollegen aus der Entwicklungsabteilung bei elobau mit der Idee kamen, einmal glasfaserverst\u00e4rktes Bio-PA zu testen\u201c, so Patrick Berger, Mitarbeiter in der Arbeitsvorbereitung bei elobau. \u201eAllerdings bekamen wir dieses Mal professionelle Unterst\u00fctzung durch das IfBB, sowohl bei der Materialauswahl als auch bei den ersten Abmusterungen und der Adaptierung der Verarbeitungsparameter.\u201c Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Nachdem die Maschinenparameter auf das neue Material angepasst wurden, lief der Prozess reibungslos. \u201eEin enormer Vorteil\u201c, meint Patrick Berger, \u201ewir k\u00f6nnen den Verarbeitungsprozess genauso stabil fahren wie zuvor und f\u00fcr den Nutzer gibt es keinen Unterschied in der Haptik.\u201c<\/p>\n<p>Und der Preis? \u201eDer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung ist es wichtig, mit der Zeit zu gehen, obwohl allen klar ist, dass die neuen Materialien und damit auch das neue Produkt etwas teurer sein werden, zumindest anf\u00e4nglich, bis die Produktionszahlen steigen, dann gleichen sich die Material- und Produktionskosten sicher auch wieder den derzeitigen Kosten an\u201c, so Herr Berger.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Hintergr\u00fcnde:<\/h3>\n<h3>Das Projekt:<\/h3>\n<p>Das vom BMEL \u00fcber seinen Projekttr\u00e4ger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gef\u00f6rderte Verbundvorhaben von f\u00fcnf Partnern richtet sich speziell an Kunststoffverarbeiter. Sie sollen bei der Verarbeitung biobasierter Kunststoffe unterst\u00fctzt werden. Die Unterst\u00fctzung kann bereits bei der Materialauswahl ansetzen und bis zur Abmusterung einzelner Produkte reichen. Die hieraus gewonnenen Daten zur Verarbeitung von Biokunststoffen werden allen Interessierten zur Verf\u00fcgung gestellt unter: <a href=\"http:\/\/www.biokunststoffe-verbarbeiten.de\" target=\"_blank\">www.biokunststoffe-verbarbeiten.de<\/a> und <a href=\"http:\/\/biopolymer.materialdatacenter.com\" target=\"_blank\">http:\/\/biopolymer.materialdatacenter.com<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/verarbeitungsprojekt.ifbb-hannover.de\/\" target=\"_blank\">Zum Verarbeitungsprojekt<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Das Produkt im neuen Format:<\/h3>\n<p>Im ersten Schritt konnte das IfBB das Unternehmen bei der Materialauswahl unterst\u00fctzen. Die Recherche ergab zun\u00e4chst vier infrage kommende Biokunststoffe. Darunter war ein PTT-GF3, ein PA1010-GF50 du ein weiteres PA610GF30. Aufgrund der speziellen Produktanforderungen fiel die Wahl am Ende auf ein teil-biobasierte PA:<\/p>\n<p>Hersteller: EMS\u2010Grivory Grilamid 2SV\u201030H black 9992<\/p>\n<p>Rezeptur: PA610-GF30<\/p>\n<p>gmodul dry: 9000 MPa<\/p>\n<p>Zugmodul cond: 7000 MPa<\/p>\n<p>Dichte: 1,31 g\/cm\u00b3<\/p>\n<p>Schwindung parallel: 0,2 %<\/p>\n<p>Schwindung senkrecht: 0,8 %<\/p>\n<p>Brennbarkeit: Klasse HB\/Dicke 0,8<\/p>\n<p>UV: best\u00e4ndig<\/p>\n<p>Chemische Best\u00e4ndigkeit: Einsatz f\u00fcr Hydraulik\u2010 und Kraftstoff\u2010Systeme<\/p>\n<p>Bioanteil: ca. 43 %<\/p>\n<p>Das Material wird zu einem Armaturenteil in einem Traktor verarbeitet und ist damit unterschiedlichsten \u00e4u\u00dferen Faktoren ausgesetzt wie z. B. UV-Strahlung, Temperaturschwankungen, Kontakt mit Treibstoff und \u00d6len sowie anderen Chemikalien.<\/p>\n<p>Aktuell werden an Normpr\u00fcfk\u00f6rpern, produziert vom IfBB, Best\u00e4ndigkeitstests durchgef\u00fchrt, um die Auswirkung auf die resultierenden Materialeigenschaften zu untersuchen.<\/p>\n<p>In dem verwendeten Bio-PA macht Rizinus\u00f6l den biogenen Anteil aus und ersetzt das Erd\u00f6l als Polymerrohstoff. Im Rahmen der vom IfBB unterst\u00fctzten Abmusterungen vor Ort ergaben sich folgende Verarbeitungsparameter f\u00fcr die spritzgie\u00dftechnische Bauteilherstellung:<\/p>\n<p>Schlie\u00dfkraft: 100 t<\/p>\n<p>Anzahl Formfenster: 1 &#8211; Hei\u00dfkanalwerkzeug<\/p>\n<p>Trocknung: ja<\/p>\n<p>Trocknungszeit:4 h<\/p>\n<p>Trocknungstemperatur: 80 \u00b0C<\/p>\n<p>Handling: Teilentnahme<\/p>\n<p>Teil- u. Schussgewicht: 63,1 g<\/p>\n<p>Anguss: 4,67 g<\/p>\n<p>Zylinder: Tragk\u00f6rpertemperatur zwischen 260 und 280 \u00b0C<\/p>\n<p>Wasserk\u00fchlung: 80 \u00b0C<\/p>\n<p>Zykluszeit: 62 sek.<\/p>\n<p>F\u00fcllzeit: 0,86 sek.<\/p>\n<p>Tr\u00e4gerk\u00f6rper (Einzug): 80 \u00b0C<\/p>\n<p>Werkzeugtemp.: AS 65 \u00b0C \/ DS 80 \u00b0C<\/p>\n<p>Unter den nachfolgenden Links kommen Sie in den Projektdatenbanken direkt zu dem verwendeten PA 610 sowie zu s\u00e4mtlichen Ergebnissen, die auch im Rahmen des Verarbeitungsprojektes erforscht wurden:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/Biokunststoffe-verarbeiten.de\/db\/home\/show\/0\/mk46\" target=\"_blank\">http:\/\/Biokunststoffe-verarbeiten.de\/db\/home\/show\/0\/mk46<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/biopolymer.materialdatacenter.com\/bo\/standard\/main\/ds\/0\" target=\"_blank\">http:\/\/biopolymer.materialdatacenter.com\/bo\/standard\/main\/ds\/0<\/a><\/p>\n<p>Das Verbundvorhaben zur Verarbeitung von Biokunststoffen endet im Januar 2018. Aus diesem Grund findet am 09. November im Beisein aller Beteiligten und des f\u00f6rdernden Ministeriums sowie seinem Projekttr\u00e4ger die Abschlussveranstaltung in Berlin statt. Hierzu laden wir Sie gerne ein!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Details zur Veranstaltung und zur Anmeldung finden Sie unter: <a href=\"http:\/\/verarbeitungsprojekt.ifbb-hannover.de\/de\/veranstaltung\/verarbeitung-von-biokunststoffen-abschlusstagung-29.html\" target=\"_blank\">http:\/\/verarbeitungsprojekt.ifbb-hannover.de\/de\/veranstaltung\/verarbeitung-von-biokunststoffen-abschlusstagung-29.html<\/a><\/p>\n<p>Als Besucher der FAKUMA 2017 k\u00f6nnen Sie sich auch am Stand des SKZ, Halle B2, Stand 2202, \u00fcber das Projekt informieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kontakt<\/h3>\n<p>Nuse Lack-Ers\u00f6z<br \/>\nIfBB \u2013 Institut f\u00fcr Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe<br \/>\nHochschule Hannover<br \/>\nTelefon 0511 9296-2278<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:nuse.lack@hs-hannover.de\" target=\"_blank\">nuse.lack@hs-hannover.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das IfBB unterst\u00fctzte die elobau GmbH &amp; Co. 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