{"id":46844,"date":"2017-10-23T07:29:35","date_gmt":"2017-10-23T05:29:35","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=46844"},"modified":"2017-10-18T14:21:53","modified_gmt":"2017-10-18T12:21:53","slug":"er-baut-boote-mit-naturfasern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/er-baut-boote-mit-naturfasern\/","title":{"rendered":"Er baut Boote mit Naturfasern"},"content":{"rendered":"<p>Der Bremer Boots-und Schiffbaumeister Friedrich Deimann hat sein Handwerk in einem klassischen Holzbootsbaubetrieb gelernt. Sp\u00e4ter arbeitete er auf einer Werft, die glasfaserverst\u00e4rkten Kunststoff (GFK) nutzt \u2013 ganz klassisch. Dort kam Deimann eine Idee, f\u00fcr die er am Dienstagabend den \u201eBremer Umweltpreis\u201c bekommen hat.<\/p>\n<p>Mit seinem 2013 gegr\u00fcndeten Unternehmen \u201eGreenboats\u201c fertigt Deimann, 31, Bootsr\u00fcmpfe nicht mehr aus Kunststoff, sondern aus nat\u00fcrlichen Materialien. Bootsbau mit Naturfasern \u2013 das hat etwas Revolution\u00e4res. Und das Interesse daran ebbt nicht ab.<br \/>\nHolz nicht zeitgem\u00e4\u00df<\/p>\n<p>Glas- und Kohlefasermaterialien seien \u201eunangenehm zu verarbeiten\u201c und enthielten \u201eviele Giftstoffe\u201c, so Deimann. Zur\u00fcck zum Holz wollte er bei seinen Yachten aber auch nicht: \u201eNicht mehr zeitgem\u00e4\u00df.\u201c Also suchte er nach Alternativen, die auch die Vorteile des Kunststoffbaus haben \u2013 schlie\u00dflich sei Kunststoff \u201esuperleicht\u201c und gut \u201ein Serie\u201c zu verarbeiten. Und er \u201everrottet nicht\u201c.<\/p>\n<p>Eigenschaften, die nun auch die Bio-Boote von \u201eGreenboats\u201c haben. Statt Glasfaser nimmt Deimann Flachsfaser f\u00fcr die Deckschicht. Statt Schaum f\u00fcr den Kern seines im Sandwichverfahren gefertigten Materials nimmt er Kork \u2013 etwa als Granulat aus der Altkorksammlung. F\u00fcr die untere Schicht greift Deimann nicht zu Erd\u00f6lharz, sondern zu Produkten auf Lein\u00f6lbasis.<\/p>\n<p>Mit diesem Konzept haben die Entwickler des ersten Serien-Segelboots aus nat\u00fcrlichen Materialien 19 Mitbewerber um den mit 10\u200a000 Euro dotierten \u201eUmweltpreis\u201c hinter sich gelassen. Neben \u201eGreenboats\u201c (Sitz: Haferwende, Horn) waren das Atlantic-Hotel \u201eSail City\u201c (Bremerhaven), die Fischmanufaktur \u201eDeutsche See\u201c mit ihrer Solar-K\u00fchllogistik und das Bremerhavener Kommunikationsger\u00e4te-Reparaturprojekt \u201eSiwona\u201c ins Finale des Wettbewerbs gekommen. \u00dcber die Preisvergabe entschied eine siebenk\u00f6pfige Jury.<\/p>\n<p>\u201eWir gratulieren Deimann zu einem Werkstoff, der wegweisend in industriellen Produktionsprozessen werden kann. F\u00fcr das Land Bremen ist das ein echtes Aush\u00e4ngeschild\u201c, sagte Umweltsenator Joachim Lohse (Gr\u00fcne), Schirmherr des Wettbewerbs.<\/p>\n<p>Vier Bio-Boote<\/p>\n<p>Vier Bio-Boote hat das \u201eGreenboats\u201c-Team inzwischen gebaut. Das Unternehmen entwickelt neben Motorbooten und Yachten auch Kanus, Kites und andere Boards. \u201eWir reduzieren die Schadstoffbelastung allein durch den Verzicht auf roh\u00f6lbasierende Glasfaser- und Kohlefaserkunststoffe erheblich. Das kommt nicht nur der Umwelt zugute, sondern auch den Mitarbeitern in der Verarbeitung und unseren Kunden\u201c, so Deimann. Auf einer Bio-Yacht herrsche \u201eein anderes Raumklima\u201c, es gebe \u201ekeine Geruchsbelastung\u201c. Die Bio-Boote sind etwa 15 Prozent teurer als konventionell gefertigte.<\/p>\n<p>Auch in anderen Branchen ist man auf Deimanns Material aufmerksam geworden. Es lasse sich beispielsweise auch im Fahrzeugbau einsetzen, sagt der Bootsbaumeister. Deimann will es auch als Plattenwerkstoff anbieten. Und so wird das Preisgeld gleich investiert. Der 31-J\u00e4hrige m\u00f6chte sich damit n\u00e4mlich nun eine Plattenpresse anschaffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bremer Boots-und Schiffbaumeister Friedrich Deimann hat sein Handwerk in einem klassischen Holzbootsbaubetrieb gelernt. Sp\u00e4ter arbeitete er auf einer Werft, die glasfaserverst\u00e4rkten Kunststoff (GFK) nutzt \u2013 ganz klassisch. Dort kam Deimann eine Idee, f\u00fcr die er am Dienstagabend den \u201eBremer Umweltpreis\u201c bekommen hat. 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