{"id":46616,"date":"2017-10-17T07:20:00","date_gmt":"2017-10-17T05:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=46616"},"modified":"2021-09-09T21:36:39","modified_gmt":"2021-09-09T19:36:39","slug":"energiewende-technologieoffener-ansatz-bietet-am-meisten-vorteile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/energiewende-technologieoffener-ansatz-bietet-am-meisten-vorteile\/","title":{"rendered":"Energiewende: Technologieoffener Ansatz bietet am meisten Vorteile"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Verf\u00fcgbare Technologien erm\u00f6glichen 90 Prozent weniger CO<sub>2<\/sub>-Emissionen bis 2050<\/strong><\/li>\n<li><strong>Sektorziele im Klimaschutzplan 2050 noch nicht optimal bestimmt<\/strong><\/li>\n<li><strong>Weichen m\u00fcssen jetzt gestellt werden<\/strong><\/li>\n<li><strong>Kuhlmann: \u201eKlimaschutz braucht Wettbewerb und Innovation\u201c<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Deutschland kann seine CO<sub>2<\/sub>-Emissionen bis im Jahr 2050 um bis zu 90 Prozent reduzieren, wenn heute bekannte Technologien in einem ambitionierten Transformationspfad optimal genutzt werden. Daf\u00fcr m\u00fcssen die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen bereits in der neuen Legislaturperiode konsequent darauf ausgerichtet werden, dass Klimaschutztechnologien sich in einem marktwirtschaftlichen Wettbewerb beweisen k\u00f6nnen. Die im Klimaschutzplan 2050 f\u00fcr das Jahr 2030 ermittelten Sektorziele entsprechen noch nicht den optimal austarierten Markierungen. Das ist ein erstes Zwischenfazit aus der <a href=\"https:\/\/shop.dena.de\/fileadmin\/denashop\/media\/Downloads_Dateien\/esd\/9214_dena-Leitstudie-Integrierte-Energiewende_Zwischenfazit.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leitstudie Integrierte Energiewende<\/a>, die die Deutsche Energie-Agentur (dena) derzeit mit wissenschaftlichen Gutachtern und \u00fcber 50 Unternehmen und Wirtschaftsverb\u00e4nden aus allen f\u00fcr die Energiewende relevanten Branchen erarbeitet.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eEnergiewende ist machbar, wenn wir sie entschlossen, technologieoffen und im breiten Dialog angehen\u201c, sagte der Vorsitzende der dena-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, Andreas Kuhlmann, bei der Vorstellung des Zwischenfazits in Berlin. \u201eGenau hier setzen wir mit unserer Studie an. Wir bringen alle Branchen und Sektoren an einen Tisch: Energieerzeugung und -verteilung, Geb\u00e4ude, Industrie, Mobilit\u00e4t. Gemeinsam erarbeiten wir praxisnahe und zielorientierte Transformationspfade. Die Leitstudie der dena ist ein Angebot an die Politik, die auch aus Sicht von Unternehmen bestm\u00f6glichen Transformationspfade zu identifizieren und m\u00f6glich zu machen. Bereits jetzt zeichnet sich deutlich ab, dass wir am besten fahren, wenn wir die richtigen Voraussetzungen f\u00fcr Wettbewerb und Innovationen schaffen. Szenarien, die auf einen Technologiemix setzen, zeigen sich in der dena-Leitstudie wirtschaftlicher und robuster als solche, die einseitig auf einen hohen Grad an Elektrifizierung setzen. Dabei brauchen wir langfristig planbare Anreize f\u00fcr Energieeffizienz und CO<sub>2<\/sub>-Vermeidung, die durch eine grundlegende Reform des bestehenden Systems an Steuern, Abgaben und Umlagen erreicht werden m\u00fcssen. Die Politik hat es in der Hand, in den bevorstehenden Koalitionsverhandlungen die Weichen f\u00fcr einen solchen Kurs zu stellen.\u201c<\/p>\n<h3>Drei Szenarien: Referenz, Elektrifizierung, Technologiemix<\/h3>\n<p><figure id=\"attachment_46623\" aria-describedby=\"caption-attachment-46623\" style=\"width: 214px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-46623 size-medium\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Bildschirmfoto-2017-10-13-um-13.37.46-214x300.png\" alt=\"Bildschirmfoto 2017-10-13 um 13.37.46\" width=\"214\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/10\/Bildschirmfoto-2017-10-13-um-13.37.46-214x300.png 214w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/10\/Bildschirmfoto-2017-10-13-um-13.37.46.png 361w\" sizes=\"auto, (max-width: 214px) 100vw, 214px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-46623\" class=\"wp-caption-text\"><a href=\"https:\/\/shop.dena.de\/sortiment\/detail\/?tx_zrwshop_pi1[pid]=558\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Brosch\u00fcre: Zwischenfazit: dena-Leitstudie Integrierte Energiewende<\/a><\/figcaption><\/figure>Die <a href=\"https:\/\/shop.dena.de\/fileadmin\/denashop\/media\/Downloads_Dateien\/esd\/9214_dena-Leitstudie-Integrierte-Energiewende_Zwischenfazit.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dena-Leitstudie<\/a> arbeitet mit drei Szenarien: Das erste baut als Referenzszenario auf den aktuellen Rahmenbedingungen und Marktentwicklungen sowie den geltenden politischen Entscheidungen auf. Das Klimaschutzziel von 80 bis 95 Prozent weniger CO<sub>2<\/sub>-Emissionen im Jahr 2050 im Vergleich zu 1990 wird in diesem Szenario klar verfehlt: Bis 2050 k\u00f6nnen die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen bestenfalls um 60 Prozent reduziert werden. Das zweite Szenario rechnet mit einer breiten Elektrifizierung in Industrie, Geb\u00e4uden und Verkehr und f\u00fchrt zu einer deutlichen Zunahme der Stromnachfrage. Hier k\u00f6nnen die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen um bis zu 90 Prozent reduziert werden.<\/p>\n<p>Das dritte Szenario l\u00e4sst einen breiten Mix an Technologien zu. Im Vergleich zum Elektrifizierungsszenario f\u00fchrt dieses Technologiemixszenario zu einem h\u00f6heren Anteil an gasf\u00f6rmigen und fl\u00fcssigen Brenn- und Kraftstoffen, die mit Hilfe von erneuerbaren Energien synthetisch erzeugt und haupts\u00e4chlich importiert werden. Es erm\u00f6glicht ebenfalls eine Reduktion der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen um 90 Prozent. Zus\u00e4tzlich bietet es mehrere Vorteile: Es nutzt bestehende und zuk\u00fcnftig notwendige Infrastrukturen besser aus und vereint die Vorteile verschiedener Infrastrukturen zu einem integrierten Energiesystem. Die Kosten f\u00fcr die Umstellung von Anlagen und Systemen auf klimafreundliche Energietr\u00e4ger sind niedriger, weil in den verschiedenen Anwendungsbereichen die jeweils wirtschaftlichsten Technologien zum Zug kommen k\u00f6nnen. Ein Technologiemix verringert zudem den Bedarf f\u00fcr den Ausbau des Stromnetzes, vor allem auf Verteilnetzebene. Schlie\u00dflich l\u00e4sst sich die Versorgungssicherheit leichter gew\u00e4hrleisten, weil mehr speicherbare Energietr\u00e4ger vorhanden sind.<\/p>\n<h3>Hohe Grundvoraussetzungen: mehr Energieeffizienz, mehr erneuerbare Energien, mehr Netze<\/h3>\n<p>Einige Trends ziehen sich durch alle Szenarien der dena-Leitstudie: Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss auf sehr hohem Niveau fortgesetzt und die Energieeffizienz in Haushalten, Industrie, Gewerbe und Verkehr deutlich gesteigert werden. Es bedarf eines erheblichen Ausbaus der Infrastruktur, insbesondere im Stromnetz. Die Anstrengungen in Forschung und Entwicklung m\u00fcssen verst\u00e4rkt werden, um Innovationen anzusto\u00dfen und z\u00fcgig in den Markt zu bringen. Dies gilt insbesondere f\u00fcr diejenigen industriellen Prozesse, f\u00fcr die nach heutigem Stand der Technik keine klimafreundliche Alternative existiert.<\/p>\n<p>Deutschland wird in jedem Fall darauf angewiesen sein, sich eng mit anderen L\u00e4ndern auszutauschen: sei es, um Schwankungen im Netz auszugleichen oder klimafreundliche Energietr\u00e4ger zu importieren; sei es, um die Entwicklung der notwendigen Energiewende-Technologien voranzutreiben oder internationale Vereinbarungen zur CO<sub>2<\/sub>-Vermeidung f\u00fcr energieintensive Branchen oder Anwendungsbereiche zu erzielen. Angesichts der gro\u00dfen und vielschichtigen Ver\u00e4nderungen, die die Energiewende mit sich bringt, wird der Erfolg schlie\u00dflich ma\u00dfgeblich davon abh\u00e4ngen, dass die Gesellschaft von den Chancen und Vorteilen dauerhaft \u00fcberzeugt ist.<\/p>\n<h3>Integrierte Energiewende als Leitbild<\/h3>\n<p>\u201eDie Leitstudie hilft uns, die Dimensionen der Energiewende besser zu erfassen. Gleichzeitig sehen wir auch, wo wir ansetzen m\u00fcssen, um aus ihr ein Erfolgsmodell zu machen\u201c, sagte Andreas Kuhlmann. \u201eHilfreich ist dabei vor allem das Leitbild der integrierten Energiewende. Integrierte Energiewende hei\u00dft, die wachsende Zahl an Komponenten aus allen Sektoren aufeinander abzustimmen und die verschiedenen Infrastrukturen und M\u00e4rkte zu einem intelligenten und nachhaltigen System zu verbinden. Jeder Sektor hat spezifische Anforderungen, Rahmenbedingungen, Infrastrukturen und Marktmechanismen. In der Leitstudie nehmen wir all diese Faktoren in den Blick. Wir verkn\u00fcpfen Diskussionen, die bisher noch auf einzelne Branchen konzentriert sind, und suchen im Dialog mit den beteiligten Akteuren nach den effizientesten und effektivsten L\u00f6sungen.<\/p>\n<p>Unser Zwischenfazit soll Impulse f\u00fcr die politische Debatte geben, insbesondere f\u00fcr die bevorstehenden Koalitionsverhandlungen und die \u00dcberarbeitung des Klimaschutzplans 2050. Wir bieten der Politik einen Einblick in die Sicht derer, die Energiewende und Klimaschutz in der Praxis umsetzen. Diese Sicht brauchen wir, wenn wir zu praktikablen, effizienten und breit akzeptierten L\u00f6sungen f\u00fcr eine integrierte Energiewende kommen wollen.\u201c<\/p>\n<h3>dena-Leitstudie Integrierte Energiewende<\/h3>\n<p>Das Zwischenfazit ist das Ergebnis der ersten Phase der dena-Leitstudie Integrierte Energiewende. Daf\u00fcr haben die beteiligten Partner gemeinsam drei Szenarien definiert, inklusive der \u00fcbergeordneten Parameter wie Bev\u00f6lkerungswachstum, Zinss\u00e4tze, Technologieentwicklung und Energiepreise. Au\u00dferdem wurden Entwicklungsm\u00f6glichkeiten der Sektoren Energieerzeugung und -verteilung, Geb\u00e4ude, Industrie und Mobilit\u00e4t erarbeitet und gegenseitige Abh\u00e4ngigkeiten untersucht. In einer umfassenden Modellierung wurde analysiert, wie die klimapolitischen Ziele erreicht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In der zweiten Phase werden weitergehende Sensitivit\u00e4ten modelliert und weitergehende Fragen bez\u00fcglich Plausibilit\u00e4t und Machbarkeit diskutiert. Dabei wird es auch darum gehen, Wege zu finden, wie die Reduktion der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen weiter gesteigert werden kann bis auf 95 Prozent im Jahr 2050. Die abschlie\u00dfenden Ergebnisse werden Mitte 2018 vorliegen. Das Ziel ist, die notwendigen Rahmenbedingungen, L\u00f6sungsbausteine und Gestaltungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr ein optimiertes, nachhaltiges Energiesystem bis 2050 zu identifizieren.<\/p>\n<p>Die integrierte Energiewende und die Leitstudie werden auch Thema sein auf dem dena-Kongress am 20. und 21. November in Berlin. Der dena-Kongress bietet die erste Gelegenheit nach der Bundestagswahl, bei einer branchen\u00fcbergreifenden Konferenz \u00fcber die Zukunft der Energiewende zu diskutieren. Weitere Informationen unter www.dena-kongress.de.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Partner der dena-Leitstudie<\/h3>\n<p>Mehr als 50 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft sind an der Erarbeitung der dena-Leitstudie Integrierte Energiewende beteiligt, darunter Energieversorger, Netzbetreiber, Beratungsunternehmen, Industrieunternehmen aller Branchen sowie Wirtschaftsverb\u00e4nde und Forschungsinstitute: 50Hertz Transmission, Aurubis AG, BASF SE, bayernets GmbH, BayWa r.e. renewable energy GmbH, Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie e.V. (BDH) \/ IG GmbH, BID Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft, Bundesindustrieverband Technische Geb\u00e4udeausr\u00fcstung e.V., Bundesverband energieeffiziente Geb\u00e4udeh\u00fclle (BuVEG), Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE), Bundesverband W\u00e4rmepumpe e.V. (BWP), Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Covestro AG, Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Mauerwerks- und Wohnungsbau e.V. (DGfM), DREWAG NETZ GmbH, DVGW Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V., E.ON SE, Energienetze Mittelrhein GmbH &amp; Co. KG, ENERTRAG AG EWE AG, erdgas schwaben GmbH, ESWE Versorgungs AG, EWE Netz GmbH, GASAG AG, Gasunie Deutschland Services GmbH, GP JOULE GmbH, Harz Energie Netz GmbH, Hydro Aluminium Deutschland GmbH, innogy SE, Institut f\u00fcr W\u00e4rme und Oeltechnik e.V. (IWO), Lechwerke AG, LEW Verteilnetz GmbH, Marquard &amp; Bahls AG, MDN Main-Donau Netzgesellschaft mbH, Mineral\u00f6lwirtschaftsverband e.V., Mitsubishi International GmbH, Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH, N-ERGIE AG, noventic, Nowega GmbH, ONTRAS Gastransport GmbH, Open Grid Europe GmbH, OsthessenNetz GmbH, Power Plus Communications AG, Reiner Lemoine Institut gGmbH, Rh\u00f6nEnergie Fulda GmbH, schwaben netz GmbH, Siemens AG, Stadtwerke Wiesbaden Netz GmbH, Team Consult G.P.E. GmbH, TEN Th\u00fcringer Energienetze GmbH &amp; Co. KG, TenneT TSO GmbH, terranets bw GmbH, Th\u00fcga Aktiengesellschaft, Th\u00fcga Energienetze GmbH, Th\u00fcringer Energie AG (Teag), Thyssengas GmbH, TransnetBW, Trimet Aluminium SE, UNITI Bundesverband, UPM GmbH, Verband Fenster + Fassade, Viessmann Werke GmbH &amp; Co. KG und Zukunft Erdgas GmbH.<\/p>\n<p>Wissenschaftlicher Hauptgutachter ist die ewi Energy Research &amp; Scenarios gGmbH mit einem Team unter der Leitung des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers Dr. Harald Hecking, erg\u00e4nzt durch die Fachgutachter ef.Ruhr GmbH, Prof. Dr.-Ing. Bert Oschatz (ITG Dresden), Prof. Dr.-Ing. Andreas Holm (FIW M\u00fcnchen), Prof. Peter Radgen und Dr. Frank May. Begleitet wird die dena-Leitstudie von einem Beirat mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft unter Leitung von Prof. Dr. Dirk Uwe Sauer, Vorsitzender des Direktoriums des Projekts \u201eESYS Energiesysteme der Zukunft (Phase 2)\u201c der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, acatech.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verf\u00fcgbare Technologien erm\u00f6glichen 90 Prozent weniger CO2-Emissionen bis 2050 Sektorziele im Klimaschutzplan 2050 noch nicht optimal bestimmt Weichen m\u00fcssen jetzt gestellt werden Kuhlmann: \u201eKlimaschutz braucht Wettbewerb und Innovation\u201c Deutschland kann seine CO2-Emissionen bis im Jahr 2050 um bis zu 90 Prozent reduzieren, wenn heute bekannte Technologien in einem ambitionierten Transformationspfad optimal genutzt werden. 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