{"id":4641,"date":"1999-09-13T00:00:00","date_gmt":"1999-09-12T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=19990913-01n"},"modified":"1999-09-13T00:00:00","modified_gmt":"1999-09-12T22:00:00","slug":"rechtsauffassung-des-bundesgesundheitsministeriums-bezueglich-thc-gehalt-in-lebensmitteln-klargestellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/rechtsauffassung-des-bundesgesundheitsministeriums-bezueglich-thc-gehalt-in-lebensmitteln-klargestellt\/","title":{"rendered":"Rechtsauffassung des Bundesgesundheitsministeriums bez\u00fcglich THC-Gehalt in Lebensmitteln klargestellt"},"content":{"rendered":"<p>In einem Brief vom 13.09.99 an Mathias Br\u00f6ckers, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der HanfHaus GmbH, Berlin stellte das Bundesgesundheitsministerium seine Rechtsauffassung bez\u00fcglich des THC-Gehaltes in Hanflebensmitteln klar. Die HanfHaus GmbH hatte um eine Kl\u00e4rung gebeten, nachdem im Mai diverse Hanflebensmittel beschlagnahmt worden waren (siehe auch Meldung vom <a HREF=\"http:\/\/www.bio-based.eu\/cgi-bin\/mih\/artikel.pl?id=-ID-&#038;artikel=19990728-01.news\">28.07.99<\/a>).<br \/>\nDemnach unterliegen Erzeugnisse, die aus Nutzhanf oder Cannabissamen hergestellt wurden, grunds\u00e4tzlich nicht dem Bet\u00e4ubungsmittelrecht, da deren Ausgangsprodukte als &#8220;ausgenommene Zubereitungen&#8221; keine Bet\u00e4ubungsmittel sind. Voraussetzung ist jedoch, dass der Verkehr &#8220;ausschlie\u00dflich &#8230; gewerblichen Zwecken dient, die einen Mi\u00dfbrauch zu Rauschzwecken ausschlie\u00dfen&#8221;. Cannabissamen darf &#8220;nicht zum unerlaubten Anbau bestimmt&#8221; sein (s. Ausnahmeregelung Buchstaben a und b in der Position Cannabis der Anlage 1 des Bet\u00e4ubungsmittelgesetzes-BtMG).<br \/>\nF\u00fcr den Handel mit hanfhaltigen Erzeugnissen folgt daraus, dass ihr THC-Gehalt so niedrig sein muss, dass beim Verzehr psychotrope Wirkungen ausgeschlossen sind. Im Sachverst\u00e4ndigenausschuss nach &sect; 1 Abs. 2 BtMG ist hierf\u00fcr bisher ein Grenzwert von 1 mg THC pro Tag diskutiert, aber nicht verbindlich festgelegt worden. Diese Menge kann normalerweise nicht erreicht werden, da die verwendeten Pflanzenteile des Nutzhanfs selbst h\u00f6chstens 0,3 % THC und die (sauberen bzw. gesch\u00e4lten) Hanfsamen \u00fcberhaupt kein THC enthalten. Die Sachverst\u00e4ndigen haben deshalb die Gefahr eines Missbrauchs seinerzeit insgesamt verneint (vgl. Amtliche Begr\u00fcndung, Teil 1, zur 7. Bet\u00e4ubungsmittelrechts-\u00c4nderungsverordnung, BR-Drucksache 899\/95).<br \/>\nAus der Sicht des Bundesgesundheitsministeriums kann bei der Kontrolle von Produkten aus Nutzhanf oder Cannabissamen grunds\u00e4tzlich davon ausgegangen werden, dass es sich um gesetzm\u00e4\u00dfige Produkte im Sinne der Ausnahmeregelungen des BtMG handelt. Nur wenn im Einzelfall ein konkreter Verdacht besteht, dass die vorgenannten Einschr\u00e4nkungen der Ausnahmeregelung zur Position Cannabis nicht eingehalten oder als Ausgangsstoffe Bet\u00e4ubungsmittel (Rauschhanf oder THC-Substanz) eingesetzt wurden, sei das Einschreiten der Strafverfolgungsbeh\u00f6rden angezeigt.<br \/>\nUnabh\u00e4ngig von der vorstehenden Rechtslage nach dem BtMG sind jedoch beim Inver-kehrbringen von THC-haltigen Lebensmitteln auch die lebensmittelrechtlichen Vorschriften zum Schutz der Gesundheit, insbesondere &sect; 8 LMBG, zu beachten. Ein Grenzwert f\u00fcr die aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden maximal duldbaren THC-Konzentrationen in Lebensmitteln ist noch nicht verbindlich festgelegt worden; die Festlegung eines Grenzwertes sei jedoch beabsichtigt. Bis dahin sollte nach Ansicht des Bundesgesundheitsministeriums die vom Ausschuss f\u00fcr Lebensmittel\u00fcberwachung der L\u00e4nder empfohlene zul\u00e4ssige Menge von 1-2 Mikrogramm THC pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht und Tag zugrunde gelegt werden.<br \/>\nDie Firma HanfHaus hatte um die Kl\u00e4rung der Rechtslage gebeten, da dieselbe ihrer Einsch\u00e4tzung nach weder bei der Polizei noch bei der Justiz in ausreichendem Ma\u00dfe bekannt sei.<\/p>\n<p>Autor: Klaus-Martin Meyer (nova)<br \/>\nEndredaktion: Michael Karus (nova)<br \/>\nQuelle: HanfHaus GmbH, Berlin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Brief vom 13.09.99 an Mathias Br&ouml;ckers, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der HanfHaus GmbH, Berlin stellte das Bundesgesundheitsministerium seine Rechtsauffassung bez&uuml;glich des THC-Gehaltes in Hanflebensmitteln klar. Die<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-4641","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4641","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4641"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4641\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4641"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4641"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4641"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=4641"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}