{"id":46291,"date":"2017-10-05T07:26:20","date_gmt":"2017-10-05T05:26:20","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=46291"},"modified":"2017-09-29T13:44:55","modified_gmt":"2017-09-29T11:44:55","slug":"bioplastik-loest-keine-abfallprobleme-deutsche-umwelthilfe-fordert-vermeidung-und-mehrwegsysteme-statt-greenwashing-durch-biokunststoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bioplastik-loest-keine-abfallprobleme-deutsche-umwelthilfe-fordert-vermeidung-und-mehrwegsysteme-statt-greenwashing-durch-biokunststoffe\/","title":{"rendered":"Bioplastik l\u00f6st keine Abfallprobleme: Deutsche Umwelthilfe fordert Vermeidung und Mehrwegsysteme statt Greenwashing durch Biokunststoffe"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Verpackungsm\u00fcll wird nicht umweltvertr\u00e4glich, weil er aus Biokunststoff besteht<\/strong><\/li>\n<li><strong>Derzeit keine gesamt\u00f6kologischen Vorteile von Biokunststoffen gegen\u00fcber solchen aus fossilem Roh\u00f6l <\/strong><\/li>\n<li><strong>Hersteller und H\u00e4ndler sollten anstelle von Bioplastik auf Mehrweg setzen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Die Begriffe \u201eBioplastik\u201c und \u201ebiologisch abbaubar\u201c kennzeichnen inzwischen eine Vielzahl von Verpackungen und Produkten und sollen einen besonders umweltfreundlichen Eindruck erwecken. Doch nicht alles was sich \u201egr\u00fcn\u201c gibt, ist auch \u201egr\u00fcn\u201c. Immer gr\u00f6\u00dfer werdende Mengen kurzlebiger und ressourcenvergeudender Wegwerfverpackungen sollen durch den Einsatz von Biokunststoffen legitimiert werden. Vorhandene \u00d6kobilanzen k\u00f6nnen jedoch bislang keine gesamt\u00f6kologischen Vorteile von Biokunststoffen im Vergleich zu Plastik aus fossilem Roh\u00f6l belegen. Dies entspricht auch der Einsch\u00e4tzung des Umweltbundesamtes und anderer europ\u00e4ischer Umweltagenturen. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert deshalb ein Ende des Greenwashings von Wegwerfverpackungen aus Bioplastik. Stattdessen sollten Ma\u00dfnahmen zur Abfallvermeidung umgesetzt und ressourcenschonende Mehrwegsysteme gef\u00f6rdert werden. \u00dcber die Umweltauswirkungen und Mythen zu Bioplastik hat die DUH ein <a href=\"http:\/\/www.duh.de\/fileadmin\/user_upload\/download\/Projektinformation\/Kreislaufwirtschaft\/Verpackungen\/170925_DUH_Infopapier_Bioplastik_FINAL.pdf\" target=\"_blank\">aktuelles Infopapier<\/a> ver\u00f6ffentlicht.<\/strong><\/p>\n<p>Aktuell werden Joghurt-Becher aus maisbasiertem Polylactid (PLA), Wasser-Einwegflaschen aus \u201e\u00d6ko-PET\u201c, Trinkjoghurtflaschen aus Zuckerrohr oder Coffee-to-go-Becher aus Papier und Bioplastik als \u00f6kologische Verpackungsinnovationen der Zukunft angepriesen. Hersteller und Vertreiber von Bioplastik schreiben ihren Produkten eine Vielzahl von Vorteilen zu: CO<sub>2<\/sub>-Neutralit\u00e4t, Ressourcenschonung oder Umweltfreundlichkeit. Mit diesen Argumenten werden zunehmend abfallarme und ressourcenschonende Mehrwegverpackungen verdr\u00e4ngt \u2013 ein besorgniserregender Trend.<\/p>\n<p>\u201eWenn in Fu\u00dfballstadien oder beim Picknick im Park aus Bioplastik-Einwegbechern getrunken wird, so werden im Vergleich zu Mehrwegbechern weder Ressourcen geschont, noch das Klima entlastet. Bioplastik ist eben nicht umweltfreundlich, nur weil es die Vorsilbe \u201ebio\u201c enth\u00e4lt. Tats\u00e4chlich bauen sich viele der sogenannten biologisch abbaubaren Kunststoffe in der Landschaft nicht schneller ab als herk\u00f6mmliche Kunststoffe. J\u00fcngste Studien zeigen zudem, dass sich die meisten dieser Biokunststoffe, wie etwa PLA, in Wasser praktisch nicht zersetzen. Bioplastik ist also nicht die L\u00f6sung gegen marines Littering oder die Verm\u00fcllung der Natur. Selbst wenn \u00d6kobilanzen in Zukunft zeigen sollten, dass Plastik aus nachwachsenden Rohstoffen besser ist als aus Erd\u00f6l, so darf das nicht als Legitimation f\u00fcr Wegwerfprodukte dienen. Wir brauchen keine Einwegverpackungen \u2013 egal aus welchem Werkstoff \u2013 sondern Mehrwegsysteme zur Schonung von Ressourcen und zum Schutz unserer Ozeane vor M\u00fcllteppichen\u201c, sagt der DUH-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00fcrgen Resch.<\/p>\n<p>Bioplastik-Hersteller werben oft mit der \u201eKompostierbarkeit\u201c ihrer Produkte. Doch h\u00e4ufig genug bereitet die Entsorgung solcher Produkte im Bioabfall gro\u00dfe Probleme. \u201eViele Kompostierer sortieren Biokunststoff aus, weil sie diesen nur schlecht von normalem Kunststoff unterscheiden k\u00f6nnen und nicht vollst\u00e4ndig abgebaute Biokunststoffe die Qualit\u00e4t des Komposts verschlechtern w\u00fcrden\u201c, erkl\u00e4rt Thomas Fischer, Leiter der DUH-Kreislaufwirtschaft.<\/p>\n<p>Normalerweise geh\u00f6ren gebrauchte Verkaufsverpackungen in den Gelben Sack. Bei vielen Biokunststoffen macht dieser Entsorgungsweg jedoch keinen Sinn, denn anders als bei gew\u00f6hnlichen Kunststoffen werden diese in der Regel nicht aussortiert und recycelt. \u201eF\u00fcr viele neuartige Biokunststoffe, wie etwa PLA, gibt es keine eigene Sortiergruppe und sie werden schlicht nicht abgetrennt, sondern gelangen mit anderen Sortierresten aus dem Gelben Sack in die Verbrennung. Im Ergebnis gibt es derzeit f\u00fcr viele Biokunststoffe keine aus Umweltsicht geeignete Entsorgungsl\u00f6sung\u201c, sagt Fischer.<\/p>\n<p>Unternehmen versuchen durch irref\u00fchrende oder falsche Aussagen Einwegverpackungen und kurzlebige Produkte aus Bioplastik als umweltfreundlich erscheinen zu lassen, um deren Verkauf zu f\u00f6rdern. In der Vergangenheit hatte die DUH irref\u00fchrende Aussagen zu unterschiedlichen Produkten aus Bioplastik gestoppt, wie etwa beim von Danone eingef\u00fchrten Activia-Becher aus PLA. \u201eEin Greenwashing durch Bioplastik darf es nicht geben. Wir werden es nicht akzeptieren, wenn einwegorientierte Konzerne versuchen, un\u00f6kologische Wegwerfverpackungen mit vermeintlichen Umweltvorteilen \u201egr\u00fcn\u201c zu waschen. Verbrauchert\u00e4uschende Werbung werden wir notfalls auch per Gerichtsentscheid stoppen\u201c, sagt Resch. Er fordert von den Verpackungsherstellern und H\u00e4ndlern auf Mehrwegverpackungen umzusteigen und auf irref\u00fchrende Aussagen zu Bioplastik zu verzichten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Links<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/www.duh.de\/fileadmin\/user_upload\/download\/Projektinformation\/Kreislaufwirtschaft\/Verpackungen\/170925_DUH_Infopapier_Bioplastik_FINAL.pdf\" target=\"_blank\">Unser Infopapier zu Biokunststoffen<\/a><\/p>\n<p>Weitere Informationen zum Thema Bioplastik: <a href=\"http:\/\/www.duh.de\/bioplastik\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.duh.de\/bioplastik\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kontakt<\/h3>\n<p>J\u00fcrgen Resch, Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer<br \/>\nTel.: 0171 3649170<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:resch@duh.de\" target=\"_blank\">resch@duh.de<\/a><\/p>\n<p>Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft<br \/>\nTel: 0151 18256692, 030 2400867-43<br \/>\nE-Mail: f<a href=\"mailto:ischer@duh.de\" target=\"_blank\">ischer@duh.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verpackungsm\u00fcll wird nicht umweltvertr\u00e4glich, weil er aus Biokunststoff besteht Derzeit keine gesamt\u00f6kologischen Vorteile von Biokunststoffen gegen\u00fcber solchen aus fossilem Roh\u00f6l Hersteller und H\u00e4ndler sollten anstelle von Bioplastik auf Mehrweg setzen Die Begriffe \u201eBioplastik\u201c und \u201ebiologisch abbaubar\u201c kennzeichnen inzwischen eine Vielzahl von Verpackungen und Produkten und sollen einen besonders umweltfreundlichen Eindruck erwecken. 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