{"id":46277,"date":"2017-10-04T07:26:09","date_gmt":"2017-10-04T05:26:09","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=46277"},"modified":"2017-09-29T12:25:02","modified_gmt":"2017-09-29T10:25:02","slug":"biomasse-produzieren-recht-auf-nahrung-wahren-food-security-kriterien-im-praxistest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biomasse-produzieren-recht-auf-nahrung-wahren-food-security-kriterien-im-praxistest\/","title":{"rendered":"Biomasse produzieren, Recht auf Nahrung wahren: Food Security-Kriterien im Praxistest"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_46278\" aria-describedby=\"caption-attachment-46278\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-46278 size-medium\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/PM_2017-51_FoodSecurity-300x225.jpg\" alt=\"PM_2017-51_FoodSecurity\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/09\/PM_2017-51_FoodSecurity-300x225.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/09\/PM_2017-51_FoodSecurity-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/09\/PM_2017-51_FoodSecurity-600x450.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-46278\" class=\"wp-caption-text\">Baumwoll-Farm in der C\u00f4te d\u2019Ivoire. Foto: WHH\/Schneider <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/uploads\/media\/PM_2017-51_FoodSecurity.jpg\" target=\"_blank\">&#8211; Zoom &#8211;<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>\u201eWeltweit beginnen L\u00e4nder damit, Bio\u00f6konomie-Strategien umzusetzen, in der Folge steigt die Nachfrage nach Biomasse f\u00fcr Non-food-Zwecke. In der EU haben sich die Regierungen vor diesem Hintergrund zum Grundsatz \u201eFood first!\u201c bekannt. Um diesen einzuhalten und zu \u00fcberpr\u00fcfen, fehlt es allerdings noch an einem praxistauglichen und allgemein anerkannten Zertifizierungsstandard. Diese L\u00fccke wollen wir schlie\u00dfen\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Rafa\u00ebl Schneider von der Welthungerhilfe. Gemeinsam mit dem WWF und dem Zentrum f\u00fcr Entwicklungsforschung der Universit\u00e4t Bonn werden derzeit die in einem Vorl\u00e4uferprojekt entwickelten Ern\u00e4hrungssicherungs-Kriterien in der Praxis erprobt. \u201eGro\u00dfe Nachhaltigkeitsstandards wie ISCC, RSPO und Cotton made in Africa kooperieren mit uns und werden den neuen Food Security Standard (FSS) unter realen Bedingungen pr\u00fcfen. Sie unterst\u00fctzen uns dabei, die Praxistauglichkeit sicherzustellen und nachzuweisen. Das ist ein Riesenerfolg!\u201c, so Schneider.<\/strong><\/p>\n<p>Das seit Mai dieses Jahres laufende Vorhaben wird vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) \u00fcber den Projekttr\u00e4ger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Freiwillige Standards und Zertifizierungskriterien f\u00fcr eine nachhaltige Biomasseproduktion gibt es bereits einige. Manche beziehen sich nur auf bestimmte Rohstoffe wie die Runden Tische f\u00fcr Palm\u00f6l bzw. Soja oder der Forest Stewardship Council (FSC) f\u00fcr Holz. Andere wie der International Sustainability &amp; Carbon Certification Standard (ISCC) oder das System des Schweizer Runden Tisches f\u00fcr nachhaltige Biomaterialien (Roundtable on Sustainable Biomaterials, RSB) sind auf diverse Rohstoffe anwendbar. Alle diese Systeme ber\u00fccksichtigen bislang jedoch kaum die Frage der Ern\u00e4hrungssicherheit, auch wenn sie in L\u00e4ndern zertifizieren, in denen Hunger herrscht. Die wenigen existierenden Vorschl\u00e4ge werden in der Praxis noch nicht angewandt, da sie sehr komplex sind.<\/p>\n<p>Hier setzen die drei Organisationen gemeinsam mit Zertifizierungsstandards an: Ihr Ziel ist es, bestehende Zertifizierungssysteme durch den Food Security Standard (FSS) so zu erg\u00e4nzen, dass die Einhaltung des Menschenrechts auf angemessene Ern\u00e4hrung1 auf lokaler Ebene bei der Produktion nachwachsender Rohstoffe \u00fcberpr\u00fcft und sichergestellt werden kann. Insbesondere L\u00e4nder und Regionen in Afrika, Asien und Lateinamerika, in denen dieses Recht in der Praxis nicht immer erf\u00fcllt wird, sollen davon profitieren. Dazu erarbeitete und publizierte das Zentrum f\u00fcr Entwicklungsforschung (ZEF) der Uni Bonn in Kooperation mit der Welthungerhilfe in einem Vorg\u00e4ngerprojekt bereits den konzeptionellen Rahmen und 45 konkrete Kriterien, die bei Zertifizierungsprozessen einsetzbar sind. Die Wissenschaftler hatten dazu existierende Standards analysiert, geeignete Kriterien \u00fcbernommen und fehlende erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p>Im seit Mai 2017 laufenden Vorhaben geht es nun darum, diese Kriterien in regul\u00e4r laufende Zertifizierungsprozesse zu integrieren. Dies erfolgt an Standorten, an denen bereits Biomasse f\u00fcr den Weltmarkt produziert wird. Als ersten Meilenstein konnte das Projekt bereits Absichtserkl\u00e4rungen f\u00fcr die Pilotzertifizierungen einholen: In Bolivien und Guatemala wird der Food Security Standard im Zuckerrohranbau Anwendung finden, und zwar sowohl bei Kleinbauern als auch auf Plantagen. In der C\u00f4te d\u2019Ivoire wird der kleinb\u00e4uerliche Baumwollanbau einbezogen. Ein Pilot ist im Kakaoanbau in Sierra Leone geplant. In Indonesien wird der \u00d6lpalmen-Anbau in das Projekt einbezogen. Um die Pilotprojekte einheitlich durchzuf\u00fchren, erstellen die Beteiligten ein Auditorenhandbuch. Dieses soll, basierend auf den Erfahrungen im Projektverlauf, kontinuierlich fortgeschrieben werden. Au\u00dferdem entstehen Trainingsmaterialien, die die Auditoren f\u00fcr die \u00dcberpr\u00fcfungen der Ern\u00e4hrungssicherung schulen.<\/p>\n<p>Die wissenschaftliche Begleitung des Vorhabens durch das ZEF zielt darauf, die tats\u00e4chliche Wirksamkeit des Food Security Standards bez\u00fcglich des Schutzes des Menschenrechts auf Nahrung sicherzustellen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich ist es Ziel des Vorhabens, den Food Security Standard nach erfolgreicher Erprobung bekannter zu machen. Dazu will das Projektteam auf weitere Standards und Unternehmen zugehen und den Dialog mit wichtigen Stakeholdern aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft suchen. Denn nur gemeinsam kann es gelingen, den Food Security Standard als Baustein zu etablieren, um das Primat der Ern\u00e4hrungssicherung in der Bio\u00f6konomie einzuhalten.<\/p>\n<p>Informationen zu den Teilprojekten und dem Vorl\u00e4uferprojekt sind unter folgenden F\u00f6rderkennzeichen (FKZ) zu finden:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22027315\" target=\"_blank\">FKZ 22027315:<\/a> Umsetzung der Ern\u00e4hrungssicherungskriterien im Rahmen von Biomasse-Nachhaltigkeitsstandards; Teilvorhaben 1: Anwendung im Rahmen von Biomasse-Nachhaltigkeitsstandards \u2013 Deutsche Welthungerhilfe e.V. \u2013 Laufzeit 05\/2017 \u2013 04\/2020<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22025616\" target=\"_blank\">FKZ 22025616:<\/a> Umsetzung der Ern\u00e4hrungssicherungskriterien im Rahmen von Biomasse-Nachhaltigkeitsstandards; Teilvorhaben 2: Wissenschaftliche Begleitforschung &#8211; Universit\u00e4t Bonn &#8211; Zentrum f\u00fcr Entwicklungsforschung \u2013 Laufzeit 05\/2017 \u2013 04\/2020<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22025516\" target=\"_blank\">FKZ 22025516: <\/a>Umsetzung der Ern\u00e4hrungssicherungskriterien im Rahmen von Biomasse-Nachhaltigkeitsstandards; Teilvorhaben 3: Integration in bestehende Zertifizierungssysteme \u2013 WWF Deutschland &#8211; Laufzeit 05\/2017 \u2013 04\/2020<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22013714\" target=\"_blank\">FKZ 22013714:<\/a> Erarbeitung eines Ern\u00e4hrungssicherheits-Standards f\u00fcr Zertifizierungen von Biomasse &#8211; Universit\u00e4t Bonn &#8211; Zentrum f\u00fcr Entwicklungsforschung (ZEF) \u2013 Laufzeit 11\/2014 \u2013 09\/2015<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><sup>1<\/sup><\/strong>Nach der Definition der FAO auf dem World Food Summit 1996, Rom: \u201eFood security exists when all people, at all times, have physical and economic access to sufficient, safe and nutritious food that meets their dietary needs and food preferences for an active and healthy life.\u201d<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWeltweit beginnen L\u00e4nder damit, Bio\u00f6konomie-Strategien umzusetzen, in der Folge steigt die Nachfrage nach Biomasse f\u00fcr Non-food-Zwecke. In der EU haben sich die Regierungen vor diesem Hintergrund zum Grundsatz \u201eFood first!\u201c bekannt. Um diesen einzuhalten und zu \u00fcberpr\u00fcfen, fehlt es allerdings noch an einem praxistauglichen und allgemein anerkannten Zertifizierungsstandard. Diese L\u00fccke wollen wir schlie\u00dfen\u201c, erkl\u00e4rt Dr. [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[10681,10608],"supplier":[6286,5487,19232,274,330,3155],"class_list":["post-46277","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biomasse","tag-biooekonomie","supplier-bundesministerium-ernahrung-landwirtschaft","supplier-welthungerhilfe","supplier-fachagentur-nachwachsende-rohstoffe-e-v-fnr","supplier-universitaet-bonn","supplier-world-wide-fund-for-nature-wwf","supplier-zentrum-fuer-entwicklungsforschung-zef"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46277","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=46277"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46277\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=46277"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=46277"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=46277"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=46277"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}