{"id":45888,"date":"2017-09-08T07:41:26","date_gmt":"2017-09-08T05:41:26","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=45888"},"modified":"2017-09-14T08:46:14","modified_gmt":"2017-09-14T06:46:14","slug":"biokraftstoffe-der-ersten-generation-ebenso-nachhaltig-wie-die-der-zweiten-generation-deutliche-reduktion-von-treibhausgasen-bei-beiden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biokraftstoffe-der-ersten-generation-ebenso-nachhaltig-wie-die-der-zweiten-generation-deutliche-reduktion-von-treibhausgasen-bei-beiden\/","title":{"rendered":"Biokraftstoffe der ersten Generation ebenso nachhaltig wie die der zweiten Generation \u2013 deutliche Reduktion von Treibhausgasen bei beiden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine umfangreiche, vom nova-Institut durchgef\u00fchrte Nachhaltigkeitsstudie zeigt, dass Bioethanol der ersten Generation f\u00fcr eine tragf\u00e4hige Klimastrategie ebenso vorteilhaft ist wie Bioethanol der zweiten Generation. Die Ergebnisse lassen erkennen, dass die systematische Diskriminierung von Biokraftstoffen der ersten Generation im derzeitigen Vorschlag der Kommission in keinster Weise wissenschaftlich begr\u00fcndbar ist. Es w\u00e4re daher kontraproduktiv, den Anteil von Kraftstoffen der ersten Generation im Energiemix der EU weiter zu reduzieren.<\/strong><\/p>\n<p>Erstmals wird die Studie am 26. September 2017 in Br\u00fcssel vorgestellt und diskutiert. Das vollst\u00e4ndige Programm der internationalen Konferenz \u201eNachhaltiges Bioethanol der ersten und zweiten Generation f\u00fcr Europa \u2013 Chancen f\u00fcr Mensch, Erde und Wirtschaft\u201d findet sich unter <a href=\"http:\/\/www.bio-based.eu\/sustainablefuels\" target=\"_blank\">www.bio-based.eu\/sustainablefuels<\/a><\/p>\n<p>Zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Bioethanol der ersten und zweiten Generation wurden zw\u00f6lf Hauptkriterien ausgew\u00e4hlt. Die Auswahl der Kriterien beruhte auf den aktuellsten Normen und Zertifizierungssystemen f\u00fcr biobasierte Kraft- und Werkstoffe einschlie\u00dflich einer breiten Palette an \u00f6kologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekten. Wegen des anhaltenden Vorwurfs, Biokraftstoffe der ersten Generation gef\u00e4hrdeten die Ern\u00e4hrungssicherheit, wurde auf diesen Faktor besonderes Augenmerk gelegt.<br \/>\nDie Analyse der zw\u00f6lf verschiedenen Nachhaltigkeitskriterien zeigt, dass alle untersuchten Rohstoffe in Bezug auf ihre Nachhaltigkeit klare St\u00e4rken, aber auch gewisse Schw\u00e4chen aufweisen:<\/p>\n<p>Alle Rohstoffe bewirken eine betr\u00e4chtliche Reduktion von Treibhausgasemissionen (THG). Zwar schneiden Kraftstoffe der zweiten Generation in dieser Beziehung besser ab, doch dieser Effekt relativiert sich deutlich, wenn man ihn mit den Vermeidungskosten verrechnet. Die Reduzierung von THG-Emissionen mit Biokraftstoffen der zweiten Generation ist ein vergleichsweise teurer Weg zur Abmilderung des Klimawandels.<br \/>\nBetrachtet man den oftmals kritisierten Aspekt der negativen Auswirkungen von Biokraftstoffen der ersten Generation auf die Ern\u00e4hrungssicherheit, so deuten die Erkenntnisse tats\u00e4chlich in genau die gegenteilige Richtung. Die Konkurrenz um Ackerland wird ausgeglichen durch die hervorragende Fl\u00e4cheneffizienz von Energiepflanzen der ersten Generation (vor allem der Zuckerr\u00fcbe) sowie das Vorhandensein proteinhaltiger Nebenprodukte (vor allem bei Weizen und Mais). In diesem Zusammenhang stellt die Nutzung von Kurzumtriebsplantagen (KUP) f\u00fcr Biokraftstoffe eine viel gr\u00f6\u00dfere Konkurrenz f\u00fcr das Ackerland dar, da hierf\u00fcr viel mehr Anbaufl\u00e4che aufgewandt werden muss und keine proteinhaltigen Nebenprodukte anfallen.<br \/>\nDie Ergebnisse zeigen deutlich, dass die systematische Diskriminierung von Biokraftstoffen der ersten Generation im derzeitigen Vorschlag der Kommission in keinster Weise wissenschaftlich begr\u00fcndbar ist.<\/p>\n<p>Auf dem Weg zu einem klimafreundlichen Europa bieten Biokraftstoffe aus allen Rohstoffen Vorteile in Bezug auf die Verringerung der Treibhausgasemissionen und sollten gleicherma\u00dfen Teil einer tragf\u00e4higen \u00dcbergangsstrategie hin zu einer emissionsarmen Mobilit\u00e4t sein, solange sie den Nachhaltigkeitskriterien entsprechen.<br \/>\nDie Autoren empfehlen, die bestehenden 7% f\u00fcr aus Nahrungspflanzen gewonnene Kraftstoffe beizubehalten und unter RED II den Anteil von Brennstoffen der ersten Generation nicht noch weiter zu verringern.<\/p>\n<p>Der Bericht analysiert die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen aller Rohstoffe f\u00fcr die Produktion von Bioethanol anhand von Kriterien wie deren Treibhausgasbilanz, Treibhausgasvermeidungskosten, Fl\u00e4cheneffizienz, Ern\u00e4hrungssicherheit, eiwei\u00dfhaltige Nebenprodukte, Besch\u00e4ftigung, l\u00e4ndliche Entwicklung, Existenzsicherung von Landwirten und Forstarbeitern, direkte und indirekte Risiken der Landnutzungs\u00e4nderung (LUC \/ iLUC), Logistik, Infrastruktur, Verf\u00fcgbarkeit, Nachverfolgbarkeit, gesellschaftliche Auswirkungen, Artenvielfalt sowie die Qualit\u00e4t von Luft und Boden. Die Ergebnisse f\u00fcr die einzelnen Pflanzengruppen lassen sich wie folgt zusammenfassen:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/17-09-07-Overview-ranking-results-Bioethanol-study.png\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-45724\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/17-09-07-Overview-ranking-results-Bioethanol-study-1024x611.png\" alt=\"17-09-07-Overview-ranking-results-Bioethanol-study\" width=\"550\" height=\"328\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/09\/17-09-07-Overview-ranking-results-Bioethanol-study-1024x611.png 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/09\/17-09-07-Overview-ranking-results-Bioethanol-study-300x179.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/09\/17-09-07-Overview-ranking-results-Bioethanol-study-600x358.png 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/09\/17-09-07-Overview-ranking-results-Bioethanol-study.png 1134w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><\/p>\n<h3>Zuckerpflanzen<\/h3>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte St\u00e4rke von Zuckerrohr und Zuckerr\u00fcbe ist ihre au\u00dferordentlich hohe Fl\u00e4cheneffizienz. Aus keiner anderen Biomasse l\u00e4sst sich so viel Bioethanol pro Hektar gewinnen. Hohe Reduktion von Treibhausgasemissionen und vor allem die niedrigsten Treibhausgasvermeidungskosten sind weitere Vorteile. Infrastruktur und Logistik sind in diesem Bereich gut entwickelt, und die Nebenprodukte werden als Futtermittel verwendet. Die gr\u00f6\u00dften Nachteile sind die Auswirkungen der intensiven Landwirtschaft auf die Artenvielfalt, Wasser, Luft und Boden \u2013 wegen der hohen Fl\u00e4cheneffizienz jedoch sind diese Auswirkungen \u00f6rtlich begrenzt.<\/p>\n<h3>St\u00e4rkepflanzen<\/h3>\n<p>Der Hauptvorteil der St\u00e4rkepflanzen liegt in ihren proteinhaltigen Nebenprodukten, die einen hohen Wert als Futtermittel haben. Die Fl\u00e4cheneffizienz ist geringer als bei den Zuckerpflanzen, aber h\u00f6her als bei Holz. Die Reduzierung von Treibhausgasemissionen f\u00e4llt geringer aus als bei anderen Arten von Biomasse, doch dies ist nur die halbe Wahrheit, was zu einem gro\u00dfen Teil an den besonderen \u00d6kobilanzstandards liegt, die in der Erneuerbare-Energien-Richtlinie angesetzt werden. Infrastruktur und Logistik sind f\u00fcr St\u00e4rkepflanzen gut entwickelt. Die gr\u00f6\u00dften Nachteile sind die Auswirkungen auf Wasser, Luft und Boden sowie auf die Artenvielfalt, die aufgrund der intensiven Landwirtschaft entstehen.<\/p>\n<h3>Frischholz und Kurzumtriebsplantagen<\/h3>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Vorteil in der Verwendung von Holz als Rohstoff f\u00fcr die Treibstoffgewinnung liegt in der geringen Konkurrenz zum Ackerland und somit im Fehlen von direkten oder indirekten Risiken der Landnutzungs\u00e4nderung (LUC \/ iLUC). F\u00fcr Kurzumtriebsplantagen (KUP) trifft dies allerdings nur dann zu, wenn sie nicht auf Ackerland eingerichtet werden. F\u00fcr Holz sind Infrastruktur und Logistik gut entwickelt; bei den KUP ist dies weniger der Fall. Die Reduktion der Treibhausgasemissionen liegt im selben Bereich wie bei Zuckerpflanzen, aber die Treibhausgasvermeidungskosten sind hier viel h\u00f6her. Haupts\u00e4chliche Nachteile in diesem Bereich sind die \u00fcberaus geringe Fl\u00e4chenproduktivit\u00e4t und die fehlenden Nebenprodukte f\u00fcr den Futtermittelmarkt.<\/p>\n<h3>Abfall- und Reststoffe<\/h3>\n<p>Die wesentliche St\u00e4rke der Verwertung von Abfall- und Reststoffen zur Brennstoffgewinnung liegt in der h\u00f6chsten Reduzierung von Treibhausgasemissionen aller verglichenen Gruppen \u2013 die zum Teil auf die in der Erneuerbare-Energien-Richtlinie angewandten besonderen \u00d6kobilanzstandards zur\u00fcckzuf\u00fchren ist \u2013 sowie in den geringsten Auswirkungen auf die Artenvielfalt sowie Wasser, Luft und Boden. Die gr\u00f6\u00dften Nachteile finden sich in den hohen Treibhausgasvermeidungskosten, einer kaum entwickelten Infrastruktur und Logistik, geringer Nachverfolgbarkeit und vor allem in der begrenzten Verf\u00fcgbarkeit.<\/p>\n<p>Die Kurzfassung der Studie \u201cSustainable First and Second Generation Bioethanol\u201d ist unter <a href=\"www.bio-based.eu\/policy\" target=\"_blank\">www.bio-based.eu\/policy<\/a> erh\u00e4ltlich. Auch die Langfassung wird in der n\u00e4chsten Woche dort ver\u00f6ffentlicht werden. Die Studie wurde von CropEnergies in Auftrag gegeben und vom nova-Institut durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Diese Pressemitteilung als PDF: <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/17-09-13-PM-Bioethanol-Studie_nova.pdf\">17-09-08 PM Bioethanol Studie_nova<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Studie untersucht Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen qualitativ und quantitativ vor dem Hintergrund der EU-Verhandlungen zur Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II)<\/p>\n","protected":false},"author":58,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572,7192],"tags":[],"supplier":[221,4],"class_list":["post-45888","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","category-novapress","supplier-cropenergies-ag","supplier-nova-institut-gmbh"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45888","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/58"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45888"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45888\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45888"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45888"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45888"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=45888"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}