{"id":45509,"date":"2017-09-01T07:00:09","date_gmt":"2017-09-01T05:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.chemie.de%2Fnews%2F164574%2Fplattform-chemikalien-aus-nachwachsenden-rohstoffen.html%3FWT.mc_id%3Dca0065"},"modified":"2017-08-29T11:40:33","modified_gmt":"2017-08-29T09:40:33","slug":"plattform-chemikalien-aus-nachwachsenden-rohstoffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/plattform-chemikalien-aus-nachwachsenden-rohstoffen\/","title":{"rendered":"Plattform-Chemikalien aus nachwachsenden Rohstoffen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Verfahrenstechniker der Otto-von-Guericke-Universit\u00e4t Magdeburg arbeiten erfolgreich daran, die f\u00fcr die Herstellung vieler chemischer Produkte bisher verwendeten Ausgangsstoffe Erd\u00f6l und Erdgas durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen. Vor dem Hintergrund knapper werdender fossiler Rohstoffe suchen sie gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Dortmund, Berlin und Magdeburg nach neuen hocheffizienten und nachhaltigen Produktionsrouten, mit deren Hilfe langkettige Kohlenwasserstoffe in Ausgangsstoffe f\u00fcr Farben, Lacke, Arznei-, Wasch- oder Reinigungsmittel umgewandelt werden k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_45519\" aria-describedby=\"caption-attachment-45519\" style=\"width: 338px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-45519\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Gruppenfoto-SFB-TR63-c-Harald-Krieg-300x200.jpeg\" alt=\"Projektgruppe des Sonderforschungsbereichs Transregio 63 (Foto: Harald Krieg\/Universit\u00e4t Magdeburg)\" width=\"338\" height=\"225\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-45519\" class=\"wp-caption-text\">Projektgruppe des Sonderforschungsbereichs Transregio 63 (Foto: Harald Krieg\/Universit\u00e4t Magdeburg)<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eDie meisten chemischen Produktionsprozesse basieren heute noch immer auf petrochemischen Rohstoffen, also letztlich auf Erd\u00f6l, welches langfristig zunehmend teurer werden wird und dessen Verwendung die Umwelt belastet\u201c, erl\u00e4utert Prof. Dr.-Ing. Kai Sundmacher vom Institut f\u00fcr Verfahrenstechnik der Universit\u00e4t. \u201eWir wollen anstelle von Erd\u00f6l nun langkettige Kohlenwasserstoffe einsetzen, die aus nachwachsenden Rohstoffen, z. B. aus Sonnenblumen, gewonnen werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Um die chemischen Umwandlungsprozesse effizienter und umweltvertr\u00e4glicher durchzuf\u00fchren, werden spezielle homogene Katalysatoren eingesetzt. Diese Katalysatoren schwimmen im Reaktionsgemisch und k\u00f6nnen jedes Rohstoffmolek\u00fcl zielgerichtet in das gew\u00fcnschte Produktmolek\u00fcl umbauen. Allerdings m\u00fcssen die Katalysatoren nach ihrem Einsatz vom Produkt getrennt werden. Dieses Recycling ist aus \u00f6konomischen Gr\u00fcnden notwendig, weil die eingesetzten Katalysatoren aus hochwertigen Metallen (z. B. Rhodium) sowie aus komplexen organischen Strukturen (Liganden) bestehen.<\/p>\n<h3>17 Millionen Euro F\u00f6rderung durch Deutsche Forschungsgemeinschaft<\/h3>\n<p>Das seit 2010 laufende Vorhaben wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Sonderforschungsbereichs \/ Transregio 63 \u201eInPROMPT: Integrierte chemische Prozesse in fl\u00fcssigen Mehrphasensystemen\u201c mit insgesamt 17 Millionen Euro bis Ende 2017 gef\u00f6rdert. Mehr als 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universit\u00e4t Magdeburg, der Technischen Universit\u00e4ten Berlin und Dortmund, der Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft Berlin sowie des Max-Planck-Instituts f\u00fcr Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg sind an diesem Verbundprojekt beteiligt.<\/p>\n<p>Es sei eine gro\u00dfe Herausforderung, die eingesetzten Katalysatoren vollst\u00e4ndig zur\u00fcckzugewinnen, so Sundmacher. \u201eDies kann gelingen, indem man schaltbare L\u00f6sungsmittel verwendet, die bei Abk\u00fchlung in zwei fl\u00fcssige Phasen zerfallen. In der einen Phase reichert sich dann das Zielprodukt an, in der anderen Phase der Katalysator\u201c, f\u00fchrt Professor Sundmacher aus.<\/p>\n<p>Im Institut f\u00fcr Verfahrenstechnik der Universit\u00e4t Magdeburg wird zurzeit in einem neuartigen Versuchsreaktor untersucht, wie die Reaktionspartner, der Katalysator und das L\u00f6sungsmittel in den Produktionsprozess eingespeist werden m\u00fcssen, um eine optimale Ausbeute an Produkt zu erhalten. Der Versuchsreaktor wurde in Kooperation mit der TU Dortmund entwickelt und ist Teil einer Anlage, in welcher der gesamte Produktionsprozess nachgestellt wird. Diese Anlage en miniature macht es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern m\u00f6glich, den Ablauf der chemischen Reaktion, die Stabilit\u00e4t des homogenen Katalysators und die Effizienz der schaltbaren L\u00f6sungsmittelsysteme realit\u00e4tsnah zu bewerten. Die an der Anlage gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage f\u00fcr eine sp\u00e4tere \u00dcberf\u00fchrung des neuartigen Produktionsprozesses in die industrielle Anwendung.<\/p>\n<figure id=\"attachment_45521\" aria-describedby=\"caption-attachment-45521\" style=\"width: 411px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-45521\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Vor-Versuchsreaktor-c-Harald-Krieg-300x200.jpeg\" alt=\"Die Wissenschaftler Jens Dreimann, Michael Jokiel, Prof. Dr. Kai Sundmacher und Stefanie Markstein (v.li.n.re.) aus Magdeburg und Dortmund besprechen am Versuchsreaktor die letzten Details vor dessen \u00dcberf\u00fchrung nach Dortmund. Der Versuchsreaktor ist Teil einer Anlage, in welcher der gesamte chemische Produktionsprozess nachgestellt wird. (Foto: Harald Krieg\/Universit\u00e4t Magdeburg)\" width=\"411\" height=\"274\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-45521\" class=\"wp-caption-text\">Die Wissenschaftler Jens Dreimann, Michael Jokiel, Prof. Dr. Kai Sundmacher und Stefanie Markstein (v.li.n.re.) aus Magdeburg und Dortmund besprechen am Versuchsreaktor die letzten Details vor dessen \u00dcberf\u00fchrung nach Dortmund. Der Versuchsreaktor ist Teil einer Anlage, in welcher der gesamte chemische Produktionsprozess nachgestellt wird. (Foto: Harald Krieg\/Universit\u00e4t Magdeburg)<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eLangfristig wollen wir eine Methodik entwickeln, mit der man auf Basis von Computersimulationen die optimale Prozesskonfiguration, die intelligenteste Betriebsf\u00fchrung und das beste L\u00f6sungsmittel vorausberechnen kann. Damit k\u00f6nnte man die Prozessentwicklung insgesamt stark beschleunigen und die Experimente so planen, dass man den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Informationsgewinn erzielt\u201c, erkl\u00e4rt der Magdeburger Koordinator des Projekts, Prof. Dr.-Ing. Kai Sundmacher. \u201eDie Magdeburger Teilprojekte \u00fcbernehmen innerhalb des Sonderforschungsbereichs eine wichtige Br\u00fcckenfunktion, indem sie die chemisch-physikalischen Grunddaten und Teilprozesse in effiziente Produktionskonzepte \u00fcbersetzen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verfahrenstechniker der Otto-von-Guericke-Universit&auml;t Magdeburg arbeiten erfolgreich daran, die f&uuml;r&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[11954,11777],"supplier":[1544,929,810,3035,1378],"class_list":["post-45509","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biochemie","tag-nachhaltig","supplier-deutsche-forschungsgemeinschaft-dfg","supplier-max-planck-institut-fuer-dynamik-komplexer-technischer-systeme","supplier-technische-universitaet-tu-dortmund","supplier-technische-universitaet-berlin","supplier-universitaet-magdeburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45509","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45509"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45509\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45509"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45509"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45509"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=45509"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}