{"id":45106,"date":"2017-08-10T07:23:30","date_gmt":"2017-08-10T05:23:30","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=45106"},"modified":"2017-08-09T15:01:41","modified_gmt":"2017-08-09T13:01:41","slug":"der-weg-zu-einer-nachhaltigeren-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/der-weg-zu-einer-nachhaltigeren-welt\/","title":{"rendered":"Der Weg zu einer nachhaltigeren Welt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Flugkerosin aus Algen, Autoreifen aus L\u00f6wenzahn oder Plastik aus Kartoffeln: Bio\u00f6konomie verbindet nat\u00fcrliche Rohstoffe mit neuen Konzepten. Regierungen, Forschende und Unternehmen rund um den Globus zielen damit auf eine fundamentale Transformation unserer Wirtschaft, und sie erhoffen sich L\u00f6sungen f\u00fcr die zentrale Frage des 21. Jahrhunderts: Wie k\u00f6nnen in Zeiten des Klimawandels immer mehr Menschen von immer weniger Ressourcen mit Nahrung, Energie und Materialien zugleich versorgt werden? In einem Verbundvorhaben zwischen der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel (CAU) und dem Institut f\u00fcr Weltwirtschaft (IfW) wollen Kieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Suche nach Antworten mitwirken. Anhand ausgew\u00e4hlter Industrie- und Entwicklungsl\u00e4nder wie Deutschland und Senegal sollen gesellschaftspolitische Prozesse zur Umstellung auf eine nachhaltige Wirtschaft modelliert werden.<\/strong><\/p>\n<p>Seit Jahresbeginn l\u00e4uft das Projekt \u201eBio\u00f6konomie als gesellschaftlicher Wandel\u201c, das vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung mit rund 1,1 Millionen Euro \u00fcber drei Jahre gef\u00f6rdert wird. Eine Balance zwischen \u00d6kologie und \u00d6konomie erfordert eine angemessene politische Steuerung. Zentral dabei ist die Formulierung einer nachhaltigen Agrar-, Energie- und Klimaschutzpolitik. Doch unter welchen Umst\u00e4nden verhalten sich Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen sowie W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler bio\u00f6konomisch? Die Projektteilnehmenden analysieren unter anderem den Prozess, wie sich die \u00f6ffentliche Meinung bildet. \u201eDie Gesellschaft soll diese neuen, nachhaltigen Produkte konsumieren, deshalb d\u00fcrfen wir die Einstellung der Endnachfrager nicht vernachl\u00e4ssigen\u201c, erkl\u00e4rt Projektkoordinator Professor Christian Henning. Denn der Wandel zur Bio\u00f6konomie berge Konflikte: \u201eJede Umstellung auf eine nachhaltige Wirtschaftsweise fordert Opfer.\u201c Deshalb seien leistungsf\u00e4hige Prozesse notwendig, die einen tragf\u00e4higen gesellschaftlichen Kompromiss hervorbringen.<\/p>\n<p>Ziel des Kieler Projektes ist es, gesellschaftliche Anspr\u00fcche, technische L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten und deren politische Umsetzbarkeit zusammenzubringen. Und das ist gar nicht so leicht, wenn sich falsche Annahmen beispielsweise zum Klimawandel in den K\u00f6pfen festsetzen. Wichtig ist dem Team um Henning, zu untersuchen, wie diese \u201enaiven\u201c Vorstellungen entstehen und wie sie sich systematisch \u00e4ndern lassen. \u201eUnser Projekt ist innovativ, weil nicht nur politische Praktiker von wissenschaftlichen Modellen lernen, sondern auch umgekehrt die Modelle von dem Fachwissen der Experten lernen\u201c, sagt Henning. Da Wissenschaft und Politik in der Regel nicht die gleiche Sprache sprechen, bedarf es einer speziellen Mensch-Modell-\u00dcbersetzungstechnik. Darauf habe sich unter anderem die Informatiker Professor Bernhard Thalheim und Johannes Hedtrich spezialisiert. Insgesamt umfasst das Forschungsteam Fachpersonen der internationalen Klima- und Energiepolitik (Professor Gernot Klepper und Doktorin Ruth Delzeit, beide IfW), der Entwicklungs\u00f6konomie und Armutsforschung (Professor Manfred Wiebelt, IfW) sowie der Europ\u00e4ischen Agrarpolitik und der \u00d6konomischen Theorie der Politik (Professor Henning, CAU) sowie der Informatik (Professor Thalheim, CAU).<\/p>\n<p>Doch nicht immer m\u00fcsse der \u201eoptimale\u201c Weg bei Klima-, Energie- Agrar- und Entwicklungspolitiken gegangen werden, ist sich Henning sicher. Auch alternative Optionen, die in den gegebenen politischen Systemen besser durchsetzbar sind, m\u00f6chten die Forschenden deshalb identifizieren und dabei die Arbeit von Interessengruppen ber\u00fccksichtigten. \u201eSchlie\u00dflich geht es letztlich um reale Empfehlungen f\u00fcr eine effiziente Politik\u201c, so Henning.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flugkerosin aus Algen, Autoreifen aus L\u00f6wenzahn oder Plastik aus Kartoffeln: Bio\u00f6konomie verbindet nat\u00fcrliche Rohstoffe mit neuen Konzepten. Regierungen, Forschende und Unternehmen rund um den Globus zielen damit auf eine fundamentale Transformation unserer Wirtschaft, und sie erhoffen sich L\u00f6sungen f\u00fcr die zentrale Frage des 21. 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