{"id":44811,"date":"2017-07-28T07:29:21","date_gmt":"2017-07-28T05:29:21","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=44811"},"modified":"2017-07-27T16:21:05","modified_gmt":"2017-07-27T14:21:05","slug":"neue-biobasierte-bruecken-im-rotterdamer-hafen-halten-bestimmt-100-jahre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neue-biobasierte-bruecken-im-rotterdamer-hafen-halten-bestimmt-100-jahre\/","title":{"rendered":"Neue biobasierte Br\u00fccken im Rotterdamer Hafen halten bestimmt 100 Jahre"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dieses Jahr werden im Rotterdamer Hafen 14 biobasierte Kunststoffkomposit-Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccken aus FiberCore installiert, womit sich die Gesamtanzahl auf 22 erh\u00f6ht. \u201eDieses Projekt passt perfekt zu unserer Nachhaltigkeitsbestrebung. Die Installation der Br\u00fccken zeigt, dass wir als Hafenbetrieb in nachhaltige Innovationen aus der Region investieren. Wir hoffen, dass wir damit auch andere Unternehmen motivieren k\u00f6nnen, ebenso vorzugehen\u201c, so Matthijs Tromp, Projektmanager beim Hafenbetrieb.<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-44808\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bildschirmfoto-2017-07-26-um-15.10.33.png\" alt=\"Bildschirmfoto 2017-07-26 um 15.10.33\" width=\"558\" height=\"321\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/07\/Bildschirmfoto-2017-07-26-um-15.10.33.png 691w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/07\/Bildschirmfoto-2017-07-26-um-15.10.33-300x172.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/07\/Bildschirmfoto-2017-07-26-um-15.10.33-600x345.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 558px) 100vw, 558px\" \/><\/p>\n<p>Die Fachwerkbr\u00fccken bzw. Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccken sind u. a. aus Glasfasern und Harz aufgebaut. Das Harz enth\u00e4lt ca. 25% Bioharz. Die technischen Entwicklungen stehen jedoch nicht still. \u201eInzwischen k\u00f6nnen wir den Anteil von Bioharz auf 45% erh\u00f6hen, ohne Beeintr\u00e4chtigungen bei den mechanischen Eigenschaften\u201c, erkl\u00e4rt Ed Hoogstad, Director Operations COO von FiberCore Europe. \u201eDas Projekt tr\u00e4gt durch den Beitrag zur CO<sub>2<\/sub> -Reduktion auch zur Energiewende bei\u201c, f\u00e4hrt Tromp fort.<\/p>\n<p>2010 wandte sich der Hafenbetrieb Rotterdam mit der Bitte an FiberCore Europe, eine wartungsarme und nachhaltige Alternative f\u00fcr die Fachwerkbr\u00fccken aus Stahl im Hafen zu entwickeln. \u201eStahlbr\u00fccken m\u00fcssen nach 25 Jahren abmontiert, neu strahlbehandelt und konserviert werden. Zudem muss kontrolliert werden, ob der Korrosionsschutz (Rostschutz) Sch\u00e4den aufweist. Nach der \u00dcberholung und erneuten Installation halten sie noch 25 Jahre, doch dann ist die Lebensdauer durch Materialerm\u00fcdung vorbei und werden sie wieder den Hoch\u00f6fen zugef\u00fchrt\u201c, erl\u00e4utert Simon de Jong, Gr\u00fcnder von FiberCore Europe im Rotterdamer B\u00fcro am Produktionsstandort. FiberCore setzte sich in Abstimmung mit dem Hafenbetrieb Rotterdam hohe Ziele, angefangen beim Entwurf von Br\u00fccken mit einer garantierten Lebensdauer von mindestens 100 Jahren, die nahezu wartungsfrei sind.<\/p>\n<h3>Alternative zu Stahlbr\u00fccken<\/h3>\n<p>\u201eFiberCore hat seit der Betriebsgr\u00fcndung 2008 einen anderen Blick auf Infrastruktur\u201c, berichtet De Jong. \u201eEs werden Br\u00fccken aus Kompositen als Alternative zu Br\u00fccken aus Beton, Holz oder Stahl gebaut. Diese Technologie stammt aus der Luft- und Raumfahrt, mit der mein Kompagnon Jan Peeters durch seine urspr\u00fcngliche Arbeit als Flugzeugbauer vertraut war. Mit dem Bauamt der niederl\u00e4ndischen Wasserwirtschaftsbeh\u00f6rde Rijkswaterstaat errichtete er 1997 die erste Kompositbr\u00fccke in Europa. Diese Premiere f\u00fchrte zur weltweit patentierten InfraCore-Technologie. Dadurch geh\u00f6ren die oft destruktiven Probleme, die durch Delamination und Rissbildung entstehen, der Vergangenheit an. Dies bedeutet, dass das Material trotz mechanischer \u00e4u\u00dferer Einfl\u00fcsse, z.B. durch ein auf die Br\u00fccke herabfallendes schweres Objekt, die urspr\u00fcngliche vollst\u00e4ndige St\u00e4rke beh\u00e4lt. Delamination und Rissbildung sind beim Einsatz von Kunststoffkompositen im Br\u00fcckenbau gro\u00dfe Probleme. Die InfraCore-Technologie ist die einzige, mit der sich diese Probleme vermeiden lassen.\u201c Nach Hunderten von Radfahrer- und Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccken baut FiberCore jetzt Schleusentore und Br\u00fccken f\u00fcr den Schwerverkehr.<\/p>\n<h3>Integrierte Leitungssysteme<\/h3>\n<p>Die erste Kompositbr\u00fccke, die FiberCore f\u00fcr den Hafenbetrieb entwickelt hat, besteht aus zwei Teilen mit sichtbaren Innovationen gegen\u00fcber den Stahlbr\u00fccken: integrierte Leitungssysteme, integrierte Beleuchtung und farbliche Ausf\u00fchrung in strahlendem Wei\u00df, sodass die Br\u00fccke f\u00fcr die Schiffer gut erkennbar ist. Dies ist auch im Rahmen der Sicherheit wichtig. Diese Br\u00fccke wurde 2012 installiert und ein Jahr lang getestet. Hoogstad spricht von einer \u201ePlug &amp; play\u201c-Br\u00fccke, einer einfach montierbaren Br\u00fccke, die nicht nur mindestens 100 Jahre h\u00e4lt, sondern auch noch wartungsarm ist. \u201eAn dieser Br\u00fccke muss man eigentlich nur den M\u00f6wendreck entfernen und die LED-Lampen austauschen\u201c, so erl\u00e4utert Tromp weiter.<\/p>\n<h3>Gr\u00f6\u00dfere \u00dcberspannung<\/h3>\n<p>Der Hafenbetrieb wollte nach einem Probejahr die Entwicklung der Komposit-Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccken fortsetzen, dann allerdings mit anderthalbfacher \u00dcberspannung. Eine Machbarkeitsstudie wies aus, dass dies technisch und wirtschaftlich m\u00f6glich war. Durch eine gr\u00f6\u00dfere \u00dcberspannung er\u00fcbrigt sich ein Pfahl in der B\u00f6schung. \u201eMan schl\u00e4gt nicht gerne einen Pfahl in den kritischen Teil der B\u00f6schung, denn dadurch kann eine Art \u201aLawinengefahr\u2018 entstehen; zudem ist in einigen F\u00e4llen eine Munitionsuntersuchung zur Aufsp\u00fcrung von Bomben aus dem 2. Weltkrieg erforderlich. Die Kosten einer solchen Untersuchung sind mit denen einer Br\u00fccke vergleichbar\u201c, erkl\u00e4rt De Jong.<\/p>\n<h3>Das T\u00fcpfelchen auf dem I: Bioharz<\/h3>\n<p>Au\u00dfer der gr\u00f6\u00dferen \u00dcberspannung hatte man sich bei FiberCore das Ziel gesetzt, umweltfreundlicher zu bauen. Kompositbr\u00fccken sind sowieso umweltfreundlicher als Stahlbr\u00fccken, da sie durch ihr leichtes Gewicht effizienter transportierbar sind und eine l\u00e4ngere Lebensdauer haben. Es ist jedoch noch mehr m\u00f6glich: \u201eMan kann mit Bioharzen arbeiten. Dies war f\u00fcr uns sozusagen das T\u00fcpfelchen auf dem I\u201c, so Hoogstad. Inzwischen liegt der Bioharzanteil in den Kompositbr\u00fccken bei 25%. Bei einem k\u00fcrzlichen Gespr\u00e4ch von FiberCore mit dem Lieferanten stellte sich heraus, dass sich dieser Anteil auf 45% erh\u00f6hen l\u00e4sst, und zwar mit Erhaltung der mechanischen Materialeigenschaften. Es gibt jedoch noch eine weitere M\u00f6glichkeit: den Austausch der Glasfasern in der Kompositbr\u00fccke gegen Basalt. Ganze B\u00f6schungen l\u00e4gen voller Basalt, f\u00fchrt Tromp aus. Doch man m\u00fcsse mit gro\u00dfen Mengen vorgehen, da Basalt relativ teuer ist. Damit Basalt zu einer interessanten Alternative wird, ist eine relativ hohe Nachfrage erforderlich: ein gr\u00f6\u00dferer Auftrag f\u00fcr 15 Br\u00fccken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Jahr werden im Rotterdamer Hafen 14 biobasierte Kunststoffkomposit-Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccken aus FiberCore installiert, womit sich die Gesamtanzahl auf 22 erh\u00f6ht. \u201eDieses Projekt passt perfekt zu unserer Nachhaltigkeitsbestrebung. Die Installation der Br\u00fccken zeigt, dass wir als Hafenbetrieb in nachhaltige Innovationen aus der Region investieren. 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