{"id":44805,"date":"2017-07-28T07:23:58","date_gmt":"2017-07-28T05:23:58","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=44805"},"modified":"2021-09-09T21:37:16","modified_gmt":"2021-09-09T19:37:16","slug":"biokunststoff-zitrusfruechte-statt-chemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biokunststoff-zitrusfruechte-statt-chemie\/","title":{"rendered":"Biokunststoff: Zitrusfr\u00fcchte statt Chemie"},"content":{"rendered":"<p>Ob Plastikflasche oder Campinggeschirr: Viele Kunststoffe enthalten Bisphenol A, eine Chemikalie, die den menschlichen Hormonhaushalt beeinflussen kann. Forscher arbeiten nun an einer Alternative: Bioplastik aus Zitronen, Orangen oder Pomeranzen.<\/p>\n<p>Man nehme eine Zitrone aus dem eigenen Garten und etwas Kohlendioxid aus der Luft und schon hat man einen Kunststoff, der viel nachhaltiger ist als herk\u00f6mmlicher. So beschreibt der Niederl\u00e4nder Arjan Kleij, der am Institut f\u00fcr chemische Forschung Kataloniens arbeitet, seinen Biokunststoff.<\/p>\n<p>Alternative zu Bisphenol A<\/p>\n<p>W\u00e4hrend klassische Kunststoffe aus Erd\u00f6l gewonnen werden und das Treibhausgas CO2 freisetzen, verbraucht der Biokunststoff aus Zitronen CO2. Er besteht n\u00e4mlich aus Kohlendioxid und Limonen. Limonen ist ein Naturstoff, der aus Zitrusfr\u00fcchten gewonnen wird und zur Gruppe der Terpene z\u00e4hlt. \u201eAus Abfall und erneuerbaren Komponenten wird also ein neuer Rohstoff hergestellt\u201c, erkl\u00e4rt der Chemiker Kleij.<\/p>\n<p>Doch Plastik ist nicht gleich Plastik und so muss auch der Biokunststoff bestimmte Eigenschaften aufweisen, um industriell verwertbar zu sein. Der aus Limonen hergestellte Kunststoff k\u00f6nnte eine Alternative f\u00fcr flexibles und elastisches Plastik sein. Plastik, das bisher mit dem Weichmacherzusatz Bisphenol A produziert wurde. \u201eWenn man sich die Eigenschaften unseres biologischen Kunststoffes ansieht dann sind das die gleichen Eigenschaften, die auch Kunststoffe aufweisen, die auf Bisphenol A basieren.\u201c, erl\u00e4utert Arjan Kleij.<\/p>\n<p>Hitzebest\u00e4ndig und erneuerbar<\/p>\n<p>Das Bioplastik aus Zitronen verf\u00fcgt \u00fcber eine hohe Glas\u00fcbergangstemperatur, ist also besonders hitzebest\u00e4ndig. Es f\u00e4ngt erst bei hohen Temperaturen an sich zu verformen oder gar zu schmelzen. Eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr die Produktion von vielen Alltagsgegenst\u00e4nden, wie etwa Trinkbechern.<\/p>\n<p>Terpene sind leicht extrahierbar und ein nat\u00fcrlicher Rohstoff. Falls von Seiten der Industrie ehrliches Interesse besteht das Bisphenol A zu ersetzen, k\u00f6nne man das schrittweise tun, schl\u00e4gt Arjan Kleij vor. So k\u00f6nnte man bereits jetzt einen Teil des Bisphenol A durch Limonen ersetzen, ohne dass der Kunststoff seine thermischen Eigenschaften einb\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>Vom Labor in den Alltag<\/p>\n<p>Im Labor wird das Bioplastik derzeit noch in kleinen Mengen hergestellt. Gerade einmal so gro\u00df wie ein Zuckerw\u00fcrfel, erkl\u00e4rt Arjan Kleij. Doch es gebe bereits eine Kooperation mit einem Industrieunternehmen, das an Plastikbeschichtungen arbeitet und den neuen Bio-Kunststoff ausprobiert.<\/p>\n<p>Arjan Kleij und sein Team wollen ihren Biokunststoff aus Zitronen zuk\u00fcnftig effizienter produzieren. Daf\u00fcr arbeiten sie mit Partnern aus der Industrie zusammen. Ihr gemeinsames Ziel: Das Bioplastik aus den Petrischalen des Labors in die Plastikflaschen, Handyh\u00fcllen und Verpackungen unseres Alltags zu bringen. \u201eUm das zu erreichen, ben\u00f6tigt man nicht nur einen einzigen Biokunststoff, sondern wir brauchen so viele verschiedene Kunststoffe wie es Anwendungsbereiche f\u00fcr Plastik gibt.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob Plastikflasche oder Campinggeschirr: Viele Kunststoffe enthalten Bisphenol A, eine Chemikalie, die den menschlichen Hormonhaushalt beeinflussen kann. Forscher arbeiten nun an einer Alternative: Bioplastik aus Zitronen, Orangen oder Pomeranzen. Man nehme eine Zitrone aus dem eigenen Garten und etwas Kohlendioxid aus der Luft und schon hat man einen Kunststoff, der viel nachhaltiger ist als herk\u00f6mmlicher. 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