{"id":44793,"date":"2017-01-09T07:24:00","date_gmt":"2017-01-09T06:24:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=44793"},"modified":"2017-07-26T14:00:27","modified_gmt":"2017-07-26T12:00:27","slug":"creapaper-alternativer-papierrohstoff-gras","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/creapaper-alternativer-papierrohstoff-gras\/","title":{"rendered":"Creapaper: Alternativer Papierrohstoff Gras"},"content":{"rendered":"<div class=\"BorlabsCookie _brlbs-cb-youtube\">\n<div class=\"_brlbs-content-blocker\">\n<div class=\"_brlbs-embed _brlbs-video-youtube\"> <img decoding=\"async\" class=\"_brlbs-thumbnail\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/plugins\/borlabs-cookie\/assets\/images\/cb-no-thumbnail.png\" alt=\"YouTube\"> <\/p>\n<div class=\"_brlbs-caption\">\n<p>By loading the video, you agree to YouTube&#8217;s privacy policy.<br \/><a href=\"https:\/\/policies.google.com\/privacy?hl=en&amp;gl=en\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Learn more<\/a><\/p>\n<p><a class=\"_brlbs-btn _brlbs-icon-play-white\" href=\"#\" data-borlabs-cookie-unblock role=\"button\">Load video<\/a><\/p>\n<p><label><input type=\"checkbox\" name=\"unblockAll\" value=\"1\" checked> <small>Always unblock YouTube<\/small><\/label><\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"borlabs-hide\" data-borlabs-cookie-type=\"content-blocker\" data-borlabs-cookie-id=\"youtube\"><script type=\"text\/template\">PGlmcmFtZSB0aXRsZT0iQ1JFQVBBUEVSIC0gUEFQSUVSIEFVUyBHUkFTIHwgIzY4IiB3aWR0aD0iNTAwIiBoZWlnaHQ9IjI4MSIgc3JjPSJodHRwczovL3d3dy55b3V0dWJlLW5vY29va2llLmNvbS9lbWJlZC8tQVc2eWlJWHFvMD9mZWF0dXJlPW9lbWJlZCIgZnJhbWVib3JkZXI9IjAiIGFsbG93PSJhY2NlbGVyb21ldGVyOyBhdXRvcGxheTsgY2xpcGJvYXJkLXdyaXRlOyBlbmNyeXB0ZWQtbWVkaWE7IGd5cm9zY29wZTsgcGljdHVyZS1pbi1waWN0dXJlOyB3ZWItc2hhcmUiIHJlZmVycmVycG9saWN5PSJzdHJpY3Qtb3JpZ2luLXdoZW4tY3Jvc3Mtb3JpZ2luIiBhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW4+PC9pZnJhbWU+<\/script><\/div>\n<\/div>\n<h3>Wie kam Ihnen die Idee zu Ihrem Projekt?<\/h3>\n<p>Im Rahmen unserer T\u00e4tigkeiten in der Creapaper GmbH entwickeln und produzieren wir f\u00fcr unsere Konzernkunden Promotion- und Mailingprodukte zum Thema Nachhaltigkeit.<\/p>\n<p>Viele unserer Produkte werden in Kombination mit Papier hergestellt \u2013 zum Beispiel Papier mit integriertem Saatgut. So lag es nahe, sich Gedanken zu machen, ob Papier auch nachhaltiger hergestellt werden kann.<\/p>\n<p>Im industriellen Ma\u00dfstab gibt es bislang nur die beiden Rohstoffe Zellstoff aus Holz und Altpapier auf Basis von Holzzellstoff. Deshalb begaben wir uns auf die Suche nach einem Alternativfaserstoff zur Papierherstellung. Es gibt zwei gro\u00dfe CO<sub>2<\/sub>-Treiber bei der Rohstoffherstellung aus Holz: Die langen Transportwege (bis zu 9.000 km f\u00fcr Eukalyptus \u2013 Kurzfasermaterialien \u2013 aus S\u00fcdamerika) und die chemische Aufbereitung, um aus dem harten Material Holz den weichen Zellstoff zu gewinnen.<\/p>\n<p>Nach Testl\u00e4ufen mit unterschiedlichen Fasermaterialien kristallisierte sich Gras als idealer Rohstoff heraus. Es ben\u00f6tigt nur eine rein mechanische Aufbereitung. Dabei bedarf es keinerlei Einsatz von Chemikalien. Neben seiner einfachen Verarbeitbarkeit und gro\u00dfen Verf\u00fcgbarkeit, auch f\u00fcr den Einsatz im industriellen Ma\u00dfstab, verursacht es nur ein Viertel der CO<sub>2<\/sub> Emissionen bei der Herstellung gegen\u00fcber der Faser aus Holz.<\/p>\n<p>F\u00fcr mehr als 90% aller Papierprodukte kann die Grasfaser schon heute eingesetzt werden. In einer Rezeptur kann bei den meisten Produkten bis zu 50% des Rohstoffeinsatzes mit der Grasfaser ersetzt werden. Der Einsatz von Gras in der Papierindustrie hilft somit die Rodung von W\u00e4ldern deutlich zu reduzieren.<\/p>\n<p>H\u00e4lt man sich den stetig steigenden Papierbedarf weltweit (z.B. durch Verpackungsmaterialien f\u00fcr den Internethandel) vor Augen, erkennt man schnell, welch positiven Einfluss der Einsatz von Gras auf den Bereich des Klimaschutzes haben wird.<\/p>\n<h3>Wer hat Sie dabei unterst\u00fctzt?<\/h3>\n<p>Wir ben\u00f6tigten f\u00fcr die professionelle Entwicklung unserer Innovation Fachleute aus dem Bereich der Papierherstellung und dem Agrarbereich. Die Erstversuche wurden auf einer Kleinanlage der Papiertechnischen Stiftung (PTS) hergestellt. Hierbei wurden Rezepturen f\u00fcr diverse Papiere entwickelt. F\u00fcr die Aufbereitung der Grasfaser haben wir uns die Unterst\u00fctzung der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universit\u00e4t Bonn, Schwerpunkt Pflanzenbau, sichern k\u00f6nnen. Besonders dankbar sind wir der Fa. Zerkall, die den Mut bewiesen, den neuen Rohstoff erstmalig auf einer gro\u00dfen Papiermaschine einzusetzen.<\/p>\n<h3>Welche Geldquellen haben Sie gesucht? Wie konnten Sie Investoren \u00fcberzeugen?<\/h3>\n<p>Die Produktentwicklung wurde komplett aus Eigenmitteln und Darlehen aus dem Gesellschafterkreis getragen. Hinzu kam eine F\u00f6rderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Wir befinden uns derzeit in der letzten Finanzierungsrunde und ben\u00f6tigen f\u00fcr den Marktauftritt und die Skalierung auf internationale M\u00e4rkte weiteres Kapital.<\/p>\n<h3>Welche Herausforderungen sehen Sie an Ihrem Beispiel f\u00fcr gr\u00fcnes Gr\u00fcnden in Deutschland?<\/h3>\n<p>Um wirklich einen bedeutenden Effekt im Bereich der Nachhaltigkeit erzielen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt man neben einer guten Idee viel Lebensenergie und eine Menge Kapital zur Entwicklung von ernsthaften Alternativen. Hilfreich w\u00e4re neben institutionellen F\u00f6rdert\u00f6pfen unb\u00fcrokratisch zu verteilende Gelder auch f\u00fcr Einzelpersonen oder Einzelprojekte.<\/p>\n<p>Gerade in gro\u00dfen, traditionellen M\u00e4rkten wie der Papierindustrie ist die Umsetzung von neuen Ideen schwer. Entscheidungswege dauern extrem lange. Pioniergeist fehlt oft. Es gibt vielf\u00e4ltige Argumente, neue Rohmaterialien nicht testen zu wollen. In einigen Punkten ist das auch nachvollziehbar. Im Mittelpunkt steht hierbei die hohe Auslastung auf den Maschinen und das Risikopotential bei Produktionsst\u00f6rungen solch teurer (1\/2 Mrd. Euro) Maschinen.<\/p>\n<p>Mit Hilfe unseres Projektpartners \u201eOtto Versand\u201c aus Hamburg haben wir gl\u00fccklicherweise doch gen\u00fcgend Papierfabriken \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, dieses Material zu Testzwecken einzusetzen. Wie von unserer Seite erwartet sind s\u00e4mtliche Produktionen und Testl\u00e4ufe bislang reibungslos verlaufen.<\/p>\n<h3>Was leistet Ihr Projekt f\u00fcr den Klimaschutz? Wie tr\u00e4gt es zum Wandel in der Gesellschaft bei?<\/h3>\n<p>Um eine Tonne des Rohstoffs Zellstoff aus Holz herzustellen, ben\u00f6tigt man etwa 510 kg CO<sub>2<\/sub>. In einer Screening-\u00d6ko-Bilanz des IFEU-Institutes Heidelberg wurde die CO<sub>2<\/sub>-Emission der Grasfaser dagegen gerechnet. Diese lag bei gerade mal 130 kg CO<sub>2<\/sub> je Tonne. In Deutschland werden derzeit \u00fcber 4 Mio. Tonnen Zellstoff aus Holz zur Papierherstellung eingesetzt.<\/p>\n<p>W\u00fcrden nur 50 Prozent des Papiers aus Grasfaser hergestellt und ein Teil des Altpapiers zus\u00e4tzlich durch Grasfasern substituiert, k\u00f6nnten j\u00e4hrlich in Deutschland 1.520.000.000 kg CO<sub>2<\/sub> eingespart werden.<\/p>\n<h3>Welches Gesch\u00e4ftsmodell steckt hinter Ihrem Vorhaben?<\/h3>\n<p>Wir verstehen uns zuk\u00fcnftig als Rohstoffhersteller und Lieferant.<\/p>\n<p>Die Weiterverarbeitung des Heus wird je nach Einsatz und Papierprodukt f\u00fcr den Hersteller unterschiedlich aufbereitet. Gras wird von Ausgleichsfl\u00e4chen im Umkreis von ca. 50 km um die Papierfabrik bezogen. Bereits ab 15.000 Tonnen Jahresabnahmemenge erlaubt uns ein Drei-Jahresvertrag mit der Papierfabrik eine dezentrale, direkt vor den Toren der Papierfabrik angesiedelte, regionale Produktion. Allein in Deutschland bel\u00e4uft sich das Kundenpotential auf \u00fcber 100 Papierfabriken.<\/p>\n<h3>Was ist dabei Ihr Alleinstellungsmerkmal?<\/h3>\n<p>Im Gegensatz zu allen bislang getesteten alternativen Rohstoffen und auch den jetzt genutzten Zellstoffen aus Holz beinhaltet die Pflanze Gras so gut wie kein Lignin. Lignin ist der Kleber, der Pflanzen gestattet hoch zu wachsen. Es bewirkt eine Verholzung der Au\u00dfenhaut.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Papierherstellung muss Lignin aus dem Rohstoff Holz entfernt werden \u2013 dies geht nur chemisch. Da Gras so gut wie kein Lignin enth\u00e4lt, reicht eine rein mechanische Aufbereitung, die v\u00f6llig ohne Chemie auskommt.<\/p>\n<p>Gras wurde bislang noch nie als Rohstoff f\u00fcr die Papierproduktion eingesetzt. Der Einsatz von Gras bei der Papierherstellung und auch die Verarbeitung des Grases selber wurde von uns zu internationalen Patenten angemeldet.<\/p>\n<h3>Welchen Tipp haben Sie f\u00fcr Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcnder in der Green Economy?<\/h3>\n<p>Seien Sie stark und ausdauernd!<\/p>\n<p>Vieles muss bei der Gr\u00fcndung bedacht werden. Neben Familien und Freunden gilt es auch die Investoren von einer wirklich guten Idee zu \u00fcberzeugen. Man muss f\u00fcr die Sache wirklich brennen und einen langen Atem haben, um die Anfangsphase durchzustehen. Der Nutzen f\u00fcr die Umwelt und f\u00fcr die Menschen ist jedoch die M\u00fche wert.<\/p>\n<p>Greifen Sie auf das Wissen von Fachleuten zur\u00fcck. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Anliegen aktiv auf diese zuzugehen. Es gibt viel mehr begeisterungsf\u00e4hige Mitdenker, als Sie glauben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>By loading the video, you agree to YouTube&#8217;s privacy policy.Learn more Load video Always unblock YouTube Wie kam Ihnen die Idee zu Ihrem Projekt? Im Rahmen unserer T\u00e4tigkeiten in der Creapaper GmbH entwickeln und produzieren wir f\u00fcr unsere Konzernkunden Promotion- und Mailingprodukte zum Thema Nachhaltigkeit. 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