{"id":44736,"date":"2017-08-02T06:42:01","date_gmt":"2017-08-02T04:42:01","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fenergie-elektrotechnik%2Fpower-to-liquid-200-liter-sprit-aus-solarstrom-und-dem-kohlenstoffdioxid-der-umgebungsluft.html"},"modified":"2017-07-31T15:24:53","modified_gmt":"2017-07-31T13:24:53","slug":"power-to-liquid-200-liter-sprit-aus-solarstrom-und-dem-kohlenstoffdioxid-der-umgebungsluft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/power-to-liquid-200-liter-sprit-aus-solarstrom-und-dem-kohlenstoffdioxid-der-umgebungsluft\/","title":{"rendered":"Power-to-Liquid: 200 Liter Sprit aus Solarstrom und dem Kohlenstoffdioxid der Umgebungsluft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fl\u00fcssige Kraftstoffe aus regenerativer elektrischer Energie zu gewinnen, ist eine wichtige Komponente f\u00fcr die Energiewende. Die ersten 200 Liter synthetischen Kraftstoff aus Sonnenenergie und dem Kohlenstoffdioxid der Luft \u00fcber den Weg der Fischer-Tropsch-Synthese hat nun das Projekt SOLETAIR hergestellt, in dem die Ausgr\u00fcndung des Karlsruher Instituts f\u00fcr Technologie (KIT) INERATEC mit finnischen Partnern zusammenarbeitet. Die mobile, dezentral einsetzbare chemische Pilotanlage produziert aus regenerativem Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid Benzin, Diesel und Kerosin und ist so kompakt, dass sie in einen Schiffscontainer passt.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDas Gelingen der Energiewende braucht Innovationen, die durch kontinuierliche Forschung von den Grundlagen bis zur Anwendung entstehen\u201c, unterstreicht Professor Thomas Hirth, Vizepr\u00e4sident f\u00fcr Innovation und Internationales am KIT. \u201eDer Erfolg von SOLETAIR zeigt, wie wichtig internationale Forschungsnetze sind, die die globalen Herausforderungen angehen und anwendbare L\u00f6sungen erarbeiten.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_44883\" aria-describedby=\"caption-attachment-44883\" style=\"width: 299px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-44883\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/2017_103_Power-to-Liquid-200-Liter-Sprit-aus-Solarstrom-und-dem-Kohlenstoffdioxid-der-Umgebungsluft_72dpi-300x200.jpg\" alt=\"Die kompakte Pilotanlage im SOLETAIR Projekt ist f\u00fcr die dezentrale Produktion konzipiert, passt in einen Schiffcontainer und l\u00e4sst sich modular erweitern. (Bild: VTT)\" width=\"299\" height=\"199\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-44883\" class=\"wp-caption-text\">Die kompakte Pilotanlage im SOLETAIR Projekt ist f\u00fcr die dezentrale Produktion konzipiert, passt in einen Schiffcontainer und l\u00e4sst sich modular erweitern. (Bild: VTT)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Projekt SOLETAIR startete im Jahr 2016. Im Sommer 2017 wurde ein dezentraler Anlagenverbund bestehend aus drei Komponenten aufgebaut. Die vom Technischen Forschungszentrum Finnland (VTT) entwickelte \u201eDirect Air Capture\u201c-Einheit filtert das Kohlenstoffdioxid aus der Luft heraus. Eine an der Lappeenranta University of Technology (LUT) entwickelte Elektrolyseeinheit erzeugt mittels Sonnenstrom den notwendigen Wasserstoff. Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff werden dann bei hoher Temperatur in reaktives Synthesegas verwandelt und in einem mikrostrukturierten, chemischen Reaktor in fl\u00fcssige Treibstoffe umgesetzt. Der Reaktor als Herzst\u00fcck des Ganzen wurde am KIT entwickelt und von INERATEC zu einer marktreifen Kompaktanlage ausgebaut. So wird weltweit erstmalig der komplette Prozess von Photovoltaik und Kohlenstoffdioxid aus der Luft bis zur Kraftstoffsynthese abgebildet und beweist die technische Machbarkeit.<\/p>\n<p>Die Pilotanlage hat eine Produktionskapazit\u00e4t von bis zu 80 Liter Benzin am Tag. In der nun abgeschlossenen ersten Betriebskampagne wurden in mehreren Phasen rund 200 Liter Kraftstoff hergestellt, um verschiedene Fragestellungen rund um den optimalen Syntheseprozess, W\u00e4rmenutzungsm\u00f6glichkeiten und die Produkteigenschaften zu erforschen. Die kompakte Anlage ist f\u00fcr die dezentrale Produktion konzipiert, passt in einen Schiffcontainer und l\u00e4sst sich modular erweitern.<\/p>\n<p>Der Anlagenverbund wurde im Juni 2017 feierlich von Jamie Hyneman eingeweiht. Hyneman ist nicht nur Ehrendoktor des Projektpartners LUT und bekannter Moderator der Wissenschaftssendung \u201eMythBusters\u201c. Der Experte f\u00fcr Spezialeffekte ist selber Unternehmer, Innovator und Patentinhaber. Seine Sendung hat zur Popularisierung von Technik und Wissenschaft beigetragen. Der US-Amerikaner entwickelt Sicherheitstechnologien f\u00fcr die Industrie und den \u00f6ffentlichen Raum. W\u00e4hrend der Einweihung der Pilotanlage von SOLETAIR zeigte er effektvoll die verbesserten Verbrennungs- und Z\u00fcndeigenschaften des erzeugten synthetischen Kraftstoffs im Vergleich zum konventionellen Kraftstoff. Videozusammenschnitt von Einweihung und Vorf\u00fchrung:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=aOWQh9T_W64\u00a0\" target=\"_blank\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=aOWQh9T_W64\u00a0<\/a><\/p>\n<p>Die INERATEC GmbH ist eine Ausgr\u00fcndung aus dem KIT und entwickelt, baut und vertreibt chemische Kompaktanlagen f\u00fcr verschiedene Gas-to-X und Power-to-X-Anwendungen. Das Start-up wird gef\u00f6rdert vom EXIST-Forschungstransfer des Bundesministeriums f\u00fcr Wirtschaft und Energie. In der vergangenen Woche gewann INERATEC den 3. Preis in der Kategorie \u201eEmissionsminderung, Aufbereitung und Abtrennung\u201c des Umwelttechnikpreises Baden-W\u00fcrttemberg 2017.<\/p>\n<p>Das KIT, INERATEC und VTT vertiefen ihre Zusammenarbeit gemeinsam im Rahmen der beiden prominenten nationalen Forschungsverb\u00fcnde \u201eEnergy Lab 2.0\u201c und \u201eNeo-Carbon Energy\u201c f\u00fcr die Erforschung und Entwicklung innovativer Energiesysteme, die auf erneuerbaren Energien basieren, bei neuen Speichertechnologien sowie bei der Umwandlung von erneuerbarem Strom in chemische Energietr\u00e4ger. Die dezentrale Herstellung hochwertiger synthetischer Kraftstoffe aus Luft und erneuerbarem Strom untersuchen das KIT und INERATEC zusammen mit weiteren Projektpartnern auch in dem vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung gef\u00f6rderten Kopernikus-Projekt \u201ePower-to-X\u201c.<\/p>\n<p>\u201eDie Energiewende kann nur ein Erfolg werden, wenn wir unser Knowhow zusammenf\u00fchren und die Kompetenzen der europ\u00e4ischen Industrie im Energiesektor gemeinsam st\u00e4rken\u201c, betont VTT-Wissenschaftler und SOLETAIR-Projektleiter Dr. Pekka Simell. \u201eInnovativen Start-ups wie INERATEC kommt in diesem Zusammenhang eine Schl\u00fcsselrolle zu\u201c erg\u00e4nzt Professor Roland Dittmeyer, Leiter des Instituts f\u00fcr Mikroverfahrenstechnik am KIT.<\/p>\n<p>Die Power-to-Liquid-Pilotanlage steht seit Sommer 2017 auf dem Campus der LUT und ist an das dortige Solarkraftwerk angeschlossen. Das Projekt SOLETAIR l\u00e4uft noch bis Mitte 2018 und wird von der Finnischen Finanzierungsagentur f\u00fcr Technik und Innovation (Tekes) mit einer Million Euro gef\u00f6rdert. Informationen, die w\u00e4hrend des Projektes gesammelt werden, werden f\u00fcr die Kommerzialisierung der Technologie genutzt. Dadurch ergeben sich f\u00fcr Unternehmen neue Gesch\u00e4ftsmodelle, wie etwa hinsichtlich der effizienteren Verwertung von lokalen \u00dcbersch\u00fcssen an erneuerbarem Strom, W\u00e4rmenutzungskonzepte, der stofflichen Nutzung von Kohlenstoffdioxid oder der dezentralen Synthese chemischer Energietr\u00e4ger und Zwischenprodukte. Perspektivisch kann das Verfahren einen wichtigen Beitrag zur Verringerung der Kohlenstoffdioxidemissionen im Verkehr leisten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fl\u00fcssige Kraftstoffe aus regenerativer elektrischer Energie zu gewinnen, ist eine wichtige Komponente f\u00fcr die Energiewende. Die ersten 200 Liter synthetischen Kraftstoff aus Sonnenenergie und dem Kohlenstoffdioxid der Luft \u00fcber den Weg der Fischer-Tropsch-Synthese hat nun das Projekt SOLETAIR hergestellt, in dem die Ausgr\u00fcndung des Karlsruher Instituts f\u00fcr Technologie (KIT) INERATEC mit finnischen Partnern zusammenarbeitet. 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