{"id":44072,"date":"2017-07-04T07:29:52","date_gmt":"2017-07-04T05:29:52","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=44072"},"modified":"2017-06-30T15:45:50","modified_gmt":"2017-06-30T13:45:50","slug":"trend-naturfasern-in-der-automobilindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/trend-naturfasern-in-der-automobilindustrie\/","title":{"rendered":"Trend: Naturfasern in der Automobilindustrie"},"content":{"rendered":"<p>Bereits 1941 pr\u00e4sentierte Henry Ford der Welt ein Auto, welches er zum gr\u00f6\u00dften Teil aus Hanffasern herstellen lie\u00df und dessen Motor mit Hanfkraftstoff betrieben wurde. Allerdings war die \u00d6ffentlichkeit zu dieser Zeit noch nicht reif f\u00fcr diese fortschrittliche Idee und so wurde das Projekt f\u00fcr lange Zeit wieder eingefroren.<\/p>\n<p>Was damals als \u201eunerw\u00fcnscht\u201c abgetan wurde, hat in der heutigen Zeit wieder stark an Fahrt aufgenommen. In Zeiten in denen das \u00f6kologische Bewusstsein der Menschen sehr stark geworden und das Wort \u201eumweltschonend\u201c zu einem Werbeslogan geworden ist, haben Naturfasern auch in der Autoindustrie immer mehr Marktanteile bekommen. So stecken in modernen Autos durchschnittlich 10 Kilogramm Naturfasern, die in den verschiedensten Teilen Verwendung finden.<\/p>\n<p>So werden die Ersatzradk\u00e4sten aus Bananenfasern gefertigt, die Polsterung aus Hanf-, Flachs- oder Kokosfasern hergestellt und Baumwolle oder Hanf finden in D\u00e4mmmaterialien Verwendung. 2012 ver\u00f6ffentlichte dazu der Forscher James Meredith von der Warwick Universit\u00e4t in England <a href=\"http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S026635381100385X\" target=\"_blank\">ein Papier<\/a>, in dem er demonstrierte, wie gut besonders die Hanffaser f\u00fcr den Bau von Karosserieteilen geeignet ist, da die Teile sehr leicht und gleichzeitig extrem stabil sind. Au\u00dferdem erh\u00f6hen diese Fasern die Sicherheit der Insassen, da sie bei einem Unfall nicht scharfkantig brechen oder splittern und somit das Verletzungsrisiko der Fahrer stark reduzieren.<\/p>\n<p>Viele Autohersteller wie BMW, Audi, Mercedes oder Sportwagenmarken wie Bugatti, nutzen daher die Hanffaser oft als Werkstoff f\u00fcr ihre superleichten Top-Modelle. So entschied sich BMW bei der Produktion seines Elektroautos, dem BMW i3, bei gro\u00dfen Teilen der Innenausstattung auf Hanffasern zu setzen. Dies hatte eine Gewichtersparnis und dadurch eine gr\u00f6\u00dfere Reichweite des Autos zur Folge.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sind es nicht nur die Vorteile der nat\u00fcrlichen Werkstoffe oder der \u00f6kologische Werbeslogan der sich gut verkaufen l\u00e4sst. Naturfasern sind auch deutlich g\u00fcnstiger in der Beschaffung und somit eine Methoden die Produktionskosten langfristig zu senken. Viele gro\u00dfe Agrarunternehmen haben diesen Trend erkannt und bauen im gro\u00dfen Stil industriellen Hanf zur Fasergewinnung an. So hat sich die Firma Hempflax aus den Niederlanden auf den industriellen Hanfanbau spezialisiert und beliefert seit Jahren die Automobilindustrie mit nat\u00fcrlichen Fasern der Hanfpflanze.<\/p>\n<p>Allerdings sind dem Vormarsch der Natur- und besonders der Hanffasern aktuell Grenzen gesetzt. Was in L\u00e4ndern wie den Niederlanden schon typische Praxis ist, findet in Deutschland bisher eher seltener statt. Gemeint ist, dass der Markt und die damit verbundene Nachfrage bereits vorhanden sind, aber die ben\u00f6tigten Mengen des Materials nicht zur Verf\u00fcgung stehen. Aufgrund dieses Nachfrage\u00fcberschusses finden gerade die Hanffasern nicht so schnell tieferen Einzug in der Autoindustrie, wie es eigentlich der Fall sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Dies h\u00e4ngt sowohl an den strengen gesetzlichen Vorschriften und Reglementierungen beim industriellen Anbau in Deutschland, aber auch den aktuell sehr geringen F\u00f6rdergeldern zur Erforschung und Verbesserung der Ernte- und Verarbeitungsprozesse zusammen. Eine st\u00e4rkere F\u00f6rderung dieses Industriezweigs k\u00f6nnte daf\u00fcr sorgen, dass diese nat\u00fcrlich nachwachsenden Stoffe viel st\u00e4rkere Verwendung finden und die Autos nicht nur kosteng\u00fcnstiger, sondern auch ein St\u00fcck weit umweltvertr\u00e4glicher machen. Langfristig ist dieser Trend bereits zu erahnen und es ist an der Politik die entsprechenden Weichen zu stellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits 1941 pr\u00e4sentierte Henry Ford der Welt ein Auto, welches er zum gr\u00f6\u00dften Teil aus Hanffasern herstellen lie\u00df und dessen Motor mit Hanfkraftstoff betrieben wurde. Allerdings war die \u00d6ffentlichkeit zu dieser Zeit noch nicht reif f\u00fcr diese fortschrittliche Idee und so wurde das Projekt f\u00fcr lange Zeit wieder eingefroren. 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