{"id":43821,"date":"2017-06-27T07:23:56","date_gmt":"2017-06-27T05:23:56","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=43821"},"modified":"2017-06-23T11:46:50","modified_gmt":"2017-06-23T09:46:50","slug":"von-der-biomasse-zum-produkt-uni-hohenheim-leitet-biooekonomie-projekt-ueber-15-mio-euro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/von-der-biomasse-zum-produkt-uni-hohenheim-leitet-biooekonomie-projekt-ueber-15-mio-euro\/","title":{"rendered":"Von der Biomasse zum Produkt: Uni Hohenheim leitet Bio\u00f6konomie-Projekt \u00fcber 15 Mio. Euro"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_43822\" aria-describedby=\"caption-attachment-43822\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-43822 size-medium\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Topic-Teaser-Miscanthus_Foto-Uni-Hohenheim-Dr-Olena-Kalinina-300x221.jpg\" alt=\"Topic-Teaser-Miscanthus_Foto-Uni-Hohenheim-Dr-Olena-Kalinina\" width=\"300\" height=\"221\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/06\/Topic-Teaser-Miscanthus_Foto-Uni-Hohenheim-Dr-Olena-Kalinina-300x221.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/06\/Topic-Teaser-Miscanthus_Foto-Uni-Hohenheim-Dr-Olena-Kalinina.jpg 504w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-43822\" class=\"wp-caption-text\">Das Schilfgras Miscanthus liefert Biomasse f\u00fcr verschiedenste Anwendungen. (Bildquelle: Universit\u00e4t Hohenheim \/ Dr. Olena Kalinina) <a href=\"https:\/\/www.uni-hohenheim.de\/uploads\/pics\/Topic-Teaser-Miscanthus_Foto-Uni-Hohenheim-Dr-Olena-Kalinina.jpg\" target=\"_blank\">&#8211; Zoom &#8211;<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Bio\u00f6konomie als Alternative zum Erd\u00f6l: Um das voranzubringen, braucht es eine verl\u00e4ssliche und preisg\u00fcnstige Versorgung mit Biomasse als Rohstoff f\u00fcr nachhaltige und wirtschaftlich rentable Produkte. Au\u00dferdem m\u00fcssen sich Biomasse-Produzenten und weiterverarbeitende Industrie besser vernetzen. Diese Ziele verfolgt, unter Federf\u00fchrung der Universit\u00e4t Hohenheim in Stuttgart, ein einzigartiger Verbund aus Universit\u00e4ten, Agrarunternehmen und Industrie. Das EU-Projekt f\u00f6rdert den intensiven Austausch der Partner sowie den Anbau von neu gez\u00fcchteten, robusteren Sorten. Er soll zum Teil auf Fl\u00e4chen erfolgen, die mit Schwermetallen belastet oder aufgrund schwacher Ertr\u00e4ge keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion darstellen. Dabei soll auch die Artenvielfalt gesch\u00fctzt werden. 15 Mio. Euro F\u00f6rdergeld daf\u00fcr kommen aus Mitteln der EU und der Industriepartner.<\/strong><\/p>\n<p>In Deutschland kennt man das aus China stammende Miscanthus-Schilfgras vor allem als dekoratives Element im Garten. An der Universit\u00e4t Hohenheim haben Wissenschaftler mit der gut drei Meter hohen Pflanze dagegen Gr\u00f6\u00dferes vor: Hier w\u00e4chst Miscanthus als Biomasse f\u00fcr die Energiegewinnung und f\u00fcr die Weiterverarbeitung zu anderen Stoffen.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr gewinnen die Forscher mit Hilfe der Firma AVA Biochem aus Miscanthus-Stroh Zucker und produzieren daraus die Chemikalie HMF. Sie ist zum Beispiel Ausgangsstoff f\u00fcr Plastikflaschen oder Nylonstr\u00fcmpfe. Aus dem verbliebenen Lignin, das der Pflanze als St\u00fctzmaterial dient, entsteht Phenol, ein weiterer Zwischenstoff f\u00fcr die Kunststoffgewinnung. Was danach vom Miscanthus-Gras \u00fcbrig bleibt, wandert in die Biogasanlage der Universit\u00e4t \u2013 und anschlie\u00dfend als D\u00fcnger zur\u00fcck auf die Felder.<\/p>\n<p>Das ist nur ein Beispiel f\u00fcr eine l\u00fcckenlose und nachhaltige Wertsch\u00f6pfungskette, bei der man aus Biomassepflanzen die verschiedensten Produkte und Energielieferanten gewinnt. Weitere Beispiele zeigen Projektpartner in ganz Europa anhand von Produkten aus Miscanthus und Hanf.<\/p>\n<h3>Alternativen zu fossilen Rohstoffen<\/h3>\n<p>Nachhaltiges Wachstum f\u00f6rdern, dem Klimawandel entgegenwirken und Europa unabh\u00e4ngiger von fossilen Stoffen machen: Das alles soll die Bio\u00f6konomie leisten k\u00f6nnen. Dennoch kommt der Ausbau dieser nachhaltigen Alternative zu fossilen Rohstoffen nur langsam voran.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde: Landwirte finden nicht genug Abnehmer aus der Industrie, um im gro\u00dfen Stil Biomasse f\u00fcr die Bio\u00f6konomie zu erzeugen. F\u00fcr die Industrie hingegen reichen die aktuell verf\u00fcgbaren Biomassemengen nicht aus, um in wirtschaftlich rentablem Ma\u00dfstab Stoffe und Produkte daraus herzustellen. Hinzu kommt die \u00f6ffentliche Bef\u00fcrchtung, dass durch den erforderlichen Rohstoffpflanzenanbau eine Konkurrenz zum Lebensmittelanbau um die besten B\u00f6den entstehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Bei diesen Problemkomplexen setzt das europ\u00e4ische Projekt \u201cGRowing Advanced industrial Crops on marginal lands for biorEfineries\u201c (GRACE) unter Leitung der Universit\u00e4t Hohenheim an. 22 Projektpartner aus Wissenschaft, Landwirtschaft und Industrie haben sich zum Ziel gesetzt, die Kooperation zwischen Biomasse-Produzenten und weiterverarbeitenden Unternehmen in Europa zu f\u00f6rdern, l\u00fcckenlose Wertsch\u00f6pfungsketten aufzuzeigen und den Biomasseanbau mit neuen Sorten, innovativen Anbaumethoden und der Erschlie\u00dfung bislang ungenutzter Fl\u00e4chen attraktiver zu machen.<\/p>\n<h3>Riesenschilf Miscanthus: Robuste Sorten im Test<\/h3>\n<p>Zwei Pflanzen haben die Projektpartner ins Auge gefasst: Miscanthus und Hanf. Besonders vom gen\u00fcgsamen und vergleichsweise robusten Miscanthusgras versprechen sich die Projektpartner gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr die Bio\u00f6konomie. Einmal auf einem Feld etabliert, w\u00e4chst die Pflanze jahrzehntelang in Dauerkultur und bietet dabei einen hohen Fl\u00e4chenertrag.<\/p>\n<p>Einzige Schw\u00e4che der Pflanze: Bislang muss sie \u00fcber Ableger angepflanzt werden, was vergleichsweise aufwendig und teuer ist. Bislang scheuen viele Landwirte deshalb die Investition an Zeit und Aufwand, die Miscanthus zu Beginn erfordert. An den beiden Universit\u00e4ten von Wageningen (NL) und Aberystwyth (GB) wurden deshalb bereits vor Projektbeginn neue Sorten entwickelt, die sich \u00fcber Samen vermehren lassen. Von jedem Z\u00fcchtungsprogramm werden im Projekt jeweils sieben der neuen Sorten getestet.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit dem Miscanthusproduzenten Terravesta (GB) und der Saatgutfirma Vandinter Semo (NL) werden die neuen Sorten nun vermehrt, im Anbau getestet und f\u00fcr die weitere Z\u00fcchtung charakterisiert. Das Ziel: K\u00e4lte- und trockenheitsresistente Miscanthus-Sorten, die mit der Standardsorte Miscanthus x giganteus in punkto Ertrag mithalten k\u00f6nnen oder sie sogar \u00fcbertreffen, dabei aber dank Saatgutvermehrung eine geringere Startinvestition erfordern.<\/p>\n<h3>Biomasse-Anbau f\u00fcr die Industrie \u2013 auch auf Schwermetall-verseuchten Fl\u00e4chen<\/h3>\n<p>An 21 Standorten in Europa werden die Miscanthus-Sorten getestet, 4 Versuche besch\u00e4ftigen sich mit dem Anbau von Hanf. Begleitet werden die Anbauversuche von Wissenschaftlern der beteiligten Universit\u00e4ten Hohenheim (D), Aberystwyth (GB), Wageningen (NL), dem Nationalen Institut f\u00fcr Agronomieforschung (INRA) in Versailles und Montpellier (F), der Universit\u00e0 Cattolica del Sacre Cuore in Piacenza (I) und der Agrarwissenschaftlichen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Zagreb (HR).<\/p>\n<p>Untersucht werden unter anderem die Auswirkungen des Miscanthusanbaus auf die Biodiversit\u00e4t. Dazu geh\u00f6rt auch die Frage, ob und unter welchen Bedingungen die neuen, saatgutvermehrten Sorten keimf\u00e4hige Samen ausbilden und wie vermieden werden kann, dass die neuen Sorten auswildern und einheimische Arten verdr\u00e4ngen.<\/p>\n<p>An einigen Standorten testen die Partner den Anbau von Miscanthus auf schwermetallbelasteten Fl\u00e4chen, zum Beispiel neben dem Rollfeld eines Flughafens oder auf ehemaligen Schwerindustriefl\u00e4chen. Sie wollen untersuchen, welche Auswirkungen die Schwermetallbelastung auf die Pflanzen hat, ob Schwermetalle in der Biomasse wiederzufinden sind und wie belastete Biomasse ohne Gesundheitsrisiko genutzt und weiterverarbeitet werden kann.<\/p>\n<p>Die Firmen Terravesta (NL), Miscanthus Group (NL), Gie\u00dfereitechnik K\u00fchn (D) und Novabiom (F) bringen ihre Erfahrung im Miscanthusanbau ein und verarbeiten die Biomasse zum Teil auch selbst weiter. Die Firma Miscanthus F.A.R.M (A) ber\u00e4t und unterst\u00fctzt die Anbauversuche.<\/p>\n<p>Den Hanfanbau \u00fcbernehmen die Firma Ecohemp (I) und das Consorzio di Bonifica di Piacenza (I). Ein Versuch besch\u00e4ftigt sich zum Beispiel mit dem sogenannten Streifenanbau: Dabei werden streifenweise Hanf und Miscanthus angebaut, um die Vorteile beider Pflanzen zu nutzen: f\u00fcr ertragsarme Standorte in den Apenninen ist Hanf mit seinem Ertrag an Stroh und Samen eine wirtschaftlich besonders lohnende Anbauoption, Miscanthus als Dauerkultur senkt dabei das Erosionsrisiko und stabilisiert den Boden.<\/p>\n<h3>Wertsch\u00f6pfungsketten verbessern<\/h3>\n<p>Ein zentrales Anliegen des Projektes ist es, lohnende Verwertungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Biomasse aufzuzeigen und die Projektpartner so zu vernetzen, dass die Biomasse entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette m\u00f6glichst effizient, vollst\u00e4ndig und vielf\u00e4ltig genutzt wird.<\/p>\n<p>Im Projekt demonstrieren die Partner daf\u00fcr eine Reihe von Beispielen aus den verschiedensten Einsatzbereichen: von Bau- und Isoliermaterialien, Basis-Chemikalien f\u00fcr die Kunststoffherstellung, Biokraftstoff, Verbundwerkstoffen und Bioherbizid als Glyphosat-Ersatz bis hin zu Anwendungen in Medikamenten oder Kosmetikprodukten.<\/p>\n<h3>Anwendungsbeispiel 1: Baumaterial<\/h3>\n<p>So produzieren die Firmen CMF Greentech (I) und Mycoplast (I) Bauplatten f\u00fcr den M\u00f6bel- und Hausbau aus Miscanthus- und Hanf-H\u00e4ckseln. Beide arbeiten au\u00dferdem daran, Kleber auf Basis von fossilem Polyurethan durch andere Stoffe zu ersetzen: Mycoplast macht sich hier das Gewebe eines Mycelium-Pilzes zunutze, w\u00e4hrend CMF Greentech ein Bindemittel auf der Basis von Hanf\u00f6l f\u00fcr die Produktion der Platten verwendet.<\/p>\n<p>Die Firma Miscanthus Group (NL) produziert neben Leichtbaubeton als Baumaterial auch hochwertiges Papier und strebt hierbei eine restlose Verwertung der Biomasse an. Miscanthus wird in Form von Hackschnitzeln dem Beton zugemischt, um dessen Gewicht zu reduzieren. Der anfallende Staub bei der der Produktion der Hackschnitzel wird aufbereitet und zu hochwertigem Papier verarbeitet. Der daf\u00fcr ben\u00f6tigte Miscanthus wird, ganz im Sinne der Erschlie\u00dfung ungenutzter Fl\u00e4chen, unter anderem am Amsterdamer Flughafen Schiphol angebaut.<\/p>\n<p>Bei der Firma Gie\u00dfereitechnik K\u00fchn (D) baut man nicht nur Miscanthus an, sondern arbeitet auch an Methoden, das Mark aus den St\u00e4ngeln der Pflanzen zu gewinnen. Dieses besitzt hervorragende D\u00e4mmeigenschaften und kann zu Isoliermaterial weiter verarbeitet werden.<\/p>\n<h3>Anwendungsbeispiel 2: Plattformchemikalien und Kraftstoffe<\/h3>\n<p>Neben den Versuchen zur kombinierten HMF- und Phenol-Produktion an der Uni Hohenheim haben auch andere Projektpartner Zucker aus Miscanthus-Stroh im Blick: Die italienische Firma Novamont untersucht, ob daraus chemische Zwischenprodukte hergestellt werden k\u00f6nnen, die unter anderem in der Biokunststoffproduktion gebraucht werden. Auch Dicarbons\u00e4ure ist hierbei eine interessante Chemikalie, die Novamont im Projekt aus Hanf\u00f6l herstellen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Der Mineral\u00f6lkonzern INA Plc. (HR) entwickelt zur Zeit ein Bio-Raffinerie Projekt, in der aus Miscanthus-Biomasse Zucker und anschlie\u00dfend Ethanol produziert werden soll. Geplant ist eine Produktionsmenge von 55.000 Tonnen Ethanol pro Jahr aus Nicht-Nahrungspflanzen. Eine Hauptaufgabe dabei ist die Demonstration des gro\u00dffl\u00e4chigen Anbaus von Miscanthus auf marginalem Land in der kroatischen Region Sisak.<\/p>\n<p>In dieser Region wurden im Krieg in den neunziger Jahren Minen verlegt, die inzwischen ger\u00e4umt sind. Diese Region ist dennoch bis heute in gro\u00dfen Teilen unterbev\u00f6lkert oder verlassen. Dadurch f\u00e4llt sie in eine besondere Kategorie von marginalem Land, die zus\u00e4tzlich eine soziale Komponente enth\u00e4lt. Das Projekt kann neue Arbeitspl\u00e4tze schaffen und dadurch entscheidend dazu beitragen, Bev\u00f6lkerung und landwirtschaftliche Produktion wieder in der Region anzusiedeln.<\/p>\n<h3>Weitere Anwendungsbeispiele: Verbundwerkstoffe, Bioherbizide und Medikamente<\/h3>\n<p>Auch f\u00fcr Verbundwerkstoffe lassen sich Hanf und Miscanthus einsetzen: So plant der Partner Addiplast (F) neben Hanffasern auch Miscanthus-Fasern zum Verst\u00e4rken von Kunststoffen einzusetzen. Dank geringerer Kosten k\u00f6nnten diese dann nicht mehr nur in der Automobilindustrie eingesetzt werden, sondern auch in g\u00fcnstigeren Massenprodukten wie zum Beispiel Stadionsitzen.<\/p>\n<p>Auch Biokunstoff-Produzent Novamont (I) ist interessiert an einer m\u00f6glichen Verwendung von Hanf- und Miscanthus-Fasern im Rahmen der Produktion eines biobasierten Verbundwerkstoffs.<\/p>\n<p>Im Sinne der restlosen Nutzung der Produkte werden auch Samen und Dreschr\u00fcckst\u00e4nde des Hanfs verwertet: Die Firma Novamont (I) versucht, aus dem \u00d6l der Hanfsamen Monocarbons\u00e4ure herzustellen, die als Wirkstoff in biologischen Totalherbiziden eine umweltfreundlichere Alternative zu dem weit verbreiteten und viel kritisierten Glyphosat darstellen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Projektpartner Indena (I) arbeitet daran, aus den Dreschr\u00fcckst\u00e4nden der Hanfsamen medizinisch nutzbares, nicht psychoaktives Cannabinoid in gro\u00dfer Reinheit zu gewinnen. Es kann neben der medizinischen Anwendung auch in Kosmetikprodukten verwendet werden.<\/p>\n<h3>Detaillierte \u00d6kobilanz zu allen Wertsch\u00f6pfungsketten<\/h3>\n<p>Alle aufgezeigten Wertsch\u00f6pfungsketten untersuchen Wissenschaftler der Universit\u00e4ten Hohenheim und Aberystwyth im Rahmen einer ausf\u00fchrlichen \u00d6kobilanz. Die zentralen Fragen: Wie schneidet jede Wertsch\u00f6pfungskette im Vergleich zur konventionellen Kette ab? Ist sie wirklich \u00f6kologisch nachhaltiger als die fossile Alternative?<\/p>\n<p>Um das zu ermitteln, betrachten die Wissenschaftler unter anderem Faktoren wie den Beitrag zum Treibhausgaseffekt, die eingesparte Menge an fossiler Energie und die Versauerung von Gew\u00e4ssern und Fl\u00e4chen. Bei aller Begeisterung f\u00fcr die M\u00f6glichkeiten der Bio\u00f6konomie wollen die Partner auch testen, ob es negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt geben k\u00f6nnte und in welcher Intensit\u00e4t der Anbau von Biomasse sinnvoll und risikofrei ist.<\/p>\n<p>Auch die \u00f6konomische und soziale Nachhaltigkeit nehmen die Partner aus der Wissenschaft dabei in den Blick und untersuchen positive und negative Auswirkungen des Bio\u00f6konomie-Ausbaus: Im besten Falle entstehen dadurch Arbeitspl\u00e4tze, zum Beispiel in den seit dem Krieg in den neunziger Jahren unterbev\u00f6lkerten Regionen in Kroatien. Ein negativer Effekt w\u00e4re es jedoch, wenn durch die verst\u00e4rkte Biomasseproduktion andere Nutzungen verdr\u00e4ngt werden.<\/p>\n<h3>Expertise f\u00fcr und Feedback aus der Industrie<\/h3>\n<p>Neben den Projektpartnern aus der Industrie k\u00f6nnen sich bereits w\u00e4hrend des Projektes auch andere interessierte Unternehmen in einem Industrie-Panel einbringen. So sollen die Erforschung weiterer Biomassenutzungsoptionen und die Vernetzung der Akteure der Bio\u00f6konomie gef\u00f6rdert werden und die Erkenntnisse noch schneller in die Praxis einflie\u00dfen. Gleichzeitig erhoffen sich die Projektpartner, dass weiteres Know-how und Feedback von Bio\u00f6konomie-Unternehmen mit in die Forschung eingebracht werden kann.<\/p>\n<p>Betreut von der Universit\u00e4t Hohenheim und dem Technologiecluster f\u00fcr gr\u00fcne Chemie SPRING (I) k\u00f6nnten sich interessierte Industrievertreter des Industrie-Panels unter anderem auf Konferenzen treffen, Neuigkeiten aus den Projekten in einem Newsletter erhalten und sogar Biomasse von verschiedenen Sorten Miscanthus und Hanf f\u00fcr eigene Tests zur Verf\u00fcgung gestellt bekommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Hintergrund: \u201eGrowing Advanced industrial Crops on Marginal Lands for Biorefineries (GRACE)\u201d<\/h3>\n<p>Das Projekt \u201cGrowing Advanced industrial Crops on Marginal Lands for Biorefineries (GRACE)\u201d beginnt am 1. Juni 2017 und l\u00e4uft bis 31. Mai 2022. Gef\u00f6rdert wird das Projekt mit 12,3 Millionen Euro durch die privat-\u00f6ffentliche Forschungskooperation (Public-Private Partnership) \u201eBio-based Industries Joint Undertaking (BBI JU)\u201c zwischen der Europ\u00e4ischen Union und dem Bio-based Industries Consortium (BIC), einem Zusammenschluss aus Gro\u00dfunternehmen der Bio\u00f6konomie. Die \u00fcbrigen 2,7 Millionen Euro bringen die privaten Projektpartner als Eigenbeteiligung ein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bio\u00f6konomie als Alternative zum Erd\u00f6l: Um das voranzubringen, braucht es eine verl\u00e4ssliche und preisg\u00fcnstige Versorgung mit Biomasse als Rohstoff f\u00fcr nachhaltige und wirtschaftlich rentable Produkte. Au\u00dferdem m\u00fcssen sich Biomasse-Produzenten und weiterverarbeitende Industrie besser vernetzen. 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