{"id":43703,"date":"2017-06-22T06:41:08","date_gmt":"2017-06-22T04:41:08","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.chemie.de%2Fnews%2F163631%2Fmetall-phoenix-aus-der-muell-asche-metallgewinnung-mit-bakterien.html%3FWT.mc_id%3Dca0065"},"modified":"2017-06-21T12:50:48","modified_gmt":"2017-06-21T10:50:48","slug":"metall-phoenix-aus-der-muell-asche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/metall-phoenix-aus-der-muell-asche\/","title":{"rendered":"Metall-Ph\u00f6nix aus der M\u00fcll-Asche"},"content":{"rendered":"<p><strong>Umweltfreundliches Bioleaching erstmals f\u00fcr die Gewinnung von Metallen aus M\u00fcllverbrennungsaschen und -schlacken einzusetzen, ist Ziel des vom Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) durchgef\u00fchrten Projektes GrecoMet, das enormes Zukunftspotenzial aufweist: Industrieschlacken stellen in \u00d6sterreich den gr\u00f6\u00dften, bisher ungenutzten Sekund\u00e4rressourcenstrom dar. Die neue Technologie k\u00f6nnte diesen Schatz zug\u00e4nglich machen und wom\u00f6glich sogar einen Ausweg aus der Ressourcenabh\u00e4ngigkeit anderer L\u00e4nder bieten.<\/strong><\/p>\n<p>Aschen und Schlacken aus M\u00fcllverbrennungsanlagen (MVA) stellen in \u00d6sterreich den gr\u00f6\u00dften Sekund\u00e4rressourcenstrom dar (Bundesministerium f\u00fcr Land- und Forstwirtschaft Umwelt und Wasserwirtschaft, Stand 2017). Zurzeit werden diese R\u00fcckst\u00e4nde (531.000 t Schlacken und 124.000 t Aschen pro Jahr, Stand 2015) zur G\u00e4nze als Abf\u00e4lle deponiert. Vor dem Hintergrund knapper werdender metallischer Rohstoffe eine Verschwendung: Schlacken und Aschen k\u00f6nnen je nach Inputmaterial h\u00f6here Metallkonzentrationen enthalten, als etwa ein Prim\u00e4rerz. Das macht sie zu einem interessanten und wichtigen Ausgangsmaterial f\u00fcr eine neuerliche Metallgewinnung. W\u00e4re da nicht die Herausforderung, die wertvollen Metalle aus der komplexen Matrix herauszubekommen.<\/p>\n<h3>Umweltfreundliches Bioleaching<\/h3>\n<p>Einer m\u00f6glichen L\u00f6sung ist das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) im Projekt GRecoMet &#8220;Green Recovery of Metals&#8221; auf der Spur. &#8220;Wir entwickeln ein neues Bioleaching-System. Dabei handelt es sich um ein umweltfreundliches Verfahren zur Metallgewinnung, das die Eigenschaften der Bakteriengattung Acidithiobacillus als nat\u00fcrlichen Katalysator nutzt. Die Mikroorganismen sind in der Lage, sowohl Schwefel- als auch Eisen zu oxidieren. Unter Nutzung unterschiedlicher Wirkmechanismen, z.B. durch Umwandlung in wasserl\u00f6sliche Metallsulfate, l\u00f6sen die Bakterien diverse Metalle aus einer festen Matrix heraus&#8221;, erkl\u00e4rt acib-Forscher Wolfgang Schnitzhofer den Vorgang. Die gel\u00f6sten Bestandteile werden von der restlichen metallbefreiten Matrix abgetrennt und k\u00f6nnen mittels Standardmethoden unkompliziert wiedergewonnen werden. Im Gegensatz zu konventionellem Leaching mit starken und sch\u00e4dlichen S\u00e4uren, das haupts\u00e4chlich bei E-Schrott und Gestein eingesetzt wird, fallen beim Bioleaching so gut wie keine Nebenprodukte an. Die Mikroorganismen produzieren die S\u00e4uren n\u00e4mlich genau dort, wo sie ben\u00f6tigt werden. Der neue Prozess eignet sich zudem besonders f\u00fcr vergleichsweise geringe Metallkonzentrationen oder komplizierte Matrizes, wof\u00fcr konventionelle Methoden nicht mehr wirtschaftlich einsetzbar sind.<\/p>\n<h3>Bald fit f\u00fcr die Industrie<\/h3>\n<p>&#8220;Laborversuche haben bereits gezeigt, dass die Bakterien bis zu 90 Prozent der gew\u00fcnschten Zielmetalle \u2013 insbesondere Aluminium, Kupfer, Zink, aber auch Chrom und Magnesium \u2013 herausl\u00f6sen&#8221;, so Schnitzhofer. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Bakterien \u00e4u\u00dferst umweltfreundlich arbeiten, was in einem geringen Energie- und Betriebsmitteleinsatz resultiert. So ist es m\u00f6glich, beispielsweise CO<sub>2<\/sub> als Kohlenstoffquelle zu verwenden, wodurch dieser Prozess als CO<sub>2<\/sub>-Senke dargestellt werden kann. Ziel der Forscher ist daher auch, die metall-entfrachtete L\u00f6sung dem Bioleachingprozess wieder zuzuf\u00fchren und so s\u00e4mtliche Kreisl\u00e4ufe zu schlie\u00dfen. &#8220;Aktuell sind wir noch damit besch\u00e4ftigt, die nat\u00fcrlich-kultivierten Bakterien f\u00fcr die Umsetzung im Industriema\u00dfstab fit zu machen&#8221;, erkl\u00e4rt Schnitzhofer, der in der Technologie gro\u00dfes Zukunftspotenzial sieht: &#8220;Die Technologie k\u00f6nnte eine bis dato unentdeckte<br \/>\nRohstoffquelle einer neuen Nutzung zuf\u00fchren und auf lange Sicht sogar einen Ausweg aus der Rohstoffabh\u00e4ngigkeit anderer L\u00e4nder bedeuten.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umweltfreundliches Bioleaching erstmals f\u00fcr die Gewinnung von Metallen aus M\u00fcllverbrennungsaschen und -schlacken einzusetzen, ist Ziel des vom Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) durchgef\u00fchrten Projektes GrecoMet, das enormes Zukunftspotenzial aufweist: Industrieschlacken stellen in \u00d6sterreich den gr\u00f6\u00dften, bisher ungenutzten Sekund\u00e4rressourcenstrom dar. Die neue Technologie k\u00f6nnte diesen Schatz zug\u00e4nglich machen und wom\u00f6glich sogar einen Ausweg aus der [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[13352,13487],"supplier":[2811,54,4480],"class_list":["post-43703","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-abfall","tag-metall","supplier-austrian-centre-of-industrial-biotechnology-acib","supplier-bundesministerium-fuer-land-und-forstwirtschaft-umwelt-und-wasserwirtschaft-sterreich-lebensministerium","supplier-sterreichische-forschungsfoerderungsgesellschaft-ffg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43703","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=43703"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43703\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43703"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=43703"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=43703"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=43703"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}