{"id":43677,"date":"2017-06-21T07:29:01","date_gmt":"2017-06-21T05:29:01","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=43677"},"modified":"2017-06-19T17:18:08","modified_gmt":"2017-06-19T15:18:08","slug":"das-potenzial-nichtheimischer-baumarten-fuer-den-forstlichen-anbau-in-deutschland-sachlich-und-vorurteilsfrei-pruefen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/das-potenzial-nichtheimischer-baumarten-fuer-den-forstlichen-anbau-in-deutschland-sachlich-und-vorurteilsfrei-pruefen\/","title":{"rendered":"Das Potenzial nichtheimischer Baumarten f\u00fcr den forstlichen Anbau in Deutschland sachlich und vorurteilsfrei pr\u00fcfen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen und der Landesverband Lippe etablieren in einem dreij\u00e4hrigen Projekt Versuchsfl\u00e4chen mit verschiedenen nichtheimischen Baumarten, die dann langfristig auf ihre Wuchsdynamik, waldbauliche Eignung, Integrierbarkeit in herk\u00f6mmliche Ernteverfahren, erreichbare Holzqualit\u00e4ten und ihr m\u00f6gliches invasives Potenzial untersucht werden sollen. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen des F\u00f6rderprogramms Nachwachsende Rohstoffe unterst\u00fctzt. <\/strong><\/p>\n<p><strong>\u201eEin von Forstwirtschaft und Naturschutz getragener Konsens dar\u00fcber, welche nichtheimischen Baumarten sich f\u00fcr den Anbau im Wald eignen, ist wichtig. Nur so k\u00f6nnen wir vitale und produktive W\u00e4lder erhalten und die Bio\u00f6konomie umsetzen, ohne die Biodiversit\u00e4t zu gef\u00e4hrden\u201c, erkl\u00e4rte Andreas Sch\u00fctte, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR). Die FNR \u00fcbergab als zust\u00e4ndiger Projekttr\u00e4ger des BMEL heute im Auftrag des Ministeriums auf dem Kirchberg in der Gemeinde Kalletal die F\u00f6rderbescheide. Hier wurden bereits in der Vergangenheit erste Anbauversuche mit nichtheimischen Baumarten unternommen.<\/strong><\/p>\n<p>Weitere Informationen stehen auf fnr.de unter dem F\u00f6rderkennzeichen <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22012016\" target=\"_blank\">22012016<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22004217\" target=\"_blank\">22004217<\/a> zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Die beiden Projektpartner Landesbetrieb Wald und Holz NRW und Landesverband Lippe \u2013 vertreten durch Heinrich Barkmeyer, stellvertretender Leiter von Wald und Holz NRW, und Landesverbandsvorsteherin Anke Peithmann \u2013 nahmen die \u00dcbergabe der F\u00f6rderbescheide zum Anlass, eine Kooperationsvereinbarung zu unterzeichnen, um eine erfolgreiche Umsetzung des gemeinsamen Projektes zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Neben der FNR sowie den Vertretern des Landesbetriebes und des Landesverbandes nahm auch der Bundestagsabgeordnete Cajus Caesar an dem Termin teil.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich bieten Baumarten aus anderen biogeografischen Regionen im Zuge von Umweltver\u00e4nderungen gro\u00dfe Potenziale f\u00fcr die Sicherung vitaler Mischw\u00e4lder und die heimische Holzversorgung. Die Douglasie &#8211; die derzeit am weitesten verbreitete nichteinheimische Baumart unserer W\u00e4lder \u2013 ist zum Beispiel besser an sommerliche Trockenheit und Hitze angepasst als die wirtschaftlich bedeutende Fichte. Eine nachhaltige Holznutzung ist ihrerseits ein wichtiges Instrument gegen den Klimawandel, denn Holz kann fossile Rohstoffe und Energietr\u00e4ger ersetzen und als Kohlenstoffspeicher fungieren1. Wie Holzprodukte als Kohlenstoffspeicher k\u00fcnftig im Rahmen der europ\u00e4ischen Energie- und Klimapolitik verbucht werden k\u00f6nnen, dazu hat die EU-Kommission 2016 einen Vorschlag gemacht2.<\/p>\n<p>\u201eWir wollen mit unserem Projekt an Anbauversuche ankn\u00fcpfen, die schon seit mehr als 100 Jahren in Deutschland durchgef\u00fchrt werden und so mithelfen, Fakten in die Debatte einzubringen. Dazu wollen wir neben den wirtschaftlich relevanten Informationen auch solche zu den Auswirkungen auf die Wald\u00f6kosysteme sammeln\u201c, erkl\u00e4rte Susanne Hoffmann, stellvertretende Leiterin der Forstabteilung des Landesverbandes Lippe. \u201eSchon heute kann Deutschland seinen Holzbedarf nicht mehr durch die aktuelle Nutzung in heimischen W\u00e4ldern decken &#8211; nicht weil wir insgesamt zu wenig Holz h\u00e4tten, sondern weil die verschiedenen Waldeigent\u00fcmer nur einen Teil des j\u00e4hrlichen Holzzuwachses ernten und verkaufen. Am Holzmarkt besonders gefragt ist Nadelholz. Um diese Nachfrage auch in Zukunft decken zu k\u00f6nnen, ist es sinnvoll, Alternativen zu den heimischen Nadelbaumarten in unsere W\u00e4lder zu integrieren\u201c, erg\u00e4nzte Dr. Norbert Asche vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Koordinator des Gesamtprojektes.<\/p>\n<p>In dem jetzt beginnenden Vorhaben sollen auf den insgesamt \u00fcber 26 Hektar gro\u00dfen Versuchsfl\u00e4chen im Sauerland und im Lipper Bergland insgesamt sieben Nadel- und vier Laubbaumarten m\u00f6glichst in Mischung mit der heimischen Rotbuche angebaut werden: Atlaszeder (Cedrus atlantica), K\u00fcstentanne (Abies grandis), Araukarie (Araucaria araucana), Westliche Hemlocktanne (Tsuga heterophylla), K\u00fcstenmammutbaum (Sequoia sempervirens), Gebirgsmammutbaum (Sequoiadendron giganteum), Baumhasel (Corylus colurna), Edelkastanie (Castanea sativa), Orientbuche (Fagus orientalis), Platane (Platanus orientalis) und Sicheltanne (Cryptomeria japonica). Alle diese Arten wachsen hierzulande bislang nur in geringem Umfang und teils auch nur als Stra\u00dfen- und Parkb\u00e4ume, produzieren aber in ihrer Heimat in mit Deutschland vergleichbaren Klimazonen ein hochwertiges und in der Industrie nachgefragtes Holz.<\/p>\n<p>In der dreij\u00e4hrigen Projektlaufzeit stehen die Etablierung der Versuchsfl\u00e4chen und die Dokumentation des Anwuchsverhaltens und eventueller Sch\u00e4digungen auf der Agenda. Au\u00dferdem wollen die Wissenschaftler ein Untersuchungsdesign f\u00fcr ein langfristiges Monitoring der Fl\u00e4chen erarbeiten. Dieses soll die langfristige wissenschaftliche Untersuchung der Fl\u00e4chen sicherstellen und fundierte Ergebnisse liefern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><sup>1<\/sup><\/strong> Vgl. hierzu auch <a href=\"http:\/\/www.bmel.de\/SharedDocs\/Downloads\/Broschueren\/ChartaHolz.pdf;jsessionid=47DC1B86AB937DEAE521EAD53AE15B39.2_cid385?__blob=publicationFile\" target=\"_blank\">Charta f\u00fcr Holz 2.0<\/a>, BMEL 2017.<br \/>\n<strong><sup>2<\/sup><\/strong> <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/transparency\/regdoc\/rep\/1\/2016\/DE\/1-2016-479-DE-F1-1.PDF\" target=\"_blank\">https:\/\/ec.europa.eu\/transparency\/regdoc\/rep\/1\/2016\/DE\/1-2016-479-DE-F1-1.PDF<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen und der Landesverband Lippe etablieren in einem dreij\u00e4hrigen Projekt Versuchsfl\u00e4chen mit verschiedenen nichtheimischen Baumarten, die dann langfristig auf ihre Wuchsdynamik, waldbauliche Eignung, Integrierbarkeit in herk\u00f6mmliche Ernteverfahren, erreichbare Holzqualit\u00e4ten und ihr m\u00f6gliches invasives Potenzial untersucht werden sollen. 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