{"id":43422,"date":"2017-06-08T07:29:16","date_gmt":"2017-06-08T05:29:16","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=43422"},"modified":"2017-06-06T15:30:07","modified_gmt":"2017-06-06T13:30:07","slug":"covestro-gelingt-wissenschaftlicher-durchbruch-wichtige-chemikalie-jetzt-aus-pflanzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/covestro-gelingt-wissenschaftlicher-durchbruch-wichtige-chemikalie-jetzt-aus-pflanzen\/","title":{"rendered":"Covestro gelingt wissenschaftlicher Durchbruch &#8211; Wichtige Chemikalie jetzt aus Pflanzen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_43423\" aria-describedby=\"caption-attachment-43423\" style=\"width: 240px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-43423 size-full\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/0.jpg\" alt=\"0\" width=\"240\" height=\"137\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-43423\" class=\"wp-caption-text\">Herstellung von Bio-Anilin: Im kleinen Ma\u00dfstab klappt der Prozess. Projektleiter Dr. Gernot J\u00e4ger (Mitte) arbeitet mit seinem Team (Dr. Swantje Behnken, links, und Dr. Wolf Kloeckner, rechts) daran, ihn auch in gr\u00f6\u00dferen Anlagen zu testen. &#8211; <a href=\"http:\/\/presse.covestro.de\/news.nsf\/9e98be153cdcc54ac1257ac2006c2bf3\/a036ba47ebebdccac125812f00351c81\/$FILE\/2017-048-1.jpg\" target=\"_blank\">Zoom &#8211;<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Covestro ist ein bedeutender Forschungserfolg bei der Nutzung pflanzlicher Rohstoffe in der Kunststoffproduktion gelungen: Die wichtige Grundchemikalie Anilin l\u00e4sst sich jetzt aus Biomasse gewinnen. Der Werkstoffhersteller hat daf\u00fcr zusammen mit Partnern \u2013 zun\u00e4chst im Labor \u2013 ein komplett neues Verfahren entwickelt. Bisher wird Anilin weltweit ausschlie\u00dflich aus fossilen Rohstoffen wie Erd\u00f6l hergestellt. Es spielt in der chemischen Industrie eine bedeutende Rolle und wird als Ausgangsstoff f\u00fcr zahlreiche Produkte gebraucht.<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem Erfolg im Labor will Covestro das neue Verfahren nun zusammen mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft weiterentwickeln. Zun\u00e4chst soll es in einer Versuchsanlage in gr\u00f6\u00dfere technische Dimensionen \u00fcberf\u00fchrt werden. Endg\u00fcltiges Ziel ist, die Herstellung von biobasiertem Anilin im Industriema\u00dfstab zu erm\u00f6glichen. Das w\u00e4re ein absolutes Novum in der Kunststoffbranche.<\/p>\n<h3>Absolutes Novum<\/h3>\n<p>Derzeit werden weltweit rund f\u00fcnf Millionen Tonnen Anilin produziert, wobei das Volumen im Schnitt um rund f\u00fcnf Prozent pro Jahr w\u00e4chst. Covestro z\u00e4hlt mit einer Produktionskapazit\u00e4t von etwa einer Million Tonnen zu den f\u00fchrenden Herstellern. Das Unternehmen ben\u00f6tigt Anilin als Vorstufe f\u00fcr Polyurethan-Hartschaum, einen hocheffizienten D\u00e4mmstoff f\u00fcr Geb\u00e4ude und K\u00fchlger\u00e4te.<\/p>\n<p>\u201eEs besteht am Markt ein hohes Interesse an \u00f6kologisch vorteilhaften Produkten auf Basis nachwachsender Rohstoffe\u201c, sagt Dr. Markus Steilemann, im Covestro-Vorstand zust\u00e4ndig f\u00fcr Innovation, Marketing und Vertrieb. \u201eAnilin aus Biomasse zu gewinnen, ist ein weiterer wichtiger Schritt, um die Chemie- und Kunststoffindustrie unabh\u00e4ngiger von den knappen fossilen Rohstoffen und den Marktschwankungen zu machen. Wir folgen damit unserer Vision, die Welt lebenswerter zu machen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas in der Entwicklung befindliche Verfahren nutzt nachwachsende Rohstoffe und f\u00fchrt im Vergleich zur konventionellen Technik zu einem deutlich verbessertem CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck des Anilins\u201c, betont Projektleiter Dr. Gernot J\u00e4ger von Covestro. \u201eSomit k\u00f6nnen auch unsere Kunden den CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck ihrer Produkte auf Anilin-Basis klar verbessern.\u201c Au\u00dferdem f\u00e4nden die Reaktionen unter milderen Bedingungen statt. Die \u00f6kologischen Aspekte des Verfahrens werden ganzheitlich auch durch externe Institute bewertet.<\/p>\n<h3>Kohlenstoff zu 100 Prozent aus Biomasse<\/h3>\n<p>Derzeit gewinnt die Branche das Anilin aus Benzol, einem Rohstoff auf Basis von Erd\u00f6l. Stattdessen lassen sich aber auch industrielle Zucker verwenden, die heute schon als nachwachsende Rohstoffe im gro\u00dftechnischen Ma\u00dfstab etwa aus Futtermais, Stroh oder Holz gewonnen werden. In dem neu entwickelten Verfahren wird ein industrieller Zucker zun\u00e4chst mithilfe eines Mikroorganismus als Katalysator in ein Zwischenprodukt umgewandelt. Daraus wird dann in einem zweiten Schritt durch chemische Katalyse das Anilin gewonnen. \u201eHundert Prozent des im Anilin enthaltenen Kohlenstoffes stammen somit aus nachwachsenden Rohstoffen\u201c, betont J\u00e4ger.<\/p>\n<p>Um das Verfahren weiterzuentwickeln, arbeitet Covestro mit der Universit\u00e4t Stuttgart, dem CAT Catalytic Center an der RWTH Aachen University sowie der Bayer AG zusammen. \u201eDieses interdisziplin\u00e4re, motivierte Team vereint alle ben\u00f6tigten Expertisen auf sehr hohem Niveau und bildet die Basis f\u00fcr den weiteren Erfolg\u201c, sagt J\u00e4ger. Das langfristige Forschungsprojekt wird \u00fcber zweieinhalb Jahre vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft \u00fcber die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Projekttr\u00e4ger finanziell unterst\u00fctzt (F\u00f6rderkennzeichen: 22010215).<\/p>\n<p>Covestro benutzt bereits jetzt nachwachsende Rohstoffe in verschiedenen Produkten. So hat das Unternehmen einen H\u00e4rter f\u00fcr Lacke entwickelt, bei dem bis zu 70 Prozent des Kohlenstoffgehalts aus Pflanzen stammen. Auch Kohlendioxid entwickelt sich zunehmend zu einem alternativen Rohstoff. Seit 2016 stellt Covestro ein Vorprodukt f\u00fcr Polyurethan-Weichschaum her, das bis zu 20 Prozent CO<sub>2<\/sub> anstelle von Erd\u00f6l enth\u00e4lt. Gleichzeitig erforscht und entwickelt das Unternehmen zahlreiche weitere Produkte auf CO<sub>2<\/sub>-Basis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u00dcber Covestro<\/h3>\n<p>Mit einem Umsatz von 11,9 Milliarden Euro im Jahr 2016 geh\u00f6rt Covestro zu den weltweit gr\u00f6\u00dften Polymer-Unternehmen. Gesch\u00e4ftsschwerpunkte sind die Herstellung von Hightech-Polymerwerkstoffen und die Entwicklung innovativer L\u00f6sungen f\u00fcr Produkte, die in vielen Bereichen des t\u00e4glichen Lebens Verwendung finden. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Automobilindustrie, die Bauwirtschaft, die Holzverarbeitungs- und M\u00f6belindustrie sowie der Elektro-und Elektroniksektor. Hinzu kommen Bereiche wie Sport und Freizeit, Kosmetik, Gesundheit sowie die Chemieindustrie selbst. Covestro, vormals Bayer MaterialScience, produziert an 30 Standorten weltweit und besch\u00e4ftigt per Ende 2016 rund 15.600 Mitarbeiter (umgerechnet auf Vollzeitstellen).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Covestro ist ein bedeutender Forschungserfolg bei der Nutzung pflanzlicher Rohstoffe in der Kunststoffproduktion gelungen: Die wichtige Grundchemikalie Anilin l\u00e4sst sich jetzt aus Biomasse gewinnen. Der Werkstoffhersteller hat daf\u00fcr zusammen mit Partnern \u2013 zun\u00e4chst im Labor \u2013 ein komplett neues Verfahren entwickelt. Bisher wird Anilin weltweit ausschlie\u00dflich aus fossilen Rohstoffen wie Erd\u00f6l hergestellt. 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