{"id":43397,"date":"2017-06-07T07:20:20","date_gmt":"2017-06-07T05:20:20","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=43397"},"modified":"2017-06-02T14:10:42","modified_gmt":"2017-06-02T12:10:42","slug":"wichtiger-meilenstein-der-kreislaufwirtschaft-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wichtiger-meilenstein-der-kreislaufwirtschaft-in-deutschland\/","title":{"rendered":"Wichtiger Meilenstein der Kreislaufwirtschaft in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Das j\u00fcngst verabschiedete Verpackungsgesetz mit seinen anspruchsvollen Recyclingquoten bezeichnet die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen als wichtigen Meilenstein der Kreislaufwirtschaft in Deutschland. Was die Branche momentan sonst noch alles umtreibt, haben wir IK-Sprecherin Mara Hancker gefragt.<\/p>\n<p>Frau Hancker, der IK-Konjunkturtrend, den Sie viertelj\u00e4hrlich ver\u00f6ffentlichen, liegt seit Mitte 2010 deutlich und dauerhaft im Plus \u2013 trotz \u201ePlastikt\u00fcten-Bashing\u201c. Welche Packmittel tragen diese Entwicklung vor allem?<\/p>\n<p>In der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung wurde die Plastikt\u00fcte unabh\u00e4ngig von ihren Umwelteigenschaften zum Symbol der Wegwerfgesellschaft stilisiert. Das hat mit den Fakten beziehungsweise den tats\u00e4chlichen Umwelteigenschaften und Vorz\u00fcgen von Kunststoffverpackungen und damit ihrer bevorzugten Verwendung durch den Verbraucher wenig zu tun. Kunststoffverpackungen sind kein Selbstzweck. Ihre Hauptfunktion ist der Schutz der verpackten Ware. Dabei sind viele Verpackungen wahre Hightechprodukte. Sie sind innovationsstark, extrem leistungsf\u00e4hig und anderen Materialien in vielen Belangen \u00fcberlegen. Kunststoffverpackungen sch\u00fctzen unter anderem Lebensmittel, sind dabei extrem leicht, verbrauchen nur wenige Ressourcen und werden nach ihrem Gebrauch recycelt. Das alles sind gute Gr\u00fcnde daf\u00fcr, dass in Deutschland 63\u2009% aller Waren und Produkte, die der private Endverbraucher konsumiert, in Kunststoff verpackt werden.<\/p>\n<p>Verbraucherschutz, und hier insbesondere der Lebensmittelkontakt, ist ja ein ganz gro\u00dfes Thema. Werden die gesetzlichen Anforderungen zur Migrationsvermeidung in Ihren Augen immer 1:1 umgesetzt?<\/p>\n<p>Aus Sicht der IK werden die gesetzlichen Anforderungen zur Migrationsvermeidung von den IK-Mitgliedsfirmen sehr gut umgesetzt. Dabei gehen die Kundenanforderungen \u00fcbrigens h\u00e4ufig weit \u00fcber die gesetzlichen Vorgaben hinaus.<\/p>\n<p>Ein anderes Kernthema ist das Recycling. Die Kreislaufwirtschaft von Kunststoffverpackungen funktioniert ja nicht so wirklich, man muss sich nur einmal die Verm\u00fcllung der Meere anschauen \u2026<\/p>\n<p>F\u00fcr Deutschland stimmt das so nicht. Wir verf\u00fcgen \u00fcber ein in der Welt beispielloses Kreislaufsystem, das durch das aktuell verabschiedete Verpackungsgesetz noch einmal gepusht wird. Hat eine Kunststoffverpackung in Deutschland ihren Zweck erf\u00fcllt, landet sie sehr wahrscheinlich im gelben Sack beziehungsweise in der gelben Tonne. Die Sammel- und Verwertungsquoten sind hoch, weil die meisten B\u00fcrger mitmachen. In unseren Gew\u00e4ssern finden sich Verpackungen meist dann, wenn verantwortungslose Nutzer sie nach dem Gebrauch achtlos wegwerfen. Schlie\u00dflich springen Verpackungen nicht alleine ins Meer. Gegen bequemes und umweltsch\u00e4digendes Verhalten Einzelner kommt leider auch das beste Entsorgungssystem nicht an. Das ist schade. Hier m\u00fcssen wir die Verbraucher weiter aufkl\u00e4ren. Denn eines ist klar: Kunststoff geh\u00f6rt nicht ins Meer oder in die Natur. Dennoch finden sich dort sehr gro\u00dfe Mengen, die vor allem durch die asiatischen L\u00e4nder eingetragen werden. Da M\u00fcll eine globale Herausforderung ist, sind weltumspannende Anstrengungen erforderlich. Hier engagiert sich die Kunststoffindustrie bereits.<\/p>\n<p>Frau Hancker, in einem aktuellen Positionspapier \u00e4u\u00dfert sich die IK kritisch gegen\u00fcber oxo-abbaubaren Kunststoffen. Worum geht es da genau?<\/p>\n<p>Die IK m\u00f6chte mit den wesentlichen Fakten zur Versachlichung der Diskussion beitragen. So weisen wir beispielsweise darauf hin, dass \u201eoxo-abbaubare Kunststoffe\u201c die Anforderungen an eine vollst\u00e4ndige biologische Abbaubarkeit nicht erf\u00fcllen. Vielmehr handelt es sich um eine Fragmentierung der Kunststoffe zu sichtbaren oder unsichtbaren Kunststoffst\u00fcckchen. Vor allem Endverbraucher werden durch die Verwendung des Begriffs zu Werbezwecken in die Irre gef\u00fchrt. Dar\u00fcber hinaus machen wir darauf aufmerksam, dass die Fragmentierung von Produkten aus \u201eoxo-abbaubaren Kunststoffen\u201c das aktuelle Problem des Eintrags von \u201eMicroplastics\u201c in Gew\u00e4sser und Meere versch\u00e4rfen kann. Auch wird das Recycling durch \u201eoxo-abbaubare\u201c Kunststoffe beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n<p>Was unternimmt der IK-Arbeitskreis Bioplastics gegen den zunehmenden Eintrag von Kunststoffen in Gew\u00e4sser und Meere? Unternimmt er \u00fcberhaupt etwas dagegen?<\/p>\n<p>Kunststoffverpackungen geh\u00f6ren nicht ins Meer und in die Umwelt. Die IK und ihre Mitglieder engagieren sich mit verschiedenen Ma\u00dfnahmen f\u00fcr den Schutz der Meere. Neben der permanenten wichtigen Aufkl\u00e4rungsarbeit, dass Kunststoffverpackungen nicht ins Meer, sondern in die Sammlung geh\u00f6ren, und der Teilnahme beispielsweise am runden Tisch Meeresm\u00fcll des Bundesumweltamtes ist auch das Projekt \u201eNull Granulatverlust\u201c eine wichtige Initiative der Kunststoffverpackungsindustrie f\u00fcr den Gew\u00e4sserschutz.<\/p>\n<p>Biokunststoffen, genauer gesagt, biologisch abbaubaren Verpackungen aus Kunststoff, wird seit Jahren ein \u201egro\u00dfer Markt\u201c vorhergesagt. Bei einem Anteil am deutschen Kunststoffverpackungsmarkt von unter 1\u2009% aber doch eher eine Augenwischerei, oder?<\/p>\n<p>Biokunststoff hei\u00dft nicht nur bioabbaubar, sondern auch biobasiert. Dabei geht der Trend eindeutig zu biobasiert. Aber in der Tat ist der Markt f\u00fcr biobasierte Kunststoffe noch nicht gro\u00df, doch er w\u00e4chst mit hoher Geschwindigkeit. Bisher kommen biobasierte Kunststoffe bei frischen Obst- und Gem\u00fcseprodukten zum Einsatz. Mehr und mehr werden auch Schalen aus Biokunststoffen als Verpackung von S\u00fc\u00dfwaren, Salaten oder Fleisch verwendet. Gemeinsam mit unserem franz\u00f6sischen Partnerverband Elipso unterst\u00fctzen wir den Einsatz von biobasierten Kunststoffen, nicht zuletzt, da sich den Verarbeitern hier ein breites Spektrum an Innovationen bietet, allerdings zurzeit noch als Option f\u00fcr die Zukunft. Denn gegenw\u00e4rtig ben\u00f6tigt man Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Mais oder Zuckerrohr, und bei der Produktion der Pflanzen wird viel Wasser und D\u00fcngemittel verbraucht. Aktuell zeigt sich beim Vergleich der Biokunststoffe mit herk\u00f6mmlichen Kunststoffen aus Erd\u00f6l, dass die Umweltbelastung durch die Biokunststoffe zum Teil h\u00f6her ist. Au\u00dferdem muss man wie beim Biodiesel die Frage stellen, ob es wirklich sinnvoll ist, in Brasilien den Regenwald f\u00fcr Plantagen zu roden, um aus Zuckerrohr Biokunststoff zu gewinnen. In Zukunft will man f\u00fcr die Herstellung von Biokunststoffen nat\u00fcrliche Abf\u00e4lle verwenden und damit auf Nahrungsmittel verzichten.<\/p>\n<p>Stichwort Gefahrgutverpackungen: Etwa ein Drittel des Verbrauchs von Kunststoffverpackungen entf\u00e4llt auf Transport- und Industrieverpackungen \u2013 ein sehr hoher Anteil gegen\u00fcber anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Sind die Beziehungen zum ICPP so eng, weil wir in so hohem Ma\u00dfe von gut funktionierender Exportt\u00e4tigkeit abh\u00e4ngen?<\/p>\n<p>Die IK f\u00fchrte das ICPP-Sekretariat, da wir einen hohen Anteil an Gefahrgutverpackungen vertreten und \u00fcber das entsprechende Know-how verf\u00fcgen. Die exportorientierte abf\u00fcllende und abpackende Industrie in Deutschland, insbesondere die chemische Industrie, ist Gro\u00dfverbraucher von Transport- und Industrieverpackungen. Gefahrgutverpackungen sind hier ein wichtiges Teilelement. Oder um die Frage einfach zu beantworten: Ja, die starke Stellung der Gefahrgutverpackungen ist eine Folge der starken Stellung der deutschen chemischen Industrie.Sehr geehrte Frau Hancker, herzlichen Dank f\u00fcr das Interview!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das j\u00fcngst verabschiedete Verpackungsgesetz mit seinen anspruchsvollen Recyclingquoten bezeichnet die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen als wichtigen Meilenstein der Kreislaufwirtschaft in Deutschland. Was die Branche momentan sonst noch alles umtreibt, haben wir IK-Sprecherin Mara Hancker gefragt. 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