{"id":43348,"date":"2017-06-09T06:43:20","date_gmt":"2017-06-09T04:43:20","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fbiowissenschaften-chemie%2Falternative-nutzung-von-biogasanlagen-wachse-aus-biogas-fuer-die-kosmetikindustrie.html"},"modified":"2017-06-01T11:31:15","modified_gmt":"2017-06-01T09:31:15","slug":"alternative-nutzung-von-biogasanlagen-wachse-aus-biogas-fuer-die-kosmetikindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/alternative-nutzung-von-biogasanlagen-wachse-aus-biogas-fuer-die-kosmetikindustrie\/","title":{"rendered":"Alternative Nutzung von Biogasanlagen \u2013 Wachse aus Biogas f\u00fcr die Kosmetikindustrie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Biogas wird bislang verstromt oder in Biomethan umgewandelt und in die entsprechenden Netze eingespeist. Da die Einspeiseverg\u00fctungen stark von den f\u00f6rderpolitischen Rahmenbedingungen abh\u00e4ngen, k\u00f6nnte die zus\u00e4tzliche Herstellung von Biowachsen aus Biogas k\u00fcnftig eine f\u00f6rderunabh\u00e4ngige Perspektive f\u00fcr den wirtschaftlichen Betrieb der aktuell 270 s\u00e4chsischen Biogasanlagen sein. Ein im Januar 2017 gestartetes Kooperationsprojekt des Fraunhofer IKTS mit vier Unternehmen aus Sachsen und der Technischen Universit\u00e4t Bergakademie Freiberg zielt darauf ab, die Produktion von Biowachsen an einer Biogasanlage zu demonstrieren und hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit zu bewerten.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_43364\" aria-describedby=\"caption-attachment-43364\" style=\"width: 261px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-43364\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/1495547463067_Biowachse-aus-Biogas-300x199.jpeg\" alt=\"\u00a9 Foto Fraunhofer IKTS Synthese hochwertiger Biowachse aus Biogas im Laborma\u00dfstab. Im Rahmen eines Kooperationsprojekts des Fraunhofer IKTS mit vier Unternehmen aus Sachsen und der Technischen Universit\u00e4t Bergakademie Freiberg soll nun die Produktion von Biowachsen an einer Biogasanlage demonstriert und hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit bewertet werden.\" width=\"261\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/06\/1495547463067_Biowachse-aus-Biogas-300x199.jpeg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/06\/1495547463067_Biowachse-aus-Biogas-600x398.jpeg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/06\/1495547463067_Biowachse-aus-Biogas.jpeg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 261px) 100vw, 261px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-43364\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Foto Fraunhofer IKTS<br \/>Synthese hochwertiger Biowachse aus Biogas im Laborma\u00dfstab. Im Rahmen eines Kooperationsprojekts des Fraunhofer IKTS mit vier Unternehmen aus Sachsen und der Technischen Universit\u00e4t Bergakademie Freiberg soll nun die Produktion von Biowachsen an einer Biogasanlage demonstriert und hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit bewertet werden.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Aktuell werden in Deutschland \u00fcber 8000 Biogasanlagen betrieben. Die h\u00f6heren Kosten, die f\u00fcr die Bereitstellung elektrischer Energie aus Biogas im Vergleich zu fossilen Energietr\u00e4gern entstehen, werden nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) \u00fcber eine Einspeiseverg\u00fctung ausgeglichen. Diese Rahmenbedingungen haben in den letzten 20 Jahren zu einem deutlichen Zuwachs an Biogasanlagen gef\u00fchrt. Deren Wirtschaftlichkeit ist jedoch eng an die Einspeiseverg\u00fctung gekoppelt. Eine Reduzierung dieser, wie sie in einer Novellierung des EEG vorgesehen ist, bedroht damit die Existenz zahlreicher bestehender Biogasanlagen.<\/p>\n<h3>Wirtschaftliche Unabh\u00e4ngigkeit durch alternative Biogasnutzung<\/h3>\n<p>Ans\u00e4tze f\u00fcr eine f\u00f6rderunabh\u00e4ngige Wirtschaftlichkeit sind damit sowohl f\u00fcr Biogasanlagenbauer als auch f\u00fcr Betreiber von gro\u00dfer Bedeutung. \u00bbEin m\u00f6gliches Konzept ist die alternative Nutzung des Biogases zur Herstellung hochwertiger chemischer Produkte\u00ab, erkl\u00e4rt Dr. Erik Reichelt, Wissenschaftler am Fraunhofer IKTS. \u00bbDie Umsetzung von Biogas zu Biowachsen stellt dabei eine aussichtsreiche Zukunftsoption f\u00fcr bestehende Anlagen dar\u00ab, f\u00fchrt Reichelt fort.<\/p>\n<p>Biogas besteht aus Methan und Kohlenstoffdioxid. Kohlenstoffdioxid ist bislang ein nicht nutzbares Abfallprodukt. Doch das kann man \u00e4ndern, indem das im Biogas enthaltene Kohlenstoffdioxid zur Synthese von Wachsen genutzt wird. Zun\u00e4chst wird Synthesegas erzeugt. Das geschieht \u2013 katalytisch unterst\u00fctzt und bei sehr hohen Temperaturen \u2013 in einem Biogasreformer. Anschlie\u00dfend wird daraus \u00fcber eine Fischer-Tropsch-Synthese das hochwertige Wachs synthetisiert \u2013 und das in Bioqualit\u00e4t.<\/p>\n<h3>Nutzung von Biowachsen in Kosmetikprodukten und als Schmierstoff<\/h3>\n<p>Diese Wachse sind aufgrund ihrer Reinheit insbesondere f\u00fcr die Kosmetikindustrie geeignet. Die meisten handels\u00fcblichen Cremes basieren auf Erd\u00f6lderivaten, die in einigen F\u00e4llen Unvertr\u00e4glichkeiten ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. Biowachse hingegen sind weitaus vertr\u00e4glicher, da sie keine Verunreinigungen enthalten. Daher er\u00f6ffnen Biowachse vor allem in der Naturkosmetikbranche lukrative Anwendungsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sind Biowachse auch als Schmierstoffe einsetzbar. Die Reinheit der Wachse garantiert stets eine definierte Produktzusammensetzung und somit verl\u00e4ssliche Eigenschaften, die mit erd\u00f6lbasierten Schmierstoffen nicht vollumf\u00e4nglich erreichbar sind. Und Produktqualit\u00e4t ist ein wichtiges Kaufkriterium. Zudem bietet auch in dieser Branche ein Biosiegel einen deutlichen Wettbewerbsvorteil.<\/p>\n<h3>Praxistest des Biowachsverfahrens und Pr\u00fcfung der Wirtschaftlichkeit<\/h3>\n<p>Im Rahmen des dreij\u00e4hrigen SAB-Projekts, das aus EFRE-Mitteln gef\u00f6rdert wird, soll dieser aussichtsreiche Verfahrensansatz nun umfassender betrachtet werden. Im Fokus stehen insbesondere der Aufbau und der Betrieb einer Demonstrationsanlage zur Wachsherstellung an einer Biogasanlage. Auf Basis der erhaltenen Prozessdaten kann so abschlie\u00dfend die Wirtschaftlichkeit des Konzepts bewertet werden.<\/p>\n<p>In dem s\u00e4chsischen Vorbundvorhaben arbeiten verschiedene Unternehmen, Universit\u00e4ten und Forschungseinrichtungen zusammen. So befasst sich die DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH mit der Entwicklung des Reformers. Dieser bildet zusammen mit dem am Fraunhofer IKTS entwickelten Fischer-Tropsch-Reaktor, f\u00fcr den die TU Bergakademie Freiberg neue Katalysatoren entwickelt, die Grundlage der Gesamtanlage. Diese Anlage wird von der Advanced Machinery &amp; Technology Chemnitz GmbH geplant und aufgebaut. Die Firma \u00d6kotec Anlagenbau GmbH, an deren Biogasanlage die Demonstration des Prozesses erfolgen soll, stellt dabei ihr Know-how im Bereich Biogas zur Verf\u00fcgung und wird die Anlage betreiben. Die Sunfire GmbH \u00fcbernimmt die wirtschaftliche Bewertung des Gesamtkonzepts.<\/p>\n<p>\u00bbMit dem erfolgreichen Projektabschluss k\u00f6nnen wir eine Technologie anbieten, bei dem unsere Kunden erstmals eine Wahl haben zwischen Energieerzeugung und Herstellung von nachhaltigen Produkten. F\u00fcr die Biogasbranche werden damit ganz neue Perspektiven aufgezeigt. F\u00fcr unsere Firma bedeutet diese Innovation nicht nur eine Portfolioerweiterung mit Alleinstellungsmerkmal, sondern eine deutliche St\u00e4rkung unseres Unternehmens\u00ab, res\u00fcmiert begeistert Gerhard Wilhelm, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Firma \u00d6kotec Anlagenbau GmbH.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biogas wird bislang verstromt oder in Biomethan umgewandelt und in die entsprechenden Netze eingespeist. Da die Einspeiseverg\u00fctungen stark von den f\u00f6rderpolitischen Rahmenbedingungen abh\u00e4ngen, k\u00f6nnte die zus\u00e4tzliche Herstellung von Biowachsen aus Biogas k\u00fcnftig eine f\u00f6rderunabh\u00e4ngige Perspektive f\u00fcr den wirtschaftlichen Betrieb der aktuell 270 s\u00e4chsischen Biogasanlagen sein. Ein im Januar 2017 gestartetes Kooperationsprojekt des Fraunhofer IKTS mit [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[13439,13440],"supplier":[22585,1008,13438,6838,1231],"class_list":["post-43348","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biowachse","tag-erdoel","supplier-dbi-gastechnologisches-institut-ggmbh-freiberg","supplier-fraunhofer-institut-fuer-keramische-technologien-und-systeme-ikts","supplier-oekotec-anlagenbau-gmbh","supplier-sunfire","supplier-technische-universitaet-bergakademie-freiberg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43348","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=43348"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43348\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43348"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=43348"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=43348"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=43348"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}