{"id":43191,"date":"2017-05-30T07:20:55","date_gmt":"2017-05-30T05:20:55","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=43191"},"modified":"2017-05-24T15:46:54","modified_gmt":"2017-05-24T13:46:54","slug":"cotton-corn-reebok-will-sneaker-aus-pflanzen-herstellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/cotton-corn-reebok-will-sneaker-aus-pflanzen-herstellen\/","title":{"rendered":"\u201eCotton &amp; Corn\u201c: Reebok will Sneaker aus Pflanzen herstellen"},"content":{"rendered":"<p>Reebok hat vor, Turnschuhe aus nachwachsenden Rohstoffen zu produzieren. Ist die \u201eCotton &amp; Corn\u201c-Initiative endlich ein Schritt in Richtung nachhaltige Produktion \u2013 oder doch nur ein Marketing-Coup?<\/p>\n<p>Die gro\u00dfen Sportartikelhersteller entdecken Nachhaltigkeit f\u00fcr sich: Seit vergangenem Jahr produziert Adidas Schuhe und Trikots aus Meeresm\u00fcll. Nun zieht auch die Fitnessmarke Reebok mit einer eigenen Initiative nach.<\/p>\n<p>Reebok setzt dabei nicht auf recyceltes Material, sondern auf nachwachsende Ressourcen. Mit der neuen \u201eCotton &amp; Corn\u201c-Initiative (\u201eBaumwolle &amp; Mais\u201c) will die Fitnessmarke Produkte auf Basis pflanzlicher Rohstoffe herstellen. Den Anfang macht ein Sneaker. Sein Obermaterial soll aus Baumwolle, die Sohle aus einem neuartigen Kunststoff auf Basis von Industriemais bestehen.<\/p>\n<p>\u201eCotton &amp; Corn:\u201c Industriemais statt Erd\u00f6l<\/p>\n<p>Reebok hat sich f\u00fcr seine \u201eCotton &amp; Corn\u201c-Linie mit \u201eDuPont Tate &amp; Lyle Bio Products\u201c, einem Hersteller von Hochleistungs-Biol\u00f6sungen, zusammengetan. Das Unternehmen (ein Joint Venture des umstrittenen Chemiekonzerns DuPont mit Tate &amp; Lyle, einem Hersteller von Nahrungs- und Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln) stellt das Material f\u00fcr die Schuhsohle her \u2013 eine Art Bio-Kunststoff, der aus Industriemais gewonnen wird und ohne Erd\u00f6l auskommt. Reebok geht es nach eigenen Angaben darum, ein kompostierbares Produkt herzustellen, ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft.<\/p>\n<p>Ob Industriemais dabei die \u00f6kologischste Wahl ist, ist fraglich. Industriemais wird unter anderem daf\u00fcr verwendet, Bio-Plastik herzustellen oder Biogasanlagen zu bef\u00fcllen. Dadurch wird immer mehr Mais angebaut \u2013 die riesigen Monokulturen bef\u00f6rdern das Artensterben und die unz\u00e4hligen Maisfelder nehmen Platz f\u00fcr wertvolle Anbaufl\u00e4chen weg.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Anbau kommen au\u00dferdem meist gro\u00dfe Mengen D\u00fcngemittel zum Einsatz, die B\u00f6den und Gew\u00e4sser stark belasten. Die \u00c4cker setzen nach der D\u00fcngung Lachgas frei \u2013 ein klimasch\u00e4dliches Treibhausgas. Allgemein sollte man kritisch hinterfragen, ob essbare Pflanzen wirklich als Rohmaterial f\u00fcr Turnschuhe herhalten sollen.<\/p>\n<p>Ist der Schuh wirklich kompostierbar?<\/p>\n<p>Positiv an der \u201eCorn &amp; Cotton\u201c-Initiative ist, dass Reebok statt Erd\u00f6l und Plastik erneuerbare Ressourcen f\u00fcr die Schuhproduktion einsetzen will. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Sneaker auch tats\u00e4chlich \u201ekompostierbar\u201c oder nachhaltig sind. Nicht jeder biobasierte Kunststoff ist automatisch biologisch abbaubar. (Mehr Informationen dazu im Beitrag \u201e<a href=\"https:\/\/utopia.de\/ratgeber\/wie-bio-ist-bioplastik\/\" target=\"_blank\">Wie Bio ist Bioplastik?<\/a>\u201c).<\/p>\n<p>Die Kompostierbarkeit ist Reeboks erkl\u00e4rtes Ziel \u2013 ob der Sportartikelhersteller das verwirklichen kann, wird sich zeigen. Der \u201egr\u00fcne\u201c Turnschuh soll noch Ende des Jahres auf den Markt kommen. Allerdings sollte sich kein K\u00e4ufer nun der Vorstellung hingeben, er k\u00f6nne seine Turnschuhe k\u00fcnftig einfach auf dem Kompost oder im Biom\u00fcll entsorgen: Biokunststoffe geh\u00f6ren (noch) in den Restm\u00fcll und werden meist verbrannt.<\/p>\n<p>Utopia meint: Es ist begr\u00fc\u00dfenswert, wenn Firmen wie Reebok anfangen, etwas nachhaltiger zu produzieren. Es reicht nicht, wenn nur kleine Labels auf Nachhaltigkeit setzen. Erst wenn auch die gro\u00dfen Global Player der Modeindustrie ihre Produktionsweisen umstellen, ist wirklich etwas gewonnen.<\/p>\n<p>Besser als Bioplastik aus Nahrungsmittelpflanzen zu verwenden w\u00e4re es, wenn Reebok f\u00fcr seinen Sneaker Kunststoff aus Reststoffen einsetzen k\u00f6nnte. Allerdings sind solche Kunststoffe noch nicht ganz ausgereift. Im besten Fall sind Initiativen wie \u201eCotton &amp; Corn\u201c die ersten Schritte hin zu einem grundlegenden Wandel in der Branche. Es w\u00e4re schade, wenn dahinter nur eine weitere Marketing-Strategie f\u00fcr ein gr\u00fcnes Image steht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reebok hat vor, Turnschuhe aus nachwachsenden Rohstoffen zu produzieren. Ist die \u201eCotton &amp; Corn\u201c-Initiative endlich ein Schritt in Richtung nachhaltige Produktion \u2013 oder doch nur ein Marketing-Coup? Die gro\u00dfen Sportartikelhersteller entdecken Nachhaltigkeit f\u00fcr sich: Seit vergangenem Jahr produziert Adidas Schuhe und Trikots aus Meeresm\u00fcll. Nun zieht auch die Fitnessmarke Reebok mit einer eigenen Initiative nach. [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[13013,12230],"supplier":[13421],"class_list":["post-43191","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biokomposite","tag-biokunststoff","supplier-reebok"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43191","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=43191"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43191\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43191"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=43191"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=43191"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=43191"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}