{"id":43101,"date":"2017-05-26T07:23:27","date_gmt":"2017-05-26T05:23:27","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=43101"},"modified":"2017-05-23T12:49:37","modified_gmt":"2017-05-23T10:49:37","slug":"biooekonomie-neue-konzepte-zur-nutzung-natuerlicher-ressourcen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biooekonomie-neue-konzepte-zur-nutzung-natuerlicher-ressourcen\/","title":{"rendered":"Bio\u00f6konomie &#8211; neue Konzepte zur Nutzung nat\u00fcrlicher Ressourcen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bio\u00f6konomie bedeutet, biologische Ressourcen wie Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen zu nutzen. Die Bio\u00f6konomie basiert auf neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft und schl\u00e4gt eine Br\u00fccke zwischen Technologie, \u00d6kologie und effizienter Wirtschaft.<\/strong><\/p>\n<p>Die Welt steht vor gewaltigen Herausforderungen. Die Bev\u00f6lkerung w\u00e4chst weiter und muss ern\u00e4hrt werden. Bislang vielfach verwendete Rohstoffe und Energiequellen werden knapper; zudem wandelt sich das Klima. Wie k\u00f6nnen wir diesen Herausforderungen begegnen?<\/p>\n<p>Die zukunftsweisende Wirtschaftsform der Bio\u00f6konomie gibt uns ein Mittel in die Hand, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Seit Tausenden von Jahren nutzt der Mensch die Vielfalt der Natur. Pflanzen und Tiere lieferten ihm fast alles, was er zum \u00dcberleben brauchte: Nahrung, Rohstoffe, Medizin, Kleidung oder Energie. Auch Mikroorganismen nutzen wir seit Beginn der Zivilisation, etwa um Brot zu backen oder Bier zu brauen. Heute erm\u00f6glichen uns die modernen Lebenswissenschaften und Technik, die biologischen Prozesse immer effektiver einzusetzen und weiter zu entwickeln. Mit der \u201e<a href=\"https:\/\/www.ptj.de\/lw_resource\/datapool\/_items\/item_2218\/biooekonimie.pdf\" target=\"_blank\">Nationalen Forschungsstrategie Bio\u00d6konomie 2030<\/a>\u201c f\u00f6rdert die Bundesregierung diese nachhaltige und wissensbasierte Wirtschaftsform.<\/p>\n<p>Traditionell setzen einige Wirtschaftszweige schon immer biologische Ressourcen und Verfahren ein: Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau, Fischerei und Aquakulturen, Pflanzenz\u00fcchtung, Nahrungsmittelindustrie sowie Holz-, Papier-, Leder-, Textil-, Chemie- und Pharmaindustrie oder sogar Energiewirtschaft. Bio-basierte Innovationen etablieren sich heute jedoch zusehends auch in der Automobilindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau, im Rohstoff- und Lebensmittelhandel, der IT-Branche sowie der Umwelttechnologie.<\/p>\n<h3>Der Werkzeugkasten der Natur vereint mit dem Ideenreichtum des Menschen<\/h3>\n<p>Im Laufe der Evolution gelang es Lebewesen unter den widrigsten Umst\u00e4nden zu wachsen. Nahezu \u00fcberall auf dem blauen Planeten gedeiht Leben \u2013 auch unter gr\u00f6\u00dfter Hitze, K\u00e4lte oder Trockenheit. Am erfolgreichsten erweisen sich die Organismen, die Ressourcen optimal verwerten. Die Bio\u00f6konomie nutzt das Wissen \u00fcber die vielf\u00e4ltigen \u00dcberlebensstrategien der Natur und verkn\u00fcpft dieses mit dem Erfindungsreichtum des Menschen. Technische und kulturelle Errungenschaften wachsen zusammen mit dem Werkzeugkasten der Natur.<\/p>\n<p>Zum Beispiel l\u00e4sst sich das klimasch\u00e4dliche Erd\u00f6l bei der Herstellung von Kunststoffen durch pflanzliche Rohstoffe ersetzen. Pflanzen wachsen stetig nach und entziehen bei ihrem Wachstum der Atmosph\u00e4re genau so viel CO<sub>2<\/sub> wie bei einer eventuellen Verbrennung wieder freigesetzt wird \u2013 sie sind also klimaneutral. Dagegen befeuert der Verbrauch der fossilen Rohstoffe Erd\u00f6l, Erdgas oder Kohle den verheerenden Treibhauseffekt.<\/p>\n<p>Die biobasierte Wirtschaft will auch den Folgen des bereits eingetretenen Klimawandels entgegentreten. Optimierte Pflanzen sollen trotz D\u00fcrren oder \u00dcberflutungen die weiter wachsende Menschheit ausreichend mit gesunden Nahrungsmitteln versorgen.<\/p>\n<p>Die Natur liefert zudem eine F\u00fclle nachwachsende Rohstoffe \u2013 die auch die Industrie heute nutzen kann. Erd\u00f6l als Basis vieler chemischer Produkte geht irgendwann zur Neige, dagegen wachsen Pflanzen jedes Jahr von neuem. Nachwachsende Rohstoffe bieten eine beachtenswerte Alternative. Wertvolle Dienste leisten auch Bakterien oder Pilze. Sie liefern nicht nur Rohstoffe oder medizinische Wirkstoffe, sondern dienen auch als Helfer bei der Herstellung vieler Produkte. Von ihnen gewonnene Stoffe, wie zum Beispiel Enzyme, k\u00f6nnen Reaktionen auf umweltfreundliche Art in Gang bringen.<\/p>\n<h3>Bio\u00f6konomie global und sozial entwickeln<\/h3>\n<p>Schlie\u00dflich dient die Natur als Energiequelle. Abfall- und Reststoffe k\u00f6nnen Treibstoff, Strom und W\u00e4rme liefern. Damit jedoch nicht Nahrungspflanzen zugunsten der Energiegewinnung verdr\u00e4ngt werden, setzt die Bundesregierung Priorit\u00e4ten. Zuerst kommt die Erzeugung von Nahrung, dann die Nutzung als Rohstoff und an letzter Stelle die Energiegewinnung. Damit die Verantwortlichen m\u00f6gliche Konflikte fr\u00fchzeitig erkennen, bezieht die Bundesregierung in ihre Bio\u00f6konomie-Strategie auch die Sozialwissenschaften ein. Sie erforschen insbesondere die Wechselwirkungen zwischen Technik, Gesellschaft, Wirtschaft und \u00d6kologie.<\/p>\n<p>Um eine wissensbasierte, international wettbewerbsf\u00e4hige Bio\u00f6konomie zu entwickeln, benennt die \u201eNationalen Forschungsstrategie Bio\u00d6konomie 2030\u201c f\u00fcnf wesentliche Handlungsfelder:<\/p>\n<p>\u2022 die weltweite Ern\u00e4hrung sichern<\/p>\n<p>\u2022 Agrarproduktion nachhaltig gestalten<\/p>\n<p>\u2022 gesunde und sichere Lebensmittel produzieren<\/p>\n<p>\u2022 nachwachsender Rohstoffe industriell nutzen<\/p>\n<p>\u2022 Energietr\u00e4ger auf Basis von Biomasse<\/p>\n<p>Mit dem Ausbau der Bio\u00f6konomie stellt sich die Bundesregierung den Herausforderungen der Zukunft, \u00fcbernimmt globale Verantwortung und st\u00e4rkt die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der deutschen Wirtschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bio\u00f6konomie bedeutet, biologische Ressourcen wie Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen zu nutzen. 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