{"id":42686,"date":"2017-05-19T07:00:00","date_gmt":"2017-05-19T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.umsicht.fraunhofer.de%2Fde%2Fpresse-medien%2F2017%2Fmehlwuermer.html"},"modified":"2017-05-04T10:10:58","modified_gmt":"2017-05-04T08:10:58","slug":"mit-mehlwuermern-gegen-plastikabfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mit-mehlwuermern-gegen-plastikabfall\/","title":{"rendered":"Mit Mehlw\u00fcrmern gegen Plastikabfall"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Verschmutzung der Umwelt durch Plastik ist derzeit so hoch wie nie zuvor. Fraunhofer UMSICHT forscht an umweltfreundlichen Prozessen zum Kunststoffabbau und bedient sich daf\u00fcr kleinen biologischen Helfern: Mehlwurmlarven, die Plastik verwerten und als organische Substanzen wieder ausscheiden. <\/strong><\/p>\n<p>Ob Plastikflaschen oder -t\u00fcten: Viele industriell genutzte Kunststoffe sind in der Umwelt nicht abbaubar und verschmutzen weltweit Landschaften und Gew\u00e4sser. Aufgrund dieser\u00a0 Entwicklung stellt die Kunststoffzersetzung auf umweltvertr\u00e4gliche Weise derzeit ein relevantes Forschungsthema dar. Beim Kampf gegen Plastikm\u00fcll setzen Forscher deshalb neben Mikroorganismen, Pilzen oder isolierten Enzymen vermehrt auch auf Insekten: So konnte k\u00fcrzlich eine spanische Forscherin zeigen, dass die Larven der Gro\u00dfen Wachsmotte den Kunststoff Polyethylen (PE) in relativ kurzer Zeit zersetzen k\u00f6nnen \u2013 zumindest schneller, als es Bakterien in vergangenen Versuchen schafften. Die Kombination einer mechanischen Zerkleinerung durch die Bei\u00dfwerkzeuge des Insekts und einer nachfolgenden mikrobiellen Zersetzung im Darm ist offenbar besonders leistungsf\u00e4hig.<\/p>\n<p>\u00c4hnliche Ergebnisse zeigt auch die Forschung der Biologiestudentin Elma Mehovic, die f\u00fcr ihre Abschlussarbeit am Fraunhofer-Institut f\u00fcr Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen den Abbau von Polystyrol durch Mehlw\u00fcrmer untersucht. Der Kunststoff, der durch die Polymerisation von Styrol gewonnen wird, findet im Rahmen der energetischen Sanierung von Altbauten durch W\u00e4rmed\u00e4mmung, aber auch in der Verpackungsindustrie vielf\u00e4ltigen Einsatz. \u00bbMehlwurmlarven haben auf ihrem Biofilm im Darm unterschiedliche Bakterien, die das Polystyrol zersetzen\u00ab, erkl\u00e4rt Elma Mehovic. Auf diese Weise k\u00f6nnen sich Mehlw\u00fcrmer ohne gro\u00dfen Aufwand durch Styropor fressen und dabei den Kunststoff gleichzeitig auf nat\u00fcrlichem Wege abbauen.<br \/>\nAus Plastik wird Fischfutter<\/p>\n<p>Im Rahmen ihrer Arbeit versucht Mehovic nun herauszufinden, unter welchen Rahmenbedingungen die Mehlwurmlarven das Polystyrol optimal verwerten. Dabei untersucht die junge Forscherin insbesondere den Einfluss der Umgebungstemperatur und der Luftfeuchtigkeit auf das Fressverhalten der Larven. In einem n\u00e4chsten Schritt soll dann gepr\u00fcft werden, ob sich die Ergebnisse von Polystyrol auch auf andere Massenkunststoffe \u00fcbertragen lassen. In einem letzten Schritt wird Elma Mehovic schlie\u00dflich die Darmbakterien der Mehlwurmlarven untersuchen und pr\u00fcfen, inwieweit es m\u00f6glich ist diese nach einer Extraktion zu vermehren und in Abbauprozesse in der Industrie, in M\u00fclldeponien oder in Kl\u00e4rwerken einzusetzen.<\/p>\n<p>Die Wirkung der Mehlw\u00fcrmer beschr\u00e4nkt sich \u00fcbrigens nicht nur auf den biologischen Abbau von Kunststoffen: \u00bbDie Larven wandeln das Polystyrol in Biomasse f\u00fcr den eigenen Organismus um. Die Mehlw\u00fcrmer lassen sich dann im Anschluss beispielsweise als hochwertiges Fischfutter weiterverwenden\u00ab, so Mehovic. Auch wenn noch zahlreiche Fragen zur \u00f6kologischen Gesamtbilanz oder zu einer denkbaren technischen Umsetzung offen sind, scheinen daher die Insekten einen neuen vielversprechenden Weg im Umgang mit Kunststoffabf\u00e4llen aufzuzeigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verschmutzung der Umwelt durch Plastik ist derzeit so hoch wie nie zuvor. 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