{"id":42335,"date":"2017-04-27T07:41:59","date_gmt":"2017-04-27T05:41:59","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=42335"},"modified":"2017-04-25T10:27:45","modified_gmt":"2017-04-25T08:27:45","slug":"klangstark-ohne-tropenholz-neu-entwickeltes-verfahren-revolutioniert-instrumentenbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/klangstark-ohne-tropenholz-neu-entwickeltes-verfahren-revolutioniert-instrumentenbau\/","title":{"rendered":"Klangstark ohne Tropenholz \u2014 Neu entwickeltes Verfahren revolutioniert Instrumentenbau"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mit einem neuen thermischen Behandlungsverfahren ist es dem Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Alexander Pfriem, Vizepr\u00e4sident f\u00fcr Forschung und Technologietransfer der Hochschule f\u00fcr nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) gelungen, einheimische Holzarten f\u00fcr Zupf- und Streichinstrumente ohne Einschr\u00e4nkungen nutzbar zu machen. Am 5. bis 8. April 2017 werden in Kooperation mit der Reinhardt Best Acoustics GmbH die komplett aus einheimischen Tonh\u00f6lzern gefertigten Gitarren und das neue Verfahren auf der Frankfurter Musikmesse vorgestellt.<\/strong><\/p>\n<p>Die Verwendung von Tropenholz ist angesichts des fortschreitenden weltweiten Waldverlustes, illegaler Rodungen und schlechter Praktiken in der Waldwirtschaft \u00f6kologisch sehr bedenklich. Urspr\u00fcnglich wurde f\u00fcr den Gitarrenbau h\u00e4ufig die Holzart Rio-Palisander (Dalbergia nigra) verwendet, welche seit 1992 allerdings der h\u00f6chsten Schutzstufe des international geltenden Washingtoner Artenschutz\u00fcbereinkommens unterliegt. Seit dem 2. Januar 2017 stehen nun auch alle anderen Palisanderarten unter Artenschutz, was den Handel prinzipiell nicht ausschlie\u00dft, aber erhebliche b\u00fcrokratische H\u00fcrden mit sich zieht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_42337\" aria-describedby=\"caption-attachment-42337\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-42337\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Gitarrenkorpus-HNEE-300x79.jpg\" alt=\"Bisher wurde der Korpus, z.B. der gekr\u00fcmmte Rahmen oder die Decke, aus brasilianischem Rio Palisander gefertigt. Bild: HNEE\" width=\"300\" height=\"79\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-42337\" class=\"wp-caption-text\">Bisher wurde der Korpus, z.B. der gekr\u00fcmmte Rahmen oder die Decke, aus brasilianischem Rio Palisander gefertigt. Bild: HNEE<\/figcaption><\/figure>\n<p>F\u00fcr viele Einsatzbereiche wie Gartenm\u00f6bel, Z\u00e4une oder Au\u00dfenfassade wird bereits thermisch behandeltes heimisches Holz verwendet. Auch beim Kauf von Gitarren spielen bei vielen Menschen zunehmend \u00f6kologische Gesichtspunkte eine entscheidende Rolle. Ein Grund, warum der Druck auf die Produzent*innen w\u00e4chst. F\u00fcr hoch anspruchsvolle Holzerzeugnisse wie Musikinstrumente ist es allerdings ungleich schwieriger entsprechende Holzeigenschaften zu ersetzen. Sowohl die Akustik, als auch optische Merkmale m\u00fcssen H\u00e4ndler*innen und Gitarrenliebhaber*innen \u00fcberzeugen. Seit vielen Jahren versuchen Gitarrenhersteller Instrumente aus thermisch behandeltem Holz zu bauen. Bisher gelang lediglich der partielle Holzersatz z. B. der Gitarrendecke. Dem Forschungsteam der HNEE ist es durch die Anwendung einer weiterentwickelten thermischen Behandlung gelungen, die Klangeigenschaften lokaler Holzarten durch die Verbesserung der Schallgeschwindigkeit im Holz sowie der Schallabstrahlung zu optimieren.<\/p>\n<p>Bei allen Gitarrenelementen \u2014 Korpus, Hals und Kopf \u2014 konnte komplett auf Tropenholz verzichtet werden und sie bestehen nun aus thermisch behandelten und optimierten heimischen Tonh\u00f6lzern, die sowohl den klanglichen als auch \u00e4sthetischen Eigenschaften gerecht werden. Gunther Reinhardt von der Reinhardt Best Acoustics GmbH verr\u00e4t: \u201eDas Klangergebnis der Thermoholz-Gitarren h\u00e4lt dem Vergleich mit den aus Tropenholz gefertigten Gitarren mehr als Stand.\u201c Durch die starke \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum stattfindende Erhitzung erh\u00e4lt das Holz, je nach Intensit\u00e4t der Behandlung, tropenholz\u00e4hnliche Materialeigenschaften, wie auch die von Musiker*innen besonders gesch\u00e4tzte typisch dunkle Farbgebung.<\/p>\n<p>\u201eDie Zukunftschancen f\u00fcr thermisch behandeltes Holz als Substitut zu Tropenholz sind vielversprechend\u201c, so Prof. Dr. Pfriem, der noch in diesem Jahr ein Innovationsnetzwerk Tropenholzersatz mit dem Namen \u201eSubMat4Music\u201c gr\u00fcnden m\u00f6chte. Dabei erarbeiten Akteur*innen aus allen Bereichen gemeinsam konkrete Fragestellungen, die dann von der Wissenschaft aufgegriffen werden sollen.<\/p>\n<p>Das Forschungsprojekt wurde vom Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie gef\u00f6rdert.<\/p>\n<h3>F\u00fcr R\u00fcckfragen steht Ihnen gern zur Verf\u00fcgung:<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Alexander Pfriem<\/strong><br \/>\nVizepr\u00e4sident f\u00fcr Forschung und Nachhaltigkeitstransfer<br \/>\nFachbereich Holzingenieurwesen<br \/>\nFachgebiet Chemie und Physik des Holzes sowie chemische Verfahrenstechnik<br \/>\nTel.: 03334 657 377<br \/>\nE-Mail: alexander.pfriem@hnee.de<\/p>\n<p><strong>Lothar Clauder<\/strong><br \/>\nFachbereich Holzingenieurwesen<br \/>\nArbeitsgebiet Thermoholz Qualit\u00e4tssicherungsmethoden<br \/>\nTel.: 03334 657 379<br \/>\nE-Mail: lothar.clauder@hnee.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einem neuen thermischen Behandlungsverfahren ist es dem Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Alexander Pfriem, Vizepr\u00e4sident f\u00fcr Forschung und Technologietransfer der Hochschule f\u00fcr nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) gelungen, einheimische Holzarten f\u00fcr Zupf- und Streichinstrumente ohne Einschr\u00e4nkungen nutzbar zu machen. 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