{"id":42074,"date":"2017-04-18T07:23:54","date_gmt":"2017-04-18T05:23:54","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=42074"},"modified":"2017-04-12T13:00:01","modified_gmt":"2017-04-12T11:00:01","slug":"sonne-auf-knopfdruck-groesste-kuenstliche-sonne-der-welt-eingeweiht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/sonne-auf-knopfdruck-groesste-kuenstliche-sonne-der-welt-eingeweiht\/","title":{"rendered":"Sonne auf Knopfdruck &#8211; Gr\u00f6\u00dfte k\u00fcnstliche Sonne der Welt eingeweiht"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_42075\" aria-describedby=\"caption-attachment-42075\" style=\"width: 509px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-42075\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Synlight_Gruppe_xl-1024x576.jpg\" alt=\"Synlight_Gruppe_xl\" width=\"509\" height=\"286\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/04\/Synlight_Gruppe_xl-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/04\/Synlight_Gruppe_xl-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/04\/Synlight_Gruppe_xl-600x338.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/04\/Synlight_Gruppe_xl.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 509px) 100vw, 509px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-42075\" class=\"wp-caption-text\">Gemeinsam aktiv f\u00fcr die Solarforschung<\/figcaption><\/figure>\n<ul>\n<li><strong>Am DLR Standort J\u00fclich steht die gr\u00f6\u00dfte k\u00fcnstliche Sonne der Welt.<\/strong><\/li>\n<li><strong>149 Hochleistungsstrahler k\u00f6nnen geb\u00fcndelt ein Vielfaches der Sonnenstrahlung erzeugen.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Die gr\u00f6\u00dfte k\u00fcnstliche Sonne der Welt scheint seit dem 23. M\u00e4rz 2017 in J\u00fclich. Der nordrhein-westf\u00e4lische Umweltminister Johannes Remmel nahm gemeinsam mit Dr. Georg Menzen (BMWi) und Prof. Dr. Karsten Lemmer, Vorstand f\u00fcr Energie und Verkehr des Deutschen Zentrums f\u00fcr Luft- und Raumfahrt (DLR), die neue Forschungsanlage &#8220;Synlight&#8221; in Betrieb. Mit der Anlage sollen unter anderem Produktionsverfahren f\u00fcr solare Treibstoffe, wie beispielsweise Wasserstoff, entwickelt werden.<\/strong><\/p>\n<h3>Beitrag zur Energiewende<\/h3>\n<p>NRW-Umweltminister Johannes Remmel betonte die Bedeutung der Forschung f\u00fcr die Energiewende: &#8220;Um die Ziele zum Ausbau der erneuerbaren Energien zu erreichen, brauchen wir den praktischen Ausbau vorhandener Technik. Aber ohne Investitionen in innovative Forschung, in modernste Technologien und auch in weltweite Leuchtturmprojekte wie Synlight wird die Energiewende stecken bleiben.&#8221;<\/p>\n<p>In dem dreist\u00f6ckigen Synlight-Geb\u00e4ude strahlen insgesamt 149 Xenon-Kurzbogenlampen. Zum Vergleich: in einem gro\u00dfen Kinosaal wird die Leinwand durch eine einzelne Xenon-Kurzbogenlampe bestrahlt. Die Wissenschaftler k\u00f6nnen die Strahler auf eine Fl\u00e4che von 20 mal 20 Zentimeter fokussieren. Trifft die Strahlung der Lampen mit einer Leistung von bis zu 350 Kilowatt dort auf, hat sie die bis zu 10.000 fache Intensit\u00e4t der Solarstrahlung auf der Erde. Im Fokus der Lampen entstehen Temperaturen bis zu 3.000 Grad Celsius. Diese Temperaturen nutzen die Forscher um Treibstoffe wie zum Beispiel Wasserstoff herzustellen.<\/p>\n<p>Wasserstoff gilt als der Treibstoff der Zukunft denn er verbrennt ohne dabei Kohlendioxid abzugeben. Die Herstellung von Wasserstoff durch Aufspalten des weltweit verf\u00fcgbaren Rohstoffs Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff bedarf einer gro\u00dfen Menge Energie. Diese kann von der Sonne bereitgestellt werden. &#8220;Erneuerbare Energien bilden zuk\u00fcnftig das R\u00fcckgrat f\u00fcr die weltweite Energieversorgung&#8221;, betont DLR-Vorstand Lemmer die Relevanz intensiver Forschungen zur alternativen Energiegewinnung. &#8220;Solar erzeugte Kraft-, Treib- und Brennstoffe bieten gro\u00dfe Potentiale f\u00fcr die Langzeitspeicherung, die Erzeugung chemischer Grundstoffe und die Reduzierung von CO<sub>2<\/sub>-Emissionen. Synlight gibt unseren Forschungen auf diesem Gebiet R\u00fcckenwind.&#8221;<\/p>\n<h3>Schnellere Entwicklung unter Laborbedingungen<\/h3>\n<p>Da die Sonne in Mitteleuropa selten und unregelm\u00e4\u00dfig scheint, ist f\u00fcr die Entwicklung von Produktionsverfahren solarer Treibstoffe eine k\u00fcnstliche Sonne das Mittel der Wahl. Bei den Synlight-Versuchen k\u00f6nnen Schlechtwetterperioden und schwankende Strahlungswerte die Tests und ihre Auswertung nicht erschweren oder verz\u00f6gern. J\u00fclich bietet zudem mit seiner Infrastruktur, darunter auch der Solarturm J\u00fclich und das wissenschaftliche Umfeld, ideale Bedingungen f\u00fcr innovative Entwicklungen in der Solartechnik. Eine Verlagerung von Forschungsanlagen in sonnenreichere Regionen verspricht lediglich auf den ersten Blick g\u00fcnstigere Bedingungen, da auch dort die Sonne niemals mit derselben Intensit\u00e4t scheint. Aber genau das ist wichtig f\u00fcr schnelle Innovationszyklen: gleichbleibende Testbedingungen, die schnell und exakt reproduziert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Den Wissenschaftlern am DLR-Institut f\u00fcr Solarforschung ist die Herstellung von Wasserstoff mit Hilfe von Solarstrahlung bereits vor Jahren gegl\u00fcckt, allerdings im Laborma\u00dfstab. Damit solche Prozesse f\u00fcr die Industrie interessant werden, muss der Ma\u00dfstab deutlich vergr\u00f6\u00dfert werden. Genau das ist das Ziel von Synlight. Im Fokus der Forschungsarbeiten steht die solare Treibstoffherstellung, doch die neue Anlage kann f\u00fcr eine Vielzahl weiterer Anwendungen eingesetzt werden. Da das Spektrum der UV-Strahlung dem der Sonne gleicht, k\u00f6nnen beispielsweise auch Alterungsprozesse von Materialien zeitlich gerafft dargestellt werden. Ein interessanter Aspekt, sowohl f\u00fcr die Raumfahrt, als auch f\u00fcr die Industrie.<\/p>\n<p>&#8220;Synlight f\u00fcllt eine L\u00fccke in der Qualifizierung solarthermischer Komponenten und Prozesse&#8221;, erkl\u00e4rt Dr. Kai Wieghardt, der den Aufbau der Anlage ma\u00dfgeblich betreut hat. &#8220;Die neue k\u00fcnstliche Sonne steht zwischen den Anlagen im Laborma\u00dfstab, wie dem Hochleistungsstrahler im DLR in K\u00f6ln und den gro\u00dftechnischen Anlagen wie dem Solarturm hier in J\u00fclich.&#8221;<\/p>\n<p>F\u00fcr die Experimente stehen den Nutzern der Anlage drei Bestrahlungskammern zur Verf\u00fcgung. Die notwendigen Lampen werden, je nach Bedarf, geb\u00fcndelt, oder fl\u00e4chig auf den Testaufbau ausgerichtet. Mit den drei Kammern k\u00f6nnen mehrere Experimente zeitgleich vorbereitet und die Anlage optimal ausgelastet werden.<\/p>\n<p>Das DLR-Institut f\u00fcr Solarforschung errichtete die Forschungsanlage in den vergangenen zwei Jahren in einem vom Technologiezentrum J\u00fclich erstellten Geb\u00e4ude und mietete es langfristig zum Betrieb von Synlight an. Das Land Nordrheinwestfalen unterst\u00fctzte das Projekt mit 2,4 Millionen Euro, rund 70 Prozent der Gesamtsumme von 3,5 Millionen Euro. Die Differenz von 1,1 Millionen Euro wurde vom Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie (BMWi) erbracht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Interview mit Bernhard Hoffschmidt, Leiter des Instituts f\u00fcr Solarforschung, via FacebookLive: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/DLRde\/videos\/10154469618045784\/\" target=\"_blank\">https:\/\/www.facebook.com\/DLRde\/videos\/10154469618045784\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am DLR Standort J\u00fclich steht die gr\u00f6\u00dfte k\u00fcnstliche Sonne der Welt. 149 Hochleistungsstrahler k\u00f6nnen geb\u00fcndelt ein Vielfaches der Sonnenstrahlung erzeugen. Die gr\u00f6\u00dfte k\u00fcnstliche Sonne der Welt scheint seit dem 23. M\u00e4rz 2017 in J\u00fclich. 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