{"id":41975,"date":"2017-04-12T07:26:44","date_gmt":"2017-04-12T05:26:44","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=41975"},"modified":"2017-04-10T12:19:42","modified_gmt":"2017-04-10T10:19:42","slug":"wohntextilien-und-kleinmoebel-aus-kiefernnadeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wohntextilien-und-kleinmoebel-aus-kiefernnadeln\/","title":{"rendered":"Wohntextilien und Kleinm\u00f6bel aus Kiefernnadeln"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem ver\u00e4nderten Bewusstsein um steigenden Konsum und schwindende Ressourcen, sehen viele Designer die Antworten auf Fragen zur Nachhaltigkeitsoptimierung in der Vergangenheit. So auch die junge Designerin Tamara Orjola. Bei ihrer Recherche \u00fcber vergessene Pflanzen und Bearbeitungstechniken stie\u00df sie auf einen noch wenig industriell genutzten Abfallstoff in der Natur: Kiefernnadeln! Mit rund 600 Million Kilogramm allein in Europa pro Jahr eine ernstzunehmende Ressource. Die lettische Designerin nutzt die Kiefernadeln, um biologisch abbaubare Produkte wie Wohntextilien, Teppiche oder Kleinm\u00f6bel herzustellen.<\/p>\n<p>Designer entdecken pflanzliche Abfallstoffe als Ressource<\/p>\n<p>Holz mit der darin enthaltenen Zellulose geh\u00f6rt zu einem der wichtigsten nachwachsenden Rohstoffe der Erde. Das dieser in letzter Zeit wieder eine gr\u00f6\u00dfere Wertsch\u00e4tzung erf\u00e4hrt, lag sicherlich an der realen Angst, die W\u00e4lder zu verlieren. \u201eDas gro\u00dfe Waldsterben\u201c war Anfang der 80er Jahren das Umweltthema schlechthin. Experten prophezeiten damals ein fl\u00e4chendeckendes Verschwinden unserer gr\u00fcnen Lungen, mit verheerenden Folgen f\u00fcr die Umwelt. Ein Umdenken fand statt; viele Verbraucher kauften vermehrt Recyclingprodukte (Papier) und die Umweltverb\u00e4nde verhinderten durch Einfuhrverbote den Handel mit seltenen bzw. tropischen H\u00f6lzern. Auch industriell wird der Baum nahezu komplett verwendet. Selbst aus Baumrinde werden Klebstoffe hergestellt. Und doch ist eine industrielle Nutzung von Kiefernnadeln bislang nur aus der Pharmazie bekannt.<\/p>\n<p>Tamara Orjola sammelt ihren Rohstoff im Wald. Besonders gut gelingt ihr das direkt nach dem F\u00e4llen der Kiefernb\u00e4ume. W\u00e4hrend der maschinellen Ernte verliert der Baum aufgrund heftiger Sch\u00fcttelbewegungen einen Gro\u00dfteil seiner Nadeln. Etwa 20 bis 30 Prozent der Masse einer Kiefer besteht aus den langen Nadeln. Lange Fasern aus Lignin und Zellulose, die durch unterschiedliche Methoden in ihren Eigenschaften ver\u00e4ndert werden k\u00f6nnen. Mittels Zerhacken, Einweichen, D\u00e4mpfen, Karrieren und Pressen lassen sich wichtige Inhaltsstoffe aus den Nadeln l\u00f6sen und die weichen Fasern herausarbeiten. Inspiration f\u00fcr die weitere Verarbeitung des Fasermaterials fand Orjola in der Papierherstellung und der Filzverarbeitung.<\/p>\n<p>Unter dem Titel &#8220;Forest Wool&#8221; ist eine hochinteressante Arbeit entstanden, die allerdings stark an die Entwicklung der deutschen Designerin Katharina Jebsen aus Halle erinnert. Diese war mit ihrer Arbeit bereits 2013 f\u00fcr den Bundespreis Ecodesign nominiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem ver\u00e4nderten Bewusstsein um steigenden Konsum und schwindende Ressourcen, sehen viele Designer die Antworten auf Fragen zur Nachhaltigkeitsoptimierung in der Vergangenheit. So auch die junge Designerin Tamara Orjola. Bei ihrer Recherche \u00fcber vergessene Pflanzen und Bearbeitungstechniken stie\u00df sie auf einen noch wenig industriell genutzten Abfallstoff in der Natur: Kiefernnadeln! 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