{"id":41502,"date":"2017-03-24T07:29:55","date_gmt":"2017-03-24T06:29:55","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=41502"},"modified":"2017-03-22T13:11:45","modified_gmt":"2017-03-22T12:11:45","slug":"papierindustrie-wird-bioraffinerie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/papierindustrie-wird-bioraffinerie\/","title":{"rendered":"Papierindustrie wird Bioraffinerie"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Kaskadische Holznutzung und \u00f6kologische Stromproduktion werden als Green Tech zu wenig gew\u00fcrdigt. Mit 1.600 Gigawattstunden \u00d6kostrom z\u00e4hlen die Betriebe der Papierindustrie bereits heute zu den gr\u00f6\u00dften \u00d6kostromproduzenten. In diesem Sinne entwickelt sich die Branche immer weiter in Richtung Bioraffinerie. \u201eUnter der Herausforderung, den Rohstoff Holz m\u00f6glichst umfassend zu nutzen und wiederzuverwerten, produziert die Papierindustrie l\u00e4ngst nicht nur mehr Papier und Zellstoff, sondern noch eine Vielzahl an innovativen Faser- und chemischen Produkten.<\/strong><\/h3>\n<p>Textilgarne, aber auch ganz neue Anwendungen wie faserverst\u00e4rkte Kunststoffkomponenten, Chemikalien oder Lebensmittelzusatzstoffe, k\u00f6nnen aus Nebenprodukten der Zellstofferzeugung produziert werden\u201c, erl\u00e4utert Max Oberhumer (Pr\u00e4sident der Austropapier und CEO von Sappi Austria) die klare Zukunftsorientierung seines Wirtschaftszweigs. Dieser sichert mit einer j\u00e4hrlichen Bruttolohnsumme von 450 Millionen Euro 8.000 Arbeitspl\u00e4tze in \u00d6sterreich.<\/p>\n<h3>Umwelt schonende Konkurrenz zu Erd\u00f6l<\/h3>\n<p>Zellstofffabriken arbeiten bereits heute als hocheffiziente Bioraffinerien. Sie fraktionieren den wertvollen Rohstoff Holz in seine unterschiedlichen Bestandteile. Insbesondere jene Komponenten, deren Heizwert vergleichsweise gering ist, dienen dann zur Erzeugung hochwertiger Produkte. Das reicht von Fasern f\u00fcr Textilien \u00fcber Ausgangsstoffe f\u00fcr Papier- und Verpackungsprodukte bis zu wichtigen Basismaterialien f\u00fcr die chemische Industrie (z.B.: Terpentin\u00f6l, Essigs\u00e4ure, Xylit, Furfural, Tall\u00f6le, Tallseife und Harze). Dazu kommt ein angenehmer Nebeneffekt aus volkswirtschaftlicher Sicht: Die Papierindustrie tritt mit dieser umweltschonenden Produktion auch in Konkurrenz zur Erd\u00f6lindustrie. Max Oberhumer, der Pr\u00e4sident des Branchenverbandes Austropapier, ist \u00fcberzeugt: \u201eKunststoffe, die derzeit auf Erd\u00f6l basieren, k\u00f6nnen k\u00fcnftig eine Symbiose mit Stoffen aus Holz sein.\u201c<\/p>\n<h3>Ein Beitrag f\u00fcr das \u00f6ffentliche Stromnetz<\/h3>\n<p>Die Papierindustrie nutzt den Anteil mit dem h\u00f6chsten Brennwert, dessen stoffliche Verwertung derzeit technologisch noch nicht m\u00f6glich ist, aber nicht nur thermisch f\u00fcr den Eigenbedarf. Die Branche stellt ihn durch Auskoppelung von Strom und Fernw\u00e4rme in \u00f6ffentliche Netze den Kommunen im l\u00e4ndlichen Raum zur Verf\u00fcgung. So liefern Unternehmen wie Mondi Frantschach, Norske Skog Bruck, Sappi Gratkorn, SCA Hygiene, Schweighofer Fiber und Zellstoff P\u00f6ls bereits rund 1.300 GWh W\u00e4rme und 220 GWH Strom an \u00f6ffentliche KWK-Anlagen (Kraft-W\u00e4rme-Kopplung). Damit k\u00f6nnen 60.000 Haushalte komplett versorgt werden. Durch den hohen Grad an Eigenversorgung tr\u00e4gt die Branche auch wesentlich zur Stabilisierung der Stromnetze bei. Sie deckt ihren Energiebedarf zu 90% selbst und die eingesetzten Brennstoffe sind zu 60% biogen. Im Vergleich zu 1990 sto\u00dfen die Unternehmen heute pro Tonne Papier 40% weniger CO<sub>2<\/sub> aus. Um die Emission von Treibhausgasen weiter zu reduzieren, sieht die Papierindustrie in der F\u00f6rderung der Holzverbrennung mittels \u00d6kostromgesetz den falschen Weg. Stattdessen muss die effiziente Energieerzeugung und -verwendung weiter forciert werden.<\/p>\n<p>Das Recycling der Fasern \u00fcber den Altpapier-Kreislauf garantiert die effizienteste Nutzung des Rohstoffes Holz. Der Energieinhalt der Fasern bleibt im Verlauf ihres Lebenszyklus chemisch gespeichert. Sind sie stofflich nicht mehr zu verwerten, folgt die thermische Nutzung. Diese kaskadische Holznutzung ist die derzeit h\u00f6chsteffizienteste Verwertung. Die Papierindustrie vollzieht sie durchwegs ohne staatliche bzw. \u00f6ffentliche F\u00f6rderung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaskadische Holznutzung und \u00f6kologische Stromproduktion werden als Green Tech zu wenig gew\u00fcrdigt. Mit 1.600 Gigawattstunden \u00d6kostrom z\u00e4hlen die Betriebe der Papierindustrie bereits heute zu den gr\u00f6\u00dften \u00d6kostromproduzenten. In diesem Sinne entwickelt sich die Branche immer weiter in Richtung Bioraffinerie. \u201eUnter der Herausforderung, den Rohstoff Holz m\u00f6glichst umfassend zu nutzen und wiederzuverwerten, produziert die Papierindustrie l\u00e4ngst [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[11860,13185],"supplier":[3677,13233,13234,13235,13232,9635],"class_list":["post-41502","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-bioraffinerie","tag-holz","supplier-austropapier","supplier-norske-skog-bruck","supplier-sappi-gratkorn","supplier-sca-hygiene","supplier-schweighofer-fiber","supplier-poels"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41502","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=41502"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41502\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=41502"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=41502"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=41502"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=41502"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}