{"id":41447,"date":"2017-03-29T06:42:04","date_gmt":"2017-03-29T04:42:04","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.chemie.de%2Fnews%2F162443%2Fneue-nachhaltigkeit-im-gerbprozess.html%3FWT.mc_id%3Dca0065"},"modified":"2017-03-27T16:23:20","modified_gmt":"2017-03-27T14:23:20","slug":"neue-nachhaltigkeit-im-gerbprozess","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neue-nachhaltigkeit-im-gerbprozess\/","title":{"rendered":"Leder: Neue Nachhaltigkeit im Gerbprozess"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Spezialchemie-Konzern LANXESS untersucht in einem Forschungs- und Entwicklungsprojekt eine innovative Technologie zur Wiederverwertung von Zwangsanfallprodukten in der Lederherstellung. Unter dem Titel \u201eRessourceneffiziente Herstellung von Lederchemikalien\u201c (ReeL) entwickelt der LANXESS-Gesch\u00e4ftsbereich Leather in Zusammenarbeit mit dem Leverkusener Forschungsinstitut INVITE eine modulare Pilotanlage, um aus Falzsp\u00e4nen und Schnittabf\u00e4llen, die bisher in der Regel entsorgt wurden, sowie aus pflanzlicher Biomasse Nachgerbstoffe der Marke \u201eX-Biomer\u201c zur Fertigung von Leder herzustellen. Die Anlage ist daf\u00fcr konzipiert, in Gerbereien direkt an Ort und Stelle eingesetzt zu werden. Die Praxiserprobung soll beim dritten Projektpartner, der Gerberei HELLER-LEDER GmbH &amp; Co. KG aus dem nieders\u00e4chsischen Hehlen, stattfinden.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_41569\" aria-describedby=\"caption-attachment-41569\" style=\"width: 341px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-41569\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/csm_IMG-MoXBioPA_73e232d5bb-300x200.jpeg\" alt=\" Modulare Pilotanlage, um aus Falzsp\u00e4nen und Schnittabf\u00e4llen, die bisher in der Regel entsorgt wurden, sowie aus pflanzlicher Biomasse Nachgerbstoffe der Marke \u201eX-Biomer\u201c zur Fertigung von Leder herzustellen. Die Anlage ist daf\u00fcr konzipiert, in Gerbereien direkt an Ort und Stelle eingesetzt zu werden. Foto: INVITE GmbH\" width=\"341\" height=\"227\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/03\/csm_IMG-MoXBioPA_73e232d5bb-300x200.jpeg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/03\/csm_IMG-MoXBioPA_73e232d5bb.jpeg 549w\" sizes=\"auto, (max-width: 341px) 100vw, 341px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-41569\" class=\"wp-caption-text\"><br \/>Modulare Pilotanlage, um aus Falzsp\u00e4nen und Schnittabf\u00e4llen, die bisher in der Regel entsorgt wurden, sowie aus pflanzlicher Biomasse Nachgerbstoffe der Marke \u201eX-Biomer\u201c zur Fertigung von Leder herzustellen. Die Anlage ist daf\u00fcr konzipiert, in Gerbereien direkt an Ort und Stelle eingesetzt zu werden. Foto: INVITE GmbH<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eDie Nachhaltigkeit der Prozesse liegt uns als einem der gr\u00f6\u00dften Hersteller von Chemikalien f\u00fcr die Lederindustrie besonders am Herzen\u201c, sagt Luis L\u00f3pez-Rem\u00f3n, Leiter des Gesch\u00e4ftsbereichs Leather bei LANXESS. \u201eMit dem Projekt wollen wir aufzeigen, wie sich Produktionsabf\u00e4lle bei der Lederherstellung direkt in der Gerberei verwerten lassen und dadurch das Nachhaltigkeitsprofil \u2013 im Vergleich zur traditionellen Herstellung von Nachgerbstoffen in zentralen Produktionsstandorten fernab der Gerbereien \u2013 deutlich verbessert werden kann.\u201c<\/p>\n<p>Eine Gerberei k\u00f6nnte auf diese Weise einen Teil ihres Eigenbedarfs an Nachgerbstoffen, wie sie LANXESS in seiner X-Biomer-Reihe anbietet, vollautomatisch und weitgehend selbstst\u00e4ndig herstellen. \u201eIch halte diesen Ansatz f\u00fcr einen vielversprechenden Schritt in Richtung eines noch nachhaltigeren Produktionskonzeptes\u201c, sagt Dr. Dietrich Tegtmeyer, Leiter des Projekts bei LANXESS. \u201eAuf der einen Seite werden durch eine \u201aIn situ\u2018- und \u201aJust in time\u2018-Produktion enorme Ressourcen in Logistik und Verpackung gespart, auf der anderen Seite muss ein Zwangsanfallprodukt wie Falzsp\u00e4ne nicht entsorgt werden, sondern dient als Rohstoff f\u00fcr die ben\u00f6tigte Nachgerbchemie.\u201c<\/p>\n<p>Das Gemeinschaftsprojekt mit einem gesamten Investitionsvolumen von rund f\u00fcnf Mio. Euro war im Januar 2016 gestartet. Es wird nahezu zur H\u00e4lfte durch F\u00f6rdermittel des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) unterst\u00fctzt und ist auf drei Jahre angesetzt. Derzeit werden bei LANXESS im Leverkusener Labor die Verfahren auf einen solchen chemischen Recyclingprozess hin angepasst und optimiert. F\u00fcr die Planung und den Bau der Pilotanlage ist im Wesentlichen das Forschungsinstitut INVITE verantwortlich. Um das neuartige Produktionskonzept unter realen Bedingungen zu testen, soll im April 2017 eine entsprechende Anlage fertiggestellt sein, die dann nach einigen \u201eWasserfahrten\u201c zur \u00dcberpr\u00fcfung der Mess- und Regeltechnik Mitte 2017 bei HELLER-LEDER in Betrieb gehen soll.<\/p>\n<p>Das von INVITE konzipierte modulare Anlagenkonzept wurde bisher vor allem mit Blick auf prozesstechnologische Verbesserungen und zur Erzielung flexibler, kontinuierlicher Produktionsprozesse entwickelt. F\u00fcr die konzipierte Pilotanlage stehen nun erstmalig die Vorteile einer Nutzung im Sinne eines dezentralen Produktionskonzeptes f\u00fcr einen industriellen Einsatz im Fokus. \u201eDiese Projektidee bedeutet f\u00fcr uns einen wesentlichen Schritt hinein in ein breiteres Anwendungsspektrum\u201c, sagt Armin Schweiger, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von INVITE. \u201eWir sehen das ReeL-Projekt auch als einen deutlichen Technologieimpuls.\u201c<\/p>\n<h3>Vollst\u00e4ndige Verwertung ohne Emissionen<\/h3>\n<p>Bei einer Gerberei mittlerer Gr\u00f6\u00dfe fallen etwa ein bis zwei Tonnen Falzsp\u00e4ne pro Tag an. Mit einer von LANXESS geleasten Produktionsanlage k\u00f6nnte der Betrieb daraus direkt vor Ort eine vergleichbare Menge an fl\u00fcssigem X-Biomer-Produkt herstellen. Die Abf\u00e4lle werden dabei zu hundert Prozent verwertet, es bleiben keinerlei R\u00fcckst\u00e4nde \u00fcbrig und es werden keine Emissionen erzeugt.<\/p>\n<p>Tegtmeyer: \u201eDas Ziel des Projektes ist es, dem Gerber X-Biomer etwa zu vergleichbaren Kosten wie beim Bezug herk\u00f6mmlicher Nachgerbstoffe anbieten zu k\u00f6nnen. Konzeptionell h\u00f6here Produktionskosten sollen zum Beispiel durch die entfallenden Logistikkosten kompensiert werden. Dieses Konzeptmodell gilt es, in der Pilotierung zu verifizieren. Dar\u00fcber hinaus wird das Projekt in jedem Fall voll und ganz der Nachhaltigkeit zu Gute kommen.\u201c<\/p>\n<p>Das Vorhaben wird vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung im Rahmen der F\u00f6rderma\u00dfnahme \u201er+Impuls \u2013 Innovative Technologien f\u00fcr Ressourceneffizienz \u2013 Impulse f\u00fcr industrielle Ressourceneffizienz\u201c gef\u00f6rdert. Die Ma\u00dfnahme unterst\u00fctzt Projekte, die innovative Technologien und Produkte aus dem Labor in die wirtschaftliche Anwendung bringen.<\/p>\n<p>Der Gesch\u00e4ftsbereich Leather geh\u00f6rt zum LANXESS-Segment Performance Chemicals, das im Gesch\u00e4ftsjahr 2016 einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro erzielte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Spezialchemie-Konzern LANXESS untersucht in einem Forschungs- und Entwicklungsprojekt eine innovative Technologie zur Wiederverwertung von Zwangsanfallprodukten in der Lederherstellung. 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