{"id":41257,"date":"2017-03-16T07:29:39","date_gmt":"2017-03-16T06:29:39","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=41257"},"modified":"2017-03-16T10:18:39","modified_gmt":"2017-03-16T09:18:39","slug":"unterricht-auf-hoher-see-one-earth-one-ocean-e-v-kooperiert-mit-oceancollege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/unterricht-auf-hoher-see-one-earth-one-ocean-e-v-kooperiert-mit-oceancollege\/","title":{"rendered":"Unterricht auf hoher See &#8211; One Earth \u2013 One Ocean e.V. kooperiert mit OceanCollege"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die gemeinn\u00fctzige Umweltorganisation One Earth \u2013 One Ocean e.V. (OEOO) aus M\u00fcnchen kooperiert in diesem Jahr mit dem Schulprojekt OceanCollege, bei dem Sch\u00fcler ein halbes Jahr auf einem Traditionssegelschiff reisen und dabei nicht nur in ihren Schulf\u00e4chern unterrichtet werden, sondern auch zahlreiche zus\u00e4tzliche Angebote wahrnehmen k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Mikrobiologe Dr. R\u00fcdiger St\u00f6hr von der Umweltorganisation OEOO wird mit den Sch\u00fclern an Bord ein Umwelt-Forschungsprojekt zum Thema Mikroplastik durchf\u00fchren. Der Wissenschaftler und Berufsschullehrer f\u00fcr Biotechnologie und Biologie ist Projektleiter der &#8216;Microplastic Pollution Map von OEOO, einer Weltkarte, auf der Art und Umfang von Verschmutzung der Meere durch Mikroplastik dokumentiert werden. OEOO engagiert sich seit Jahren in diesem Bereich, um auf die Problematik aufmerksam zu machen.<\/p>\n<p>Kunststoffe bestimmen heute unseren Alltag und sind fast \u00fcberall anzutreffen. Das gilt leider inzwischen auch f\u00fcr die Natur. Kunststoffe werden weltweit nach Gebrauch in gro\u00dfen Mengen achtlos weggeworfen und landen so oft in den Meeren. Sch\u00e4tzungen gehen von 140 Mio. Tonnen bereits eingetragenem Kunststoffm\u00fcll aus, jedes Jahr kommen derzeit weitere 8 Mio. Tonnen dazu.<\/p>\n<p>Nach einer Studie der UN werden sich bis zum Jahr 2050 mehr Plastikteile als Fische in den Gew\u00e4ssern weltweit befinden. Der Plastikm\u00fcll hat nicht nur drastische Auswirkungen auf Meerestiere, die das Plastik f\u00fcr Nahrung halten und daran verenden oder sich in Kunststoffnetzen bzw. Leinen strangulieren. Durch seine hohe Haltbarkeit von bis zu 450 Jahren verschwindet der Kunststoff nicht einfach, sondern wird durch mechanische Kr\u00e4fte und UV-Bestrahlung zu so genanntem Mikroplastik (Partikelgr\u00f6\u00dfe unter 5 mm) zerkleinert. An diesen Teilchen reichern sich Giftstoffe an und sie gelangen in den Nahrungskreislauf. Damit schadet Plastik in den Ozeanen nicht nur dem fragilen \u00d6kosystem, sondern insbesondere auch uns Menschen. Um einen Beitrag zur Erforschung der mittel- bis langfristigen Auswirkungen des Mikroplastiks auf Mensch und Tier zu leisten, engagiert sich OEOO seit Jahren beim Aufbau einer weltweiten Datenbank zu den Verschmutzungsgraden in den Weltmeeren.<\/p>\n<p>Nun bietet sich die Gelegenheit, das Forschungsprojekt gemeinsam mit den Sch\u00fclern des OceanCollege wissenschaftlich voranzutreiben und ihnen die M\u00f6glichkeit zu geben, sich aktiv in die wissenschaftliche Arbeit des Mikroplastik-Projektes einzubringen und sich mit der Kunststoffproblematik auseinanderzusetzen. Die Sch\u00fcler werden selbst Wasserproben nehmen, diese f\u00fcr die Analyse aufbereiten und die Rahmendaten von Probennahmen und Aufarbeitung dokumentieren. Die auf Filtern konzentrierten Mikroplastikteilchen werden mikroskopisch begutachtet und mit einem FTIR-Spektrometer auf ihre chemische Zusammensetzung hin analysiert. Die Ergebnisse flie\u00dfen dann in die OEOO-Datenbank ein und stehen der \u00d6ffentlichkeit auf einer interaktiven Weltkarte auf der Homepage von One Earth \u2013 One Ocean zur Verf\u00fcgung. Die Sch\u00fcler leisten damit einen unmittelbaren Beitrag zur Erstellung einer \u201ePlastik-M\u00fcll Weltkarte\u201c.<\/p>\n<p>Die Reise von OceanCollege, die im Oktober 2017 startet, f\u00fchrt entlang der Westk\u00fcste Europas zu den kanarischen Inseln und weiter \u00fcber den Atlantik bis in die Karibik und nach Mittelamerika. Auf dem R\u00fcckweg passiert das Schiff die Bahamas, die Azoren und Irland. Landaufenthalte und -projekte sind unter anderem auf Teneriffa, in Costa Rica, in Mexiko, auf Kuba und in Irland geplant. OEOO wird das Sch\u00fclerprojekt von Lissabon bis zu den Kanaren begleiten und w\u00e4hrenddessen mit den Sch\u00fclern an Bord verschiedene Projekte zur Mikroplastikverteilung im Ozean durchf\u00fchren. Auch nach Abschluss des eigentlichen Projekts mit der unmittelbaren Analyse der Wasserproben durch den FTIR Spektrometer an Bord sammeln die Sch\u00fcler weiterhin Wasserproben und bereiten diese f\u00fcr die Analyse nach Abschluss der Reise durch OEOO vor.<\/p>\n<p>Geleitet wird das Projekt an Bord von Dr. R\u00fcdiger St\u00f6hr, der bei OEOO die Mikroplastik-Analytik etablierte und das Mikroplastikprojekt leitet. Er ist Mikrobiologe und Berufschullehrer f\u00fcr Biotechnologie und Biologie. OEOO kooperiert seit Anfang 2013 mit der Container-Linienreederei OPDR aus Hamburg, deren Schiffe feste Routen zwischen Nordeuropa und Afrika befahren. Dabei werden regelm\u00e4\u00dfig Wasserproben der Nordsee, des Atlantiks und des Mittelmeers gesammelt. OEOO bestimmt dann die Kunststoffgehalte mit einem durch die R\u00f6chling Stiftung gespendeten FTIR\u2013Spektrometer. So werden Art, Menge und Identit\u00e4t des Mikroplastiks analysiert.<\/p>\n<h3>\u201eSchule unter Segeln\u201c \u2013 OceanCollege<\/h3>\n<p>Nach Ansicht der Organisation OceanCollege bereitet das herk\u00f6mmliche Bildungssystem in Deutschland Sch\u00fcler nicht ausreichend auf das Berufsleben vor. So fehlen grundlegende Kenntnisse u\u0308ber die eigene Pers\u00f6nlichkeit, den Umgang mit Konflikten oder wirtschaftliche Zusammenh\u00e4nge. OceanCollege bietet den Teilnehmern des Projekts deshalb sechs Monate \u201eSchule unter Segeln\u201c: Schu\u0308ler leben in diesem Zeitraum auf einem traditionellen Segelschiff und werden entsprechend der Reiseroute in ihren schulischen Kernfa\u0308chern unterrichtet. Neben der Mitarbeit auf dem Schiff und dem Unterricht bieten sich Forschungsprojekte, Arbeitseins\u00e4tze und Exkursionen. Die operative Durchf\u00fchrung von OceanCollege geschieht unter der Leitung ausgebildeter Lehrer an Bord sowie der Stammbesatzung des Segelschiffs, die auch fu\u0308r die nautische Ausbildung und zusammen mit der Projektleitung fu\u0308r die Organisation des Bordlebens zust\u00e4ndig ist. \u00dcbrigens l\u00e4uft unter <a href=\"https:\/\/www.startnext.com\/oceancollege\" target=\"_blank\">https:\/\/www.startnext.com\/oceancollege<\/a> derzeit eine Crowdfunding-Kampagne, mit deren Hilfe die Teilnahme fu\u0308r einen Sch\u00fcler oder eine Sch\u00fclerin finanziert werden soll, deren Eltern nicht in der Lage sind, das Geld fu\u0308r die halbj\u00e4hrige Reise aufzubringen. Weitere Informationen zu OceanCollege unter <a href=\"http:\/\/oceancollege.eu\" target=\"_blank\">http:\/\/oceancollege.eu<\/a>.<\/p>\n<p>\u201eFu\u0308r uns ist die Erforschung des Problems Mikroplastik von zentraler Bedeutung. Das mo\u0308chten wir auch an die junge Generation weitergeben\u201c, kommentiert Dr. R\u00fcdiger St\u00f6hr das Projekt mit den Sch\u00fclern. \u201eDie gemeinsam erzielten Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Gr\u00f6\u00dfenordnung des Problems seri\u00f6s einzuscha\u0308tzen und so die Dringlichkeit von L\u00f6sungswegen national und international einzufordern.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u00dcber One Earth \u2013 One Ocean e.V.<\/h3>\n<p>Die Umweltorganisation One Earth \u2013 One Ocean mit Sitz in M\u00fcnchen Garching hat das Ziel, Gew\u00e4sser vom Plastm\u00fcll, aber auch \u00d6l und Schadstoffen zu befreien. Bereits heute schwimmen auf den Weltmeeren riesige Teppiche aus Plastikm\u00fcll, der gr\u00f6\u00dfte davon im Pazifik ist so gro\u00df wie Mitteleuropa, d.h. wie Deutschland, \u00d6sterreich, Schweiz, Polen, Luxemburg, Ungarn und Tschechien zusammen. Schreitet die Verschmutzung im derzeitigen Tempo weiter voran, werden die Meere in wenigen Jahren vollst\u00e4ndig verm\u00fcllt sein.<\/p>\n<p>Gr\u00fcnder von One Earth \u2013 One Ocean (OEOO) ist G\u00fcnther Bonin, 60, ehemals Inhaber einer IT-Firma und passionierter Segler. Seine Vision der \u201emaritimen M\u00fcllabfuhr\u201c gliedert sich in mehrere Stufen: In einem ersten Schritt wird der Plastikm\u00fcll mit speziell von ihm entwickelten Ger\u00e4ten auf den Meeren eingesammelt, sortiert und zerkleinert. Trennung und Recycling des M\u00fclls erfolgt an Land. In einer spa\u0308teren Phase soll das gesammelte Plastik direkt an Bord von Tankern in \u00d6l ru\u0308ckverwandelt werden. Aus einer Tonne Plastik lassen sich ca. 900 Liter \u00d6l r\u00fcckgewinnen. Seit 2015 hat Bonin sein IT-Unternehmen umgewidmet in eine AG zur Reinigung von Gew\u00e4ssern, um den Verein administrativ zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Was wie die Utopie eines Idealisten klingt, nimmt mittlerweile konkrete Formen an. Mehr als 100 Unternehmen und Privatpersonen, darunter die R\u00f6chling Stiftung und die Deutsche Telekom AG, unterst\u00fctzen das Projekt in unterschiedlicher Weise. Auch Thomas Hahn, der bei BMW Oracle das Siegerschiff des America\u2019s Cup mitkonstruierte, unterst\u00fctzt OEOO bei der Entwicklung der M\u00fcllschlucker-Schiffe. Im Fr\u00fchjahr 2017 wird die erste SEEKUH ihre Arbeit aufnehmen.<\/p>\n<p>2013 wurde One Earth \u2013 One Ocean e.V. fu\u0308r sein Konzept der Maritimen Mu\u0308llabfuhr mit dem renommierten GreenTec Award 2013, Europas gro\u0308\u00dftem Umwelt- und Wirtschaftspreis, ausgezeichnet. 2016 folgte die Nominierung fu\u0308r den Bundespreis ecodesign, der h\u00f6chsten Auszeichnung fu\u0308r o\u0308kologisches Design in Deutschland.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die gemeinn\u00fctzige Umweltorganisation One Earth \u2013 One Ocean e.V. (OEOO) aus M\u00fcnchen kooperiert in diesem Jahr mit dem Schulprojekt OceanCollege, bei dem Sch\u00fcler ein halbes Jahr auf einem Traditionssegelschiff reisen und dabei nicht nur in ihren Schulf\u00e4chern unterrichtet werden, sondern auch zahlreiche zus\u00e4tzliche Angebote wahrnehmen k\u00f6nnen. 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