{"id":41120,"date":"2013-03-13T07:49:31","date_gmt":"2013-03-13T06:49:31","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=41120"},"modified":"2021-09-09T21:53:53","modified_gmt":"2021-09-09T19:53:53","slug":"kaeltemittelstreit-mit-der-eu-daimler-setzt-auf-co2-in-klimaanlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kaeltemittelstreit-mit-der-eu-daimler-setzt-auf-co2-in-klimaanlagen\/","title":{"rendered":"K\u00e4ltemittelstreit mit der EU &#8211; Daimler setzt auf CO<sup>2<\/sup> in Klimaanlagen"},"content":{"rendered":"<p>Mit einer neuen Strategie will der Autohersteller Daimler daf\u00fcr sorgen, dass sich der K\u00e4ltemittelstreit mit der EU in Luft ausl\u00f6st. Genauer gesagt: in Kohlendioxid. Denn die Stuttgarter wollen k\u00fcnftig in ihren Klimaanlagen CO2 einsetzen, um die Auflagen aus Br\u00fcssel zu erf\u00fcllen. Diesen Plan habe man bei Beratungen am Rande des Genfer Autosalons gefasst, sagte ein Daimler-Sprecher. Allerdings sei das Vorgehen noch nicht mit der EU-Kommission abgestimmt.<\/p>\n<p>Kohlendioxid gilt bei vielen Experten als klimafreundlichste Option und wird unter anderem auch vom Umweltbundesamt (UBA) empfohlen. Allerdings m\u00fcssten heutige Klimaanlagen f\u00fcr den CO2-Einsatz umger\u00fcstet werden, um die notwendigen h\u00f6heren Druckverh\u00e4ltnissen zu erzeugen. Diese Herausforderung h\u00e4lt Daimler f\u00fcr beherrschbar &#8211; wie lang die Umsetzung dauert und wie teuer sie wird, ist nach Angaben des Unternehmenssprechers derzeit aber noch nicht absehbar.<\/p>\n<p>Fest steht: Eine schnelle L\u00f6sung wird es mit der CO2-Strategie nicht geben, weil kein Hersteller kohlendioxidbetriebene Klimaanlagen in Serie fertigt. In Stuttgart muss man also weiterhin darauf hoffen, dass die EU-Kommission eine Ausnahme macht und die Verwendung des K\u00e4ltemittels R134a in den betroffenen Modellen f\u00fcr eine \u00dcbergangszeit erlaubt.<\/p>\n<p>Audi, BMW, Porsche und VW helfen mit<\/p>\n<p>Laut Daimler-Vorstand Thomas Weber sind die Schwaben bei der Entwicklung einer CO2-Anlage aber nicht auf sich allein gestellt: &#8220;Es freut uns sehr, dass wir uns darauf verst\u00e4ndigen konnten, diese nachhaltige und sichere L\u00f6sung gemeinsam mit Audi, BMW, Porsche und Volkswagen mit Einbindung des VDA voranzutreiben&#8221;, sagte Weber. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Pi\u00ebch hatte CO2 bereits als K\u00e4ltemittel der Zukunft bezeichnet.<\/p>\n<p>Die EU-Kommission fordert seit Januar den Einsatz von nur noch besonders klimafreundlichen K\u00e4ltemitteln in neu genehmigten Modellen. Dazu w\u00fcrde auch CO2 geh\u00f6ren. Die Stuttgarter benutzten aber derzeit ein \u00e4lteres, viel klimasch\u00e4dlicheres Mittel. Denn die neue von der EU bef\u00fcrwortete Chemikalie R1234yf hatte im Herbst 2012 bei einem simulierten Crashtest der Schwaben Feuer gefangen, wodurch die Gefahr bestand, dass sichhochgef\u00e4hrliche Flusss\u00e4ure bildet.<\/p>\n<p>Daimler geht mit seinem Boykott ein hohes Risiko ein. In letzter Konsequenz setzen die Stuttgarter sogar die Typgenehmigung ihrer neuen A- und B-Klasse aufs Spiel. Auch die neue Version der S-Klasse, die im Sommer startet, w\u00e4re betroffen.<\/p>\n<p>Allerdings ist nur Daimler aktuell so stark von der EU-Regel betroffen. Denn sie gilt ausschlie\u00dflich f\u00fcr Autos, die ihre Typgenehmigung nach dem 1. Januar 2011 erhalten haben. Die meisten deutschen und auch viele internationale Hersteller haben ihre aktuellen Baureihen aber mit \u00e4lteren Zulassungen auf den Markt gebracht und m\u00fcssten die EU-Norm erst von 2017 an erf\u00fcllen. Bis dahin k\u00f6nnen sie das alte K\u00e4ltemittel verwenden, ohne Konsequenzen f\u00fcrchten zu m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einer neuen Strategie will der Autohersteller Daimler daf\u00fcr sorgen, dass sich der K\u00e4ltemittelstreit mit der EU in Luft ausl\u00f6st. Genauer gesagt: in Kohlendioxid. Denn die Stuttgarter wollen k\u00fcnftig in ihren Klimaanlagen CO2 einsetzen, um die Auflagen aus Br\u00fcssel zu erf\u00fcllen. 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