{"id":40669,"date":"2017-02-20T07:29:52","date_gmt":"2017-02-20T06:29:52","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=40669"},"modified":"2017-02-16T13:56:19","modified_gmt":"2017-02-16T12:56:19","slug":"loesungsansaetze-der-biooekonomie-zur-begegnung-der-grossen-globalen-herausforderungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/loesungsansaetze-der-biooekonomie-zur-begegnung-der-grossen-globalen-herausforderungen\/","title":{"rendered":"L\u00f6sungsans\u00e4tze der Bio\u00f6konomie zur Begegnung der gro\u00dfen globalen Herausforderungen"},"content":{"rendered":"<p>Die Zukunft der Menschheit wird zum gro\u00dfen Teil von einem zuverl\u00e4ssigen und sicheren Zugang zu Nahrung und der nachhaltigen Nutzung von Energie, Wasser und Rohstoffen abh\u00e4ngen. Mit Blick auf den Klimawandel und sich verknappende Ressourcen, spielen dabei erneuerbare Quellen und deren Basis, das Naturkapital, eine zentrale Rolle. Mehr als 190 L\u00e4nder verabschiedeten im Jahr 2015 die Agenda 2030 mit umfassenden Zielen f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung sowie das Pariser Klimaabkommen zur drastischen Senkung der Treibhausgas-Emissionen. Im Mittelpunkt dieser Vereinbarungen steht die Frage, wie die gro\u00dfen gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu meistern sind und eine nachhaltige Entwicklung gef\u00f6rdert werden kann.<\/p>\n<p>1. Die gro\u00dfen globalen Herausforderungen<\/p>\n<p>Anhand der Zusammenh\u00e4nge zwischen Bev\u00f6lkerungswachstum, steigenden Ern\u00e4hrungsanforderungen und dem daraus resultierenden Wasser- und Fl\u00e4chenbedarf sowie Umweltbelastungen lassen sich zentrale Zielkonflikte der nachhaltigen Entwicklung ableiten.<\/p>\n<p>Eine wachsende Weltbev\u00f6lkerung und h\u00f6here Lebensstandards<br \/>\nBereits heute kann der weltweite Bedarf an Lebensmitteln nicht befriedigt werden. So sind momentan etwa 800 Millionen Menschen chronisch unterern\u00e4hrt (FAO 2016). Gleichzeitig ist zu erwarten, dass die Nachfrage nach Lebensmitteln weiter steigen wird. Nach Berechnungen der Vereinten Nationen wird die Weltbev\u00f6lkerung bis zum Jahr 2050 auf 9,6 Milliarden Menschen angewachsen sein. Gleichzeitig f\u00fchren steigende Pro-Kopf-Einkommen in den Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern zu ver\u00e4nderten Ern\u00e4hrungspr\u00e4ferenzen \u2013 etwa zu einem h\u00f6heren Fleischkonsum (Godfray et al. 2010) und einem h\u00f6heren Verbrauch verarbeiteter Lebensmittel.<\/p>\n<p>Begrenzte Anbaufl\u00e4chen<br \/>\nWeltweit werden aktuell knapp 1,5 Mrd. ha Anbaufl\u00e4che genutzt. Diese landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4che m\u00fcsste unter der Annahme von realistischen Ertragssteigerungen schon allein zum Zwecke der globalen Ern\u00e4hrungssicherung genutzt und eventuell ausgeweitet werden. Allerdings ist das weltweite Potential zur Fl\u00e4chenausweitung gering und d\u00fcrfte unter Einbeziehung des Klimawandels deutlich unter 5 Prozent der bislang genutzten Fl\u00e4che liegen.<\/p>\n<p>Land- und Bodendegradation<br \/>\nIn den vergangenen 40 Jahren musste bereits ein Drittel der weltweiten Ackerfl\u00e4chen aufgrund der schlechten Bodenqualit\u00e4t aufgegeben werden. Ein weiteres Drittel verliert seinen Oberboden momentan schneller als er wiederhergestellt werden kann. Hauptgrund daf\u00fcr sind vom Menschen verursachte Degradationseffekte wie Erosion, Strukturverlust, Verdichtung, Versiegelung, Versauerung, und Versalzung (Europ\u00e4ische Umweltagentur 2003). Dies f\u00fchrt zur dauerhaften Beeintr\u00e4chtigung von \u00d6kosystemen (Nkonya\/Mirzabaev\/Braun 2016).<\/p>\n<p>Schrumpfende Wasservorr\u00e4te<br \/>\nS\u00fc\u00dfwasser stellt eine unabdingbare \u2013 und gleichzeitig begrenzte \u2013 Ressource dar. Zwischen 1950 und 2000 hat sich der weltweite Wasserverbrauch verdreifacht (Brown 2009). Die Landwirtschaft verbraucht f\u00fcr die Ern\u00e4hrung der Menschen nahezu 70 Prozent der Trinkwasservorr\u00e4te. Gleichzeitig steigen Nachfrage und Wettbewerb um die knappe Ressource Wasser in anderen Verwendungsbereichen (Godfray et al. 2010). Nicht nachhaltige Wassernutzung und zunehmender Klimawandel werden zu einer Versch\u00e4rfung der bereits vorhandenen Wasserknappheit f\u00fchren (OECD 2008; v. Braun et.al. 2017).<\/p>\n<p>Verlust der Biodiversit\u00e4t<br \/>\nDie Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt ist in vielen Bereichen von hoher Bedeutung f\u00fcr den Menschen. F\u00fcr die Ern\u00e4hrung stellt beispielsweise die Agrobiodiversit\u00e4t eine wesentliche Voraussetzung f\u00fcr die Produktivit\u00e4t und Ressourceneffizienz entlang der Wertsch\u00f6pfungskette Boden \u2013 Pflanze \u2013 Tier \u2013 Nahrung dar. Das immer vielf\u00e4ltigere Lebensmittelangebot wird mit immer weniger Pflanzenarten und Tierrassen produziert. In der Folge sind immer mehr Nutztierrassen und Pflanzensorten vom Aussterben bedroht (Bio\u00f6konomierat 2015a).<\/p>\n<p>Die Bio\u00f6konomie sucht nach L\u00f6sungen f\u00fcr diese Herausforderungen und Zielkonflikte. Mensch und Natur m\u00fcssen neu in Einklang gebracht werden. Die Bio\u00f6konomie orientiert sich dabei am Vorbild der Biologie und der Organismen, die nachwachsen, sich vermehren, reparieren und intelligent weiterentwickeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>2. Konzepte einer nachhaltigen Bio\u00f6konomie<\/p>\n<p>Georgescu-Roegen (1971) kann als ein fr\u00fcher Vertreter der bio\u00f6konomischen Theorie gelten. Er wandte als erster \u00d6konom den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik und damit auch den Begriff der Entropie auf \u00f6konomische Forschungsfragen an. Der Begriff der Bio\u00f6konomie wurde 1997 von Juan Enriquez-Cabot und Rodrigo Martinez verwendet, um jenen Teil der Wirtschaft zu benennen, der von den Durchbr\u00fcchen in der Genom-Forschung getrieben wird (Enriquez-Cabot 1998). In Europa wurde das Konzept der wissensbasierten Bio\u00f6konomie, die auf den Fortschritten der Lebenswissenschaften basiert, erstmals 2005 in einem politischen Kontext diskutiert. Europaweit waren Experten aus Wissenschaft und Industrie zur Mitarbeit an einem Dokument aufgerufen, das die Perspektiven einer wissensbasierten Bio\u00f6konomie in den kommenden 20 Jahren aufzeigt. Im Rahmen der deutschen EU-Ratspr\u00e4sidentschaft wurde das Ergebnis als \u201eCologne Paper\u201c (Europ\u00e4ische Kommission 2005) am 30. Mai 2007 auf der Konferenz \u201eEn Route to the Knowledge-Based Bio-Economy\u201c ver\u00f6ffentlicht. Das Papier pr\u00e4sentiert die Ergebnisse von sechs Workshops, die zwischen Januar und M\u00e4rz 2007 abgehalten wurden. Die Teilnehmer diskutierten die folgenden Aspekte: 1. Rahmenbedingungen, 2. Nahrung, 3. Biomaterialien und Bioprozesse, 4. Bioenergie, 5. Biomedizin, 6. neue Konzepte und entstehende Technologien. In dieser Zeit wurde die Entwicklung der Bio\u00f6konomie in Erwartung schnell knapper werdender Erd\u00f6l-, Erdgas- und Kohle-Reserven politisch gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Heute ist die Bio\u00f6konomie nicht mehr vorwiegend von steigenden Preiserwartungen f\u00fcr fossile Rohstoffe getrieben. Im Mittelpunkt der derzeitigen wissenschaftlichen Diskussion stehen der Klima- und Ressourcenschutz sowie das Potential f\u00fcr nachhaltiges Wachstum. Insbesondere Ans\u00e4tze f\u00fcr einen geringen Aussto\u00df von Klimagasen, die Nutzung erneuerbarer Ressourcen und die Verhinderung von irreversibler Sch\u00e4digung des globalen \u00d6kosystems (United Nations 2015; El-Chichakli et al. 2016).<\/p>\n<p>Bei der Bio\u00f6konomie handelt es sich um ein neues, politisch-wissenschaftlich gepr\u00e4gtes Konzept wirtschaftlicher Transformation. Es unterscheidet sich weltweit hinsichtlich Umfang und Ausrichtung der Aktivit\u00e4ten. W\u00e4hrend einige L\u00e4nder (z. B. Indien, S\u00fcdafrika oder S\u00fcdkorea) st\u00e4rker die Lebenswissenschaften und die Gesundheitswirtschaft betonen, konzentrieren sich andere L\u00e4nder wie Brasilien, Kanada, Finnland oder Neuseeland auf die Steigerung der Wertsch\u00f6pfung aus Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft. In den USA wandelte sich das politische Verst\u00e4ndnis der Bio\u00f6konomie in j\u00fcngster Vergangenheit. W\u00e4hrend der \u201eBioeconomy Blueprint\u201c von 2012 die Gesundheitswirtschaft und die Biomedizin stark in den Vordergrund r\u00fcckte, wird die Bio\u00f6konomie-Politik nun zusehends von einer Industriepolitischen Vision einer innovativen biobasierten Wirtschaft dominiert. Im Februar 2016 wurde ein interministerieller Bericht zu Aktivit\u00e4ten in der Bio\u00f6konomie inklusive der \u201eBillion Ton Bioeconomy Vision\u201c ver\u00f6ffentlicht (The Biomass Research and Development Board 2016). Eine dritte Gruppe von L\u00e4ndern (darunter z. B. China, Malaysia, Thailand, Japan oder Russland) begreift die Bio\u00f6konomie eher als neue, biobasierte Industrie, die Hightech-Entwicklungen auf den Weg bringt (Bio\u00f6konomierat 2015e).<\/p>\n<p>Der Bio\u00f6konomierat der deutschen Bundesregierung verwendet eine umfassende Definition: \u201eDie Bio\u00f6konomie ist die wissensbasierte Erzeugung und Nutzung biologischer Ressourcen, Verfahren und Prinzipien, um Produkte und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren im Rahmen eines zukunftsf\u00e4higen Wirtschaftssystems bereitzustellen\u201c (Bio\u00f6konomierat 2013b). Die Basis der bio\u00f6konomischen Wertsch\u00f6pfung bilden erneuerbare Ressourcen. Im engeren Sinn sind dies nachwachsende, nicht-fossile Rohstoffe. Sie werden von Pflanzen und Mikroorganismen produziert \u2013 aber auch von Tieren, denen Z\u00fcchtung, Haltung und Verwertung besonderen ethischen Anspr\u00fcchen gerecht werden m\u00fcssen (Bio\u00f6konomierat 2015a). Die Definition der Bio\u00f6konomie bezieht sich jedoch nicht ausschlie\u00dflich auf nachwachsende Rohstoffe, sondern auf die Nutzung biologischer Verfahren und Erkenntnisse, beispielsweise in der Biomedizin und Umwelttechnik. Idealerweise liefert die Bio\u00f6konomie bessere und nachhaltigere Produkte und Prozesse gleicherma\u00dfen. Sie kann nur funktionieren, wenn sie ihre Basis, die Natur und \u00d6kosysteme, sch\u00fctzt und regeneriert.<\/p>\n<p>Wirtschaftliche Bedeutung<\/p>\n<p>Die Bio\u00f6konomie ist kein Wirtschaftssektor sondern erstreckt sich quer \u00fcber Sektoren hinweg und kann wegen der Durchdringung der Gesamtwirtschaft mit der Informations- und Kommunikationstechnologie verglichen werden. Wertsch\u00f6pfung l\u00e4sst sich in diesem Zusammenhang auf verschiedenen Stufen (Kaskaden) erzielen: (1) die Biomasse-Produktion erfolgt haupts\u00e4chlich in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft. (2) Die n\u00e4chste Wertsch\u00f6pfungsstufe nutzt diese Erzeugnisse ohne signifikante Weiterverarbeitung, beispielsweise beim Verkauf von Fisch, Obst und Gem\u00fcse sowie Brennholz. (3) Durch eine weitere Verarbeitung lassen sich biobasierte Produkte, wie Lebens- und Futtermittel, biobasierte chemische Ausgangsstoffe, M\u00f6bel, Baud\u00e4mmstoffe etc. herstellen. (4) Hohe Wertsch\u00f6pfung verspricht die Entwicklung von innovativen Produkten mit besonderen Eigenschaften, wie neue Biokunststoffe, Naturfaserkomposite, Feinchemikalien und funktionale Lebensmittel. (5) Schlie\u00dflich bietet biologisches Wissen die M\u00f6glichkeit, hochwertige Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die jedoch kaum biobasierte Rohstoffe ben\u00f6tigen. Beispiele sind Biopharmazeutika, Bioinformatik, Umweltbiotechnologie und Bionik. Dabei gilt es hervorzuheben, dass die Wertsch\u00f6pfung in dem Masse steigt, in dem der Einsatz von geistigem Eigentum zunimmt.<\/p>\n<p>Die wirtschaftliche Bedeutung und Entwicklung der Bio\u00f6konomie l\u00e4sst sich nur teilweise aus den offiziellen Statistiken ableiten. In Deutschland trug die Bio\u00f6konomie im Jahr 2013 zu einem j\u00e4hrlichen Gesamtumsatz von rund 387 Mrd. Euro bei (JRC 2016). Dabei z\u00e4hlen die Land- und Forstwirtschaft sowie die Lebensmittelwirtschaft und die Papierindustrie zu den traditionellen und gro\u00dfen Akteuren der Bio\u00f6konomie. Innovative und hochwertige Leistungen, wie jene der biobasierten Chemie, der Biotechnologie oder Biopharmazie werden in der Statistik nicht separat ausgewiesen. Ihre Anteile werden meist gesch\u00e4tzt. In Deutschland leisten vor allem biobasierte Feinchemikalien sowie biologische Medikamente bereits heute einen bedeutenden Beitrag.<\/p>\n<p>3. Bio\u00f6konomische L\u00f6sungsans\u00e4tze<\/p>\n<p>Viele Staaten und Teile der Wirtschaft setzen zunehmend auf \u201egr\u00fcnes\u201c Wachstum und eine \u00f6kologische Transformation (WGBU 2011), wobei sich in 2017 allerdings in den USA eine von diesem Trend abweichende Tendenz abzeichnet. Die Bio\u00f6konomie bietet die M\u00f6glichkeit, durch effiziente Methoden und Innovationen das Wirtschaftswachstum vom Ressourcenverbrauch zu entkoppeln. Das r\u00fcckt die Bio\u00f6konomie ins Zentrum einer neuen Industrie-Strategie. Bio\u00f6konomie verstanden als \u201eBiologisierung der Wirtschaft\u201c schlie\u00dft Produzenten und Konsumenten gleicherma\u00dfen mit ein und verkn\u00fcpft sich mit Digitalisierung der Wirtschaft. Die Wettbewerbsf\u00e4higkeit in einem derartigen System wird zunehmend von Innovationen rund um biobasierte Produkte und Prozesstechnologien abh\u00e4ngen. Gleichzeitig orientiert sich die Bio\u00f6konomie an Kriterien der \u00f6konomischen, \u00f6kologischen und sozialen Nachhaltigkeit. Oberste Priorit\u00e4t f\u00fcr die Nutzung biogener Rohstoffe sollte dabei die globale Ern\u00e4hrungssicherung haben (v. Braun 2015). Eine nachhaltige Bio\u00f6konomie muss zugleich darauf abzielen das Naturkapital der Erde zu verbessern bzw. zu regenerieren. Eine Schl\u00fcsselrolle spielen dabei technologische und soziale Innovationen sowie die internationale Zusammenarbeit (IAC 2015). Im Folgenden werden die einzelnen Schl\u00fcsselfaktoren f\u00fcr die Gestaltung einer nachhaltigen Bio\u00f6konomie ausgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Technologische Innovationen<\/p>\n<p>Die Bio\u00f6konomie weist ein hohes Innovationspotential f\u00fcr nachhaltige L\u00f6sungen auf, welches durch einen steten Fortschritt in den Lebenswissenschaften und der benachbarten Bereiche erm\u00f6glicht wird. Insbesondere die Verkn\u00fcpfung neuer biologischer Verfahren und Erkenntnisse mit anderen Entwicklungen in der Agrarwissenschaft und in der Informations-, Medizin- oder Fertigungstechnik ist zukunftsweisend (Bio\u00f6konomierat 2014a).<\/p>\n<p>Der Nexus zwischen Wasser, Landnutzung und Energie muss in der Bio\u00f6konomie einen besonderen Schwerpunkt einnehmen, um negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft zu reduzieren und neue L\u00f6sungen zu finden. Technologische Entwicklungen liefern z. B. biobasierte \u201eSupermaterialien\u201c, wie etwa biologisch hergestellte Spinnenseide, Nano-Cellulosen oder biobasierte Karbonfasern. Ihr Einsatz, beispielsweise im Fahrzeug- und Geb\u00e4udeleichtbau f\u00fchrt zu weiteren Energie- und Materialeinsparungen.<\/p>\n<p>Die Umwandlung von biogenen Rohstoffen in eine gr\u00f6\u00dfere Bandbreite an h\u00f6herwertigen Produkten (Nahrungs- und Futtermittel, Chemikalien) und Energie (Biotreibstoffe, W\u00e4rme oder Strom), wird mit verschiedenen Prozesstechniken erprobt. Ein wichtiger Grundstoff ist biobasierte Bernsteins\u00e4ure. Aus nachwachsenden Rohstoffen l\u00e4sst sich bereits im industriellen Ma\u00dfstab Biobernsteins\u00e4ure gewinnen, die dann zu neuen Materialien und Kunststoffen verarbeitet wird. Ein Beispiel ist eine biologisch abbaubare Folie f\u00fcr die Landwirtschaft, die der weiteren Bodendegradation durch Reste von petrochemischen Folien entgegenwirken soll.<\/p>\n<p>Innovationen der industriellen Biotechnologie haben bereits einen gro\u00dfen Beitrag zur Ressourcen- und Energieeffizienz geleistet. Beispielsweise wird durch den Einsatz von Enzymen in modernen Waschmitteln eine reinigende Wirkung schon bei niedrigen Temperaturen und geringem Einsatz von Reinigungsmitteln erreicht. Dies f\u00fchrte zu erheblichen Energieeinsparungen und damit auch indirekt zur Senkung des CO2-Aussto\u00dfes (Novozymes 2010).<\/p>\n<p>Im Bereich der Umwelttechnologien kann Wasser mit Hilfe von Biotechnologie und biobasierten Filtern gereinigt werden. Zentrale N\u00e4hrstoffe wie Phosphor sollen zuk\u00fcnftig aus Abw\u00e4ssern wiedergewonnen werden. Dies spart Ressourcen und erm\u00f6glicht das Schlie\u00dfen von N\u00e4hrstoffkreisl\u00e4ufen.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4zisionslandwirtschaft verwendet moderne Informations- und Kommunikationstechnologien sowie biologisches Wissen, um ressourceneffiziente L\u00f6sungen anzubieten. Anwendungsbeispiele sind satelliten- und computergest\u00fctzte Applikationen von Wasser und N\u00e4hrstoffen direkt bei den Wurzeln, bessere Erntetechnologien zur Minderung von Verlusten und innovative Stalltechnik zur F\u00f6rderung des Tierwohls. Durch den pfluglosen Ackerbau wird Kohlenstoffdioxid im Boden gebunden und die Emissionen der Landwirtschaft k\u00f6nnten so reduziert werden. Auch die Sanierung der fruchtbaren B\u00f6den, beispielsweise mit Hilfe von Bakterien und Pilzen, ist ein wichtiges bio\u00f6konomisches Handlungsfeld in der Landwirtschaft.<\/p>\n<p>Im Bereich der Bioenergie liegen die Hoffnungen auf Biotreibstoffen der neuen Generation, welche Pflanzen und Reststoffe verwenden, die nicht in Konkurrenz zu Nahrungsmitteln stehen. Dazu z\u00e4hlen beispielsweise Lignozellulose aus Gr\u00e4sern und agrarischen Reststoffen, die mit einer besseren Energieausbeute in Ethanol umgewandelt werden k\u00f6nnen. Ihre Entwicklung wird aber noch Zeit in Anspruch nehmen und hat die in sie gesetzten Hoffnungen bisher nicht erf\u00fcllt. Des Weiteren sind chemische Innovationen notwendig, um die Weiterverarbeitung zu gew\u00e4hrleisten, etwa durch katalytische Konversion.<\/p>\n<p>Derzeit werden auch alternative Kohlenstoffquellen f\u00fcr die Bio\u00f6konomie erforscht. Mit Hilfe von biotechnologischen Prozessen kann Kohlendioxid, beispielsweise aus Industrieemissionen, als Ausgangsstoff f\u00fcr die Herstellung von Kraftstoffen, Chemikalien oder Polymeren verwendet werden. Dies w\u00fcrde nicht nur den CO2-Aussto\u00df vermindern, sondern auch den Rohstoffbedarf senken (Peplow 2015). Am Markt sind diese Verfahren aber noch nicht konkurrenzf\u00e4hig.<\/p>\n<p>Soziale Innovationen<\/p>\n<p>Der Wandel zu einer bio-sensitiven Gesellschaft erfordert aber auch Ver\u00e4nderungen auf der Verbraucherseite. Ressourcenfu\u00dfabdr\u00fccke von Produkten und Leistungen m\u00fcssen besser verstanden und bei Kaufentscheidungen ber\u00fccksichtigt werden. Soziale Innovationen wie beispielsweise \u201esharing\u201c und \u201eupcycling\u201c beg\u00fcnstigen nachhaltigere Lebensstile. Die Bio\u00f6konomie, die sich an den Stoffkreisl\u00e4ufen der Natur orientiert, passt zu solchen Ans\u00e4tzen und bietet auch M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Innovationen im st\u00e4dtischen Umfeld. Urbanes G\u00e4rtnern, lokale Nutzung von biogenen Reststoffen, z. B. Lebensmittelresten, und die Entwicklung neuer Ern\u00e4hrungskonzepte sind Beispiele aus dem Alltag auch in Deutschland.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Entwicklung der Bio\u00f6konomie ben\u00f6tigen wir einen offenen Dialog zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und B\u00fcrgern. Dieser Dialog muss gleichberechtigt gef\u00fchrt werden (Bio\u00f6konomierat 2013b). Dabei kann und darf es nicht um \u201eWissenschaftsmarketing\u201c oder \u201eAkzeptanzbeschaffung\u201c f\u00fcr eine biobasierte Wirtschaft gehen, sondern um eine offene Auseinandersetzung mit Chancen und Risiken, deren Bewertung und Abw\u00e4gung, letztlich also um das Schaffen von sozialem Wissen. Neue und traditionelle Medien spielen hier eine wichtige Rolle. In der sozialwissenschaftlichen Forschung werden neue Partizipations- und Dialogformen entwickelt und getestet (Bio\u00f6konomierat 2014b). Sie binden verschiedene Gruppen in die Entwicklung der Bio\u00f6konomie mit ein, z. B. Verbrauchergruppen und gesellschaftliche Initiativen, Vertreter aus der Industrie und biobasierten Unternehmen sowie politische Entscheider. In diesem Zusammenhang werden auch neue Beteiligungsformate, wie beispielsweise jene der \u201ecitizen science\u201c, an Bedeutung gewinnen. Sie beteiligen B\u00fcrger in Forschungsprojekten, wie z. B. dem Monitoring von Biodiversit\u00e4t. \u201eBio\u201c an sich garantiert noch nicht Nachhaltigkeit. Sorgf\u00e4ltige Messung von Ressourcenfu\u00dfabdr\u00fccken und das Monitoring von positiven und negativen Auswirkungen einer wachsenden Bio\u00f6konomie. Es gilt unerw\u00fcnschte Entwicklungen zu identifizieren und eventuell n\u00f6tige Korrekturma\u00dfnahmen einzuleiten. Unterst\u00fctzend wirken k\u00f6nnte beispielsweise die Einrichtung von internationalen Plattformen, die den kontinuierlichen und offenen Dialog zwischen Wissenschaftlern, Politikern, Unternehmen und B\u00fcrgern gew\u00e4hrleisten (IAC 2015).<\/p>\n<p>4. Zuk\u00fcnftige Strategien f\u00fcr die Bio\u00f6konomie<\/p>\n<p>Das Konzept der Bio\u00f6konomie hat in den vergangenen zehn Jahren weltweit an politischer Dynamik und Bedeutung gewonnen. Seit dem ersten EU-Projekt im Jahr 2005 haben bereits mehr als 40 L\u00e4nder die Bio\u00f6konomie in ihren politischen Strategien verankert (Abb. 4).<\/p>\n<p>Abb. 4: Bio\u00f6konomie-Politik weltweit (Bio\u00f6konomierat 2015e)<\/p>\n<p>Deutschland nimmt mit der Verabschiedung einer Nationalen Forschungsstrategie Bio\u00f6konomie 2030 (2010), einer Nationalen Politikstrategie Bio\u00f6konomie (2013) und der Berufung eines Bio\u00f6konomierates, weltweit eine f\u00fchrende Rolle in der Bio\u00f6konomie-Politik ein. Obwohl die Strategien dazu gedacht sind, die nationale biobasierte Wirtschaft zu st\u00e4rken, vermitteln sie auch eine globale Perspektive, etwa in Fragen der Weltern\u00e4hrung, der internationalen Forschungszusammenarbeit und dem Einhalten von sozialen Standards. Auch im Koalitionsvertrag von 2014 wurde die F\u00f6rderung der Bio\u00f6konomie thematisiert und im Forschungsprogramm f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung (FONA3) von 2015 wird die Bio\u00f6konomie als S\u00e4ule der sogenannten \u201eGreen Economy\u201c genannt. Dar\u00fcber hinaus findet der Beitrag, den die Bio\u00f6konomie zu den globalen Nachhaltigkeitszielen leisten kann, auch in der im vergangenen Jahr aktualisierten Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung Beachtung.<\/p>\n<p>Der Bio\u00f6konomierat der deutschen Bundesregierung initiierte im November 2015 den ersten Global Bioeconomy Summit (GBS 2015) mit dem Ziel, den Erfahrungsaustausch und die internationale Kooperation zu f\u00f6rdern und ein Bio\u00f6konomie-Netzwerk aufzubauen. Mehr als 700 Vertreter aus 82 L\u00e4ndern sind der Einladung zu diesem ersten weltweiten politischen Gipfel der Bio\u00f6konomie gefolgt, der unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin stand.<\/p>\n<p>F\u00fcr die internationale Zusammenarbeit wurden f\u00fcnf Eckpunkte hervorgehoben: 1) Die Bio\u00f6konomie-Politik zielt auf die effiziente Nutzung nat\u00fcrlicher Ressourcen, wobei die globale Ern\u00e4hrung sichergestellt und \u00d6kosysteme regeneriert werden m\u00fcssen. 2) Die Entwicklung der Bio\u00f6konomie und ihr Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung soll durch Monitoring-Ma\u00dfnahmen auf internationaler und nationaler Ebene verfolgt werden. 3) Um Synergien in Ausbildung und Forschung zu schaffen, m\u00fcssen globale Ausbildungsallianzen und gemeinsame Forschungsprojekte auf den Weg gebracht werden. 4) Der Erfahrungsaustausch im Hinblick auf erfolgreiche Gesch\u00e4ftsmodelle, passende Politikma\u00dfnahmen und Nachhaltigkeitsstandards sollte auf internationaler Ebene gef\u00f6rdert werden. 5) Die F\u00f6rderung der Bio\u00f6konomie muss sich an den Agenden der internationalen Organisationen sowie multilateralen Politikprozessen und Regierungsverhandlungen orientieren (IAC 2015).<\/p>\n<p>5. Fazit<\/p>\n<p>Die Bio\u00f6konomie sollte nicht als ein Projekt, sondern als Strategie zur nachhaltigen Umgestaltung des Wirtschaftssystems verstanden werden. Der Kern dieser Transformationsstrategie ersch\u00f6pft sich nicht in der Dimension der Technologie (neuartige Wissenschaft), sondern beinhaltet Verhaltens\u00e4nderungen (nachhaltiger Konsum) und politischen Gestaltungswillen von Rahmenbedingungen und langfristigen Anreizen. Die Ern\u00e4hrungssicherheit sowie eine zuverl\u00e4ssige Versorgung mit Energie und Rohstoffen sollten zu einem gro\u00dfen Teil auf erneuerbaren Ressourcen basieren. Die Regeneration der \u00d6kosysteme ist daf\u00fcr ebenso notwendig, wie ein freier und fairer Handel mit klaren Regeln. Die Bio\u00f6konomie steht im Zentrum einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung. F\u00fcr die n\u00e4chste Generation an Wissenschaftlern, Erfindern, Unternehmern, Landwirten und Aktivisten ist sie Herausforderung und Chance zugleich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Literatur<\/p>\n<p>Biomass Research &amp; Development Board (2016): Federal Acitivities Report on the Bioeconomy, online: <a href=\"http:\/\/biomassboard.gov\/pdfs\/farb_2_18_16.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/biomassboard.gov\/pdfs\/farb_2_18_16.pdf<\/a> (02.05.2016).<\/p>\n<p>Bio\u00f6konomierat (2013a): Eckpunktepapier des Bio\u00f6konomierates, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/jclreo2\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/jclreo2<\/a> (31.01.2017).<\/p>\n<p>Bio\u00f6konomierat (2013b): Bio\u00f6konomie-Politik-Empfehlungen f\u00fcr die 18. Legislaturperiode, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/gvhx7qm\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/gvhx7qm<\/a> (26.04.2016).<\/p>\n<p>Bio\u00f6konomierat (2014a): Positionen und Strategien des Bio\u00f6konomierates, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/jfndf9p\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/jfndf9p<\/a> (26.04.2016).<\/p>\n<p>Bio\u00f6konomierat (2014b): Lebensmittelkonsum, Ern\u00e4hrung &amp; Gesundheit, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/hhlpybr\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/hhlpybr<\/a> (29.04.2016).<\/p>\n<p>Bio\u00f6konomierat (2015a): Nachhaltige Bereitstellung von biobasierten agrarischen Rohstoffen, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/z6z4k2j\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/z6z4k2j<\/a> (26.04.2016).<\/p>\n<p>Bio\u00f6konomierat (2015b): Beitrag der Pflanzenforschung zur Deckung des Rohstoffbedarfs der Bio\u00f6konomie, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/jjtsj7u\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/jjtsj7u<\/a> (26.04.2016).<\/p>\n<p>Bio\u00f6konomierat (2015c): Bioenergiepolitik in Deutschland und gesellschaftliche Herausforderungen, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/hs3m8nz\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/hs3m8nz<\/a> (26.04.2016).<\/p>\n<p>Bio\u00f6konomierat (2015d): Landwirtschaft in Deutschland \u2013 ihre Rolle f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Bio\u00f6konomie, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/zsjfctu\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/zsjfctu<\/a> (26.04.2016).<\/p>\n<p>Bio\u00f6konomierat (2015e): Bioeconomy Policy (Part II) \u2013 Synopsis of National Strategies around the World, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/zqd62g6\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/zqd62g6<\/a> (26.04.2016).<\/p>\n<p>Bio\u00f6konomierat (2016): Was ist Bio\u00f6konomie, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/jt8zdkc\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/jt8zdkc<\/a> (27.04.2016).<\/p>\n<p>Biotechnology Innovation Organization (BIO) (2014): Accelerating Growth \u2013 Forging India\u2019s Bioeconomy, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/zgu2bnj\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/zgu2bnj<\/a> (26.04.2016).<\/p>\n<p>Bosch, R. \u2013 van de Pol, M. \u2013 Philp, J. (2015): Define biomass sustainability, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/htndxdo\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/htndxdo<\/a> (26.04.2016).<\/p>\n<p>Braun, J. (2015a): Bioeconomy \u2013 Science and Technology Policy to Harmonize Biologization of Economies with Food Security, in: Sahn, D. (ed.): The Fight Against Hunger and Malnutrition, Oxford, S. 240-262.<\/p>\n<p>Braun, J. (2015b): Weltern\u00e4hrung und Nachhaltigkeit \u2013 Herausforderungen und Strategien f\u00fcr das 21. Jahrhundert. Carl-von-Carlowitz-Reihe, Bd 5, M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>Braun, J. \u2013 Homi Kharas \u2013 Ashok Gulati (2017): Key Policy Actions for Sustainable Land and Water Use to Serve People. G20 Insights. Policy Brief. Bonn\/Washington\/Delhi, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/z7see33\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/z7see33<\/a> (31.01.2017).<\/p>\n<p>Brazilian Sugarcane Industry Association (UNICA) (2015): Why advanced sgarcane ethanol is a sweet deal for Brazil, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/gou6cdz\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/gou6cdz<\/a> (26.04.2016).<\/p>\n<p>Brown, L. R. (2009): Could food shortages bring down civilizations?, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/grnjgb7\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/grnjgb7<\/a> (09.01.2017).<\/p>\n<p>Efken, J. \u2013 Dirksmeyer, W. \u2013 Kreins, P. \u2013 Knecht, M. (2016): Measuring the importance of the bioeconomy in Germany: Concept and illustration, NJAS Wageningen Journal of Life Sciences 77, S. 9-17.<\/p>\n<p>El-Chichakli, B. \u2013 v. Braun, J. \u2013 Lang, C. \u2013 Barben, D. \u2013 Philp, J. (2016): Policy: Five cornerstones of a global bioeconomy. Nature 535, S. 221-3.<\/p>\n<p>Enriquez-Cabot, J.: Genomics and the World\u2019s Economy, Science 281 (14 August 1998), S. 925-926.<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische Kommission (2005): New Perspectives on the Knowledge-Based Bio-Economy, online: <a href=\"http:\/\/www.bio-economy.net\/reports\/files\/koln%20_paper.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/www.bio-economy.net\/reports\/files\/koln _paper.pdf<\/a> (26.04.2016).<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische Umweltagentur (2003): Die Umwelt in Europa: Der Dritte Lagebericht, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/z48bg7n\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/z48bg7n<\/a> (09.01.2017).<\/p>\n<p>European Commission (2012): Communication on Innovating for Sustainable Growth \u2013 A Bioeconomy for Europe, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/7swfkok\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/7swfkok<\/a> (26.04.2016).<\/p>\n<p>Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (2014): Marktanalyse Nachwachsende Rohstoffe, online: <a href=\"http:\/\/fnr.de\/marktanalyse\/marktanalyse.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/fnr.de\/marktanalyse\/marktanalyse.pdf<\/a> (26.04.2016).<\/p>\n<p>FAO (2015): State of World Food Security, online: http:\/\/www.fao.org\/hunger\/en\/ (31.01.2017).<\/p>\n<p>Foley, J. A. et al. (2011): Solutions for a cultivated planet, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/pcdesrl\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/pcdesrl<\/a> (09.01.2017)<\/p>\n<p>Georgescu-Roegen, N. (1971): The Entropy Law and the Economic Process, Cambridge MA.<\/p>\n<p>Godfray, H. C. J. et al. (2010): Food Security: The Challenge of Feeding 9 Billion People, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/jsx955l\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/jsx955l<\/a> (09.01.2017).<\/p>\n<p>Golden, J. S. \u2013 Handfield, R. B. \u2013 Daystar, J. \u2013 McConnell, T.E. (2015): An Economic Impact Analysis of the U.S. Biobased Products Industry \u2013 A Report to the Congress of the United States of America, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/ndxfkqt\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/ndxfkqt<\/a> (29.04.2016).<\/p>\n<p>International Advisory Committee (IAC) of the Global Bioeconomy Summit (2015): Communiqu\u00e9 of the Global Bioeconomy Summit \u2013 Making bioeconomy work for sustainable development, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/gru3mj2\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/gru3mj2<\/a> (26.04.2016).<\/p>\n<p>Intesa San Paolo (2015): La Bioeconomia in Europa, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/h4wzp5z\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/h4wzp5z<\/a> (31.01.2017).<\/p>\n<p>JRC (2016): Bioeconomy Report 2016, Joint Research Centre of the European Commission (JRC), European Bioeconomy Observatory.<\/p>\n<p>Lal, R. \u2013 Lorenz, K. \u2013 H\u00fcttl, R. F. \u2013 Schneider, B. U. \u2013 v. Braun, J. (2012, Hg.): Recarbonization of the Biosphere \u2013 Ecosystems and the Global Carbon Cycle. Dordrecht\/Heidelberg\/New York\/London.<\/p>\n<p>Mauser, W. \u2013 Klepper, G. \u2013 Zabel, F. \u2013 Delzeit, R. \u2013 Hank, T. \u2013 Putzenlechner, B. \u2013 Calzadilla, A. (2015): Global biomass production potentials exceed expected future demand without the need for cropland expansion. Nature Communication 6, S. 8946.<\/p>\n<p>Nkonya, E. \u2013 Mirzabaev, A. \u2013 v. Braun, J. (2016, Hg.): Economics of land degradation and sustainable land management, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/zsflla6\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/zsflla6<\/a> (29.04.2016).<\/p>\n<p>NOVOZYMES (2010): Reducing the environmental impact of washing with liquid detergents, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/z7gpnuw\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/z7gpnuw<\/a> (31.01.2017).<\/p>\n<p>OECD. (2008): OECD Environmental Outlook to 2030, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/zrjubnn\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/zrjubnn<\/a> (09.01.2017).<\/p>\n<p>Pannike, N. \u2013 Hagemann, N. \u2013 Purkus, A. \u2013 Gawel, E. (2015): Gesellschaftliche Grundfragen der Bio\u00f6konomie \u2013 Volkswirtschaftliche Mehrwerte und Nachhaltigkeitsherausforderungen einer biobasierten Wirtschaft, UFZ Discussion Papers 7, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/hvuo22d\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/hvuo22d<\/a>, (26.04.2016).<\/p>\n<p>Peplow, M. (2015): Industrial biotechs turn greenhouse gas into feedstock opportunity, Nature Biotechnology 33, S. 1123-1125.<\/p>\n<p>Ronzon, T. \u2013 Santini, F. \u2013 M\u2019Barek, R. (2015): The Bioeconomy in the European Union in numbers. Facts and figures on biomass, turnover and employment, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/jhgzopw\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/jhgzopw<\/a> (26.04.2016).<\/p>\n<p>Sijtsema, S. J. \u2013 Onwezen, M. C. \u2013 Reinders, M. J. \u2013 Dagevos, H. \u2013 Partanen, A \u2013 Meeusen, M. (2016): Consumer perception of bio-based products \u2013 An exploratry study in 5 European countries, Wageningen Journal of Life Sciences, online: <a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.1016\/j.njas.2016.03.007\" target=\"_blank\">http:\/\/dx.doi.org\/10.1016\/j.njas.2016.03.007<\/a> (29.04.2016).<\/p>\n<p>Smeets, E. \u2013 B\u00f6ttcher, H. \u2013 Tsiropoulos, Y. \u2013 Patel, M. \u2013 Hetem\u00e4ki, L. \u2013 Lindner, M. \u2013 Bringezu, S. \u2013 Schouten, M. \u2013 Junker, F. \u2013 Banse, M. \u2013 Msangi, S. (2013): Systems analysis description of the bioeconomy. WP 1 \u2018Conceptual model of a systems analysis of the bio-based economy\u2019 of the EU FP 7 SAT-BBE project: Systems Analysis Tools Framework for the EU Bio-Based Economy Strategy, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/jpc2hwc\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/jpc2hwc<\/a> (26.04.2016).<\/p>\n<p>The Royal Society (2009): Reaping the benefits \u2013 Science and the sustainable intensification of global agriculture, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/jjozjpr\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/jjozjpr<\/a> (26.04.2016).<\/p>\n<p>Umweltbundesamt (UBA) (2013): Globale Landfl\u00e4chen und Biomasse nachhaltig und ressourcenschonend nutzen, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/hla332v\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/hla332v<\/a> (26.04.2016).<\/p>\n<p>UNESCO (2016) Deutsche UNESCO Kommission. Lebenswissenschaften, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/jokukas\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/jokukas<\/a> (17.9.2016).<\/p>\n<p>Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltver\u00e4nderungen (WBGU) (2011): Welt im Wandel: Gesellschaftsvertrag f\u00fcr eine Gro\u00dfe Transformation, online: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/6c9ptgh\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/6c9ptgh<\/a> (31.01.2017).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Autor<\/p>\n<p>Prof. Dr. Joachim von Braun<\/p>\n<p>Joachim von Braun ist Direktor des Zentrums f\u00fcr Entwicklungsforschung und Professor f\u00fcr wirtschaftlichen und technologischen Wandel an der Universit\u00e4t Bonn. Seine wissenschaftlichen Arbeiten konzentrieren sich auf Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung, Landwirtschaft, Ern\u00e4hrung, Armut, Besch\u00e4ftigung, Nachhaltigkeit und Innovation. Er ist Mitglied, der deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech), der Akademie der Wissenschaften des Vatikans, der Nordrhein-Westf\u00e4lischen Akademie der Wissenschaften und Fellow der American Association for the Advancement of Science, sowie der African Academy of Science. von Braun ist Vorsitzender des Bio\u00f6konomierates der Bundesregierung sowie Vizepr\u00e4sident der Welthungerhilfe und Mitglied des Board der Alliance for a Green Revolution in Africa (AGRA) und Vice Chair des Board der Global Alliance for Improved Nutrition (GAIN). Er war Generaldirektor des International Food Policy Research Institute (IFPRI) in Washington DC.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>HINWEIS:<br \/>\nDieser Text ist der erste Teil der Artikelserie \u201eBio\u00f6konomie\u201c. Alle weiteren Artikel finden Sie \u2013 nach Ver\u00f6ffentlichung im Magazin \u2013 unter: <a href=\"http:\/\/forum-wirtschaftsethik.de\/biooekonomie\/\" target=\"_blank\">Dossier Bio\u00f6konomie<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zukunft der Menschheit wird zum gro\u00dfen Teil von einem zuverl\u00e4ssigen und sicheren Zugang zu Nahrung und der nachhaltigen Nutzung von Energie, Wasser und Rohstoffen abh\u00e4ngen. Mit Blick auf den Klimawandel und sich verknappende Ressourcen, spielen dabei erneuerbare Quellen und deren Basis, das Naturkapital, eine zentrale Rolle. Mehr als 190 L\u00e4nder verabschiedeten im Jahr 2015 [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[10608],"supplier":[1887,2317,13132,274,904],"class_list":["post-40669","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biooekonomie","supplier-biokonomierat","supplier-european-commission","supplier-forum-wirtschaftsethik","supplier-universitaet-bonn","supplier-wissenschaftlichen-beirats-der-bundesregierung-globale-umweltveraenderungen-wbgu"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40669","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=40669"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40669\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=40669"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=40669"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=40669"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=40669"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}