{"id":40591,"date":"2017-02-15T06:42:14","date_gmt":"2017-02-15T05:42:14","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fmaterialwissenschaften%2Fvom-zellstoff-zum-formteil-fraunhofer-entwickelt-neue-technologie-fuer-faserverstaerkte-kunststoffe.html"},"modified":"2017-02-15T09:04:41","modified_gmt":"2017-02-15T08:04:41","slug":"vom-zellstoff-zum-formteil-fraunhofer-paz-entwickelt-neue-technologie-fuer-faserverstaerkte-kunststoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/vom-zellstoff-zum-formteil-fraunhofer-paz-entwickelt-neue-technologie-fuer-faserverstaerkte-kunststoffe\/","title":{"rendered":"Vom Zellstoff zum Formteil \u2013 Fraunhofer PAZ entwickelt neue Technologie f\u00fcr faserverst\u00e4rkte Kunststoffe"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zellstoff ist ein attraktives Material f\u00fcr den Einsatz in faserverst\u00e4rkten Kunststoffen, etwa f\u00fcr Leichtbau-Anwendung oder als Material f\u00fcr Transportbeh\u00e4lter und Paletten. Bisher ist es allerdings nicht m\u00f6glich, g\u00e4ngige Zellstoff-Lieferformen auf effiziente Weise daf\u00fcr zu nutzen. Das will das Fraunhofer-Pilotanlagenzentrum f\u00fcr Polymersynthese und -verarbeitung PAZ in einem neuen Projekt \u00e4ndern: Gemeinsam mit Partnern wird eine Technologieplattform zur Herstellung hochwertiger Zellstoff-Compounds und deren Weiterverarbeitung zu Formteilen entwickelt.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_40627\" aria-describedby=\"caption-attachment-40627\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-40627\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/1486714699980_20170209-FilterstopfwerkWeb.jpg\" alt=\"1486714699980_20170209-FilterstopfwerkWeb\" width=\"200\" height=\"353\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/02\/1486714699980_20170209-FilterstopfwerkWeb.jpg 320w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2017\/02\/1486714699980_20170209-FilterstopfwerkWeb-170x300.jpg 170w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-40627\" class=\"wp-caption-text\">Ein erstes Muster des am Fraunhofer PAZ entwickelten Filterstopfwerks. \u00a9 Foto Fraunhofer PAZ <a href=\"http:\/\/www.imws.fraunhofer.de\/de\/kontakt\/presse\/pressemitteilungen\/Zellstoff-Compound-Faserverstaerkung-Formteil\/_jcr_content\/contentPar\/pressarticle\/pressArticleParsys\/textwithasset\/imageComponent\/image.img.large.jpg\/1486714699980_20170209-FilterstopfwerkWeb.jpg\" target=\"_blank\">&#8211; Zoom &#8211;<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Faserverst\u00e4rkte Kunststoffe werden beispielsweise f\u00fcr Instrumententafeln oder Seitenverkleidungen im Auto, in Geh\u00e4usen von Elektroger\u00e4ten oder f\u00fcr Gartenm\u00f6bel genutzt. Die thermoplastischen Kunststoffe wie Polypropylen (PP), Polyethylen (PE) oder Polyamid (PA) werden dabei mit Fasern verst\u00e4rkt, um ganz spezifische Materialeigenschaften zu erzielen. Der Faseranteil am Werkstoff kann bis zu 40 Prozent betragen.<\/p>\n<p>Zellstofffasern w\u00e4ren daf\u00fcr gut geeignet: Sie sind ein nachwachsender Rohstoff und g\u00fcnstiger als andere Materialien wie Glas. Zudem haben Untersuchungen am Fraunhofer PAZ gezeigt, dass sie im Vergleich zu anderen Naturfasern sehr gute mechanische Kennwerte f\u00fcr die Kunststoff-Verst\u00e4rkung m\u00f6glich machen: Setzt man sehr gut vereinzelte Zellstofffasern mit gro\u00dfer Faserl\u00e4nge in der Spritzgie\u00dfcompoundierung ein, sind die entstehenden Materialien genauso belastbar wie Kurzglasfaser-Compounds \u2013 bei erheblichen Material- und Kostenvorteilen.<\/p>\n<p>Um Zellstofffasern auf diese Weise nutzen zu k\u00f6nnen, stellen sich allerdings gro\u00dfe Herausforderungen an den Prozessablauf: Aus g\u00e4ngigen Lieferformaten wie Pappe m\u00fcssen einzelne Fasern in ausreichender L\u00e4nge gewonnen werden, die zudem dosierbar und rieself\u00e4hig sind, um beim Einbringen in die Kunststoffschmelze den Fasergehalt und die Faserverteilung genau bestimmen zu k\u00f6nnen. Ein solches Verfahren ist bisher nicht verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Das Fraunhofer PAZ m\u00f6chte genau diese Technologie entwickeln und arbeitet dazu in einem neuen Projekt mit der Kurt Seume Spezialmaschinenbau GmbH, Ematik GmbH, Exipnos GmbH und Dornburger Kunststoff-Technik GmbH zusammen. Ziel des Projekts, das innerhalb des Programms \u00bbWachstumskern Potenzial\u00ab f\u00fcr zwei Jahre vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschnung (BMBF) gef\u00f6rdert wird, ist die Entwicklung einer Technologieplattform zur effizienten Herstellung hochwertiger Zellstoff-Compounds ausgehend von kommerziell verf\u00fcgbaren Zellstoff-Lieferformen sowie deren Verarbeitung zu Formteilen mittels konventionellem Spritzguss sowie Spritzgie\u00dfcompoundierung.<\/p>\n<p>\u00bbDurch das Know-how der beteiligten Partner k\u00f6nnen wir Zellstoff- und Kunststoff-Technologie in einer einzigartigen, durchgehenden L\u00f6sung miteinander verbinden. So machen wir Faserzellstoff f\u00fcr die Kunststoff-Verst\u00e4rkung industriell nutzbar. Denn die Inline-Verarbeitung, ausgehend von Pappe und ohne weitere Zwischenprodukte, die die Eigenschaften verschlechtern und den Preis erh\u00f6hen w\u00fcrden, ist die effizienteste Variante der Verarbeitung\u00ab, sagt Dr. Michael Busch, Leiter des Projekts am Fraunhofer PAZ.<\/p>\n<p>Schl\u00fcssel dabei ist ein am Fraunhofer PAZ entwickeltes und zum Patent angemeldetes Filterstopfwerk: Die Pappe als Ausgangsmaterial wird zun\u00e4chst gemahlen, sodass einzelne Zellstofffasern in ausreichender L\u00e4nge entstehen. Diese werden in einem Faser-Luft-Strom abtransportiert. Das Filterstopfwerk trennt dann die Fasern von der Luft und bef\u00f6rdert sie in den Compoundier-Extruder, wo die Weiterverarbeitung stattfindet.<\/p>\n<p>Projektleiter Busch sieht vielf\u00e4ltige Anwendungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr hochwertige Faserzellstoff-Compounds und Formteile: \u00bbEinerseits wird eine signifikante Vereinfachung aufw\u00e4ndiger konstruktiver L\u00f6sungen m\u00f6glich. Andererseits k\u00f6nnte man glasfaserverst\u00e4rkte Kunststoffe durch zellfaserverst\u00e4rkte, die g\u00fcnstiger und \u00f6kologischer sind, teilweise ersetzen\u00ab, sagt er. Auch die Fertigung von Masterbatches, bei denen der Faseranteil mehr als 50 Prozent betr\u00e4gt, strebt das Konsortium an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kontakt<\/h3>\n<p>Dr. Michael Busch<br \/>\nFraunhofer-Institut f\u00fcr Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS<br \/>\nTel.: +49 345 5589-111<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.imws.fraunhofer.de\/de\/send-mail?m=1.119237e8018a72d99a2a8f1a8456fa16&amp;k=4d69636861656c204275736368&amp;r=2f64652f6b6f6e74616b742f7072657373652f7072657373656d69747465696c756e67656e2f5a656c6c73746f66662d436f6d706f756e642d466173657276657273746165726b756e672d466f726d7465696c2e68746d6c\" target=\"_blank\">E-Mail senden<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zellstoff ist ein attraktives Material f\u00fcr den Einsatz in faserverst\u00e4rkten Kunststoffen, etwa f\u00fcr Leichtbau-Anwendung oder als Material f\u00fcr Transportbeh\u00e4lter und Paletten. 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