{"id":40450,"date":"2017-02-08T07:29:25","date_gmt":"2017-02-08T06:29:25","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=40450"},"modified":"2017-02-06T12:58:48","modified_gmt":"2017-02-06T11:58:48","slug":"oeko-trend-nachwachsende-rohstoffe-im-autobau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oeko-trend-nachwachsende-rohstoffe-im-autobau\/","title":{"rendered":"\u00d6ko-Trend? Nachwachsende Rohstoffe im Autobau"},"content":{"rendered":"<p>Die Kapok-Nuss wird bisher nur zu Matratzen verarbeitet. Bald soll das Material aber auch in Autos zum Einsatz kommen. \u00d6ko im Fahrzeugbau ist Trend, doch das hat seinen Grund.<\/p>\n<p>Moderne Autos setzen im Innenraum immer mehr auf nachwachsende Rohstoffe. Im Vergleich zu k\u00fcnstlich hergestellten Produkten besitzen sie Vorteile:<\/p>\n<p>Sie wachsen nach, sind theoretisch unendlich verf\u00fcgbar, besitzen gute D\u00e4mmeigenschaften und ein positives Crashverhalten, und sie sind unter Umst\u00e4nden biologisch abbaubar.<\/p>\n<p>&#8220;Oft haben sie eine bessere CO2-Bilanz, sind leichter, besser zu recyceln und bieten Vorteile bei Haptik und Patina&#8221;, sagt Daniela Bohlinger, Leiterin &#8220;Sustainability in Design&#8221; bei BMW.<\/p>\n<p>Der Schweizer Autohersteller Rinspeed hat sogar schon ein autonomes <a href=\"https:\/\/www.tz.de\/auto\/verrueckt-rinspeed-oasis-hat-einen-garten-hinter-windschutzscheibe-zr-7106556.html\" target=\"_blank\">E-Auto mit Garten hinter der Windschutzscheibe<\/a> vorgestellt, wie tz.de berichtet.<\/p>\n<p>Schurwolle statt Baumwolle<\/p>\n<p>Beim Elektrofahrzeug BMW i3 kommen rund 20 Prozent Recyclingmaterial zum Einsatz, bei herk\u00f6mmlichen BMW 15 Prozent. Je nach Ausstattung sind bis zu 80 Prozent aller Fl\u00e4chen im Sichtfeld des Fahrers aus nachwachsenden oder nachhaltig verarbeiteten Rohstoffen. Darunter fallen auch Kenaf (eine Malvenart), europ\u00e4ischer Eukalyptus oder Schurwolle (anstelle von Baumwolle).<\/p>\n<p>Bauteile aus Hanf und Holz<\/p>\n<p>Bei Volkswagen werden unter anderem Flachs, Hanf, Kenaf, Papier, Zellulose, Baumwolle und Holz in der Serienfertigung eingesetzt. Bauteile mit diesen Materialien sind beispielsweise in T\u00fcr- und Seitenverkleidungen, Ladeb\u00f6den oder Bodenbel\u00e4gen zu finden. Im aktuellen Golf finden sich mehr als 100 Bauteile aus nachwachsenden Rohstoffen. Ganz problemlos sind die Produkte aber nicht: Insbesondere die Geruchsentwicklung stellt eine Herausforderung dar. &#8220;Dies ist aber durch geeignete Fertigungsverfahren beherrschbar&#8221;, sagt Peter Weisheit von VW. Auch die permanente Verf\u00fcgbarkeit f\u00fcr eine ununterbrochene Produktion stellt die Industrie vor Probleme.<\/p>\n<p>Audi verwendet in manchen Modellen bis zu f\u00fcnf Prozent \u00d6ko-Materialien, darunter Baumwollvliese, Holz, Holzfaserwerkstoff in Verkleidungen sowie Leder. Auch f\u00fcr Audi muss die Best\u00e4ndigkeit gegen mechanischen Abrieb, Feuchtigkeit, W\u00e4rme, UV-Strahlung und Chemie gegeben sein.<\/p>\n<p>Mehr Einsatz von \u00d6ko-Rohstoffen<\/p>\n<p>Mercedes setzt in den T\u00fcr-Innenverkleidungen Holz- oder Flachsfasern mit Harz ein und im Schiebedach-Rahmen eine Naturfasermatte. &#8220;In allen Modellen verwenden wir in verschiedenen Bereichen unter anderem Hanf, Kenaf, Baumwolle, Schurwolle, Leinen, Kokosfaser, Flachs, Zellulosefasern oder Holz&#8221;, sagt Anita Engler, Leiterin umweltgerechte Produktentwicklung. &#8220;In erster Linie sind Naturfasern Tr\u00e4ger f\u00fcr Verkleidungsbauteile und nicht sichtbar.&#8221; Auch Mercedes will den Einsatz der \u00d6ko-Teile weiter erh\u00f6hen. Nur bei crashrelevanten Bauteilen verzichtet der Hersteller auf Rezyklate oder nachwachsende Rohstoffe: &#8220;Bisher konnte noch kein untersuchtes Material die Anforderungen sicher erf\u00fcllen.&#8221;<\/p>\n<p>Weniger Plastik im Auto<\/p>\n<p>Schon seit 2001 verbaut Toyota nachwachsende Rohstoffe, unter anderem bei Einstiegsleisten, T\u00fcrverkleidungen und Sitzpolstern, sagt Sprecher Dirk Breuer. Auch Fasermaterialien wie Hutablagen, Dachhimmel, Teppiche und Sitzbez\u00fcgen werden nicht mehr aus Kunststoff hergestellt. Der aktuell in Japan verkaufte Toyota Sai verwendet f\u00fcr 80 Prozent der Oberfl\u00e4chen im Innenraum nachwachsende Rohstoffe.<\/p>\n<p>Autos m\u00fcssen zu 85 Prozent recyclingf\u00e4hig sein<\/p>\n<p>Dass die Hersteller auf nachwachsende Rohstoffe setzen, hat nicht nur mit Umweltbewusstsein zu tun. Die europ\u00e4ische Altfahrzeugrichtlinie 2000\/53\/EG gibt Verwertungsquoten f\u00fcr Pkw vor &#8211; 85 Prozent der Autos m\u00fcssen stofflich recyclingf\u00e4hig und zu 95 Prozent verwertbar sein. Dazu fordert die Richtlinie, mehr Recyclingmaterial zu verwenden. &#8220;Nachhaltigkeit wird aber immer mehr zu einem Thema, das Premium definiert&#8221;, sagt Daniela Bohlinger von BMW. Und f\u00fcr Dieter Kraft von Audi ist &#8220;Nachhaltigkeit ein gro\u00dfer, aktueller Trend, der f\u00fcr uns aus Markensicht und f\u00fcr unsere Kunden sehr interessant ist.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kapok-Nuss wird bisher nur zu Matratzen verarbeitet. Bald soll das Material aber auch in Autos zum Einsatz kommen. \u00d6ko im Fahrzeugbau ist Trend, doch das hat seinen Grund. Moderne Autos setzen im Innenraum immer mehr auf nachwachsende Rohstoffe. 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